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Posts Tagged ‘koreanische Thriller’

Jang Chul-Su arbeitete längere Zeit als Assistant-Director für den bekannten Regisseur Kim Ki-Duk, der durch Filme wie „Bin Jib“, „Samaria“ oder „Seom“ auch in Deutschland kein Unbekannter ist. Wahrscheinlich ist daher auch das Thema seines Debüts zu erklären, das in etwa dem surrealen Thriller „Seom“ ähnelt. In diesem Film wie in Jangs „Bedevilled“ wird die Geschichte einer Frau erzählt, die von allen anderen erniedrigt wird, bis sie sich eines Tages rächt. Beide Filme sind dabei alles andere als zimperlich. Jang Chul-Su wagt sich sogar einen großen Schritt weiter.

„Bedevilled“, für den Jang mehrere Preise erhielt, handelt von der Bankerin Hae-Won, die mit ihrem Alltag nicht mehr zurecht kommt. Sie beschließt Urlaub zu machen. Als Ziel ihrer Reise wählt sie die einsam gelegene Insel Moodo, wo sie früher zusammen mit ihren Großeltern lebte. Von dort erreichen sie seit einiger Zeit Briefe einer gewissen Bok-Nam, mit der sie in ihrer Kindheit befreundet gewesen ist. Doch kaum ist Hae-Won auf der Insel angekommen, muss sie erkennen, dass die wenigen Menschen, die dort leben, Bok-Nam wie eine Sklavin behandeln. Von den Männern wird sie brutal misshandelt, von den Frauen gedemütigt. Doch plötzlich kehrt sich das Blatt um. Bok-Nam beginnt einen grausamen Rachefeldzug, wobei auch Hae-Won immer mehr in das Zentrum ihrer Rache gerät.

Alternatives Kinoplakat zu „Bedevilled“

Der Film, eine Mischung aus Thriller und Horror, ist harter Tobak. Dies beginnt mit der grundlegenden Situation, in der sich Bok-Nam befindet, geht über in die durch die Bank weg widerlichen Charaktere und setzt sich fort in den teils überaus brutal in Szene gesetzten Martersequenzen und Deathscenes. Daraus ergibt sich ein konsequenter Albtraum, der dem Zuschauer sehr viel abverlangt.

Dennoch präsentiert Jang Chul-Su kein abstruses Schlachten wie Eli Roth und Konsorten, sondern liefert eine hochgradige Ästhetik, die nie ins Plakative abgleitet, aber gelegentlich durchaus Grenzen überschreitet. Manche Szenen sind in der Tat so hart umgesetzt, dass Leute mit schwachen Nerven es schwer haben werden, diese zu verarbeiten.

Jang liefert sozusagen die intellektuelle Variante des Torture Porn, indem er sich hin und wieder auf Ingmar Bergman beruft und bei einer Schlüsselszene auch Albert Camus‘ Roman „Der Fremde“ zitiert. Getragen wird der Film von größtenteils unbekannten, aber hervorragenden Schauspielern, denen man ihre Rollen abnimmt. Bok-Nam wird dagegen von Seo Yeong-Hie gespielt, die davor in dem Thriller „The Chaser“ und der Komödie „Fortune Salon“ zu sehen gewesen war. Auch sie überzeugt mit ihrer Arbeit auf ganzer Linie.

Bedevilled (OT: Kim Bok-Nam selinsageonui jeonmal), Regie: Jang Chul-Su, Drehbuch: Choi Kwang-Young, Produktion: Park Kyu-Young, Darsteller: Seo Yeong-Hie, Ji Jeong-Won, Hwang Min-Ho, Min-Ja. Südkorea 2010, Laufzeit: 115 Min.

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hauntersGleich mit seinem Debüt produzierte Regisseur Kim Min-Suk einen der erfolgreichsten südkoreanischen Filme des Jahres 2010. „Haunters“ ist eine Mischung aus Horror, Thriller und Action und handelt von Kyu-Nam, der eine Stelle bei einem Pfandleiher antritt. In dem Büro geschehen seltsame Dinge. Immer wieder verschwindet Geld aus dem Tresor. Und zwar am helllichten Tag. Kurz darauf hat Kyu-Nam ein unheimliches Erlebnis. Ein seltsamer Mann betritt das Büro, während die übrigen Mitarbeiter sich wie in Trance verhalten.

Dies ist der Auftakt zu einem recht spektakulären Katz-und-Maus-Spiel. Der Eindringling heißt Choi-In und besitzt übersinnliche Fähigkeiten, mit denen er das Bewusstsein der Menschen manipulieren kann. Eine Ausnahme bildet hierbei Kyu-Nam, der gegen diese Kräfte immun ist. Während sich Kyu-Nam auf die Spur dieses unheimlichen Gesellen begibt, versucht dieser wiederum alles zu tun, um Kyu-Nam außer Gefecht zu setzen, da dieser seine Existenz bedroht.

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Choi-In (Kang Dong-Won) auf der Flucht. „Haunters“ (2010); Copyright: Next Entertainment World

Kim Min-Suk versteht es von Anfang an eine spannende und witzige Geschichte zu erzählen, die mit gelungenen Effekten aufwartet. Allen voran sind hierbei natürlich Choi-Ins Superaugen zu erwähnen, mit denen er seine Mitmenschen beeinflusst. Natürlich reicht dies allein nicht aus, um einen unterhaltsamen Film zu kreieren. Somit zeigt der Regisseur, wie ganze Menschenversammlungen plötzlich hinter Kyu-Nam her sind oder sich in der Nacht eine Reihe Menschen von ihren Balkonen stürzen.

Kyu-Nam kämpft allerdings keineswegs alleine gegen das Böse. Ihm zur Seite stehen seine beiden Kumpels vom Schrottplatz. Daraus ergibt sich eine Reihe gelungener Gags, die zwischendurch die Thrillerelemente wieder auflockern. Natürlich gibt es auch ein paar kleine Mankos an dem Film. Obwohl Kim Min-Suk eine tolle Story erzählt, reizt er die Möglichkeiten nicht völlig aus. Dies betrifft vor allem eine Verfolgungsjagd auf der Autobahn. Statt es ordentlich krachen zu lassen, drückt Kim genau hier auf die Bremse, um ein paar seiner Gags zu platzieren. Vielleicht liegt dies auch daran, da man ihm als Regieerstling nicht gleich das ganz große Budget anvertrauen wollte. Schade ist es allemal. Denn auch bei anderen Szenen wird diese Behelfsmäßigkeit deutlich. Nichtsdestotrotz ist „Haunters“ ein recht gelungener Spannungsfilm.

Haunters, Regie u. Drehbuch: Kim Min-Suk, Produktion: Lee Yu-Jin, Darsteller: Choi Deok-Moon, Jeong Eun-Chae, Kang Dong-Won, Ko-Soo. Musik: Shim Hyun-jeong, Südkorea 2010, 100 Min.

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divine move

The divine Move (2014). Originalkinoplakat.

Regisseur Jo Bum-Gu haben wir noch in Erinnerung durch seinen Actionfilm „Quick“ (2010), der in Ansätzen nostalgisches 80er Jahre Actionkino immitierte, aber darüber hinaus absolut nichts bot. Um so interessanter ist es daher, dass Jo nun mit „The Divine Move“ einen erstklassigen Gangsterfilm im Stil des Film Noir vorlegt.

Es geht um den Go-Spieler Tae-Suk, der es sich bei einem Spiel mit dem Gangsterboss Sal-Soo verscherzt. Sal-Soo tötet daraufhin Tae-Suks Bruder, stellt es aber so hin, dass Tae-Suk als Mörder in Frage kommt. Prompt wird Tae-Suk für sieben Jahre ins Gefängnis gesteckt. Dort sinnt er nach Rache. Er entwickelt einen Plan, wie er es Sal-Soo heimzahlen kann.

Nie wurde das Spiel Go interessanter und cooler dargestellt als in „The Divine Move“. Das doch eher langsame Spiel, das in Südkorea genauso beliebt ist wie hierzulande Schach, wird zu einem kniffligen Potpouri aus Taktik und hinterlistigen Tricks. Die Kamera fängt dabei das Spielbrett und die gesetzten Steine auf eine geradezu stylische Weise ein. Hinzu kommen die Protagonisten bzw. Antagonisten, die in schicken Anzügen lässige Miene zum bösen Spiel machen. Dunkle Farben und tiefe Schatten beherrschen Jo Bum-Gus neuen Spielfilm, der Anfang Juli in die koreanischen Kinos kam und schon jetzt zu den erfolgreichsten Filmen in diesem Jahr zählt. Die einzelnen Spiele sind schnell geschnitten, stets versetzt mit Parallelmontagen, um dem Konflikt auf dem Spielbrett eine gewisse Tiefe zu verleihen. Immerhin geht es hier nicht bloß ums Gewinnen oder Verlieren, sondern um Leben oder Sterben.

Um seine Rache durchzuführen, versammelt Tae-Suk nach und nach eine kleine Gruppe skurriler Typen um sich. So den blinden Go-Meister „The Lord“ oder den gewieften Trickspieler „Tricks“. Die Figuren verleihen der Handlung fast schon einen mystischen Charakter. Man ist beinahe geneigt, manche Sequenzen in die Kategorie Mystery-Thriller zu stellen. Aber auch das gehört bekanntlich zum Stil des Film Noir.

Jo Bum-Gu hat gelernt. Die Action dient nicht mehr um der Action willen, sondern ist hervorragend in die Handlung integriert. Speziell der Höhepunkt, wenn Sal-Soo seine Leute auf Tae-Suk hetzt, ist gekonnt in Szene gesetzt. „The Divine Move“ dürfte bei den kommenden koreanischen Filmfestivals nicht ohne Preise nachhause gehen. Kamera, Beleuchtung und nichtzuletzt ein sehr gutes Essamble machen den Film zu einem wahren cineastischen Genuss.

 

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Bereits am 14. Mai fand das 50. Paeckchang Artist Festival statt, bei dem die besten Produktionen und Schauspieler aus Film und Fernsehen ausgezeichnet werden. Für ein Jubiläum hätte man sich mehr erwartet. Die Veranstaltung ging zügig voran, ohne aber nennenswerte Höhepunkte zu liefern. Möglicherweise wurde aber auch das Programm aufgrund des tragischen Seeunglücks vor der Küste Mokpos zurückgefahren.

Die stets etwas wirre Preisvergabe hatte auch dieses Mal Auszeichnungen zu vergeben, deren Sinn nicht ganz nachvollziehbar ist. So erhielten nicht die Kostümdesignerinnen die Preise für die besten Kostüme, sondern die in einem Drama am besten angezogene Schauspielerin. Zumindest Schauspielerin Jun Ji-Hyun wies darauf hin, dass den Preis eigentlich die Designerinnen erhalten sollten und sie daher den Preis für sie in Empfang nimmt. – Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter nächstes Jahr umdenken und den Preis wirklich an die Kostümdesignerinnen vergeben werden.

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„Secret Love Affair“ erhielt u. a. den Preis für die beste Hauptdarstellerin und das beste Skript.

Jun Ji-Hyun erhielt dann auch gleich mehrere Preise, unter anderem als beste Darstellerin im TV. Weitere Preise erhielt die leicht skandalös angehauchte TV-Serie „Secret Love Affair“, in der es um eine Liebesbeziehung zwischen einer älteren Frau und einem 20 Jahre jüngeren Mann geht. Das sehr erotisch angehauchte  Drama hat die Auszeichnungen durchaus verdient. Düstere, satte Farben, sehr gute Schauspieler und eine stets knisternde erotische Atmosphäre beherrschten die Serie auf fast perfekte Weise.

Als bester Spielfilm wurde – wie nicht anders erwartet – Koreas derzeitiges Aushängeschild „Snowpiercer“ ausgezeichnet. Bong Joon-Hu erhielt den Preis als bester Regisseur. Leider gingen Thriller wie „Hide and Seek“ und „The Terror Live“ leer aus.

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Im ersten Halbjahr präsentierte Koreas Filmindustrie eine Reihe hervorragender Thriller. Mit Ausnahme des Mystery-Thrillers „A Puppet“ und des Action-Films „Running Man“ waren alle Produktionen sehr gut in Szene gesetzt und lieferten knisternde Spannung und großartige Unterhaltung. Die Übersicht über das erste Halbjahr finden Sie hier: Koreanische Thriller 2013 – Teil Eins.

Wie sah nun das zweite Halbjahr aus? Dieses wartete u. a. mit zwei großartigen Überraschungen auf. Der Erfolg der Low-Budget-Produktionen „The Terror Live“ und „Hide and Seek“ erstaunte sogar Koreas Filmemacher. „The Flu“ dagegen konnte nich überzeugen. Mit „The Spy“ lieferte CJ Entertainment eine gut besetzte, aber dennoch eher durchschnittliche Action-Komödie ab. Doch nun zu den Filmen im Einzelnen:

hide and seek

Hide and Seek

Hide and Seek basiert auf einer wahren Begebenheit. Regisseur und Drehbuchautor Huh Jung schuf daraus einen erstklassigen Thriller, der unter die Haut geht. Der Film handelt von Sung-Soo, einem erfolgreichen Geschäftsmann, der eines Tages erfährt, dass sein Bruder spurlos verschwunden ist. Dieser wohnte in einem heruntergekommenen Wohnhaus und kurz vor seinem Verschwinden kam es in dem Wohnhaus zu einem brutal Mord. Während Sung-Soo versucht, das Rätsel um seinen Bruder zu lösen, kommt es zu eigenartigen Zwischenfällen. Es scheint, als würde sein Bruder mit ihm ein bösrtigen Spiel treiben. Hinzu kommt die ehemalige Nachbarin seines Bruders, die aus unerklärlichen Gründen Angst vor Sung-Soo hat.

Huh Jung liefert einen Thriller der Extraklasse ab. Son Hyun-Joo, der normalerweise als Seriendarsteller im Fernsehen zu sehen ist, zeigt, dass er auch fähig ist, auf der Leinwand zu agieren. Er überzeugt vollkommen als Geschäftsmann mit Schuldkomplex. Die Handlung verläuft zunächst wie ein Mystery-Thriller, um sich nach mehreren überraschenden Wendungen in einen extrem harten Psychothriller zu verwandeln. Huh Jung gelingt es, dem Zuschauer den Atem zu rauben. Die Wendungen und Zwischenfälle sind derart gut in Szene gesetzt, dass man nicht anders kann, als zu behaupten, dass „Hide and Seek“  einer der besten Thriller der letzten Jahre ist. Von uns erhählt der Film eine glatte Eins. Es bleibt zu hoffen, dass der Film auch einem deutschen Publikum präsentiert werden kann, denn Huh Jungs Thriller hat einen internationalen erfolg verdient.

the flu

The Flu

The Flu sollte eigentlich bereits vor ein paar Jahren in die Kinos kommen, doch wurde sein Release immer wieder verschoben. Wahrscheinlich durch den Erfolg des Seuchen-Thrillers „Deranged“ kam man zu dem Schluss, ihn nun doch herauszubringen. „The Flu“ handelt davon dass eine Gruppe illegaler Einwanderer aus Südostasien einen Grippevirus einschleppen, der sich innerhalb kürzester Zeit im ganzen Land ausbreitet.

Wieso der Film die ganze Zeit über zurückgehalten wurde, ergibt sich bei der Sichtung selbst. Man hätte viel aus dem Film machen können, doch Regisseur und Drehbuchautor Kim Sung-Su zeigt, dass er keine Ahnung hatte, wie er den Stoff umsetzen sollte. Dies fängt schon am Anfang des Films an, in dem Rettungshelfer eine Frau retten, die mit ihrem Auto in eine ungesicherte Kanalbaustelle gestürzt ist. Diese Szene ist vollkommen uninteressant gedreht, sodass man bereits in den ersten Minuten keine Lust hat, den restlichen Film zu sehen. Das Gefühl, dass „The Flu“ ein absoluter Rohrkrepierer ist, erweist sich über die restliche Laufzeit als richtig. Der Film kommt nie in die Gänge, schafft es nicht, interessant zu werden, und schon gar nicht, Spannung aufzubauen. Unser Urteil ist, dass „The Flu“ zusammen mit „A Puppet“ zu den schlechtesten Filmen zählt, die Koreas Filmindustrie  in letzter Zeit herausgebracht hat.

the terror live

The Terror Live

The Terror Live zählt, wie oben bereits angedeutet, zu der zweiten großen Überraschung des diesjährigen Filmjahrs. Regie und Drehbuch stammen von Kim Byung-Woo. Wie bei „Hide and Seek“, so handelt es sich auch hier um eine Low-Budget-Produktion, die nur in dem Senderaum eines Radiosenders spielt. Der ehemalige Starreporter Yoon Yong-Hwa ist durch einen unschönen Zwischenfall vom Fernsehen zum Radio verbannt worden. Gerade als er seine Sendung beginnt, kommt es auf der nahe gelegenen Brücke zu einem Terroranschlag. Yoon setzt nun alles daran, um live über das Geschehen zu berichten.

Der Film ist eine Mischung aus Kammerspiel und Mockumentary. Er ist einerseits Thriller, andererseits eine bitterböse Satire auf die Sensationssucht der Medien und zugleich auf Koreas derzeitige Politik. Der Reporter geht in seiner Live-Sendung soweit, sich selbst als Opfer zu präsentieren, nur um sich die Einschaltquoten zu sichern. Parallel dazu zeigen sich die Politiker, die mit dem Terrorristen verhandeln sollen, als völlig desinteressiert. Ihnen ist das Schicksal einzelner Personen vollkommen egal, obwohl sie genau das Gegenteil in den Medien von sich geben. Regisseur Kim Byung-Woo wird in seiner Kritik sehr direkt. Um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, ließ er sich für den Schluss etwas wirklich Interessantes einfallen. Wir wollen hier nicht zu viel verraten, aber so viel Engangement in Sachen Kritik würde man sich auch von deutschen Filmemachern wünschen. Obwohl das Kammerspiel in dem Thriller überwiegt, setzt er auch auf gute Spezialeffekte, welche sich auf die Zerstörung der Brücke beziehen und auf nachfolgende Anschläge, die u. a. mit der gekonnten Pointe des Films in Verbindung stehen. Ein sehr guter und sehr engagierter Film, dem wir ebenfalls eine glatte Eins verpassen.

the spy

The Spy

The Spy ist eine Mischung aus Action- und Agentenfilm und typisch koreanischer Komödie. Er handelt von dem Agenten Chul-Soo, dessen Frau Young-Hee glaubt, er sei ein einfacher Büroangestellter. Chul-Soo muss diesen Glauben aufrecht erhalten. Doch als er wegen eines mysteriösen Waffengeschäfts nach Bangkok muss, wo sich seine Frau (von Beruf Stewardess)  ebenfalls gerade aufhält, kommt es zu Verwicklungen und nicht wenigen gefährlichen Situationen. Denn Young-Hee ist dem gut aussehenden Terroristen Ryan auf den Leim gegangen, der einen Anschlag in Busan plant.

Nun, der Film bietet eigentlich nichts großartig Neues. Daher bewegt sich die Komödie ständig etwas oberhalb des Durchschnitts. Regisseur Lee Seung-Jun gelingt es zwar auf witzige und durchaus unterhaltsame Weise, die Ehekrise des Agenten mit dem Spionageaspekten zu verbinden, doch lässt er dabei einfach viel zu viele Personen auftreten. Es wimmelt hierbei nur so vor Agenten, die zum großen Teil auch völlig überflüssig agieren. Manchmal scheint es, dass die Produzenten nur eine Möglichkeit gesucht haben, um ein paar Comedy-Stars zu integrieren, in der Hoffnung, dadurch mehr Leute ins Kino zu locken. Daniel Henney ist nach seiner Nebenrolle in „X-Man: Wolverine“ mal wieder als Bösewicht zu sehen. Als Ehepaar agieren Sol Kyung-Gu und Moon So-Ri, beides Stars des koreanischen Films.  Die Story an sich ist rasant erzählt und liefert auch mehrere gelungene Gags. Doch im Groben und Ganzen fehlt der Produktion das nötige Etwas, um sie wirklich in Erinnerung zu behalten.

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Das koreanische Filmjahr 2013 begann mit Filmen wie „The Berlin File“ und „The Tower“ (bereits Ende 2012 veröffentlicht) sehr vielversprechend. Beide Produktionen zeigen Koreas Filmindustrie in Topform. Demgegenüber zeigte sich das Experiment der ersten koreanischen-amerikanischen Co-Produktion „Running Man“ (eine Art Actionkomödie) als einfallsloser Streifen, der anfangs zwar nett anzusehen ist, ab der Hälfte jedoch vollkommen uninteressant wird (Rezensionen zu den drei Filmen befinden sich ebenfalls auf unserem Blog). Es bleibt zu hoffen, dass weitere Co-Produktionen dieser Art ausbleiben. Aber es steht zu befürchten, dass Hollywood weiter versuchen wird, mit der Dampfhammermethode auf den koreanischen Filmmarkt zu drängen.

Die übrigen Thriller und Horrorfilme, die im ersten Halbjahr 2013 in die koreanischen Kinos kamen, erfüllen zum großen Teil die Erwartungen an eine Filmindustrie, die sich innerhalb eines Jahrzehnts zum ernstzunehmenden Konkurrenten Hollywoods hochgearbeitet hat.

new world

New World. Ein erstklassiger Gangsterfilm.

Der Gangsterfilm „New World“ ist ein hochgradiger Thriller um eine Undercover-Aktion innerhalb einer organisierten Verbrecherorganisation namens Goldmoon. Bei einem ungeklärten Autounfall kommt der Chef der Organisation ums Leben. Den Kampf um die Nachfolge möchte der Polizist Jo-Sung nutzen, um Goldmoon unter polizeiliche Gewalt zu bringen. Daraus entwickelt sich eine Mischung aus Krimi, Drama und Thriller. Erstklassig besetzt, entwickelt der Film eine dichte, gewalttätige Atmosphäre, ohne dabei in eine sonst übliche Blutorgie auszuarten. Vielmehr erinnert „New World“ an die französischen Thriller der 70er Jahre, in denen Lino Ventura öfters die Hauptrolle spielte.

montage

Montage. Ein spannender Thriller.

Der Thriller „Montage“ erzählt die Geschichte einer Kindesentführung. 15 Jahre nach einem bis heute ungelösten Entführungsfall, kommt es zu einer erneuten Entführung eines kleinen Mädchens, das dem Muster des früheren Falls haargenau gleicht. Die Polizei versucht, den Fall zu klären, hört aber nicht auf die Befürchtung der Mutter, deren entführtes Kind damals tot aufgefunden wurde. Während die Polizei im Dunkeln tappt, macht sich die Frau daran, auf eigene Faust den Täter zu finden. – „Montage“ ist ein recht gut inszenierter Thriller, der mit geschickten Wendungen den Zuschauer bei Laune hält. Die Pointe ist einerseits krass, andererseits auch etwas kitschig. Insgesamt aber entstand ein unterhaltsamer, spannender Thriller.

doctor

Doctor. Ein ironischer Thriller, der sich lustig macht über den derzeitigen Schönheits-OP-Wahn in Südkorea.

„Doctor“ eröffnete im Gewissen Sinne die diesjährige koreanische Horrorsaison, die traditioneller Weise im Sommer beginnt. Es handelt sich dabei um einer sehr gute Mischung aus Satire, Horror und Thriller, welche die koreanische Schönheits-OP-Sucht köstlich durch den Kakao zieht. Es geht um einen Schönheitschirurgen, der herausfindet, dass ihn seine um Jahre jüngere Frau mit einem anderen Mann betrügt. Die Folge davon: der Arzt nimmt Rache. Und zwar nicht nur an seiner Frau. „Doctor“ weist eine sehr gute Optik auf, liefert teils herrlichen schwarzen Humor und besticht insgesamt mit einer köstlichen Ironie.

puppet

A Puppet. Einer der schlechtesten koreanischen Filme seit langer Zeit.

„A Puppet“ dürfte dagegen der Reinfall des Jahres sein. Seit langem haben wir nicht mehr eine solch schlecht inszenierte Produktion gesehen. Der Horrorfilm handelt von einem Hypnosearzt, der die Verlobte seines besten Freundes behandelt. Diese glaubt sich stets von einer unheimlichen Frau verfolgt. In Wahrheit leidet sie unter einer gespaltenen Persönlichkeit. Im Laufe der Behandlung verliebt sich der Arzt in seine Patientin und macht sie sich mithilfe der Hypnose willig. – Dieser Film ist nur eines: absolut dämlich. Die Schauspieler sind fürchterlich schlecht, die Inszenierung nicht besser und noch dazu hilflos, so als habe sich Regisseur Kwon Yeong-Rak bereits bei seinem Debut überfordert gefühlt. Zwischendrin wechselt er das Genre und versucht sich im Erotikthrill, aber auch hier zeigt er seine nicht vorhandene Begabung. „A Puppet“ ist einer der schlechtesten koreanischen Filme überhaupt. Aus welchem Grund auch immer schaffte er es dennoch auf Platz 3 der koreanischen Kinocharts.

Damit endet auch schon unsere erste kurze Übersicht über das erste Halbjahr 2013. Die zweite wird Ende 2013 folgen. Besonders gespannt sind wir auf den Horrorfilm „Killer Toon“. Auch ein neuer Seuchenthriller steht an. Es bleibt also spannend.

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