The 80s: James Bond – Der Hauch des Todes (1987)

Kommt ein neuer Bond in die Kinos, so sind die Kritiken jedes Mal gleich: die einen finden, dass es der beste Bond, die anderen, dass es der schlechteste Bond ist. Nicht anders verhielt es sich 1987, als mit „The Living Daylights“ der erste James Bond-Film mit Timothey Dalton als 007 auf die Leinwand kam: Wiederum fanden die einen ihn schlecht, die anderen ihn für den besten.

„Der Hauch des Todes“ war der 15. Film aus der Reihe. Nachdem Roger Moore mit „Im Angesicht des Todes“ (1985) zum letzten Mal die Rolle des Geheimagenten gespielt hatte, wollten die Produzenten entweder Pierce Brosnan oder eben Timothey Dalton als seinen Nachfolger haben. Da Brosnan aus seinem damaligen Vertrag jedoch nicht herauskam, wurde die Rolle Dalton übergeben.

Im Gegensatz zu den Filmen mit Roger Moore, sollte „Der Hauch des Todes“ weniger Gags und Spielereien beinhalten. Und in der Tat wirkt der Film ziemlich ernst, was aber John Glens viertem Bond-Film ziemlich gut tut, sind die Romane von Ian Fleming letztendlich auch keine Witzparade, sondern durchaus ernst und vor allem ziemlich brutal. In dieser Hinsicht näherte man sich stilistisch der literarischen Vorlage an. In der Tat bezieht sich der Film auch auf eine Kurzgeschichte Flemings, die allerdings lediglich den Opener einnimmt. Der Rest geht aufs Konto der beiden Drehbuchautoren Richard Maibaum und Michael G. Wilson.

Um es kurz zu machen: In „Der Hauch des Todes“ geht es darum, dass James Bond Waffenhändlern das Handwerk legen soll. Und dies erledigt er natürlich mit Bravour. Timothey Dalton zur Seite steht Miriam d´Abo, die sich im Filmgeschäft nie richtig profilieren konnte. Auch ihre Rolle als KGB-Agentin Kara Milovy half ihr nicht weiter, obwohl sie den Film unglaublich bereichert. Das liegt nicht nur an ihrem attraktiven Äußeren, sondern auch an der spannenden Darstellung ihrer Rolle, die irgendwo zwischen Hilflosigkeit und sich selbst Hindurchkämpfen liegt.

Nicht weniger interessant ist die Rolle des Waffenhändlers Georgi Koskov, gespielt vom holländischen Schauspieler Jeroen Krabbé, der Anfang der 80er Jahre nach Hollywood kam. Er stellt den russischen General als klassischen Gauner dar, was seiner Hinterhältigkeit durchaus eine gewisse Gewitztheit verleiht.

„Der Hauch des Todes“ wirkt aufgrund seiner Schauplätze (Bratislava und Wien) zunächst wie ein klassischer Agentenfilm aus den 60er und 70er Jahren, bevor er im Finale dann in Richtung Abenteuer umschwenkt. Die Action ist wie immer hervorragend choreografiert und einwandfrei durch eine Montage aus Studio- und Außenszenen zusammengefügt. Auch wenn der Film durchaus immer wieder mit einer gewissen Ironie behaftet ist, so fehlt es, wie obene bereits bemerkt, an dem Witz der vorangegangenen Filme. Doch macht dies nichts. Denn „The Living Daylights“ unterhält von Anfang an erstklassig. Und das ist es schließlich, was zählt.

James Bond – Der Hauch des Todes (OT: The Living Daylight). Regie: John Glen, Drehbuch: Richard Maibaum und Michael G. Wilson, Produktion: Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson, Darsteller: Timothey Dalton, Miriam d´Abo, Jeoren Krabbé, John Rhys-Davis, Joe Don Baker, Art Malik, John Terry, Andreas Wisniewski. England 1987, 130 Min.