Mortal Engines oder Originalität sucht man woanders

Wenn ein Autor zur Adaption seines Romans meint, dass viel verändert wurde, aber die Handlung doch irgendwie gleich sei, dann fragt man sich, ob dies ein höflicher Hinweis darauf ist, dass die Verfilmung im Grunde genommen mit dem Buch nichts mehr zu tun hat. „Mortal Engines“, nach dem Roman von Philip Reeve, ist solch ein Fall.

Das Drehbuch verfasste Peter Jackson, Regie führte Christian Rivers, der bis dahin als Assistant Director tätig gewesen war. Das Ergebnis ist ein einfallsloser Actionfilm, der wie ein Flickwerk von Ideen anderer Filme wirkt. Die Handlung ist dermaßen vorhersehbar, dass nicht einmal die kleinste Überraschung aufkommt. Dabei erscheinen die Figuren derart blass, dass man mehr auf das Drumherum achtet, als auf die Darsteller. An ein paar Stellen versucht man sich im Humor, doch erweisen sich die Gags allesamt als Rohrkreprierer.

Im Groben und Ganzen erscheint „Mortal Engines“ dann auch wie eine Art Gibli-Produktion auf Speed, wobei der große Unterschied darin liegt, dass Rivers Adaption derart seelenlos und lieblos daherkommt, dass dadurch die gesamte Handlung uninteressant wird. Es ist wirklich schade, hätte man die Figuren wenigstens komplexer gestaltet, dann wäre vielleicht am Ende des Films etwas hängen geblieben. So aber hat man ihn bereits beim Nachspann aus dem Gedächtnis verbannt. Was an „Mortal Engines“ zusätzlich nervt, ist die ständige Berieselung durch die überlaute Musik, die hier vergeblich versucht, die Dramatik zu unterstreichen und auf diese Weise zu einer Endlosschleife immer gleicher Tonfolgen verkommt.

„Mortal Engines“ hat dann auch nicht zu dem Ergebnis geführt, das man sich anscheinend erhofft hatte, wurden doch nicht einmal die Produktionskosten eingespielt. Damit ist der Film ein weiteres Beispiel für die Oberflächlichkeit, mit der wir es im Mainstream-Kino zu tun haben. Brenzlige Themen werden lediglich kurz angeschnitten, um sie dann schnell unter einem Teppich aus Spezialeffekten zu verstecken. Die Angst vor allzu direkter Kritik ist bei den Filmemachern zurzeit recht groß. Daher verpassen sie sich lieber gleich selbst einen Maulkorb, als irgendwo anzuecken. Wie gesagt, Jackson und seine Mitstreiter hätten viel daraus machen können, haben es aber nicht.

Mortal Engines – Krieg der Städte. Regie: Christian Rivers, Drehbuch u. Produktion: Peter Jackson, Fran Walsh, Darsteller: Robert Sheehan, Hera Himlar, Hugo Weaving, Jihae Kim, Stephen Lang. Neuseeland/USA 2018, 128 Min.