Die 90er: Twin Peaks – Fire walk with me (1992)

Lüften Laura Palmer (Sheryl Lee) und Specialagent Cooper (Kyle McLachlan) das Geheimnis? „Twin Peaks – Fire walk with me“ (1992); © Mk2; Arthouse

Trotz des Erfolgs der TV-Serie „Twin Peaks“ (1991 – 1992). floppte der Spielfilm, den David Lynch nachschob. Bei den damaligen Filmfestspielen in Cannes wurde „Twin Peaks – Fire walk with me“ von Kritikern ausgebuht. Aber nicht nur die schlechten Kritiken verhagelten David Lynch den gewünschten Erfolg, sondern auch die Fans der Serie, da für sie der Spielfilm nicht im Einklang mit dieser stand.

In der Tat ging bereits bei der Produktion vieles durcheinander, da manche Schauspieler der Serie nicht mitspielen wollten. Kyle McLachlan sagte zunächst ab, um später dann doch wieder zuzusagen. Das Drehbuch wurde also nochmals schnell umgeschrieben, um doch noch Platz für Specialagent Cooper zu schaffen.

„Twin Peaks – Fire walk with me“, der damals in den deutschen Kinos unter dem Titel „Twin Peaks – Der Film“ lief, ist das Prequel zur Serie, in dem erzählt wird, wie es zu dem Mord an Laura Palmer, der wohl berühmtesten Toten der Film- und TV-Geschichte, kam. Beschäftigt sich die erste halbe Stunde mit einem mysteriösen Kriminalfall, der in der Serie immer mal wieder angesprochen wurde: dem Mord an Teresa Banks, so kann der restliche Film als eine Mischung aus Drama und Mystery-Thriller bezeichnet werden. Hier geht es konkret um Laura Palmas zwielichtiges Leben, ihre Drogenabhängigkeit und ihre heimliche Tätigkeit als Prostituierte.

Zuschauer, die die Serie nicht kennen, werden die Handlung des Films wahrscheinlich nicht wirklich nachvollziehen können, zu stark konzentriert sich Lynch hier auf Aspekte der beiden vorangegangenen Staffeln. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, einen von der Serie relativ unabhängigen Film zu schaffen, so aber verliert er sich in Anspielungen, ohne dabei etwas konkret Neues zu liefern.

Waren die damaligen Kritiken durch die Bank weg vernichtend, so bewerten heutige Filmexperten „Twin Peaks – Fire walk with me“ als kleines Meisterwerk. Dies ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber was stimmt, ist, dass der Film weitaus besser ist als die damaligen Kritiker behaupteten. Vor allem das Spiel mit den subtilen, surrealen Aspekten, die auf ein kosmisches Grauen hinweisen, die aber gleichzeitig Merkmale von Laura Palmers psychischen Zustand sein könnten, ist sehr gut umgesetzt.

Auf diese Weise kann man David Lynch‘ Film auf zwei Arten sehen: als das Drama um eine junge Frau, die von ihrem Vater missbraucht wird und sich in Drogen flüchtet, oder als mysteriösen Thriller, in dem es um eine junge Frau geht, die von einem unheimlichen Dämon heimgesucht wird. Beide Ebenen verschmelzen zu einer einzigen und geben dadurch den Themen Unsicherheit, Angst und zerstörte Familienverhältnisse einen doppelten Boden.

Im Gegensatz zur USA, Deutschland (wo auch schon die Serie einen eher geringen Erfolg erzielt hatte) und anderen westlichen Ländern, geriet der Film in Japan zu einem Überraschungserfolg. „Twin Peaks“ wurde vor allem von Frauen gesehen, die von der Figur Laura Palmer bestürzt und zugleich begeistert waren, sahen sie doch darin ein Symbol für die damals aufkommende neue Emanzipationsbewegung.

Prähuman Band 5: Invasion der Doppelgänger

Mit dem Titel „Invasion der Doppelgänger“ ist nun bereits der fünfte Band der erfolgreichen eBook-Serie „Prähuman“ erschienen. Der Titel ist Programm, denn der Grenzwissenschaftler Frederic Tubb und seine beiden Mitarbeiter Maki Asakawa und Hans Schmeißer werden auf einmal von Leuten heimgesucht, die ihnen bis aufs Haar gleichen.

Hier der Inhalt: Frederic Tubbs Ruf als Grenzwissenschaftler ist ruiniert, nachdem er auf einem Kongress in Lissabon verkündet hat, dass die prähumane Hyperzivilisation überhaupt nicht existiert. Doch gibt es da ein noch viel größeres Problem: Denn Tubb befand sich gar nicht auf dem Kongress. Wer aber war dann der Mann, der sich als Tubb ausgegeben hat? Als wäre dies noch nicht genug, ereignen sich in London auf einmal sonderbare Zwischenfälle, in denen wie aus dem Nichts Doppelgänger erscheinen und für Unruhe sorgen. Auch Tubbs Mitarbeiter Hans Schmeißer und Maki Asakawa bleiben davon nicht verschont. Und als Maki auf einmal spurlos verschwindet, nimmt die Bedrohung eine weitaus größere Form an …

Auch Band fünf ist eine Mischung aus SF, Action und Abenteuer, wobei dieser Band doch wiederum anders ist als die vorangegegangenen vier. Die Story rast beinahe atemlos voran und die Gags sind wieder einmal herrlich skurril. Dieses Mal nimmt die Handlung teilweise surreale Züge an, besonders die zweite Hälfte des Bandes ist davon geprägt. Insgesamt macht Band fünf genauso Spaß wie die ersten vier. Und die dichte, spannende Handlung bringt einen dazu, das eBook in einem Rutsch durchzulesen.

Prähuman: Das Geheimnis der Hyperzivilisation – Eine eBook-Serie zwischen SF, Action und Horror

Zwischen 2009 und 2015 erschien bei dem Online-Magazin Geisterspiegel die Serie „Prähuman“, die sich mit weit über 35.000 Lesern zur heimlichen Kultserie entwickelte. Damals erschienen insgesamt 18 Bände.

Nun hat der bekannte Horrorautor Carl Denning die Serie komplett überarbeitet und erweitert. Besaß z.B. Band 1 in der Urfassung etwa 45 Seiten, so umfasst die Neuausgabe beinahe 90 Seiten. Die Serie besticht durch ihre Mischung aus genreübergreifenden Elementen aus Science Fiction, Abenteuer, Action und Horror und orientiert sich dabei an den sog. Leihbüchern der 50er und 60er Jahre.

Es geht um den Grenzwissenschaftler Frederic Tubb, der zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Maki Asakawa und Hans Schmeißer auf die Spur einer prähumanen Hyperzivilisation kommt, die angeblich noch immer existiert. Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis dieser unheimlichen Zivilisation zu lösen und geraten dabei von einem Abenteuer zum nächsten, wobei eine gefährliche Situation der anderen folgt. Gewürzt ist alles mit einem herrlich-skurrilen Humor.

Wer also auf aberwitzige Ideen, eine rasante Handlung und jede Menge Action steht, der ist bei „Prähuman“ goldrichtig. Denn der Unterhaltungswert der Serie ist kaum zu überbieten. Carl Denning, der mit seinen intensiven Horrorromanen wie z.B. „Blutige Schatten“, „Monster“, „Hexensabbat“ oder „Todesstation“ vielen Lesern das Gruseln lehrt, zeigt auch hier, dass er sein Handwerk versteht. Denn die „Prähuman“-Bände sind so konzipiert, dass kein Band dem anderen gleicht. Jeder Band besitzt sein eigenes Thema und seinen eigenen Charme, sodass es zu keinen Wiederholungen kommt.

In Band eins kommen Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer nach Kambodscha. Mitten im Dschungel wurde von Archäologen eine riesige Stadt entdeckt. Alter: 60 Millionen Jahre. Kaum ist Tubb dort angekommen, als ein Teil des Archäologen-Teams spurlos verschwindet. Doch ist dies noch nicht alles. Denn während der Besichtigung der Stadt werden Tubb und sein Team auf einmal von riesigen Maschinen angegriffen. Aber das ist noch längst nicht alles … – Der kambodschanische Dschungel, London und Seoul sind die spannenden Schauplätze des ersten Bandes.

Die tollen Coverbilder der Serie stammen von Gerd Atlmann.

Band 2 „Angriff der Anderen“, in dem es um seltsame Zwischenfälle in London geht, und Band 3 „Frederic Tubb funkt SOS“, in dem es Tubb und sein Team mit einer gigantischen Maschine im pazfischen Ozean zu tun haben, sind ebenfalls schon erschienen. Die Serie war vom Autor zunächst auf 20 Bände angelegt, doch ist inzwischen durchgesickert, dass „Prähuman“ auf jeden Fall auch nach Band 20 weitergehen wird.