FuBs Klassikbox: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1959)

Die Dinos haben Hunger; „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1959); © 20th Century Fox

„Halt den Mund, Weib, sonst drehen wir die Szene zehn weitere Male!“, soll James Mason zu Arlene Dahl gesagt haben, die während des Drehs auf einem Floß Angst vor dem vielen Wasser bekommen hatte, mit dem die Crew die Schauspieler bespritzte. Die Aufnahme übernahm Regisseur Henry Levin in die Endfassung seines neuesten Films, wobei das, was Mason sagte, natürlich mit einem anderen Satz überspielt wurde.

Mit dem neuesten Film war „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ gemeint. Nach dem Welterfolg von „20.000 Meilen unter dem Meer“ (1954) zählt Henry Levins Adaption ebenfalls zu den absoluten Klassikern von Jules Verne-Verfilmungen. Auch wenn sich der Film nicht ganz an die literarische Vorlage hält, so ist sie dennoch eine wunderbare Mischung aus Abenteuer- und Science Fiction-Film.

Wohin führt dieser Weg?; „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1959); © 20th Century Fox

Wie der Titel bereits sagt, geht es um eine Expedition ins Innere der Erde. Oliver Lindenbrook erhält von seinem Studenten Alec einen Lavastein, in dem sich ein Senkblei befindet. Auf dem Objekt befindet sich eine Botschaft des schwedischen Gelehrten Arne Saknussemm, der vor 300 Jahren spurlos verschwunden ist. Alecs Fund nimmt Lindenbrook zum Anlass, selbst den Mittelpunkt der Erde aufzusuchen. Zusammen mit Alec, der Witwe Carla Goetaborg und dem Isländer Hans machen sie sich auf den Weg …

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist überaus spannend in Szene gesetzt und fasziniert jedes Mal aufs Neue mit seinen wundervoll gestalteten Kulissen. Die Salzwüste mit den sonderbaren Wurzeln, die Kristallhöhle oder – am wohl berühmtesten – der Wald aus Riesenpilzen, all das begeistert immer wieder – und natürlich der unterirdische Ozean, auf dem Arlene Dahl ihre Panikattacke bekommen hat (gedreht wurde in einem Pool). Natürlich kommen dabei auch der Humor und die Action nicht zu kurz – hierbei darf man den rollenden Felsen nicht verschweigen, auf den Spielberg später in „Indiana Jones“ nochmals Bezug nahm. Nicht zu vergessen die Leguane, die mit den aufgeklebten Rückenschildern als Dinosaurier herhalten mussten.

Eigentlich hätte der berühmte Schauspieler Clifton Webb die Rolle des Oliver Lindenbrook übernehmen sollen (vom Aussehen her hätte er wunderbar in die Rolle gepasst), doch wurde er kurz vor Beginn der Dreharbeiten schwer krank. Aus dem Grund engagierte Henry Levin James Mason, der zuvor bereits Kapitän Nemo in „20.000 Meilen unter dem Meer“ gespielt hatte und somit bereits Jules Verne-erprobt war. Alec wurde von dem Sänger Pat Boone dargestellt, der damals fast genauso bekannt wie Elvis war. Arlene Dahl, die Carla Goetaborg spielt, galt damals als eine der schönsten Frauen. Der schwedische Zehnkämpfer Peter Ronson spielte den Isländer Hans – es war sein einziger Ausflug ins Filmgeschäft. Trotz weiterer Rollenangebote konzentrierte er sich danach wieder auf den Sport. Nicht vergessen darf man den eigentlichen Star des Films, die Ente Gertrud, die im Roman zwar nicht vorkommt, aber für viele heitere Momente sorgt.

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wurde wie auch schon „20.000 Meilen unter dem Meer“ zu einem Riesenerfolg. Zudem war er mehrfach für den Oscar nominiert, erhielt jedoch keine der Trophäen.