Stag Night – Ein kaum beachtetes Remake

stagnight„Verlasst bloß nicht den Zug!“, lautet der Slogan zu dem Horrorfilm „Stag Night“ von Regisseur Peter A. Dowling. Doch genau das machen sechs junge Leute, als die U-Bahn außerplanmäßig an einem geschlossenen Bahnsteig hält. Eindeutig ein Fehler. Denn in den U-Bahn-Schächten unterhalb von New York haust eine Kannibalenhorde, die mächtig Hunger hat …

Peter A. Dowling weiß, wie man den Zuschauer bei Laune hält. Mit „Stag Night“ liefert er einen kurzweiligen Horrorfilm, der Spaß macht, da er aus den übrigen Massenprodukten etwas herausragt. Die Idee von Kannibalen in der U-Bahn ist dabei nicht neu. Bereits Anfang der 70er Jahre drehte Gary Sherman den englischen Streifen „Death Line“, der den für die damalige Zeit typischen deutschen Verleihtitel „Tunnel der lebenden Leichen“ aufgesetzt bekam. Und wer „Death Line“ kennt, weiß, dass Dowlings Film ein Remake davon ist.

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Am Eingang eines der U-Bahn-Schächte. „Stag Night“ (2008); Copyright: Koch Media.

Dowling verlegte die Handlung aus dem London der 70er Jahre ins New York der Gegenwart. Dies gelingt dem Regisseur auf recht gute Weise. Neben neuen Einfällen, zitiert er passend und stets an den richtigen Stellen das Original. Das Aussehen der Kannibalen ist dabei beinahe identisch mit demjenigen aus „Death Line“ (Dowling vergaß auch nicht den rasselnden Atem) und sogar das Cover von „Stag Night“ nimmt das Motiv des Filmplakats von „Death Line“ auf.

Einen Unterschied zwischen „Death Line“ und „Stag Night“ gibt es dann doch. Dowling hält sich nicht lange mit Erklärungen auf. Waren es bei Shermans Film noch die inzestuösen Nachfahren von verschütteten U-Bahn-Arbeitern, so erfährt man hier nicht, weswegen die Kannibalen die Schächte unterhalb von New York unsicher machen. Dowling konzentriert sich vor allem auf die Action in seinem Film. Geradezu rasant stolpern die sechs jungen Leute von einer Gefahr in die nächste, und es muss sicherlich nicht darauf hingewiesen werden, dass ihre Anzahl dabei stetig abnimmt.

Goreszenen setzt Dowling zur Handlung passend ein, was ihm eindeutig einen weiteren Pluspunkt beschert, da diese somit die bedrohliche Atmosphäre des Films mitbestimmen und nicht in nichts sagende Orgien ausarten. Die Effekte, die sich nett an denen der 70er und 80er Jahre orientieren, sind allesamt handmade. Alles in allem ist „Stag Night“ somit nicht nur eine gelungene Horrorfilm-Unterhaltung, sondern ebenso ein gut inszeniertes Remake.

Stag Night, Regie und Drehbuch: Peter A. Dowling, Produktion: Christopher Eberts, Arnold Rifkin, Darsteller: Kip Pardue, Vinessa Shaw, Scott Adkins, USA/Bulgarien 2008, 84 Min