Posts Tagged ‘Mars’

Mit dem Film „Den Sternen so nah“ („The Space between us“) erhoffte man sich anscheinend die Teenie-Romanze des Jahres zu bringen. Doch der Schuss ging nach hinten los, denn der Film wurde ein Flop-Desaster. Von den 30 Millionen Produktionskosten spielte er nicht einmal die Hälfte ein. Dabei hat der Film ein solches Schicksal eigentlich nicht verdient.

Die durchaus originelle Handlung dreht sich um den 16jährigen Jungen Gardner, der als erster Mensch überhaupt auf dem Mars aufgewachsen ist. Ein negativer Aspekt dieser Entwicklung aber ist, dass er unter der Glasknochenkrankheit leidet. Sein größter Wunsch: endlich einmal die Erde zu besuchen. Übers Internet chattet er inzwischen mit der Schülerin Tulsa. Als sich Gardners Wunsch endlich erfüllt und er ihr Tulsa begegnet, ist allerdings nicht jeder froh darüber. Der Unternehmer Nathaniel Shepherd möchte Gardners Existenz unter allen Umständen geheim halten und den Jungen in seine Gewalt bringen …

„Den Sternen so nah“ überzeugt als netter SF-Film, der ohne Geballer auskommt und dennoch jede Menge Action aufweist. Doch verlegt sich der Film zum Glück nicht allein darauf, aufregend zu sein. Regisseur Peter Chelsom konzentriert sich auf seine beiden liebevoll charakterisierten Hauptfiguren Gardner und Tulsa und deren Sicht auf die Welt. Und dies ist eine große Stärke des Films. Ganz ohne Kitsch erzählt der Film dadurch die Geschichte zweier Außenseiter, die beide versuchen, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Chelsom seinen SF-Film mit den Aspekten des Roadmovies verknüpft. Da, wo der Film allerdings schwächelt, sind ausgerechnet die Szenen, in denen sich Gardner und Tulsa nahe kommen. Das Romantische wirkt verkrampft und zu sehr gestellt. Kurz, genau in diesen Momenten nimmt man den beiden Hauptdarstellern ihre Rollen nicht ab.

Insgesamt aber ist es erstaunlich, dass „Den Sternen so nah“ auf ganzer Linie floppte. Die wundervolle Optik, die interessanten Figuren und die spannende und, wie oben bereits bemerkt, originelle Handlung hätten das nicht erwarten lassen. Möglicherweise aber gelingt dem Film der Durchbruch in der Zweitverwertung als DVD und auf diversen Streaming-Portalen. Verdient hätte er es.

Den Sternen so nah (OT: The Space between us). Regie: Peter Chelsom, Drehbuch: Allan Loeb, Stewart Schill, Richard Barton Lewis, Produktion: Richard Barton Lewis, Darsteller: Asa Butterfield, Britt Robertson, Gary Oldman, Carla Gugino, Janet Montgomery. USA 2017, 121 Min.

 

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Cover der Erstausgabe aus dem Jahr 1959

John Wyndhams Roman „Griff nach den Sternen“ zählt zu den zehn besten SF-Romanen aus dem Jahr 1959. Im Gegensatz zu seinem sonstigen Stil, schuf Wyndham mit „The Outward Urge“, so der Originaltitel, einen Hard-SF-Roman, in dem es um die Besiedelung des Weltalls geht.

Erzählt wird dies in vier längeren Episoden. Die erste handelt vom Bau der ersten Raumstation im Jahr 1994. Die zweite Episode spielt im Jahr 2044 auf der ersten Mondstation, während auf der Erde ein Atomkrieg wütet. Die dritte Episode handelt von der ersten Marsexpedition im Jahr 2094. Die letzte Episode schließlich beschreibt eine Expedition zur Venus im Jahr 2144.

John Wyndham, der eigentlich für seine spannenden Invasions-Romane bekannt ist („The Day of the Triffids“ oder „The Midwich Cuckoos“ sind Klassiker des SF-Genres) versuchte mit „Griff nach den Sternen“ einen realistischen SF-Roman zu schreiben, was ihm auch durchaus gelungen ist. So erscheinen die von ihm gewählten Jahreszahlen, in denen die jeweiligen Geschichten spielen, alles andere als aus der Luft gegriffen. 1990 wurde zum Beispiel die erste internationale Raumstation in Betrieb genommen. Die erste bemannte Marsexpedition soll etwa im Jahr 2050 stattfinden.

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Cover der Penguin-Ausgabe aus dem Jahr 1962

Wyndhams Buch war so untypisch für ihn, dass ihm der Verleger vorschlug, für die Veröffentlichung entweder ein Pseudonym oder einen zweiten Autor zu nennen. John Wyndham entschloss sich daraufhin für einen Weg, der irgendwie beides umschloss. Lucas Parkes war eines seiner verschiedenen Pseudonyme. Dieses wählte er als Name für den (eigentlich nicht vorhandenen) Zweitautoren aus.

Doch egal, ob Pseudonym oder Zweitautor, das Buch muss sich hinter den anderen Romanen, die John Wyndham geschrieben hat, nicht verstecken. In einem flotten, ja fast schon rasanten Stil schildert er vier überaus spannende Ereignisse, die durch den Namen Troon miteinander verbunden sind. Troon ist der Name einer Familie aus Weltraumpionieren, die alle ihrem inneren Drang folgen, die Sterne zu erforschen. Dadurch erzählt der Roman zugleich eine Art Familiengeschichte, die ebenso ereignisreich wie tragisch ist.

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Cover der ersten deutschen Übersetzung aus dem Jahr 1965

Überaus intensiv wirkt gleich die erste Episode, in der Ticker Troon am Bau der ersten Weltraumstation mitarbeitet. Er sehnt sich bereits nach dem Urlaub auf der Erde, dieses Mal besonders, da er soeben von der Geburt seines ersten Sohnes erfahren hat, als auf die Station plötzlich eine Atomrakete zufliegt, abgefeuert von einer feindlichen Nation. 2044 droht auf der Mondstation ein Aufstand, da die Besatzung Angst hat, von Raketen der Sowjetunion beschossen zu werden. Ticker Troons Sohn Michael hat das Kommando über die Station und muss entscheiden, was er tun soll.

Schlag auf Schlag geht es auf diese Weise weiter. Den Mars beschreibt Wyndham dabei keineswegs als bewohnt, sondern als Felswüste. Auf der Venus, die er als eine Art Wasserplanet beschreibt, tummeln sich verschiedene Fische in den Meeren. Alles in allem ist „Griff nach den Sternen“ ein toller Roman, der den Leser regelrecht mitreißt. Auf Deutsch erschien der Roman 1965 im Heyne Verlag unter der Nummer 3055 der damaligen SF-Reihe.

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invasionvommarsDie 80er Jahre wurden u. a. geprägt durch das Produzentenduo Golan und Globus. Zunächst machten sie sich einen Namen durch Actionfilme mit Sylvester Stalone und Chuck Norris, um sich später auch in anderen Genres zu versuchen. So kam es, dass beide Produzenten eine Spannbreite abdeckten, die vom Kinderfilm über Action und Horror bis zur Literaturverfilmung reichte. Allerdings kreierten sie gegen Ende der 80er Jahre immer mehr Flops, was dazu führte, dass ihre Cannon Group pleite ging.

Einer dieser Flops war der 1986 produzierte Film „Invasion vom Mars“, einem Remake des gleichnamigen SF-Klassikers aus dem Jahre 1953. Es geht um den Jungen David, der in einer Gewitternacht beobachtet, wie ein riesiges UFO in der Nähe seines Hauses landet. Allerdings glaubt ihm niemand. Schon am nächsten Morgen benimmt sich Davids Vater merkwürdig. Später auch seine Mutter. Zusammen mit der Schulpsychologin Linda, der er seine Beobachtungen anvertraut, versucht er, die schleichende Invasion zu stoppen.

invasionvommars1Der Klassiker von William Cameron Manzies ragt aufgrund seiner teils surrealen Optik aus den B-Movies der 50er Jahre weit hinaus. Er erzählt eine Invasion von Außerirdischen aus der Sicht eines Kindes. Die Mischung aus Kinder- , SF- und Paranoia-Film hat bis heute nichts von ihrer Eindringlichkeit und Faszination verloren. Das Remake von Tobe Hooper besitzt zwar diverse Anspielungen auf das Original, aber versucht sich eher, in das SF-Action-Genre einzuordnen. Der Weg, der zum Hügel führt, hinter dem das UFO gelandet ist, wurde fast eins zu eins vom Originalfilm entnommen. Wer genau aufpasst, sieht, dass die Schule William Cameron Manzies School heißt. Der Film steckt voller solcher versteckter Hinweise. Zwischendurch darf auch Tobe Hooper seine eigenen Filme zitieren, wie etwa „Poltergeist“, „Lifeforce“ und, wer genau aufpasst, seinen Klassiker „Texas Chainsaw Massacre“.

Während „Invasion vom Mars“ aus dem Jahr 1953 ein durch und durch ernster Film ist, lockert Hooper die Handlung des Remakes durch jede Menge Gags und skurrile Monster auf. Aus dem einstigen Drama wird eine witzige Mischung aus Monsterkloppen und 50er Jahre-Trash-Nostalgie. Auch wenn die angedeutete Paranoia-Stimmung nicht ganz so gut herüberkommt wie im Original, macht der Film Spaß und bietet äußerst kurzweilige Unterhaltung.

Invasion vom Mars (Invaders from Mars), Regie: Tobe Hooper, Drehbuch: Dan O’Bannon, Don Jakoby, Produktion: Menahem Golan, Yoram Globus, Darsteller: Karen Black, Hunter Carson, Timothy Bottoms, Laraine Newman, James Karen, England 1986, Laufzeit: 96 Min.

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