Das Werk – Die große kommentierte Lovecraft-Ausgabe

Der hässliche, gelbe Aufkleber befindet sich übrigens nicht auf dem Buchcover, sondern auf der Folie ;)

H. P. Lovecraft ist der Autor, der, neben Edgar Allan Poe, die phantastische Literatur beeinflusste wie kein anderer. Und dies, obwohl er nur eine längere Erzählung und mehrere Kurzgeschichten veröffentlichte. All seine anderen Werke erschienen erst postum, vor allem dank der Herausgeberschaft von August Derleth, der Lovecraft allerdings nie begegnet war.

Im Laufe der Zeit erschienen auf diese Weise mehr und mehr Sammelbände, die Geschichten Lovecrafts beinhalteten. In Deutschland erschien 1965 eine erste deutsche Sammlung mit Lovecraft-Geschichten im Heyne Verlag. Von da an häuften sich die Anthologien, doch das Problem war, dass die Übersetzungen nie den jeweiligen Originalwerken gerecht wurden oder manche Begriffe, die Lovecraft verwendete, falsch übersetzt wurden, woraus sich dann auch verzerrte Zusammenhänge ergaben.

In der gewaltigen Lovecraft-Ausgabe, die nun bei Fischer/TOR erschienen ist, versuchten die Übersetzer, genau diese Fehler zu vermeiden, und waren, neben der eigentlichen Übersetzungsarbeit, auch stark am Recherchieren. Das Ergebnis lässt sich sehen. Denn die Geschichten und Romane, die in dem Band versammelt sind, erscheinen somit in einem völlig neuen Glanz. Man kann hier wirklich sagen: in diesem Buch liest sich Lovecraft anders.

Doch ist dies nicht das Einzige, was diesen Koloss von Sammelband ausmacht. Bei dem Buch handelt es sich um eine von Leslie S. Klinger herausgegebene Sammlung, bei der die Werke Lovecrafts nicht nur zusammengestellt, sondern auch ausführlich kommentiert wurden. Für die deutsche Ausgabe wurden die Kommentare von den beiden Lovecraft-Experten und Übersetzern Andreas Fliedner und Alexander Pechmann erweitert und, wenn nötig, ergänzt.

Ein ausführliches Vorwort, das sich mit dem Leben und dem Werk Lovecrafts befasst, und ein überaus ausführlicher Anhang, der unzählige weitere Informationen liefert und bei dem auch FILM und BUCH-Herausgeber Max Pechmann ein wenig seine Hand im Spiel hatte (er ergänzte die Liste der Lovecraft-Verfilmungen bzw. Lovecraft-Filme), runden das Buch ab. Das Ergebnis ist eine wahre Bibel für Lovecraft-Fans und solche, die es werden wollen, bespickt mit vielen Bildern und einem Layout, bei dem man sich die Finger leckt.

Einzig und allein der Titel der Sammlung ist mit „Das Werk“ ein wenig irreführend, beinhaltet der Band doch nicht sämtliche Erzählungen Lovecrafts, sondern eine Auswahl davon. Doch spätestens beim Durchblättern dieses gewaltigen Buches, hat man den Kritikpunkt schon wieder vergessen.

H. P. Lovecraft. Das Werk (Hrsg. Leslie S. Klinger). Fischer/TOR 2017, 912 Seiten (gebunden mit Schutzumschlag), 68,00 Euro

 

„We are the living dead“ – Zum Tod von George R. Romero

Kein anderer Regisseur ist wohl so sehr mit der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Kritik am Kapitalismus verbunden wie George R. Romero, der 1968 mit „Night of the Living Dead“ nicht nur Filmgeschichte schrieb, sondern die Filmkunst an sich veränderte.

Es war die Zeit von Vietnam und der sozialen Unruhen, als Romero mit seinem Debut die Zuschauer schockte. Waren Zombies in früheren Filmen durch Voodoo-Zauber ins Leben gerufene Untote, so hatte Romero ganz andere Vorstellungen. Außerirdische Bakterien, die sich auf einem abgestürzten Satelliten befinden, lösen eine ungeahnte Katastrophe aus: Tote werden durch die Bakterien lebendig und sind auf der Suche nach einer ganz speziellen Nahrung: Menschenfleisch.

So etwas hatte es zuvor im Kino noch nicht gegeben. Der Schwarzweiß-Stil war bewusst gewählt, da, wie Romero in einem Interview sagte, das Geschehen dadurch realistischer wirkte. Doch war „Nacht der lebenden Toten“ weit mehr als ein Horrorfilm. Es war eine Abrechnung mit dem Vietnamkrieg und dem in den USA herrschenden Rassismus. Die grobkörnigen Stills am Ende des Films, die an Fotos in den Tageszeitungen erinnern sollen, zeigen stiernackige Weiße, die Jagd auf die Zombies machen und dabei ihren Spaß zu haben scheinen. Es könnte sich genauso um Aufnahmen von Jagden auf Schwarze in den Südstaaten handeln. Eine eindeutigere Kritik an der Gesellschaft hätte es nicht geben können.

Mit „Dawn ot the Dead“, in dem Zombies ein Einkaufszentrum belagern, schuf Romero quasi die Mutter aller Kapitalismuskritik. „We are the living dead“, sagte er damals und sah in den Zombies die vom Kaufrausch besessenen Konsumenten der westlichen Industriestaaten. Und ist das zombiehafte Verhalten nicht tatsächlich so? Man denke nur an die Furore, wenn ein neues Smartphone auf den Markt kommt und sich lange Schlangen vor den Läden bilden.

Obwohl Romero mit seinen anderen Filmen an den Erfolg von „Nacht der lebenden Toten“ nicht mehr anknüpfen konnte, so veränderte er mit seinem Klassiker nicht nur das Horrorgenre, sondern den gesamten US-amerikanischen Film. Danach war nichts mehr so wie früher. Die Filme aus Hollywood muckten auf, zeigten, was in der Gesellschaft falsch lief und übten damit heftige Kritik. Das Blacksploitation-Genre entstand, ein überaus wichtiges Merkmal der damaligen Bürgerrechtsbewegungen. Denn Filme wie „Shaft“ stellten Schwarze und Weiße auf eine gleiche Ebene.

Das Kino und die Gesellschaft haben George R. Romero viel zu verdanken. Am 16. Juli starb der großartige Regisseur mit 77 Jahren.

 

The 80s: Link, der Butler (1986)

linkEs gibt Filme, die bei ihrem Erscheinen Aufsehen erregen, doch kurz darauf fast völlig in Vergessenheit geraten. Dieses Schicksal ereilte unter anderem „Link, der Butler“, einem intensiven Tierhorrorfilm, der Mitte der 80er Jahre zum einen hoch gelobt, zum anderen zutiefst kritisiert wurde. Gelobt wurde die Tierdressur, kritisiert die bösartige Darstellung des Orang Utan.

„Link“ ist zugleich der Name eines Affen, mit dem der Wissenschaftler Philip in einem abgelegenen Haus herum experimentiert. Ihm zur Seite steht die Studentin Jane. Doch Philip wird der Orang Utan zu unheimlich, da er eine immer größere Intelligenz entwickelt. Als Philip Link deshalb lieber einschläfern möchte, ist dieser spurlos verschwunden. Dieser aber sinnt in Wirklichkeit nach Rache. Nachdem er Philip aus dem Weg geräumt hat, hat nun Jane alleine gegen Link zu kämpfen. Dieser wird von Mal zu Mal rabiater…

Was den Affen in „Link“ kennzeichnet, sind seine überaus negativen menschlichen Eigenschaften. Im Grunde genommen agiert der Orang Utan wie ein Psychopath. Er schneidet Telefonkabel durch, hindert Jane an der Flucht und versucht, die Studentin kaltblütig zu beseitigen. All dies lässt den Charakter des Tiers natürlich in einem fragwürdigen Licht dastehen. Denn Richard Franklin hinterfragt in seinem Film keineswegs die wissenschaftlichen Experimente und damit die Degradierung des Affen zum bloßen Objekt, sondern konzentriert sich allein auf das gemeine Verhalten von Link, das für Jane lebensbedrohend wird.

Dies ist sicherlich ein gewagtes Vorgehen, da hier der Mensch nicht für das abweichende Verhalten des Tiers verantwortlich gemacht, sondern das Tier schlicht und ergreifend als bösartig hingestellt wird. Man könnte daher diesem Film durchaus eine fehlende Reflexion vorwerfen. Andererseits aber kreiert genau dieser Aspekt zugleich einen gewissen Grad an Originalität. Denn der Orang Utan ist wirklich extrem gemein, so dass Jane keineswegs im Kampf gegen den Affen erfolgreich ist. Dies zeichnet wiederum ein anderes Bild des Films, da hier Franklin darlegt, dass der Mensch die Natur bei weitem unterschätzt. Denn in Wahrheit ist es nun einmal so, dass der moderne Mensch in der Natur kaum Überlebenschancen hat.

Welchen Blinkwinkel man auch immer einnehmen möchte, „Link“ wirkt auf jeden Fall etwas verstörend. Gleichzeitig ist dieser Film jedoch ein sehr spannender Horrorstreifen, der eigentlich zu Unrecht völlig in Vergessenheit geraten ist. Ein kontroverser Film also, der sicherlich auch heutige Zuschauer zum Diskutieren auffordert.

Link, der Butler (OT: Link), Regie u. Produktion: Richard Franklin, Drehbuch: Everett De Roche, Darsteller: Elisabeth Shue, Terence Stamp, Steve Pinner. England 1986, 90 Min.

Trash der 60er (5): Night of the Big Heat

nightofthebigheatZwar werden die Winter von mal zu mal milder, doch wenn die Temperaturen auf über 30 Grad ansteigen, so ist dies mehr als nur außergewöhnlich. Genau dies geschieht in dem SF-Klassiker „Night of the big Heat“. Die Geschichte spielt auf der Insel Fara, wo eines Winters Temperaturen wie im Hochsommer herrschen, während es im übrigen England Minusgrade hat. In der Dorfschenke Swan treffen sich die Bewohner, um sich etwas abzukühlen. Dort hat auch der eigenartige Wissenschaftler Godfrey Hanson ein Zimmer gemietet. Er behauptet, dass die Hitze von außerirdischen Invasoren verursacht werde. Zunächst glaubt ihm niemand. Doch als immer mehr Menschen spurlos verschwinden, bricht Panik aus …

Filme, in denen die beiden Horrorikonen Christopher Lee und Peter Cushing gemeinsam auftreten, sind in der Regel immer sehenswert. Dies trifft auch auf „Brennender Tod“, so der deutsche Titel, zu. Horrorregisseur Terence Fisher gelingt es darin, eine sehr dichte und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, welche den ganzen Film über bestehen bleibt. Das Unheimliche macht sich zunächst nur durch seltsame Geräusche bemerkbar, deren Ursprung niemand ausmachen kann. Im Laufe des Films führen diese Geräusche bei manchen Bewohnern zu seltsamen Starrkrämpfen und Panikattacken.

Die im Ort eingeschlossenen Bewohner versuchen verzweifelt, dieser Gefahr zu entkommen und die Invasion zu verhindern. Im Grunde genommen schlägt hierbei Terence Fisher Motive an, die die Paranoia-Filme der 50er Jahre aufgegriffen haben. Zum anderen erinnert die Story an den Stil der Romane von John Wyndham und dem frühen John Christopher, deren literarische Bedrohungsszenarien sich ebenfalls immer auf einen bestimmten Ort beschränkten. Ob sich Drehbuchautor Robert Liles von beiden inspirieren ließ, kann nicht beantwortet werden, erscheint aber durchaus möglich.

Aber ganz egal, woher die Inspiration kam, „Night of the Big Heat“ ist ein durch und durch unterhaltsamer Film, das Ergebnis dreier Ikonen des Horrorfilms.

Night of the Big Heat (Dt. Titel: Brennender Tod), Regie: Terence Fisher, Drehbuch: Ronald Liles, Produktion: Ronald Liles, Tom Blakeley, Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Patrick Allen, Jane Merrow, Sarah Lawson, England 1967, Laufzeit: 90 Min.

The 80s: Hellraiser (1987)

hellraiser„We’ll tear your soul apart!“ dürfte wohl zu den bekanntesten Dialogzeilen innerhalb des Horrorgenres gehören. Clive Barker, der zunächst als Theaterregisseur arbeitete, lieferte mit „Hellraiser“, aus dem dieser Satz stammt, sein Debut ab. Der Film wurde nicht nur zu einem enormen Erfolg, sondern erreichte schnell Kultstatus.

Es geht um Frank Cotton, der einen bizarren Würfel kauft, mit dem man einen Durchgang in eine andere Dimension öffnen kann. Dabei erregt er jedoch zugleich die Aufmerksamkeit der Zenobiten, bizarre Dimensionsreisende, die auf der Suche sind nach der ultimativen (schmerzhaften) Erfahrung. Kurz nach Franks spurlosem Verschwinden, zieht sein Bruder Larry mit seiner Frau Julia und ihrer Tochter Kirsty in Franks Haus. Dort aber geschehen sonderbare Dinge. Julia gerät immer mehr in den Bann von Frank, der sich durch einen Tropfen Blut nach und nach rematerialisiert. Als Kirsty den Würfel findet und ihn aktiviert, kehren zugleich auch die Zenobiten zurück in das Haus …

Clive Barker vermischte in „Hellraiser“ Lovecraft mit de Sade, was der Geschichte eine sehr starke sexuelle Komponente verleiht. Es geht um die Erfahrung von Schmerz als eine Art sexuelle Lust. Kein Wunder also, wenn Pinhead und seine beiden Mitreisenden in schwarzen Lederanzügen erscheinen und dadurch auf eine SM-Symbolik verweisen. Wenn zum Schluss Frank, der sich Larrys Haut übergezogen hat, in der Hoffnung, dadurch von den Zenobiten nicht entdeckt zu werden, doch noch von den spitzen Metallhaken durchbohrt und auseinandergerissen wird, überhöht dies die Symbolik um ein Vielfaches. Der Satz „Jesus wept“, den Frank kurz davor von sich gibt, musste dann doch aus dem Film herausgeschnitten werden.

„Hellraiser“ beeindruckt nicht nur aufgrund seiner originellen Story, sondern auch durch die hervorragenden Schauspieler und nicht zuletzt durch die erstklassigen Masken- und Make Up-Effekte. Barker verwendete die Goreeffekte nicht um ihrer selbst Willen, sondern webte sie hervorragend in die Geschichte mit ein, sodass ihnen eine eigene Logik anhaftet und dem Film diese spezielle, düstere Ästhetik verleiht.

Die Figur Pinhead wurde  – ähnlich wie Freddy Krüger – recht schnell Bestandteil der US-amerikanischen Popkultur. In Deutschland waren es mal wieder die Pädagogen, die entsetzt die Hände über ihren Köpfen zusammenschlugen. In der Tat löste der Film eine Art Schreibwut aus, die zu einer Vielzahl Artikel führte, in denen Erziehungswissenschaftler erklärten, wie schlimm „Hellraiser“ sei. Das Problem dabei war, dass keiner der Autoren auch nur ansatzweise versucht hatte, den Film zu verstehen, sodass ihre Kritiken nicht nur falsch, sondern sehr oberflächlich waren. Zum Glück sind die meisten von ihnen in Vergessenheit geraten. „Hellraiser“ dagegen ist ein Klassiker des Horrorfilms.

Hellraiser. Regie u. Drehbuch: Clive Barker, Produktion: Christopher Figg, Darsteller: Ashley Laurence, Clare Higgins, Sean Chapman, Andrew Robinson, Doug Bradley. England 1987, Laufzeit: 93 Min.

 

Die Klunkerecke: Das Geheimnis des schreienden Schädels

skullWeil Schauspieler Alex Nicols nie die Rollen bekam, die er eigentlich spielen wollte, fasste er eines Tages den Entschluss, einen eigenen Film zu drehen. In „The screaming Skull“ (1958) spielte er den geistig zurückgebliebenen Gärtner Mickey, der sich um ein leer stehendes Anwesen kümmert.

Das Haus gehört Eric Whitlock, der zusammen mit seiner zweiten Frau Jenni darin leben möchte. Seine erste Frau Marianne starb bei einem rätselhaften Unfall. Eric hat seit dem Tod seiner ersten Frau das Haus nicht mehr betreten, doch nun möchte er die Vergangenheit vergessen und zusammen mit Jenni ein neues Leben beginnen. Doch bereits in der ersten Nacht geschehen seltsame Dinge. Jenni vernimmt seltsame Laute. Noch schlimmer wird es, als sie über Nacht in dem Haus alleine ist. Während Eric glaubt, Jenni leide unter Wahnvorstellungen, spitzt sich die Lage mehr und mehr zu.

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Regisseur Alex Nicols als Gerätner Mickey.

Die Handlung klingt nicht nur spannend, sie ist es auch. Und hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: Alex Nicols hatte für sein Debüt zwar so gut wie kein Budget zur Verfügung, doch machte er das Beste aus dem, was er hatte.

Die Aufnahmen des leer stehenden Hauses sind so gewählt, dass das Gebäude als Ganzes nie zu sehen ist. Immer bekommt der Zuschauer nur einen Teil der Fassade zu Gesicht, dabei sind die Kameraeinstellungen so gewählt, dass das Gebäude eine durchaus rätselhafte und latent unheimliche Ausstrahlung vermittelt. Das Gebäude erhält dadurch eine Art lebendigen Charakter, so als wolle es sich verstecken, als lauere es auf seine nächsten Opfer.

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Jenni am Grab von Erics erster Frau Marianne.

Interessant sind hierbei die beiden Pfauen, die durch den Garten des Hauses stolzieren und der Atmosphäre den Hauch einer klassischen Gespenstergeschichte verleihen. Man könnte meinen, dass Nicols mit seinem Film „The screaming Skull“ eine Adaption der berühmten gleichnamigen Gruselgeschichte von Marion Crawford im Sinn hatte, doch bestreitete er dies in einem Interview. Viel eher orientiert er sich, was den Spannungsaufbau und die ersten Spukerscheinungen betrifft an „Der unheimliche Gast“ (1944). Beide beginnen mit plötzlichen seltsamen Lauten, die mitten durch die Nacht hallen.

skull3Wie bereits angedeutet, machte Alex Nicols aus der Not eine Tugend. Das Geld für den Film war knapp, eine richtige Ausstattung daher zu teuer. Tatsächlich sind die Wände in dem Haus kahl, es gibt lediglich ein Bett und hin und wieder ist auch ein Stuhl zu sehen. Eric erklärt diesen Umstand Jenni, dass Marianne und er nie Wert auf irgendwelche Möbel gelegt haben, aber dass sie dies nun sicherlich ändern werden.

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Jenni hört seltsame Geräusche.

Und dann gibt es noch ein Porträt von Marianne, das einen seltsamen lebendigen Eindruck vermittelt. Jenni ist mehr und mehr davon überzeugt, dass Erics erste Frau durch das Haus spukt. Die Gruselszenen sind recht gut gemacht, vermitteln eine gewisse Dichte, sind spannend und spielen ansatzweise mit Licht und Schatten. In der Tat wurde der Film damals als absolutes Gruselereignis vermarktet. So beginnt der Film auch nicht mit dem eigentlichen Vorspann, sondern mit einem Vorwort, in dem der Erzähler den Zuschauern mitteilt, dass der Film so unheimlich ist, dass man vor Angst sterben könnte. Daher wurde ein kostenloses Begräbnis garantiert, wenn ein solcher Fall eintreten sollte.

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Auch Eric lauscht …

Diese Idee ist im Grunde genommen weniger originell, als sie zunächst wirkt. Bereits in den 30er Jahren warben Produktionsfirmen dafür, die Kosten für ein Begräbnis zu übernehmen, falls ein Zuschauer vor Angst sterben sollte.

Hauptakteur in dem Film, und hier kommen wir eindeutig zum trashigen Teil des Werks, ist ein Totenschädel, den Jenni in einem Schrank findet. Dass dieser aus Gummi ist, merkt man spätestens dann, wenn er wie ein Ball über den Boden hüpft. Im Finale schließlich schwebt ein eingeblendeter Riesentotenschädel durch den Garten, auf der Jagd nach seinen Opfern.

Gut, diese Szenen machen zwar Spaß, aber verderben gleichzeitig die klassische Gruselatmosphäre des bisherigen Films. Gut gelungen dagegen ist das Auftauchen des echten Geistes, dem Jenni unerwartet im Gewächshaus begegnet. Dieser schemenhafte Schrecken ist einfach, aber sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt.

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Look, who’s back …

„The screaming Skull“ dauert etwas mehr als eine Stunde und nutzt ingesamt jede Sekunde für den Spannungsaufbau. Die Geschichte schreitet schnell voran, Durchhänger gibt es keine, und Nicols und sein Team waren anscheinend voll bei der Sache. Diese Motivation merkt man dem Film an, sodass der Spaß des Teams auf den Zuschauer übertragen wird. In Deutschland lief der Film unter dem Titel „Das Geheimnis des schreienden Schädels“ in den Kinos, geriet aber dann schnell in Vergessenheit. In den USA dagegen ist der Film Horrorfans noch immer bekannt.

 

 

 

Die Klunkerecke: Das Lustschloss der grausamen Vampire

lustschlossEin Mann begegnet in der Nacht einer schönen Frau. Schnell stellt sich heraus, dass sie auf der Flucht ist vor Leuten mit sonderbaren Tiermasken.- So beginnt einer der wohl faszinierendsten Filme des Meisters Jean Rollin (1938-2010), der bekannt war für seine surrealen Werke.

Die Spur des Geheimnisses um die Frau führt Pierre zu einem abgelegenen Haus, in dem sich allabendlich Leute aus ganz Paris treffen. Hinein aber kommt nur, wer eine Einladungskarte vorweisen kann. Pierre verschafft sich diese auf unrühmliche Weise. Und statt der erhofften Antwort auf seine unausgesprochene Frage, stößt er auf weitere Rätsel.

„La Vampire Nue“ aus dem Jahr 1970 ist ein filmisches Kunstwerk. Rollin pfeift auf den Mainstream, er pfeift auf die bisherigen Darstellungen von Vampiren im Kino. Vielmehr schafft er seine eigene Welt voller Sinnlichkeit, Rätsel und theatralischen Toden.

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Die Frau auf der Flucht vor den Maskenleuten.

Jean Rollin war stets bekannt für seine fast schon statischen Kameraeinstellungen. Doch schuf er damit alles andere als Langeweile. Seine Bildkompositionen sind geradezu exquisit, vermitteln Schönheit, Unheimliches und Mysteriöses in einem. In dem Prolog des Films, in dem Pierre – untermalt von psychedelischer Musik – zum ersten Mal der rätselhaften Frau begegnet, treffen unterschiedliche Tempi aufeinander, die von absolutem Stillstand bis zu Szenen reichen, in denen Pierre verzweifelt vor den Maskenleuten flieht. Zwischendurch eine Verneigung vor dem Horrorkino der 30er und 40er Jahre, in dem lang gezogene Schatten über kahle Hausfassaden schleichen.

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Der Anführer der Maskenleute.

In Deutschland erhielt der Film, der übrigens Rollins erster Farbfilm war, den schön trashigen Titel „Das Lustschloss der grausamen Vampire“. Ähnlich wie Mario Bava bewies Rollin, dass Trash eine besondere Form der Kunst darstellt. Sei es die spezielle Farbgebung, die kunstvollen Einstellungen oder die teils natürlichen Kulissen, Jean Rollin bringt den Zuschauer dazu, in eine Art Trance zu verfallen, in einen Rausch, in dem er sich den traumartigen Bildern vollkommen hingibt.

Das Interessante ist, dass der Film aufgrund seiner teils langsamen Einstellungen keinesfalls langweilig oder öde wird. Rollin gelingt es, genau dadurch eine intensive Dichte und Spannung aufzubauen. Der Schluss des Films ist ein Sinnbild für die sozialen Bewegungen der damaligen Zeit. Hier konfrontiert er kapitalistische Geldgier mit einer alternativen Lebenswelt.

Jean Rollin schrieb und drehte bis zu seinem Todesjahr 2010 weitere Filme. Zwischendurch musste er sich mit Auftragsarbeiten im Softpornobereich über Wasser halten. „La Vampire Nue“ ist und bleibt einer seiner besten Filme.

Bei den Szenenfotos handelt es sich um Screenshots, die dazu dienen, den Inhalt des Textes zu veranschaulichen. Copyright by X Gabu.

The Maze – Ein vergessenes Meisterwerk

themaze2Wer den Namen William Cameron Menzies nicht kennt, kennt auf jeden Fall einen seiner Filme. Mit dem Klassiker „Invaders from Mars“ (1953) schuf er einen der ästhetisch ausgereiftesten SF-Filme der 50er Jahre. Menzies verstand es wie kaum einer vor ihm, Trash mit surrealer Kunst zu verbinden. Mario Bava und später Dario Argento ließen sich von Menzies‘ Filmkunst inspirieren und entwickelten diese im Bereich des Horrorfilms weiter.

Auf das Konto Menzies‘ geht auch der Klassiker „Things to Come“ (1935), der die technischen Innovationen unserer Gegenwart vorwegnahm und zudem als Prototyp des Zombie-Apokalypse-Szenarios gelten kann.

Im selben Jahr wie „Invaders from Mars“ drehte Menzies den Horrorfilm „The Maze“. Im Gegensatz zur erstgenannten Produktion, geriet „The Maze“ in Vergessenheit. Nachvollziehen kann man dies nicht, bietet dieser Film doch eine geradezu vollendete Visualisierung des Unheimlichen.

Der Film handelt von Kitty, die kurz vor ihrer Hochzeit mit Sir Gerald MacTeam steht. Während eines gemeinsamen Urlaubs erhält MacTeam einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er sofort nach Craven Castle kommen soll, da ein naher Verwandter gestorben sei. Als Kitty auch nach über sechs Wochen nichts mehr von ihrem Verlobten hört, beschließt sie, trotz der Bedenken ihrer Tante, Craven Castle aufzusuchen, um ihren Verlobten zur Rede zu stellen. Ihr Aufenthalt in dem alten Schloss wird zu einem Albtraum.

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Kitty betritt den sonderbaren Irrgarten.

„The Maze“ wird gerne als ein Film bezeichnet, der von den Ideen Lovecrafts inspiriert ist. In der Tat finden sich darin die wesentlichen Aspekte einer Lovecraft-Story: ein altes Buch, ein fürchterliches Familiengeheimnis und mysteriöse Deformationen. Obwohl es sich um einen Horrorfilm handelt, wurde dieser vor allem für ein weibliches Publikum produziert. Die männlichen Figuren treten gegenüber Kitty und ihrer Tante Edith in den Hintergrund. Zudem ist es eine Frau (Tante Edith), welche in kurzen Zwischen-Shots die unheimliche Geschichte erzählt.

Menzies, der auch die Kulissen mitgestaltete, setzte voll und ganz auf eine surreale, teils märchenhafte Atmosphäre, die durchaus an Cocteaus „Die Schöne und Das Biest“ erinnert. Das einsam gelegene Schloss fällt durch seine übergroßen Stufen auf, was zu äußerst bizarren Bewegungen beim Treppensteigen führt. Nachts werden sämtliche Türen verschlossen. Und nachts ertönen plötzlich unheimliche, schlurfende Geräusche durch das Gemäuer. Einer der bemerkenswertesten Szenen zeigt Kitty, die auf das Licht starrt, das durch den unteren Türschlitz fällt, während sich die Geräusche nähern. Schließlich kriecht vor der Tür ein sonderbarer Schatten vorbei. Als die Geräusche außerhalb des Schlosses erklingen, schaut Kitty aus dem Fenster hinunter auf den Irrgarten, der sich neben dem Schloss befindet. Ein einsames Licht wandert dort durch die Gänge.

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Was Kitty aus einem der Fenster sieht.

Diese Äthetik des Unheimlichen ist kaum noch zu überbieten. Menzies sorgfältige, geradezu elegante Kameraführung sorgt dabei für das sprichwörtliche I-Tüpfelchen. Das Finale des Films, in dem sich das Grauen offenbart, besteht aus einer Kakophonie unheimlicher, märchenhafter und tragischer Elemente, die vielleicht aus heutiger Sicht etwas enttäuscht, doch zugleich den Lovecraft-Aspekt von „The Maze“ unterstreicht.

Gedreht wurde der Film damals übrigens in 3D, wodurch die Produktionsfirmen versuchten, die Zuschauer von ihren TV-Geräten wieder zurück in die Kinos zu locken. Also eine ganz ähnliche Situation wie heute. „The Maze“ stellte Menzies‘ letzte Kinoarbeit dar. Danach drehte er nur mehr fürs Fernsehen. „The Maze“ kann als der krönende Abschluss seiner Kinoära bezeichnet werden.

Ghoul in the School oder ein Werwolf im Mädcheninternat

werewolf1961 sangen die Fortunes den Hit „There is a ghoul in the school“. Der Song war zugleich das Titellied zu dem Horrorfilm „A Werewolf in a Woman’s Dormitory“, der im selben Jahr in die Kinos kam. Der Film handelt von ominösen Todesfällen in unmitelbarer Nähe eines Mädcheninternats. Die Opfer? Natürlich die Schülerinnen.

Der Lehrer Julian Olcott tritt dort seine neue Stelle an. Kurz zuvor hatte es einen dieser rätselhaften Morde gegeben. Olcott, der an seiner früheren Schule mysteriöse Experimente durchgeführt hat und deswegen entlassen wurde, versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen.

„A Werewolf in a Woman’s Dormitory“ ist eine fast vergessene Perle des US-Horrorfilms, trotzdem er Anfang der 60er Jahre mit recht großem Erfolg in den Kinos lief. Der Film verbindet den Charme des klassischen Horrors mit der sozialen Realität des Schulalltags und den Aspekten des „Who’s done it“-Plots. Die Schule hat sich auf schwer erziehbare Mädchen spezialisiert. Einer der Lehrer hat ein geheimes Verhältnis mit einer der Schülerinnen und wird von ihr erpresst. Interessanterweise wird nicht wie in einer typischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Variante der Unhold präsentiert. Ganz im Gegenteil, denn ein Reiz des Films besteht darin, dass er den Zuschauer miträtseln lässt, wer denn nun der Werwolf ist.

Mehrere Kandidaten kommen dafür in Frage, unter anderem auch Julian Olcott selbst, da dieser bereits mit Fällen von Lykanthropie zu tun gehabt hat. Oder ist es vielleicht eher der zwielichtige Hausmeister? Oder etwa eine der Schülerinnen?

werewolfNicht nur das Miträtseln macht den Film zu einer wunderbaren Mischung aus Spaß und Spannung. Denn die Werwolf-Variation überzeugt zusätzlich durch ihre Gruselästhetik. Gleich die Anfangssequenz, in der eine der Schülerinnen durch den Wald flieht, um ihrem unheimlichen Verfolger zu entkommen, ist geradezu perfekt in Szene gesetzt. Besonders die Flucht über eine einsame, alte Steinbrücke ist ein echter cineastischer Genuß. Die Szene, in der die Schülerinnen und der Lehrerstab einer Beerdigung beiwohnen, orientiert sich an Mario Bavas Sinn für die Bildkomposition. Stellenweise sind die Szenen auf eine Art geschnitten, dass sie eine ungeheure Dichte vermitteln. Die Anspannung greift über, da man glaubt, der Werwolf könne jeden Moment um die Ecke springen.

Kurz, „A Werewolf in a Woman’s Dormitory“ ist gelungene Horrorunterhaltung, die bis heute nichts von ihrem Reiz verloren hat.

 

 

Old Shatterhand und Winnetou im Horrorland: Lex Barker und Pierre Brice als Horrorstars

Lex Barker und Pierre Brice sind aus dem Genre des Abenteuerfilms nicht wegzudenken. Egal ob sie Seite an Seite in den Karl May-Verfilmungen gegen diverse Bösewichte kämpften oder jeder für sich in unterschiedlichen Abenteuern, die Namen der beiden sind unvermeidlich mit diesem Genre verbunden.  Dies verzerrt jedoch die Realität. Denn sowohl Lex Barker als auch Pierre Brice tauchten in diversen Thrillern auf. Nicht weniger interessant ist, dass beide Schauspieler in jeweils einem Horrorfilm die Hauptrolle inne hatten. So spielte Lex Barker die Rolle des Roger Mont Elise in der deutschen Produktion „Die Schlangengrube und das Pendel“ und Pierre Brice die Rolle des Hans von Arnim in der französisch-italienischen Produktion „Die Mühle der versteinerten Frauen“.

mühle der versteinerten frauen„Die Mühle der versteinerten Frauen“ (Il mulino delle donne di pietra)  stammt aus dem Jahr 1960. Regie führte der für seine Sandalenfilme bekannte Regisseur Giorgio Ferroni. Der Film handelt von dem Kunststudenten Hans von Arnim, der eine Doktorarbeit über Bildhauerhei verfassen möchte. Sein Interesse bringt ihn in Kontakt mit Prof. Gregorius Val, der in einer einsam gelegenen Mühle außergewöhnliche Skulpturen anfertigt. In der Mühle begegnet Hans auch Elfie, der Tochter des Professors, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Elfie leidet unter einer seltsamen Krankheit und ihr Vater setzt alles daran, um sie zu heilen. Je mehr sich Hans in der Mühle aufhält, desto augenscheinlicher wird für ihn, auf welche Weise Prof. Val Elfie von ihrer Krankheit befreien möchte. Diese Erkenntnis bringt ihn in Lebensgefahr.

Der Film ist ein Klassiker des europäischen Horrorkinos und besticht durch seine überaus düstere Atmosphäre. Die Optik und die Farbgebung lassen bis heute viele Kritiker und Fans darüber spekulieren, ob Ferroni überhaupt als Regisseur von Il mulino delle donne di pietra in Frage kommt. Viel eher erinnert die Machart des Films an den Meister Mario Bava. Ein anderer Aspekt ist dagegen eindeutig. Der Film lehnt sich stark an den Horrorklassiker „House of Wax“ an. Teile des Plots erinnern ebenfalls an den französischen Klassiker „Augen ohne Gesicht“, der im selben Jahr in die Kinos kam. Für längere Zeit galt „Die Mühle der versteinerten Frauen“ als verschollen. So war die Wiederentdeckung natürlich eine kleine Sensation. Mittlerweile wurde der Film restauriert, wobei jedoch die Tonspur an manchen Stellen nicht mehr gerettet werden konnte. Neben Pierre Brice spielten die italienische Schauspielerin Scilla Gabel, die ebenfalls aus verschiedenen Abenteuer- und Sandalenfilmen bekannt ist, und der deutsche Darsteller Wolfgang Preiss, der auch in den Dr. Mabuse-Filmen mitspielte. Der Film ist ein echter Leckerbissen für Liebhaber alter Horror- und Trashfilme und präsentiert die Kunst des europäischen Kinos auf geradezu wunderbare Weise.

schlangengrube und das pendel1967 kam man in Deutschland auf die Idee, auf die von den englischen Hammer-Studios und den amerikanischen Vince Price-Filmen angeführte Horrorfilmwelle aufzuspringen. Regie führte bei „Die Schlangengrube und das Pendel“ Harald Reinl. Es geht um den Anwalt Roger Mont Elise, der eine Einladung des Grafen Regula erhalten hat, ihn in dessen Schloss Andomai zu besuchen, da er dort mehr über seine Vergangenheit erfahren würde. Auf seiner Reise trifft er auf die Baronesse Lilian von Brabant, die ebenfalls eine Einladung auf das Schloss erhalten hat. Mit von der Partie ist auch der Bandit Fabian, der sich zunächst als Pfarrer ausgibt. Bereits auf der Reise zum Schloss kommt es zu allerhand seltsamen und unheimlichen Zwischenfällen. Das Schloss selbst entpuppt sich als eine einzige Falle. Denn Graf Regula hat geschworen, sich an den Nachfahren der Leute, die ihn vor 35 Jahren hingerichtet haben, zu rächen.

„Die Schlangengrube und das Pendel“ ist Unterhaltung pur. Der Film ist eine Aneinanderreihung von abenteuerlichen Ereignissen und phantastischen Zwischenfällen, welche die einfache Handlung rasant vorantreiben. Im Gegensatz zu den Hammer-Filmen aber wirkt Harald Reinls Horrorausflug doch etwas zu brav und harmlos. Dafür aber geizt der Film nicht mit wundervollen surrealen Kulissen, welche stark zur besonderen Atmosphäre des Films beitragen. So wachsen z.B. Arme und Hände aus den Bäumen. Gelegentlich auch ein Kopf. Das riesige Wandgemälde im Schloss erinnert an Hieronymus Bosch. Christoper Lee spielt den ominösen Grafen Regula, dem es mit okkulten Mitteln gelingt, wieder lebendig zu werden. Lex Barker zur Seite steht Karin Dor als Lilian von Brabant, die mehrmals ihre ohrenbetäubenden Schreikünste zum Besten geben darf. Auch Karl May-Veteran Vladimir Medar ist als Räuber Fabian mit von der Partie. Der Film war zwar kein kommerzieller Erfolg, spielte aber mehr schlecht als recht die Kosten wieder ein. Grund für das eher maue Einspielergebnis war, dass sich Ende der 60er Jahre das Horrorgenre stark veränderte. Die deutschen Produzenten hatten diesen Wandel anscheinend nicht in Betracht gezogen. Selbst die Hammer-Studios standen nur wenige Jahre vor ihrem Aus, da sie den Wandel nicht wirklich mitvollzogen. Nichtsdestotrotz gelang mit „Die Schlangengrube und das Pendel“ ein wundervoller, durchaus ästhetischer Gruselfilm, der bis heute nichts von seinem Unterhaltungswert verloren hat.