The Wailing – Neuer Horror aus Südkorea

Bereits 2015 versuchte sich Südkoreas Filmindustrie in Sachen Exorzismus. Das Ergebnis waren damals zwei Filme, die unterschiedlich nicht hätten sein können. Mit „The Chosen – Forbidden Cave“ legte man einen spannenden und durchaus originellen Horrorstreifen vor, der einen Hauch von Hammers Klassiker „Das schwarze Reptil“ beinhaltete, während man mit „The Priest“ einen unfreiwillig komischen „Exorzist“-Abklatsch hervorbrachte, der zwar erfolgreich gewesen war, aber zurecht schnell wieder in der Versenkung verschwand.

Nun, zwei Jahre später, hat man anscheinend von diesem Thema immer noch nicht genug. Denn erneut versuchte man, das Thema Exorzismus filmisch umzusetzen. Regie und Drehbuch stammten von Thriller-Experten Na Hong-Jin, der bereits mit seinem überaus düsteren Thriller „The Chaser“ (2008) für Aufsehen gesorgt hatte. Und nun also „The Wailing“, im Original „Gokseong“, der Name des Ortes, in dem die Geschichte spielt.

Es geht um sonderbare Zwischenfälle, die sich in Gokseong ereignen. Harmlose Menschen werden von einer Sekunde auf die andere verrückt und bringen ihre Familien um, eine sonderbare Krankheit, die mit einem schmerzenden Hautausschlag einhergeht, sucht den Ort heim. Immer mehr Einheimische verdächtigen einen Japaner, der als Einsiedler in dem Wald lebt, der Gokseong umgibt. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Als schließlich auch die Tochter eines der Polizisten von der Krankheit befallen wird, beschließt dessen Frau, einen Schamanen hinzuzuziehen.

Beinahe drei Jahre soll Na Hong-Jin am Drehbuch geschrieben haben. Finanziell unterstützt wurde er von 20th Century Fox, eine neue Strategie der Hollywoodstudios, die seit den 90er Jahren vergeblich versuchen, in Südkorea Fuß zu fassen. Und wie verhält es sich mit dem Film? Zum Glück ließ das Studio dem Regisseur freie Hand. Denn „The Wailing“ stellt K-Horror auf eine neue Stufe.

Originalkinoplakat zu „Gokseong“ (The Wailing)

In dem Film verbindet Na traditionelle westliche mit den traditionellen Glaubensvorstellungen Südkoreas. Kommt es in Friedkins „Exorzist“ (1973) zu einer originellen Gegenüberstellung zwischen Glauben und Wissenschaft, so stellt Na zwei verschiedene Glaubensrichtungen gegenüber, die jeweils auf ihre Weise versuchen, dem Bösen, das sich in Gokseong eingenistet hat, Herr zu werden.

Na gibt sich dabei nicht mit Oberflächlichkeiten ab, sondern geht bei den jeweiligen Riten bis ins Detail. Man merkt dem Film tatsächlich an, dass Na jahrelang an dem Drehbuch geschrieben hat. Eingefangen wird das Ganze mit den wundervollen Bildern Hong Kyung-Pos, der dem Film eine wunderbare, düstere Ästhetik verleiht, die man vor allem im koreanischen Horrorfilm der letzten Zeit eher vermisst hat.

Auf diese Weise schildert Na die Geschichte einer Gruppe einfacher Polizisten, die mit den Geschehnissen in ihrem Ort völlig überfordert sind. Vor allem Darsteller Kwak Do-Won spielt die Rolle des Polizisten Jeong Jong-Gu vollkommen überzeugend. Hin- und hergerissen zwischen seiner Stellung als Ordnungshüter und seiner Rolle als Familienvater, weiß Jeong letztendlich nicht, wie er den Fall lösen soll. Und als schließlich die Verzweiflung obsiegt, ist ihm jedes Mittel recht.

Irgendwie wird man bei der Sichtung von „The Wailing“ den Verdacht nicht los, als habe sich Na Hong-Jin von den Filmen Larry Fessendens inspirieren lassen. Dies zeigt sich vor allem in den einzigartigen Landschaftsaufnahmen, mit denen Na seinen Film würzt – ganz ähnlich wie z.B. in „Wendigo“ des New Yorker-Indieregisseurs. Für Nas Film erweist sich dies als eine ungeheure Bereicherung, schaffen diese Bilder doch einen einzigartigen Kontrast zum unheimlichen Geschehen.

Auch wenn „The Wailing“ in einer seiner Hauptszenen droht, in den Trash umzukippen, so ist der Film als Ganzes nicht nur ein optisch hervorragend gemachtes Filmerlebnis, sondern liefert zugleich eine sehr spannende und beklemmende Handlung, der man die zweieinhalb Stunden Spieldauer keineswegs anmerkt. Die Preise, mit denen der Film bisher regelrecht überhäuft wurde, hat er mehr als nur verdient. Kurz: Sehr zu empfehlen.

The Wailing – Die Besessenen (OT: Gokseong). Regie u. Drehbuch: Na Hong-Jin, Produktion: Lim Min-Sub, Darsteller: Kwak Do-Won, Hwang Jun-Min, Chun Woo-Hee, Jun Kunimura, Kim Hwan-Hee. Südkorea 2017, 156 Min.

The Priests – Koreas Filmindustrie macht einen auf „Exorzist“

thepriestsWer hätte das gedacht, dass Südkorea einmal einen „Exorzisten“-Film drehen würde. In der Tat scheint dieses Jahr Besessenheit im K-Horror großgeschrieben zu sein. Bereits der Film „The forbidden Cave“ befasste sich mit dieser Thematik. Während es dort aber eher um eine Mischung aus Mystik und Parapsychologie ging, setzt Jungregisseur Jang Jae-Hyun voll und ganz auf die katholische Kirche und deren Exorzismusritual.

Pater Kim befasst sich mit dem Fall eines jungen Mädchens, das seit einem Autounfall im Koma liegt. Er ist davon überzeugt, dass der Körper des Mädchens von einer bösen Macht besessen ist. Zusammen mit dem jungen Priesteranwärter Choi unternimmt er in einer Wohnung einen Exorzismus und muss dabei feststellen, dass der Dämon, der in dem Mädchen haust, alles andere als harmlos ist.

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Choi macht mit beim Exorzismus.

William Friedkins „Exorzist“ ist nicht nur die Mutter aller darauf folgenden Okkultismusfilme, sondern ein Filmklassiker schlechthin. So ist es beinahe unmöglich, das Genre des Teufelsfilms neu zu definieren. Und genau hier hapert es in Jangs erstem Film. Das Drehbuch basiert auf seinem eigenen Kurzfilm mit dem Titel „12th Assistant Deacon“. Der Film selbst beginnt sehr vielversprechend: zwei Priester rasen in einem schwarzen Auto durch die Nacht. Einer von ihnen hält etwas in seinen Händen, das in ein Tuch eingewickelt ist und merkwürdige Laute von sich gibt. Plötzlich kommt es zu einem Unfall.

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Einmal Handauflegen bitte.

Und dann? Genau dann beginnt es zu hapern. Jang fällt nichts anderes ein, als eine Art Sparflammenversion von Friedkins „Exorzist“ abzuliefern. Würde er dabei versuchen, eine beklemmende Atmosphäre zu gestalten, könnte man dafür dem Regisseur eine gute Note geben. Doch auch bei dem Versuch, die übernatürlichen Geschehnisse in einen Kontrast zum materialistischen Alltag Südkoreas zu stellen, bleibt es beim Versuch. Fast schon unbeholfen lässt Jang Krähen auf dem Dach eines Hauses in Seoul kreisen, Katzen maunzen um die Wette und computeranimierte Kakerlaken krabbeln aus den Wänden. All das bewirkt nicht, dass hier so etwas wie eine mystisch-düstere Dichte entsteht. Alles wirkt irgendwie zu banal – erst recht der CGI-Weihrauch, der fast schon unfreiwillig komisch ist. Aber auch das Kindheitserlebnis Chois, dessen Schwester von einem tobenden Hund totgebissen wurde. Die Szene ist mehr Kitsch als Drama und bewirkt alles andere als eine dämonisch angehauchte Perspektive.

Der Exorismus selbst verläuft auf sehr ähnliche Weise wie in Friedkins „Exorzist“ nur eben auf niedrigerem Niveau. Erst im Finale scheint Jang auf den Trichter gekommen zu sein und versucht, anhand von Stromausfällen, umstürzenden Strommasten und Massenkarambolagen das nachzuholen, was er im ganzen Film über vergessen hat. Tatsächlich sind die letzten zehn Minuten des Films sehr spannend umgesetzt. Wäre der gesamte Film so gewesen, dann hätte man Jang für sein Debut beglückwünschen können. So aber ist „The Priests“, der zu den erfolgreichsten Filmen zählt, die in Korea Ende des Jahres gestartet sind, ein Abklatsch US-amerikanischer Okkultismusfilme.

The Silenced – Erst Hoffnung, dann Enttäuschung

thesilencedSommer. Für Südkoreas Filmindustrie bedeutet dies, dass nun wieder die Horrorfilmsaison beginnt. Den Anfang machte im Juni die Produktion „The Silenced“. Der Film spielt im Jahr 1938, während der japanischen Besetzung Koreas. Die Schülerin Joo-Ran kommt in ein abgelegenes Internat, in dem gebrechliche und kranke Mädchen gesund gepflegt werden, um sie später nach Tokyo zu bringen. Aus unerklärlichen Gründen verschwinden immer wieder Mädchen spurlos. Joo-Ran versucht zusammen mit ihrer Freundin, das Geheimnis des Internats zu lösen.

Der Titel der Rezension verrät es bereits. Am Anfang des Films hofft man, dass K-Horror endlich zu seinen alten Stärken zurückgekehrt ist. Doch ab der zweiten Hälfte des Films wird diese Hoffnung langsam, aber kontinuierlich wieder abgebaut.

Der Film beginnt hervorragend. Die Kamera nähert sich dem mitten im Wald liegenden Internat, parallel dazu fährt ein Auto eine gewundene Straße entlang. Überragend sind hierbei die satten Farben und die unheimliche Atmosphäre im klassischen Stil. Tatsächlich wirkt „The Silenced“ über weite Strecken ungewöhnlich europäisch. Die sorgfältige, teils elegante Kameraführung lässt auf einen angenehmen Grusel schließen. Die Szenen werden von einer Musik untermalt, die ansatzweise an Philip Glass erinnert. Kurz, es könnte sich um einen Topfilm handeln.

Als Zuschauer wird man in den kommenden Minuten auch nicht enttäuscht. Die ungewöhnliche und rätselhafte Atmosphäre, die in dem Internat herrscht, wird durch ein gelungenes Spiel aus Licht und Schatten sowie düsteren Farben unterstrichen. Regisseur Lee Hae-Young, der zuvor nur durch Durchschnittskomödien aufgefallen ist, lässt es sich nicht nehmen, sein Werk mit Zitaten aus der Hochzeit des K-Horror zu schmücken. All dies macht den Film durchweg interessant und unterhaltsam. Die Ästhetik, die sich teils an „A Tale of two Sisters“ orientiert, scheint deutlich zu machen, dass Koreas Filmemacher wissen, was sie in den vergangenen Jahren falsch gemacht haben. Sprich, Lee Hae-Young möchte dort neu beginnen, wo die Blüte des K-Horror verwelkt ist. Und es gelingt ihm.

thesilenced1Doch als Zuschauer hat man mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es wäre zu schön gewesen, wenn es sich tatsächlich um einen erstklassigen Horrorstreifen gehandelt hätte. Denn ab der Hälfte wechselt Lee abrupt das Fach. Die geniale Horrorästhetik dient nur noch als Rahmen für eine völlig andere Geschichte. Man findet sich auf einmal in einer Art Superheldenfilm a la „Unbreakable“ wieder. Die Kunst, die Lee Hae-Young hierbei vollführt, hängt damit zusammen, dass er tatsächlich die durchweg elegante Optik am Leben erhält. Die Geschichte selbst aber offenbart dadurch mehrere Logikfehler oder besser, Lee hatte anscheinend keine Lust, die unheimlichen Zwischenfälle im Finale zu erklären. Dann hätte es durchaus eine gewisse Abrundung gegeben. So aber hat man in der einen Hälfte einen gut gemachten Gruselfilm, in der zweiten ein SF-Comic-Drama, das Horrorfans enttäuscht. Die Reaktionen der Zuschauer in Korea (der Film schaffte es auf Anhieb auf Platz drei der Kinocharts) zeigt, dass der Handlungswechsel durchaus überrascht hat. Das hat er, aber leider nicht im positiven Sinne.

Invasion of the Alien Bikini oder Was soll das denn?

alien bikiniSüdkoreas Indie-Szene ist im Aufwind. Die rasante Zunahme an Low-Budget-Produktionen führte dazu, dass in den Jahren 2013 und 2014 die gesamten Produktionskosten gegenüber den vorangegangenen Jahren zurückgingen. Doch Indie-Filmemacher gibt es in Südkorea nicht erst seit den letzten beiden Jahren. Ein bestes Beispiel dafür ist sicherlich Regisseur Kim Ki-Duk, der einmal pro Jahr die koreanische Filmszene aufmischt.

Im Jahr 2011 drehte Regisseur Oh Young-Doo den Film „Invasion of the Alien Bikini“. Der Titel klingt vielversprechend und erinnert an die Trash-Filme der 60er Jahre. Der Film selbst aber entpuppt sich als Rohrkrepierer. Weswegen er mit zwei Preisen bei asiatischen Fantasy-Filmfestivals ausgezeichnet wurde, bleibt rätselhaft.

Der Film erzählt die Geschichte des selbsternannten Stadthelden Young-Gun, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen Gangster und andere Kriminelle vorzugehen. Mehr oder weniger gelingt ihm dies auch. Bei einem seiner nächtlichen Streifzüge rettet er eine junge Frau vor einer Gruppe Halbstarker. Die Frau entpuppt sich später allerdings als Alien, das auf die Erde gekommen ist, um sich fortzupflanzen. Dummerweise aber hat Young-Gun sich geschworen, vor der Ehe keinen Sex zu haben.

Gut, der Handlung nach klingt der Film ja ganz witzig. Doch leider versemmelt es Oh Young-Doo, wo er nur kann. Mit Absicht pendelt der Film zwischen amateurhaft und professionell, was dem Film einen gewollt schmuddeligen Touch verleiht. Dass hier ein Profi am Werk ist, beweisen Farbgebung und Beleuchtung, die dem Film durchaus Ästhetik verleihen.

alien bikini1Dennoch schafft es Oh nicht, seine Professionalität auszuloten. Dies liegt daran, da es Oh nicht gelingt, den Witz umzusetzen. Der Regisseur flüchtet sich ins Skurrile, was „Alien Bikini“ so gar nicht gut tut. Die Anlehnung an die früheren Schmuddelfilme will dadurch nicht funktionieren. Trotz einer Spielzeit von etwa einer Stunde, schafft es Oh, sein Werk öde werden zu lassen. Immer wieder versucht es die Alienfrau, Young-Gun zum Sex zu animieren, was natürlich nicht gelingt. Von sanft bis dominant reichen ihre Strategien, bis der Protagonist als Bondage-Sklave sich absolut nicht mehr wehren kann.

Doch all das dauert einfach stets zu lang und wirkt irgendwann gar nicht mehr komisch. „Invasion of the Alien Bikini“ verkommt dadurch zu einem Film, von dem man absolut nicht weiß, was man von ihm halten soll. Vielleicht hatte der Regisseur ja selbst auch keine Ahnung, was sein Film zu bedeuten hat. Schade, denn aus der Grundidee hätte man viel herausholen können.

Zombies im Fachformat – Filmsoziologie einmal anders

zombiesFilmsoziologie ist so etwas wie das Stiefkind aller Soziologen. Es ist erstaunlich, dass sich nur wenige, sogar sehr wenige Soziologen mit Filmen auseinandersetzen, handelt es sich doch dabei um das Medium des 20. und 21. Jahrhunderts. Egal ob auf Leinwand, im Fernsehen oder im Internet, Filme sind allgegenwärtig. Sie liefern ein ungeheures Datenmaterial für mögliche Untersuchungen, aber dies ist den meisten Soziologen anscheinend völlig egal, vielleicht aber auch gar nicht bewusst.

Noch schlimmer sieht es aus, wenn es um das Thema Horrorfilm oder Phantastik im allgemeinen geht. Wer sich (jedenfalls in Deutschland) wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, dem wird sofort gezeigt, wo sich der Ausgang befindet. Diese akademische Engstirnigkeit wird bestraft, wie immer sind Wissenschaftler aus England und den USA die Vorreiter. Da nutzt auch nichts die Erwähnung des „Godfather“ der Filmanalyse Andrew Tudor, für den gerade Horrorfilme Ausgangsmaterial für ergiebige sozialwissenschaftliche Forschung sind.

Umso schöner ist es, dass es zwei Soziologen gewagt haben, einen Sammelband zu veröffentlichen, dessen Beiträge sich allesamt mit Horror bzw. Phantastik auseinandersetzen. Michael Dellwing und Martin Harbusch zeigen, dass sich die Beschäftigung mit diesem Thema lohnt. 14 Beiträge untersuchen Zombie- und Vampirfilme und gehen auf Fantasyspektakel ein. Untersucht wird, auf welche Weise das Andere gesellschaftlich verortet ist, wo es seinen soziokulturellen Ursprung hat und in welchem sozialen Kontext diese Filme stehen. Mit dabei u. a. auch FILM und BUCH-Herausgeber Max Pechmann, der sich mit japanischen und koreanischen Horrorfilmen auseinandersetzt.

Das Buch ist durchaus gelungen. Die einzelnen Beiträge sind interessant, sehr informativ und liefern spannende Einblicke in ein Forschungsfeld, das von so vielen „Artgenossen“ gemieden wird. Das Buch macht neugierig und vielleicht führt es dazu, dass Filmsoziologie etwas ernster genommen wird. Soziologen werden darin auf jeden Fall originelle Darstellungen finden, die zum Weiterdenken, Weiterforschen und Weiterdiskutieren anregen.

Michael Dellwing/Martin Harbusch (Hrsg). Vergemeinschaftung in Zeiten der Zombieapokalypse. Verlag Springer 2014, 384 Seiten, 39,99€, ISBN: 978-3-658-01721-7

Mourning Grave – Neuer Schoolhorror aus Korea

Mourning Grave Plakat
Mourning Grave (2014). Kinoplakat.

Eigentlich dachte man, die Schoolhorrorfilme aus Südkorea wären längst in Vergessenheit geraten. Die Überraschung war daher groß, als Anfang Juli der Film „Mourning Grave“ in die koreanischen Kinos kam. Die internationale Erstvorführung gab es bereits bei den Filmfestspielen in Cannes. Erzählt wird darin die Geschichte des Schülers In-Su, der die Fähigkeit, Geister zu sehen, besitzt. Diese Fähigkeit liegt quasi in der Familie, denn auch sein Onkel kann mit Geistern kommunizieren. Um diesem Fluch zu entkommen, zieht In-Su von Seoul zu seinem Onkel aufs Land. Doch bereits bei seiner Ankunft in dem kleinen Ort geschehen seltsame Dinge. Auf der neuen Schule, die er besucht, setzt zudem eine berüchtigte Schlägergruppe diverse Mitschüler unter Druck. Nach und nach werden die Mitglieder dieser Clique brutal ermordet…

Die Mischung aus Mystery und Horror scheint dieses Jahr Programm zu sein. Bereits die Low Budget-Produktion „A Touch of Unseen“, welche die Horrorsaison 2014 in Südkorea eröffnete, war ein Mix aus beiden Genres. „Mourning Grave“ setzte diese Linie fort. Um es kurz zu machen: Der Film gefällt. Die Handlung geht zügig voran. Die Farbgebung orientiert sich interessanterweise wie auch schon „A Touch of Unseen“ an den skandinavischen Thrillern. Ein kühles Weißblau schimmert überall hindurch und verschafft dem Film dadurch eine tolle Atmosphäre aus Melancholie und Verlorensein.

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Eine Szene aus „Mourning Grave“.

Schön gelingt es Regisseur Oh In-Cheon seinen Film immer wieder durch einzelne Gags aufzulockern. Auch die Deathscenes sind bespickt mit einem Hauch schwarzen Humors. Allerdings besitzt „Mourning Grave“ gegen Ende hin einen Durchhänger, der die Handlung leicht in den Kitsch überführt. Die Schlusssequenz aber macht dies wieder durch ihren ironischen Gruselfaktor wett.

Wie auch alle anderen Schoolhorrorfilme, so handelt es sich auch hier um einen Film, der vor allem für ein weibliches Publikum gedreht wurde. Dies ergibt sich nicht nur aus der Handlung, sondern nichtzuletzt aus der genauen Übersetzung des Titels. Dieser lautet nämlich „Sonyeogeodam“, was soviel wie „Geistermädchengeschichte“ bedeutet. Man ist leicht dazu geneigt, zu behaupten, dies sei ein Teil der „Yeogeodam“-Reihe, deren letzter Teil „A Blood Pledge“ 2005 in die Kinos gekommen war. Doch ganz in diese Reihe lässt sich der Film nicht einordnen. Dafür ist er zu eigenwillig umgesetzt. Insgesamt aber ist „Mourning Grave“ solider Schoolhorror, der durchaus seine gruseligen Momente besitzt. Ob der Film seinen Weg nach Deutschland finden wird, muss sich erst noch zeigen. Da die letzten beiden „Yeogodam“-Filme ebenfalls keinen deutschen Verleih gefunde haben, stehen die Chancen eher schlecht.

Die 90er: 90s Horror oder irgendwo dazwischen

Die 90er Jahre waren in Sachen Horrorkino ein irgendwie seltsames Jahrzehnt. Zum einen wurde der Stil der 80er Jahre weitergeführt, zum anderen der Stil des neuen Jahrtausends vorweggenommen. Ende der 80er Jahre wurde das Slasher-Genre zu Grabe getragen. Die Elemente dieses Subgenres aber blieben in so manchen Produktionen wie z. B. „Leprechaun“ (1993) erhalten. Erst Mitte der 90er belebte Wes Craven das Subgenre wieder. Seitdem führt es ein erfolgreiches Dasein in Kino und Videothek. Clive Barker konnte ein klein wenig von seinem Erfolg aus den 80er Jahren, den er mit „Hellraiser“ hatte, ins neue Jahrzehnt hinüberretten. Das Ergebnis waren ein paar interessante Filme, von denen „Candyman“ (hier lieferte Barker lediglich die Vorlage) die ausgefeilteste Ästhetik aufweist. Dies aus einem bestimmten Grund, orientierte man sich in den 90ern doch an klassischen Gruselvorlagen und klassischen Schauermotiven. So wurde Bram Stokers „Dracula“ neu verfilmt, ebenso wie „Frankenstein“ von Mary Shelley. Auch klassisch angehauchte Geisterfilme  – und in diese Kategorie fällt „Candyman“ – fanden ihren Weg ins Kino.

Ende der 90er Jahre versuchte man, Horror in den Mainstream zu überführen. „The Mummy“ (1999) war ein solches Experiment. Der enorme Erfolg, den dieser Film erzielte, zeigt, dass das Experiment glückte. Ende der 90er Jahre liegt auch der Ursprung von J-Horror und K-Horror. In Japan sorgte „Ring“ für viel Gänsehaut und entwickelte sich innerhaln kürzester Zeit zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten. Im selben Zeitraum begann die „Korean Hallyu“, die Welle der koreanischen Popkultur – und zwar ebenfalls mit einem Horrorfilm. „Whispering Corridors“ zeigte ein neues koreanisches Kino und legte den Grundstein für den modernen koreanischen Film.

Die Epoche des italienischen Horrorfilms war jedoch endgültig vorbei. Hin und wieder bemühte sich Dario Argento mit einer neuen Produktion oder half jungen Regisseuren bei der Realisierung ihrer Filme. Das bekannteste Ergebnis dieser Kooperationen ist die Horrorkomödie „Della Morte, Dell Amore“ (1994).

Im Folgenden wollen wir ein paar der bekanntesten Horrorfilme aus jenem Jahrzehnt nochmals Revue passieren lassen:

Hardware Death_MachineMensch gegen Maschine lautete nicht nur das Motto von „Terminator 2“. Das Special Effects Team dieses Blockbusters versuchte, das Thema auf eigene Art umzusetzen. Heraus kam „Death Machine“ (1994), dessen ungekürzte Fassung in Deutschland indiziert ist. Es geht darin um ein geheimes Militärprojekt, das sich ein geisteskranker Wissenschaftler ausgedacht hat und natürlich außer Kontrolle gerät. Vier Jahre zuvor wurde die Kammerspiel-Version dieses Themas produziert. Gemeint ist der Klassiker „Hardware“ (1990), der in Deutschland auch unter dem Titel „M.A.R.K. 13“ bekannt ist. Auch hier ist die ungeschnittene Fassung indiziert. Während „Death Machine“ eine Mischung aus SF-Groteske und Satire darstellt, ist „Hardware“ zwar recht schwarzhumorig, dennoch in der Hauptsache düster-apokalyptisch.

Clive Barker gilt in Deutschland als Pädagogen-Schreck schlechthin. „Hellraiser“, der bei dieser Klientel nicht einmal ansatzweise verstanden wurde, geriet unter die Räder so mancher (unfreiwillig komischer) akademischen Abhandlung über die angebliche Schädlichkeit von Horrorfilmen. „Hellraiser“ gilt als eines der ästhetisch ausgefeiltesten Horrorfilme der 80er Jahre. Kein Wunder also, dass das Publikum sich auf die nächsten Filme freute. 1990 adaptierte Barker seinen Roman „Cabal“ unter dem Titel „Nightbreed“. Wieder erfreuen hier wunderbare Monstermasken das Herz des Horrorfans. 1992 folgte eine weitere Adaption mit dem Titel „Candyman“. Regie führte hier Bernard Rose. Das Thema urbane Legenden wird hier hervorragend umgesetzt und sorgt zugleich für eine klassische Spukästhetik. Bei „Lord of Illusions“ schließlich führte Clive Barker wieder selbst Regie. Der Film nimmt die Magier-Welle des folgenden Jahrzehnts vorweg. Die Mischung aus Krimi und übernatürlichen Elementen war leider nicht jedermanns Sache, sodass der Film floppte.

Nightbreed Candyman Lordillusions

Die Mischung zwischen SF und Horror führte nicht nur die „Alien“-Reihe durch die 90er Jahre weiter. Es erschienen immer wieder Filme, welche sich demselben Genremix verschrieben. Als Beispiele seien hier „Species“ (1995) und „Tremors“ (1990) genannt. Beide Filme zählen inzwischen zu den Klassikern des 90s Horrors. „Species“ wurde mit einem regelrechten Staraufgebot in Szene gesetzt. Die Kunst der Darsteller führt dazu, dass sich der Film hinsichtlich seiner sexuellen Thematik nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Das außerirdische Wesen, das auf die Erde kommt und sich unter allen Umständen fortpflanzen möchte, sorgte für zahlreiche blutige Momente für die Kopulationspartner. „Tremors“, auch bekannt unter dem Titel „Im Land der Raketenwürmer“ (damals hatten die deutschen Verleiher noch originelle Titelideen), ist ein B-Picture an und für sich. Eine kleine Wüstenstadt wird plötzlich von riesigen Sandwürmern zu Kleinholz verarbeitet. Die gelungene Komödie fiel in Deutschland leider durch. Der Erfolg kam erst durch den Videoverleih.

In den 90er Jahren durften auch Vampire nicht fehlen. „Buffy, The Vampire SpeciesBuffy_The_Vampire_Slayer Slayer“(1992) war das, was man als Trash-Granate bezeichnen kann. Ein wunderbar kurzweiliger, Action reicher Film über eine junge Frau, die auf Vampirjagd geht. Später wurde daraus eine TV-Serie. Die intellektuelle Version des Vampirs kam mit „The Addiction“ (1995) in die Kinos. Im New Yorker Akademikerzirkel schleichen Vampire herum. Philosophisch angehauchte Dialoge und eine gelungene Schwarzweiß-Ästhetik sorgen zwar nicht für Spannung, aber für ein originelles und latent witziges Filmvergnügen.

In den 90er Jahren kehrten Dracula und Frankenstein zurück auf die Kinoleinwand. Nicht in einer Low Budget-Version, sondern als Big Budget-Kino. „Bram Stoker’s Dracula“ (1992) und „Mary Shelley’s Frankenstein“ (1994) sollte weniger die Gänsehaut strapazieren, als vielmehr den Horror in den Mainstream transformieren. Man wollte die Werke so genau wie möglich visuell umsetzen. Während „Frankenstein“ jedoch überdramatisiert wirkt und ab einem bestimmten Punkt nur noch für Kopfschmerzen sorgt, ist „Dracula“ ästhtetisch ausgewogen. Im Groben und Ganzen könnte man beide Filme auch unter die Kategorie des Kostümfilms setzen. Hierbei ist auch „Sleepy Hollow“ (1999) zu erwähnen, der als freie Adaption einer Erzählung von Washington Irving durchgehen kann. Tim Burton, der eigentlich vorhatte, daraus einen Stummfilm zu drehen, lehnte sich in seiner Umsetzung an die alten Universal- und Hammer Studio-Filmen an.

Scream

1996 brachte eine eindeutige Wende in das Horrorgenre. Wes Cravens „Scream“ belebte das Slasher-Genre neu. Der riesige Erfolg führte nicht nur zu zwei Fortsetzungen, sondern zu einer nicht enden wollenden Anzahl weiterer Produktionen diesen Stils. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend das Minimal-Maximal-Prinzip, was bedeutet, dass man mit einer sehr geringen Investition einen sehr großen Gewinn einfahren kann. Filme, die ebenfalls in diese Kategorie gehören und recht erfolgreich waren, lauteten „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (1997) und „Urban Legends“ (1998). Die Handlungen und die Figuren sind stets austauschbar. Bis heute hat sich nichts daran geändert. Dennoch erfreut sich das Subgenre bis jetzt großer Beliebtheit.

Ende der 90er Jahre wurde mit „Blair Witch Project“ (1999) das Lost Footage-Genre zwar nicht erfunden, aber immerhin auf Erfolgskurs gebracht. Auch hier häufen sich die Nachfolgeproduktionen bis zum geht nicht mehr. Manche dieser Filme sind durchaus gelungen, die Mehrheit aber sorgt vor allem für Langeweile. Siehe hierzu unseren Artikel Lost Footage.

The-Ring Whispering_CorridorsZunächst noch vom Westen unbemerkt, kamen 1998 mit „Ring“ und „Whispering Corridors“ neue japanische und koreanische Filme in die Kinos. Die Geburtsstunde von J-Horror und K-Horror war gekommen. Während J-Horror ab etwa 2009 immer weniger Erfolge einfuhren konnte, blieb der Erfolg bei K-Horrorfilmen weitestgehend erhalten. Da japanische Filme in der Hauptsache für den eigenen Markt produziert werden, hatte J-Horror so gut wie keine Auswirkung auf das übriges japanische Kino. Im Gegensatz zu K-Horror. Das moderne koreanische Kino war von Anfang an darauf aus, international erfolgreich zu sein. Das Vorhaben hat geklappt. Südkorea zählt heute zum größten Konkurrenten Hollywoods.

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Filme, die in den 90er Jahren herauskamen, hier aber nicht erwähnt wurden. Dazu zählen z.B. „Flatliners“ (1990), einer Mischung aus Thriller mit grenzwissenschaftlicher Thematik und Esoterikgefasel. Sam Raimis „Army of Darkness“, dem dritten Teil seiner „Evil Dead“-Trilogie. Peter Jackson kitzelte zudem mit „Frighteners“ (1996) die Lachmuskeln. Auch „Wolf“ (1994), in der Michelle Pfeiffer sich in einen Werwolf (Jack Nickolson) verliebt, wurde in den Medien viel besprochen. Der Film selbst ist dann doch eher etwas für Romanzen-Fans. Auch wurde mit Filmen wie „The Haunted“ (1995) und „The Haunting“ (1999) das Spukhaus-Genre aus der Mottenkiste geholt. Insgesamt kann man sagen, dass die 90er Jahre sich vor allem auf klassische oder traditionelle Schauerthemen konzentrierten. Nachdem Ende der 80er Jahre die Brutalität der damaligen Slasher-Filme so überhand nahm, dass es sich damit selbt versenkte, arbeiteten die 90er Jahre verstärkt mit der Atmosphäre des Unheimlichen und Bedrohlichen. Doch so genau lassen sich die Filme jenes Jahrzehnts nicht festlegen. Ihre Machart liegt – wie der Titel des Essays sagt – irgendwo dazwischen.

Wolf

 

 

 

 

 

A Touch of Unseen – Koreas Horrorfilm-Saison beginnt „Low“

Nachdem im vergangenen Jahr Südkoreas Filmindustrie K-Horror mit ein paar bemerkenswerten Filmen reanimierte („Killer Toon“ und der schwarzhumorige Thriller „Doctor“ gehören zu den besten Filmen, die das Genre bisher hervorgebracht hat), waren wir natürlich gespannt, wie es dieses Jahr damit weitgehen würde. Anfang Mai war es dann endlich soweit. Auf dem Jeonju International Film Festival hatte „A Touch of Unseen“ seine Weltpremiere.

A Touch of Unseen
A Touch of Unseen (Gwi-Jeob, 2014). Offizielles Kinoplakat.

Der Originaltitel lautet „Gwi-Jeob“, was in etwa „Von einem Geist besessen“ bedeutet. Regie führte Lee Hyeon-Cheol, der mit dieser Produktion sein Debut feiert. Erzählt wird die Geschichte zweier Schwestern, die von einem Geist heimgesucht werden. Die Heimsuchung erfolgt jedoch auf eine sehr heimtückische Weise. Denn der Geist vergewaltigt die Frauen, während sie schlafen. Um allem noch einen Hauch von Suspense zu verleihen, würzt Lee seinen Erstling mit einem Stalker, welcher die jüngere Schwester verfolgt.

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A Touch of Unseen (Szenenfoto)

Für Lees Debut stand nicht viel Geld zur Verfügung. Um genau zu sein, das Budget war so niedrig, dass nicht einmal Geld für genügend Scheinwerferlicht vorhanden war. Die Wohnungen der beiden Schwestern gleichen sich so sehr, dass man geneigt ist, zu vermuten, die Szenen seien in ein und derselben Wohnung gedreht worden. Doch Lee macht aus der Not eine Tugend. Das geringe Budget, das unweigerlich mit einer geringen Ausstattung verbunden ist, benutzt der junge Regisseur, um sozialkritische Statements einzuweben. Die Wände der Wohnungen sind kahl und vermitteln dadurch eine deprimierende Leere. Die kleinen Esstische wirken wenig einladend. Lee skizziert damit eine soziale Kälte, die sich bis hinein in die Privatleben der Individuen erstreckt. Auch die überlange Liebesszene zwischen der jüngeren Schwester und ihres damaligen Freundes und jetzigen Stalkers wirkt alles andere als erotisch. Vielmehr zeigt sich auch hier eine soziale Kälte, eine vollkommene Lieblosigkeit. Die Protagonisten wirken völlig verloren. Eine auf diese Weise kreierte Sozialkritik hat es im bisherigen modernen koreanischen Kino noch nicht gegeben. Es scheint fast so, als habe sich Lee Hyeon-Cheol an den düsteren skandinavischen Thrillern orientiert.

Stellenweise erscheint die Optik des Films ein wenig unbeholfen. In manchen Szenen klammert sich Lee an die Kameraarbeit des Thrillers „Hide and Seek“, der vergangenes Jahr für eine sensationelle Überraschung sorgte. Gleichzeitig schimmert die Atmosphäre der Horrorfilme der 70er Jahre durch, in denen es nicht selten um Besessenheit ging. Dies spiegelt sich auch in der Filmmusik wider. Es ist kaum zu glauben, doch „A  Touch of Unseen“ dürfte der erste koreanische Horrorfilm sein, in dem psychedelische Musik verwendet wurde. Der Soundtrack ist überaus interessant und versetzt den Zuschauer beinahe in Trance.

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A Touch of Unseen (Szenenfoto)

Die Frage, die man sich nun stellen kann, lautet, aus welchem Grund man eine Low Budget-Produktion für die „Saison-Eröffung“ ins Rennen schickte. Der Grund dürfte folgender sein: vergangenes Jahr waren es vor allem Low Budget-Produktionen, die für viel Diskussionen sorgten und überraschende Erfolge einfuhren. Neben „Hide and Seek“ war „The Terror Live“ ein grandioser Wurf eines Regieneulings. Wahrscheinlich wollte man auf diesen Erfolgen aufbauen. Doch kann man jetzt schon sagen, dass „A Touch of Unseen“ ein solcher Erfolg nicht vergönnt sein wird. Dafür geschieht zu wenig, dafür ist der Film zu ruhig und dafür ist Lees Arbeit zum Großteil zu TV-lastig.

Dennoch ist dieser Film sehenswert und wird einen gewissen, wenn auch kleinen, Erfolg für sich verbuchen können.