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Posts Tagged ‘Kriminalfälle’

21 Fälle beinhaltet der zweite Band des „Thüringer Mord Pitaval“, die vom Jahr 1606 bis ins Jahr 1968 reichen. Wie auch im ersten Band, so hat auch für diese Ausgabe der Diplom-Archivar Frank Esche verschiedene Archive durchforstet und sonderbare als auch schreckliche Kriminalfälle zutage befördert.

So geht es unter anderem um einen Mann, der im Jahr 1606 seine ganze Familie erschlägt, so als sei er von einer Sekunde auf die andere dem Wahnsinn verfallen. Eine hübsche Frau entpuppt sich als heimtückische Mörderin und ein Arzt verhindert quasi in letzter Minute einen Justizirrtum. Serienmörder treiben ihr Unwesen, genauso aber kommt es zu Mord aufgrund sozialer Not.

Wie auch in dem vorangegangenen Band, beschreibt Esche nicht nur außergewöhnliche Fälle, die sich über die Jahrhunderte ereignet haben, sondern sucht nach den sozialen Ursachen für die Gräueltaten. Dies macht die einzelnen Kapitel zu Fenstern in vergangene Zeiten, indem der Autor aus Gerichtsprotokollen zitiert, den jeweiligen Lebensumständen und den Biografien der Täter als auch der Opfer nachgeht, sodass man stets ein Gesamtbild der damaligen Situationen erhält.

Wie auch Band 1 des „Thüringer Mord Pitaval“ liefert Band 2 dadurch nicht allein ein spannendes und durchaus auch unheimliches Leseerlebnis, sondern zugleich überaus interessante und detaillierte Hintergründe, welche die Vergangenheit regelrecht lebendig werden lassen. Sicherlich nichts für Leser mit schwachen Nerven, nimmt einem Esche mit in die Abgründe der menschlichen Seele und der dunklen Seiten des sozialen Miteinanders.

Egal ob sich ein Fall im 17. Jahrhundert oder im 20. Jahrhundert ereignet hat, Esche schreibt über all dies auf eine Weise, als hätten sich die Fälle erst vor wenigen Tagen ereignet. Dies zeigt, dass sich die Charaktere und die Handlungsgründe der Menschen eigentlich nie geändert haben. Und genau dieser Punkt macht das Buch zusätzlich faszinierend.

Frank Esche. Thüringer Mord Pitaval Band 2. Verlag Kirchschlager 2017, 278 Seiten, 12,95 Euro, ISBN: 978-3-934277-69-4

 

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historischeserienmoederivBand eins der Reihe „Historische Serienmörder“ gehört zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen aus dem Hause Kirchschlager. Die Reihe beschäftigt sich mit unheimlichen und außergewöhnlichen Kriminalfällen, die vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert reichen.

Band IV steht in Sachen Spannung und Gänsehaut den vorangegangenen Büchern in nichts nach. Der Historiker Michael Kirchschlager entdeckte bei seinen Recherchen u. a. illustrierte Flugblätter aus dem 16. Jahrhundert, in denen von eigenartigen Mordfällen die Rede ist. So ging in Ferrara im Jahr 1573 ein siebzigjähriger Serienmörder um, der ahnungslosen Frauen auflauerte. 1581 suchte ein Raubmörder in der Nähe von Köln den Ort Bernkastel heim. Er selbst hauste in einer Erdhöhle im Wald, wohin er eines Tages eine Frau entführte.

Während des Dreißigjährigen Kriegs ging der Raubmörder Jasper Hanebuth um und im Jahr 1780 suchte ein Serienmörder Österreich heim, der teils kannibalische Neigungen aufwies, indem er das Herz eines seiner Opfer aß, da er glaubte, dadurch unsichtbar werden zu können. Im Jahr 1811 kam es in London zu einer Reihe brutaler Raubmorde. Der Täter John Williams trieb dabei vor allem auf dem Ratcliff Highway sein Unwesen. Der Fall wird eindrücklich von dem Kriminalisten Robert Heindl (1883-1958) erzählt.  1888 schließlich ging der wohl berühmteste Serienmörder Jack the Ripper um. Hierzu fand Michael Kirchschlager einen überaus interessanten Artikel von Leopold Engelhardt, wie Heindl ebenfalls bei der Kriminalpolizei tätig gewesen (seine Lebensdaten sind allerdings nicht bekannt), in dem der Autor verschiedene Theorien analysiert, die versuchen, die wahre Identität des Täters zu ergründen.

Gerd Frank, der bereits sein sechsbändiges Werk „Totmacher“ im Verlag Kirchschlager veröffentlicht hat, befasst sich in seinem Beitrag mit den Untaten des „französischen Jack the Ripper“ Joseph Vacher, einem Herumtreiber, der zwischen den Jahren 1894 bis 1897 vor allem Hirtenjungen und Mädchen auflauerte.

Der Autor Armin Rütters berichtet von dem deutschen Serienmörder Karl Großmann, der 1921 in Berlin Frauen als Haushälterinnen anwarb, um sie in seiner Wohnung zu ermorden. Die beiden Kriminalautoren Birgit Lautenbach und Johann Ebend schließlich schildern ausführlich die sonderbare und zugleich schreckliche Biographie des Mörders Rudolf Pleil, einem sadistischen Psychopathen, der in den 1950er Jahren vor allem Leuten auflauerte, die zwischen den damals besetzten Zonen hin und her reisten.

Der Band beinhaltet nicht nur die erwähnten Beiträge, sondern ergänzt diese z.B. durch ärztliche Gutachten von damals sowie – im Falle Pleils – durch autobiographische Schriftstücke. Ebenfalls enthält das Buch zahlreiche historische Fotos zu den Fällen. Die einzelnen Beiträge sind nicht nur überaus spannend geschrieben, sondern liefern zugleich historisch intersssante Informationen. Die Autoren versuchen stets, ein Gesamtbild der jeweiligen Mörder zu liefern, indem sie deren Biographien nachgehen und dabei versuchen, Gründe für ihr anormales Verhalten zu finden. Dies macht die einzelnen Texte auch aus einer psychologischen Perspektive sehr interessant. Kurz: Mit „Historische Serienmöder Band IV“ ist dem Verlag Kirchschlager einmal mehr ein hervorragendes Werk gelungen.

Historische Serienmörder Band IV. Menschliche Ungeheuer vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Michael Kirchschlager. Verlag Kirchschlager 2017, 240 Seiten, 18,95 Euro, ISBN: 978-3-934277-60-1

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Totmacher 6Gerd Frank schließt mit dem sechsten Band seine Serie über historische Serienmörder. Ziel der Reihe war es, das sowohl kriminalistische als auch soziale Phänomen Serienmörder in den verschiedenen Kontinenten und Kulturkreisen zu erfassen. Dieses Ziel ist dem Autor mehr als nur geglückt. Ein jeder Band liefert spannende und informationsreiche Darstellungen über das Thema. Band sechs nun setzt sich mit Serienmördern in Mittel- und Südamerika auseinander. Hierfür recherchierte der Südamerikaexperte in verschiedenen Quellen und fand für alle lateinamerikanischen Länder hoch interessante Fälle.

Die Kriminalitätsraten in vielen dieser Länder sind ungeheuer hoch. Schuld daran ist einerseits die hohe Arbeitslosigkeit, andererseits die starke Korruption und die fehlerhafte Politik. Trotz Modernisierungsbemühungen zerbrechen diese Gesellschaften. Der Historiker Michael Kirchschlager lieferte zu diesem Band ein interessantes Nachwort, das man sich jedoch vor dem Lesen der einzelnen Kriminalfälle vornehmen sollte. Denn hier erklärt Kirchschlager den sozialen und historischen Hintergrund, innerhalb dessen man die einzelnen Fälle betrachten sollte.

Gerd Frank gab sich alle Mühe, um einen detaillierten Überblick der diversen Untaten präsentieren zu können. So reichen die Fälle vom 19. Jahrhundert bis in die 2000er. Die meisten Täter stammen aus armen Familien und zerstörten Familienverhältnissen. In einem Fall aber war es der Sohn eines Diplomaten, der zum Serienmörder wurde. Der jüngste Täter war gerade einmal 15 Jahre alt, als er mehrere Morde verübte. Die besondere Grausamkeit und soziale Destruktion macht sich dann bemerkbar, wenn der Leser von Tätern erfährt, die ihre Morde aus reinem Vergnügen begangen haben. Zu den Tätern zählten nicht nur Männer. So eröffneten drei Schwestern ein Bordell, in dem sie junge Mädchen aus armen Verhältnissen ausnutzten und danach brutal ermordeten.

Wie immer bemüht sich Gerd Frank, den Blickwinkel nicht allein auf die Fälle zu beschränken. Zugleich versucht er, hinter die Biographien der Mörder sowie deren Opfer zu kommen. Zugleich durchleuchtet er die Arbeit der Polizei und der Gerichte, wobei er auf unglaubliche Dinge stößt. Einmal wurde ein Serienmörder einfach wieder frei gelassen, ein anderer erhielt eine Gefängnisstrafe von gerade einmal vier Jahren.

Gerd Franks letzter Band ist nicht nur spannend, sondern zugleich ungemein aufwühlend. Die Berichte über das soziale Elend und korrupte Polizeibeamte zeigen objektiv, dass der Modernisierungsprozess in den südamerikanischen Ländern nicht wirklich voranschreitet. Die in Deutschland einzigartige Buchreihe hat mit dem sechsten Band einen krönenden Abschluss gefunden.

Gerd Frank: Totmacher 6. Das Monster der Anden und andere unheimliche Kriminalfälle lateinamerikanischer Serienmörder (1880-2014). Verlag Kirchschlager 2016, 200 Seiten, 12,80 Euro, ISBN: 978-3934277618.

 

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mordpitavalAls Pitaval bezeichnet man eine Sammlung historischer Kriminalfälle. Der Archivar und Autor Frank Esche hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine solche Sammlung für Thüringen zu erstellen. Der Band umfasst 15 Schwerstverbrechen, die sich zwischen den Jahren 1766 und 1938 zugetragen haben.

Es handelt sich dabei vor allem um Morde und Doppelmorde. Ursachen für die Gräueltaten waren meistens Habgier, aber auch verschmähte Liebe konnte als Grund für den einen oder anderen Mord ausfindig gemacht werden. Frank Esche fand die Quellen für die diversen Mordfälle in den thüringischen Staatsarchiven. Akribisch ging er den jeweiligen Fällen nach, was sich auf das Buch überaus positiv auswirkt. Denn vor dem Leser entfalten sich nicht nur spannende Kriminalfälle, sondern zugleich detaillierte Momentaufnahmen historischer Ereignisse.

Hierbei geht Esche auch sehr genau auf die Arbeit der Polizei ein. Es ist wirklich überraschend, mit welcher Sorgfalt bereits Ende des 18. Jahrhunderts bei Kriminalfällen ermittelt wurde. Esche beschreibt jedoch nicht allein die Arbeit der Polizei, sondern geht auch auf die jeweiligen Verläufe der Gerichtsprozesse ein. Hierbei zitiert er aus Briefen, Gerichtsdokumenten und Zeitungsartikeln.

Dem Leser begegnen dabei Menschen, die aus Geldnot oder aus reiner Habgier mordeten, die ihre Frau umbrachten, um ihre Geliebte heiraten zu können, und auch Menschen, die ihre Geliebte umbrachten, da diese von ihnen nichts mehr wissen wollte. Aber auch Serienmörder und Triebtäter treten in Erscheinung. In einem der Fälle tranken zwei Frauen das Blut eines hingerichteten Raubmörders, da sie sich dadurch Heilung von ihren Krankheiten erhofften.

Die einzelnen Fälle lesen sich nicht nur wie dichte Kriminalgeschichten, sondern vermitteln zugleich einen lebendigen Einblick in die Geschichte. Auch geht Esche auf die Biografien der Täter als auch der Opfer ein. Somit verfolgt der Leser den „Werdegang“ der jeweiligen Straftäter bis zur Verkündigung ihres Urteils. All dies macht Frank Esches „Thüringer Mord-Pitaval“ zu einem sehr spannenden und zugleich informationsreichen Buch, das man nicht so schnell aus der Hand legt.

Frank Esche. Thüringer Mord-Pitaval. Verlag Kirchschlager 2016, 285 Seiten, 12,95 Euro, ISBN: 978-3-934277-65-6.

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mordfälleKriminalrat a. D. Hans Thiers ermittelte während seiner Dienstzeit in 180 Tötungsverbrechen. Bereits in seinem ersten Band „Mordfälle im Bezirk Gera“ berichtete er über Fälle, die sich zwischen den Jahren 1973 und 1990 zugetragen haben. Nun ist der zweite Band erschienen.

In „Mordfälle im Bezirk Gera II“ nimmt Hans Thiers auch Fälle mit auf, die sich vor seiner Tätigkeit bei der Kriminalpolizei zugetragen haben. So reicht die Spannweite der Berichte von 1945 bis 1990. Dieser Dokumentationsrahmen ist wichtig, da sich dadurch zugleich die historische Entwicklung im Strafgesetz der ehemaligen DDR nachvollziehen lässt.

Hans Thiers schildert, wie es in der Nachkriegszeit aufgrund von Lebensmittelmangel zu Mordverbrechen kam und welche psychosozialen Auswirkungen die Besatzungszeit mit sich brachte. Thiers geht dabei auch auf den Aspekt der Todesstrafe ein, die in der ehemaligen DDR noch bis Anfang der 70er Jahre vollstreckt wurde, bevor die Höchststrafe auf Lebenslänglich umgewandelt wurde.

Die Fälle, in denen der Autor selbst ermittelt hatte, reichen von Sexualstraftaten über Raubmord bis hin zum Muttermord. So ist von einem sonderbaren Fall die Rede, in denen das Opfer in die Brust gebissen wurde, oder von einer Frau, die ihren Mann mit einem Bolzenschußgerät umbringen wollte. Nicht selten spielte der Alkohol eine zentrale Rolle, wenn es um die Überwindung der Hemmschwelle zum Töten ging. In den Fällen, von denen Hans Thiers berichtet, entpuppen sich soziale Tragödien, wird von Menschen berichtet, die ihr Leben nicht in den Griff bekamen. Der kriminalistische Rahmen weitet sich dadurch aus, indem Hans Thiers anhand der Biographien der Mörder und Opfer nach den Ursachen für die Verbrechen sucht.

Zugleich veranschaulicht Thiers, auf welche Weise die Arbeit der Kriminalpolizei vonstatten ging und welche Einheiten in den diversen Fällen mitermittelten. Daraus ergibt sich, parallel zur spannenden Erzählweise, ein sehr genaues Bild über die Polizeiarbeit in der ehemaligen DDR und ist damit auch aus einer historischen Perspektive unglaublich interessant. Diverse Polizeifotos dokumentieren zusätzlich die verschiedenen Berichte.

Den Berichten voran steht eine historische Abhandlung über die Ursprünge der Morduntersuchungen sowie Statistiken über Tötungsverbrechen nach 1945. „Mordfälle im Bezirk Gera II“ ist somit wiederum ein höchst lesenswertes Buch aus dem Hause Kirchschlager.

Hans Thiers. Mordfälle im Bezirk Gera II. Berichte, Bilder, Dokumente. Verlag Kirchschlager 2015, 284 Seiten, 18,95 Euro, ISBN: 978-3-934277-56-4.

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totmacher2Im Sommer 2014 erschien im Verlag Kirchschlager von Gerd Frank der Band „Totmacher 1“, der sich mit deutschen Kriminalfällen aus den Jahren 1945 bis 1977 beschäftigte. Der Fokus lag dabei auf Serienmörder. In „Totmacher 2“ legt der Autor das Augenmerk auf europäische Serienmörder, wobei die Fälle den Zeitraum von 1910 bis 1987 abdecken.

Dem Leser begegnen solch unheimliche Gestalten wie Henri Landru, der zwischen 1914 und 1919 in Paris Frauen spurlos verschwinden ließ, oder Marcel Petiot, der zwischen 1942 und 1944 Flüchtlingen, die nach Südamerika reisen wollten, auf kaltblütige Weise umbrachte. Seine Untaten wurden ürbigens 1990 verfilmt, mit Michael Serrault als Doktor Petiot. Auch mehrere Fälle aus Österreich sind in dem Buch enthalten. So versuchte die Wiener Polizei Anfang der 60er Jahre verzweifelt, einen Mord in der Oper aufzuklären. Zwischen den Jahren 1951 und 1957 kam es in und um Steyr zu einer Reihe von Morden und Mordversuchen.

Einer der wohl unheimlichsten Fälle spielte sich 1951 in Dänemark ab, wo ein hypnotisierter Mörder umging. Im London der frühen 80er Jahre sorgte ein Mann für Schrecken, der seine ermordeten Opfer bei sich zuhause aufbewahrte.

Die Fälle, die Gerd Frank in seinem zweiten Band zusammengetragen hat, sind überaus spannend geschrieben. Wie auch in „Totmacher 1“ belässt es der Autor nicht nur bei der Schilderung der Fälle, sondern sucht nach Ursachen dafür, wie es überhaupt zu diesen Untaten kommen konnte. Die Biografien der Mörder zeigen dabei meist ein tragisches Schicksal. Gerd Frank verurteilt nicht, er schildert objektiv die jeweiligen Sachverhalte. Zugleich verleiht er den jeweiligen Berichten eine intensive Lebendigkeit und Dichte, sodass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Gerd Frank. Totmacher 2. Massenmord ohne Leichen und andere unheimliche Kriminalfälle europäischer Serienmörder (1910-1987). Kirchschlager Verlag 2014, 199 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-50-2

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totmacher1Das Spezialgebiet des Kirchschlager Verlags ist Kriminalgeschichte. Bereits in der Reihe „Bibliothek des Grauens“ fanden Leser ein Sammelsurium von unheimlichen und seltsamen Fällen, die später in der Reihe „Historische Serienmörder“ weitergeführt wurde. Mit dem Buch „Totmacher 1“ startet der Verlag nun eine weitere Buchreihe über mysteriöse Kriminalfälle. Speziell dieser Band beschäftigt sich mit Fällen, die sich zwischen den Jahren 1945 und 1977 ereignet haben.

Autor dieses Buches ist Gerd Frank, der diese Fälle minutiös rekonstruiert hat. Als Quellenmaterial dienten ihm Fachbücher über Kriminalistik als auch Zeitungsberichte. Insgesamt 12 Fälle schildert Frank in einem überaus spannenden Schreibstil. Der Fokus liegt dabei auf psychisch kranke Täter. Dabei stellt sich der Autor immer wieder die Frage, wie aus einem Menschen eine solche Bestie hatte werden können. Dieser Frage geht Gerd Frank dadurch nach, indem er sich mit der Biographie der Täter auseinandersetzt. Parallel zu dem jeweils geschilderten Fall erhält der Leser somit ein recht genaues Bild der damaligen Zeit und der Lebensbedingungen, was die einzelnen Kapitel sehr lebendig werden lässt.

So erzählt der Autor von Menschen mit krankhaften und perversen Neigungen, wie etwa dem „Mörder vom Niemandsland“, der Frauen auflauerte, die in die sowjetisch besetzte Zone wollten, oder dem „Würger mit dem Fahrrad“, der seinen Opfern stets auf seinem Fahrrad folgte. Nicht weniger erschreckend sind die Taten des „Kindesmörder von Landshut“, der selber noch fast ein Kind gewesen ist. Der „Vampir von Nürnberg“ befriedigte seine krankhafte Neigung unter anderem auf Friedhöfen. Diese und noch mehr unheimliche Fälle jagen dem Leser eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Doch Gerd Frank vergisst keineswegs, die Tragik dieser Fälle zu betonen. Wir haben hier keine marktschreierischen Texte vor uns, sondern ein hochgradiges Sachbuch, das Spannung mit Wissen verbindet. Diese Gradwanderung versteht Gerd Frank hervorragend zu meistern.

Totmacher 1: Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder (1945-1977)
Autor: Gerd Frank, Verlagsdaten: Kirchschlager Verlag 2014, 197 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-46-5

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