FuBs Klassikbox: Hokuspokus oder Wie lasse ich meinen Mann verschwinden (1966)

Liselotte Pulver als Agda Kjerulf in der Komödie „Hokuspokus oder Wie lasse ich meinen Mann verschwinden“ (1966); © Alive

Heinz Rühmann und Liselotte Pulver galten eigentlich als Publikumsmagnet. Doch bei „Hokuspokus oder Wie lasse ich meinen Mann verschwinden“ ging dieses Mal die Rechnung nicht auf. Der Krimikomödie nach einem Theaterstück von Curt Goetz war kein Erfolg beschieden.

Die hübsche Agda Kjerulf wird beschuldigt ihren Mann, den erfolglosen Künstler Hilmar Kjerulf, bei einem Bootsausflug ermordet zu haben. Bei der Gerichtsverhandlung wird sie von dem mysteriösen Anwalt Peer Bille verteidigt, der überaus sprachgewandt sämtliche Anschuldigen ad absurdum führt. Dennoch verhält sich Agda weiterhin überaus verdächtig …

Auch wenn der Film damals floppte, so wird er heute als Komödienklassiker bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht einmal um die erste Verfilmung des Theaterstücks von Curt Goetz. Bereits 1930 wurde „Hokuspokus“ zum ersten Mal verfilmt (im selben Jahr erfolgte eine englischsprachige Verfilmung mit Lawrence Olivier), ein Remake folgte 1953. Alle Produktionen feierten große Erfolge, wie gesagt mit Ausnahme der Version mit Heinz Rühmann und Liselotte Pulver.

Möglicherweise lag dies an den surreal angehauchten Kulissen, die dem Film einen leicht psychedelischen Touch verliehen. Für die Kulissen, die für einen deutschen Film einzigartig sind, wurde „Hokuspokus“ damals übrigens ausgezeichnet. Damalige Kritiker bemängelten jedoch an dem Film eine eher schwunglose Inszenierung. Gut, der Film kommt nicht gleich in die Gänge, doch ab dem Moment, da Peer Bille alias Heinz Rühmann auftritt, entwickelt sich der Film zu einem wunderbaren, ja grandiosen und überaus witzigen Schlagabtausch zwischen den Anwälten, dem Richter, den Zeugen und nicht zuletzt der Witwe.

Doch auch schon davor hat der Film einige spaßige Momente zu bieten, besonders dann, wenn der Kunsthändler Amundsen das Haus der Witwe betritt und hofft, das Geschäft seines Lebens zu machen. Denn seitdem der Mord an Hilmar Kjerulf bekannt ist, reißen sich die Kunstsammler um seine Gemälde.

Titelsequenz von „Hokuspokus“, der bereits auf die leicht psychedelische Machart des Films hinweist; © Alive

Da ich den Film bisher nicht kannte, war „Hokuspokus“ für mich eine wahre Entdeckung. Die Pointen sitzen, der Sprachwitz ist einfach herrlich und die Schauspieler sind erstklassig. Nicht nur Rühmann und Lilo zeigen hier ihr Können, sondern auch die Nebendarsteller bereichern den Film ungemein, allen voran Joachim Teege als Munio Eunanio, Besitzer eines Waschsalons, dessen Darbietung fast schon einem eigenen Auftritt im Kabarett gleichkommt. Kurz: „Hokuspokus oder Wie lasse ich meinen Mann verschwinden“ ist eine absolut geniale Komödie.

Hokuspokus oder Wie lasse ich meinen Mann verschwinden. Regie: Kurt Hoffmann, Drehbuch: Eberhard Keindorff, Johanna Sibelius, Produktion: Hans Domnick, Darsteller: Heinz Rühmann, Liselotte Pulver, Richard Münch, Fritz Tillmann, Klaus Miedel, Joachim Teege. Deutschland 1966