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Einmal gegrilltes Huhn bitte; „Weltraumbestien“ (1957); Copyright: JSV

Wenn es einen Regisseur gibt, der mit dem Phantastischen Film eng verbunden ist, so ist dies Ishiro Honda. Auf sein Konto geht nicht nur „Godzilla“, sondern auch jede Menge weiterer Monsterfilme, die das Image des japanischen Films (neben den Werken Akira Kurosawas) im Ausland prägten.

1957 drehte Honda den SF-Film „Weltraumbestien“, den Kritiker gelegentlich als die japanische Version von „Krieg der Welten“ bezeichnen. In Hondas Film als auch in der berühmten Adaption von H. G. Wells‘ Klassiker geht es um eine Invasion vom Mars. Nur, dass sich die Hintergründe der Invasion in „Weltraumbestien“ ein wenig komplexer gestalten.

Originalplakat von „Weltraumbestien“

Denn in diesem Film stammen die außerirdischen Invasoren von einem Asteroiden namens Mysteroid, der einst Teil eines Planeten gewesen sein soll. Von dort seien die Außerirdischen auf den Mars geflohen und wollen nun die Erde besetzen. Das alles beginnt mit einem sonderbaren Waldbrand, der bereits das erste Anzeichen der Landung der Mysteroiden ist. Kurz darauf greift ein Riesenroboter eine kleine Stadt an. Während das Militär vergeblich gegen die Invasoren kämpft, versucht eine Gruppe internationaler Wissenschaftler, eine Waffe zu entwickeln, die gegen die überlegene Technik der Außerirdischen doch noch etwas bewirken kann …

„Weltraumbestien“ weist in allererster Linie eine hervorragende Optik auf. Auch wenn aus heutiger Sicht der Roboter ziemlich trashig wirkt, so ist die riesige Kampfmaschine dennoch genial in Szene gesetzt. Doch bleibt es nicht allein bei dem Angriff der gewaltigen Maschine, sondern es kommt zu Erdbeben und Überflutungen – und nicht zuletzt ist da der verzweifelte Kampf der Menschen gegen die Außerirdischen.

Aber das ist … das ist doch … 🙂 ; „Weltraumbestien“ (1957); Copyright: JSV

Es ist also mächtig was los in dem Film, der, ähnlich wie in „Godzilla“, die Verzweiflung und die Tragik der Katastrophe hervorhebt, was „Weltraumbestien“ recht düster und ernst erscheinen lässt. Man sieht, dass hier die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg verarbeitet wurden. Die Bilder der fliehenden Bewohner der Stadt erscheinen beinahe wie aus einer Wochenschau.

US-Plakat von „Weltraumbestien“

Diesem Realismus gegenüber stehen die detailverliebten Spezialeffekte sowie der geniale Trash-Faktor des Films, der sich z.B. bei der Entführung der Frauen bemerkbar macht, da die Außerirdischen sich mit ihnen paaren wollen, um den zunehmenden Mutationen entgegenzuwirken. So steht plötzlich einer der fremden Besucher im Garten, schnappt sich die Frau und zieht sie mit sich hoch in das im Himmel schwebende UFO, was ungefähr so aussieht, als würde ein verkleideter Ken auf einem unsichbaren Seil Barbie in die Höhe ziehen. Immerhin handelt es sich bei der Darstellerin um Momoko Kochi, die durch ihre Rolle in Hondas „Godzilla“ weltberühmt wurde.

Auf jeden Fall ist „Weltraumbestien“ ein durch und durch sehenswerter Film, bei dem einem aufgrund seines Lärmpegels nur so die Ohren dröhnen. Während der Film in Japan ein großer Erfolg war, wollte sich dieser im Ausland und vor allem in den USA leider nicht einstellen.

Weltraumbestien (OT: Chikyū Bōeigun). Regie: Ishiro Honda, Drehbuch: Takeshi Kimura, Produktion: Tomoyuki Tanaka, Darsteller: Kenji Sahara, Yumi Shirakawa, Momoko Kochi, Akihito Hirata, Takashi Shimura. Japan 1957, 89 Min.

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1951 erschien mit „Puppet Masters“ einer der bekanntesten und zugleich einflussreichsten SF-Romane von Robert A. Heinlein. Die Geschichte um eine außerirdische Invasion, bei der Menschen zu Sklaven der fremden Wesen werden, wurde nicht nur mehrfach verfilmt, sondern auch in den unterschiedlichsten Variationen literarisch als auch visuell umgesetzt.

Heinlein schildert die Ereignisse aus der Sicht des Agenten Sam, der zusammen mit Mary und seinem Vorgesetzten versucht, der Invasion Herr zu werden. Doch ist dies alles andere als einfach. Die Invasion geht von schneckenartigen Wesen aus, die sich zwischen den Schultern festsetzen und auf diese Weise ihre Wirte steuern. Ein zusätzliches Problem ist, dass sich diese Wesen nicht nur schnell teilen, sondern weitere Ufos landen …

Im Gegensatz zu Jack Finneys Roman „Invasion der Körperfresser“ aus dem Jahr 1955, in dem die heimtückische Invasion eher den Charakter eines Paranoia-Thrillers annimmt, wirkt Heinleins Invasions-Roman insgesamt wie eine Satire. Dabei nimmt er so ziemlich alles aufs Korn, was es nur gibt. Ob es sich um Wissenschaftler handelt, um Politiker oder um die Medienmacher, alle bekommen in „Puppet Masters“ ihr Fett weg.

Immer wieder liefert Heinlein dabei Seitenhiebe auf die damalige Sowjetunion, indem sich Sam an einer Stelle zum Beispiel fragt, ob eine Invasion, in der alle gleich geschaltet werden, dort überhaupt wahrgenommen werden würde. Auf diese Weise halten sich Witz und Spannung die Waage, wobei die erste Hälfte des Romans eindeutig besser ist als die zweite.

Denn ab der Mitte beginnt sich die Geschichte ein wenig zu ziehen. Etwas zu breit getreten hierbei ist vor allem der Aufenthalt von Sam und Mary in einer Berghütte, nachdem beide geheiratet haben. Wesentlich negativer aber wirkt sich der Wandel von Sam aus. Dieser wird gegen Ende ziemlich spießig, was den satirischen Humor gar nicht gut tut. Insgesamt aber ist „Puppet Masters“, der in der nun überarbeiteten Übersetzung den Titel „Die Invasion“ trägt, sehr unterhaltsam.

 

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