The 80s: Das schwarze Loch (1980)

Gut, hier schummeln wir ein wenig. Denn „Das schwarze Loch“ wurde 1979 produziert. Eigentlich hätte der Beitrag daher besser in unsere Reihe „Die Klunkerecke“ gepasst. Doch dann fiel uns auf, dass der Film im Herbst 1980 in die deutschen Kinos kam. Und schon hatten wir einen neuen Beitrag für unsere Reihe „The 80s“. :)

Durch den Erfolg von „Star Wars“ erhofften sich auch die Walt Disney Studios, eine Stange Geld machen zu können. Doch ging bei der überteuerten Produktion der Schuss nach hinten los. „Das schwarze Loch“ floppte. Inzwischen jedoch gilt der Film als Klassiker des SF-Genres.

In dem Film stößt die Mannschaft des Forschungsschiffs Palomino in unmittelbarer Nähe eines schwarzen Lochs auf das verschollen geglaubte Raumschiff Cygnus. Zunächst scheint es, als befände sich niemand an Bord. Doch dann begegnen Captain Dan Holland und seine Crew einer Armee aus Robotern, die von dem Wissenschaftler Hans Reinhardt befehligt werden. Sein Plan: mit der Cygnus in das schwarze Loch zu fliegen, um damit eines der größten Rätsel des Weltalls zu lösen …

„Das schwarze Loch“ fasziniert immer wieder aufs Neue. So ist vor allem das kolossale Raumschiff Cygnus unglaublich beeindruckend. Und kolossal war es wirklich, denn das Modell besaß eine Länge von knapp vier Metern und ein Gewicht von beinahe 80 Kilogramm, was es zum schwersten Raumschiffmodell der Filmgeschichte machte. Der Film nutzt dies dann auch durch elegante und nicht weniger faszinierende Kamerafahrten, die das düstere Schiff in seiner ganzen gewaltigen Konstruktion zeigen, konsequent aus.

Nicht weniger faszinierend sind die Spezialeffekte, die speziell für „Das schwarze Loch“ entwickelt wurden und dabei durch neue Blue Screen-Verfahren den bisherigen Effekten einen großen Schritt voraus waren. Das rotierende schwarze Loch im Hintergrund mit seinen blauvioletten Farben fungiert dabei regelrecht als Eyecatcher. Es erscheint durch die Fenster der Cygnus in der Tat wie eine gigantische Erscheinung mitten im Sternenmeer, fast schon wie ein unerklärliches Monster.

Während der Film eher geheimnisvoll und ein wenig unheimlich beginnt, so ist die zweite Hälfte des Films geprägt von wilder Action, wobei hier eine der berühmtesten Szenen des SF-Genres geschaffen wurde. Nämlich diejenige, in der einer der riesigien Meteore, die an der Cygnus vorbeirauschen, ins Raumschiff kracht und einen Gang entlang rollt, während nur wenige Meter davor die Crew der Palomino über eine Brücke flüchtet. Diese Szene haut einem wirklich die Sicherung aus dem Kasten, egal wie oft man sie gesehen hat.

Auch in „Das schwarze Loch“ durfte kein niedlicher Roboter fehlen. Diese Rolle nimmt hier V.I.N.C.E.N.T. ein, der durch die Luft schwebt und lehrmeisterhafte Sprüche von sich gibt. Dieser trockene Humor hat etwas für sich und wirkt besonders im PISA-Absturz des deutschen Bildungssystems aktueller denn je. – Sein Gegenspieler ist der Roboter Maximilian, eine mächtige Maschine mit Klingenhänden, eine überaus bedrohlich wirkende Figur.

Im Gegensatz zu „Star Wars“, für den vor allem junge und unbekannte Schauspieler engagiert wurden, setzte man in der Disney-Produktion auf einen altgedienten Stab. Maximilian Schell als Hans Reinhardt spielt diese Rolle mit einer gekonnten Portion Wahnsinn, Anthony Perkins präsentiert sich zunächst als verantwortungsbewusster Wissenschaftler, bevor er in den Bann Reinhardts gerät. Und Ernest Borgnine scheint von der „Eisstation Zebra“ direkt in den Weltraum katapultiert worden zu sein, auch wenn zwischen beiden Filmen ein ganzes Jahrzehnt liegt.

Es ist schade, dass der Film damals nicht den Erfolg hatte, den er verdient gehabt hätte. Denn nicht nur die Spezialeffekte sind umwerfend, sondern auch John Barrys düster-gewaltige Musik, die regelrecht aus den Lautsprechern schmettert und dabei das Kolossale der Cygnus und des in der Nähe liegenden schwarzen Lochs mehr als nur unterstreicht.

Das schwarze Loch (OT: The Black Hole). Regie: Gary Nelson, Drehbuch: Jeb Rosebrook, Gerry Day, Produktion: Ron Miller, Darsteller: Maximilian Schell, Anthony Perkins, Robert Forster, Ernest Borgnine, Yvette Mimieux, Joseph Bottoms.

 

Star Crash oder Star Wars war gestern

starcrashDer Erfolg von „Star Wars“ brachte die italienische Filmindustrie dazu, George Lucas zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und schon war „Star Crash“ geboren.

Der Film, der interessanterweise seine Premiere in Deutschland feierte, bevor er ein Monat später in Italien uraufgeführt wurde, handelt von der Schmugglerin Stellar Star, die zusammen mit ihrem Kompagnon Akton den Weltraum unsicher macht. Doch dann werden beide vom galaktischen Imperator gefangen genommen. Erst nachdem sie zugestimmt haben, ihm bei der Suche nach seinem verschollenen Sohn zu helfen, kommen beide wieder frei und geraten von einem Abenteuer ins nächste.

Regie führte bei diesem Trash-Meisterwerk Luigi Cozzi, der zusammen mit Dario Argento das Drehbuch für den Film „Vier Fliegen auf grauem Samt“ geschrieben hat. Im Vorspann nannte er sich vorsichtshalber Lewis Coates. Natürlich nur, damit die Amis glaubten, dass „Star Crash“ ein Landsmann von ihnen gedreht hat, was bis in die 80er Jahre bei italienischen Trash-Filmen üblich gewesen war. Doch die eigentliche Frage lautet doch, ob „Star Crash“ nun besser als „Star Wars“ ist und die Antwort ist ein eindeutiges Ja.

Während sich George Lucas in Sachen Perfektion übte, übte sich Cozzi darin, die physikalischen Gesetze für Null und Nichtig zu erklären. Das bedeutet, wenn das Fenster in einem Raumschiff kaputt geht, passiert in dem Raumschiff nichts. Aber das ist eigentlich nur Nebensache. Hauptsache ist Trash-Ikone Caroline Munroe, die stets im tief ausgeschnittenen Weltraumkostüm zu sehen ist. Ihr zur  Seite stehen The Hoff in einer seiner ersten Rollen und Joe Spinell, der ein Jahr später mit dem Psychothriller „Maniac“ Filmgeschichte schrieb. Als Imperator ist Hollywood-Ikone Christopher Plummer zu sehen, der damals vor allem eines brauchte: Geld.

Luigi Cozzi behauptete später, dass die ersten Arbeiten zu „Star Crash“ beinahe ein Jahr vor „Star Wars“ begonnen hätten. Dabei verzettelte er sich allerdings mit den Jahreszahlen. Denn „Star Wars“ kam 1977 in die Kinos, die Produktion von „Star Crash“ begann 1977. Das heißt, dass Cozzi oder die Produzenten des Films, die auch ein Büro in Hollywood besaßen, von George Lucas‘ Film wussten und das deswegen „Star Crash“ grünes Licht bekam, vorausgesetzt natürlich, dass die Produktion begann, bevor „Star Wars“ in die Kinos kam. Wie dem auch sei, Cozzis Film ist auf jeden Fall ein Klassiker des Trash-Kinos.

Star Crash. Regie: Luigi Cozzi, Drehbuch: Luigi Cozzi, Nat Wachsberger, Produktion: Nat Wachsberger, Darsteller: Caroline Munroe, Joe Spinell, David Hasselhoff, Christopher Plummer. Italien 1978, 97 Min.