Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Koreanische Filme 2015’

untouchablelawmenMit „Untouchable Lawmen“ versucht sich Komödienregisseur Shin Dong-Yeop im Polizeifilm. Was zunächst wie ein albernes Wirrwarr erscheint, entpuppt sich im Laufe der Handlung jedoch als gut durchdachte Actionkomödie.

Es geht um den sexsüchtigen Polizisten Yoo-Min und seinen Kollegen Jung-Ju, einem leicht psychopathisch veranlagten Schlägertypen. Beide wurden von ihrem Dienst suspendiert. Doch dann erhalten beide den Auftrag, einem mächtigen Sektenführer das Handwerk zu legen.

Die ersten Szenen erinnern an die typischen koreanischen Komödien der 90er Jahre. Übertriebene Albernheiten, über die man nur selten lachen kann. Dem gegenüber stehen aufgemotzte Stadt- und Landschaftsaufnahmen, die bereits zeigen, dass Regisseur Shin etwas ganz Anderes im Sinn hat, als zurück zu den Anfängen des modernen koreanischen Kinos zu kehren. Aus der albernen Komödie wird schnell ein rasanter Spannungsfilm mit niveaulvollem Witz, viel Ironie und einer bitterbösen Satire auf die Politik von Präsidentin Park. Dabei darf auch ein Seitenhieb auf K-Pop nicht fehlen, tritt doch die Girl Group Queen B’z in der Versammlungshalle des Sektenführers auf, um die Mitglieder zu begeistern – eine durchaus originelle Kritik sowohl an der Politik als auch am Kapitalismus, geht es in der Szene doch um den Aspekt der Verschleierung.

untouchablelawmen1

Joo-Min und Jung-Ju als Gefangene des Sektenführers.

Die verschiedenen Handlungsstränge fließen elegant zusammen, die Actionchoreographien sind zwar nicht überragend, dennoch sehenswert. Shin hält stets die Balance zwischen Ernst und Ironie. Besonders in einer der Schlussszenen, in denen der Film in Kitsch abzudriften droht, gelingt es Shin, die Situation zu retten, indem er sich zugleich darüber lustig macht und die typischen koreanischen Endlos-Heulszenen gehörig durch den Kakao zieht.

untouchablelawmen2

Joo-Min und Jung-Ju erneut in Bedrängnis.

„Untouchable Lawmen“ ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, aber der Film macht von Anfang bis Ende Spaß, die zwei Stunden Spielzeit sind vollkommen ausgefüllt, sodass es zu keinerlei Durchhängern kommt. Es macht den Eindruck, als habe sich Shin Dong-Yeop mit diesem Film seinen Ärger und seine Wut auf Politik und Gesellschaft regelrecht von der Seele geschrieben. So heißt es in einer der letzten Dialogzeilen: „Korea ist ein Scheißland, aber es gibt auch noch Hoffnung.“ In diesem Sinne reiht sich nun auch Shin ein in die Reihe engagierter koreanischer Filmemacher, die mit ihren Filmen nicht nur unterhalten, sondern auch kritische Aussagen treffen wollen. Shin ist beides voll und ganz gelungen.

 

Advertisements

Read Full Post »