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Posts Tagged ‘Horrorfilme der 60er’

gruftderfrauenNeben den Hammer-Studios gab  es in den 60er Jahren noch andere Produktionsfirmen in England, die im Fahrwasser des Erfolgs der beliebten Gothic-Horrorfilme ihre Produktionen auf den Markt zu brachten. Eine dieser Firmen hieß Planet Films, die immer wieder versuchte, auf den „Hammer-Zug“ aufzuspringen. Doch fehlten den Filmen dieser Firma eindeutig der Witz, der Charme und die Leidenschaft, so dass sie nicht aus dem Schatten von Hammer herausragten.

Ein Beispiel hierfür ist „Die Gruft der toten Frauen“, eine recht klassische Gruselgeschichte, die mehr schlecht als recht die damalige Okkultismuswelle aufgreift. Es geht darin um den Schriftsteller Paul Baxter, der zusammen mit seinen beiden Schwestern Urlaub in der Bretagne macht. Bei einem Abendspaziergang werden alle drei von einer alten Zigeunerin gewarnt, da der Fürst der Finsternis hier sein Unwesen treiben soll. Unsere Rationalisten sehen das locker, doch müssen sie kurz danach einsehen, dass sie falsch lagen. Denn Baxters Schwestern werden tot aufgefunden. Da die Polizei ratlos ist, nimmt Baxter die Suche nach dem Mörder selbst in die Hand und kommt so einem Vampir auf die Spur, der vorhat, die Welt zu beherrschen …

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Ein kleines Ritual für zwischendurch; „Die Gruft der toten Frauen“ (1968); Copyright: e-m-s

Im Gegensatz zu den Hammerfilmen, möchte Regisseur Lance Comfort dadurch an Originalität gewinnen, indem er seinen Film in der Gegenwart spielen lässt. So gelingt es ihm tatsächlich, die damalige okkulte Modeerscheinung interessant und nicht ohne Witz einzufangen. Hätte sich der Film komplett in diesem Milieu der Anhänger von Esoterik und Okkultem abgespielt, so wäre ihm sicherlich eine moderne Mischung aus Krimi und Phantastik gelungen.

Leider aber biegt Comfort die Handlung zurück in die klassische und bereits zigmal durchgekaute Vampir-schleicht-durch-die-Nacht-Variante, was eindeutig die Schwäche dieses Filmes ausmacht. Denn die Szenen, in denen der Vampir und seine Gemeinschaft in Aktion treten, erscheinen hier banal und reichen keineswegs an die großartigen Vampirszenarien der Hammer-Produktionen heran. Dadurch ergibt sich ein in Ansätzen gut gemachter Prototyp des Mystery-Thillers, der jedoch beim Abdriften ins Übernatürliche schwächelt.

Die Gruft der toten Frauen (OT: Devils of Darkness), Regie: Lance Comfort, Drehbuch: Lyn Fairhurst, Produktion: Tom Blakeley, Darsteller: William Sylvester, Hubert Noel, Carol Gray, Diana Decker, Tracy Reed. England 1968, 82 Min.

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diemonsterdie„Can you stand PURE TERROR?“ war auf dem damaligen Kinoplakat zu dem Film „Die, Monster, Die!“ zu lesen, der in Deutschland unter dem Titel „Das Grauen von Schloss Witley“ in die Kinos kam. Das Drehbuch basiert auf der Erzählung „Die Farbe auf dem All“ von H. P. Lovecraft. Obwohl auch dieser Film von American International Pictures stammt, wirkt hier nicht Stammschauspieler Vincent Price mit. Stattdessen ließ die Produktionsfirma einen weiteren Star des Horrorgenres auf die Zuschauer los. Es handelte sich dabei um keinen Geringeren als Boris Karloff, der als wahnsinniger Wissenschaftler für Furore sorgen sollte.

Der Film erzählt von Stephen, der seine Verlobte Susan auf Schloss Witley besucht. Kaum ist er dort, als Susans Mutter beide drängt, das Schloss sofort zu verlassen. Doch Stephen möchte unbedingt hinter das Geheimnis des Schlosses kommen, in dem Susans Vater unheimliche Experimente durchführt. Schließlich treten sie dem „puren Terror“ von Angesicht zu Angesicht gegenüber …

„Die, Monster, Die!“ ist zwar ein gelungener Trash-Horror aus dem Hause AIP, besitzt aber zugleich nicht die Qualität und den Charme der Vincent-Price-Filme, auch wenn SF- und Horrorautor Jerry Sohl das Drehbuch verfasste. In David Hallers Film stehen Alleskönner Stephen und seine stets kreischende Verlobte einem müde erscheinenden Boris Karloff gegenüber. Was man dem Film aber dennoch zugute halten muss, ist, dass es ihm gelingt, den Zuschauer immer wieder zu überraschen.

Ebenso interessant ist, dass „Die, Monster, Die!“ gezielt auf Schockeffekte setzt. Im Kino verfehlten diese sicherlich nicht ihre Wirkung. Es handelt sich dabei um den Einsatz von nervenaufreibender Stille, der unerwartet ein lautes Geräusch folgt, um dadurch das Publikum aus den Kinositzen fahren zu lassen. Gerne wird diese Methode auch in heutigen Filmen eingesetzt wird. So wirken die Schockeffekte, mit denen „Das Grauen von Schloss Witley“ gewürzt ist, auch heute noch, was den Unterhaltungsgrad des Films noch erhöht.

Mit dem Werk Lovecrafts hat der Film natürlich kaum noch etwas zu tun. Als klassischer Horrorfilm aber ist er immer wieder sehenswert.

Das Grauen auf Schloss Witley (OT: Die, Monster, Die!), Regie: Daniel Haller, Drehbuch: Jerry Sohl, Produktion: Pat Green, Darsteller: Boris Karloff, Nick Adams, Susan Farmer, Freda Jackson, Paul Farrell, Terence de Marney. USA 1965, 75 Min.

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muehlecoverDer Name Pierre Briece ist unweigerlich verbunden mit Winnetou. Diese Figur machte den französischen Schauspieler zum Star in Deutschland. Dass seine eigentliche Karriere allerdings mit einem Horrorfilm begann, dürfte den wenigsten bekannt sein.

1960 erhielt Pierre Briece die Hauptrolle in dem Gothic-Horror „Die Mühle der versteinerten Frauen“. Dieser Film, der auf einer flämischen Erzählung beruht, beinhaltet das gesamte Repertoire der englischen Hammer-Produktionen, der Poe-Filme von Roger Corman sowie des italienischen Horrorfilms. Die stilvolle, satte Farbgebung, die düsteren, detaillierten Kulissen sowie die originellen Kameraeinstellungen lassen den ganzen Film als echtes Kunstwerk erscheinen. Einzelne Szenen erinnern an die Gemälde flämischer Meister. Und dies hat auch seinen Sinn, hat doch der gesamte Film Kunst zum Thema.

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Professor Wahl (Wolfgang Preiss) begrüßt seine Besucher.

Pierre Briece spielt darin den Architekturstudenten Hans van Harnim, der eine Arbeit über das „Carillon der versteinerten Frauen“, welches unheimliche Frauenstatuen auf einem Mühlrad zeigt, schreiben möchte. Dieses befindet sich in einer einsam gelegenen Mühle. Er trifft auf seinen Lehrer Professor Wahl, dem die Mühle gehört. Dessen Tochter leidet jedoch unter einer seltsamen Krankheit. Um überleben zu können, benötigt sie ständig frisches Blut. Als Hans van Harnims Verlobte spurlos verschwindet, versucht er, auf eigene Faust, sie wieder zu finden. Dabei kommt er dem Geheimnis der Mühle und jenes seltsamen Kunstwerks mehr und mehr auf die Spur.

Gerüchten zufolge soll der bekannte italienische Horrorregisseur Mario Bava bei der Entstehung des Filmes mitgewirkt haben. Für Filmhistoriker scheint diese These plausibel, da dadurch die spezielle Farbgebung sowie der dramaturgische Stil des Films erklärt werden könnten. Diese tauchen erst wieder in Bavas eigenen Werken und in denen seines Schülers Dario Argento auf.

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Hans von Harnim (Pierre Briece) entdeckt das schreckliche Geheimnis des Kunstwerks.

Der Film selbst lief zwar durchaus erfolgreich in den europäischen Kinos, entwickelte sich allerdings keineswegs, wie etwa Cormans „Die Verfluchten“, der im selben Jahr erschien, zum Kassenschlager. Dies hatte zur Folge, dass „Die Mühle der versteinerten Frauen“ sehr schnell wieder wieder in Vergessenheit geriet, sodass nach ein paar Jahren das Gerücht kursierte, dass der Film verschollen sei. Nur einzelne Szenenfotos zeugten überhaupt von der Existenz dieses Meisterwerks. Zum Glück jedoch entpuppte sich dieses Gerücht als Trugschluss. Denn die Filmrollen staubten seelenruhig in einem Archiv vor sich hin.

Obwohl der Film im Grunde genommen eine weitere Variation des „Wachsfigurenkabinett“-Themas darstellt, erweitert er dieses durch eine Art moderne Form des Vampirismus. Auf diese Weise gelingen Giorgio Ferroni viele unheimliche Momente, angefangen von dem schrillen Schrei, der hinter einem tiefroten Vorhang hervordringt, bis hin zu eben jenem unheimlichen Kunstwerk, das von allen bestaunt wird. Für Liebhaber klassischer Horrorfilme sind die „versteinerten Frauen“ daher ein wahrer Genuss.

Die Mühle der versteinerten Frauen (OT: Il Mulino delle Donne di Pietra), Regie u. Drehbuch: Giorgio Ferroni, Produktion: Giampaolo Bigazzi, Darsteller: Pierre Briece, Wolfgang Preiss, Scilla Gabel, Dany Carrel. Italien/Frankreich 1960, 90 Min.

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dreigesichterderfurchtItaliens Filmindustrie war in den 60er Jahren dank der Herkules-Filme im Aufwind. Parallel zu den Sandalenfilmen produzierte man zunehmend auch Horrorfilme, wobei vor allem die Filme Mario Bavas international Aufsehen erregten. Der Erfolg führte dazu, dass die US-amerikanische Produktionsfirma American International Pictures italienischen Firmen mehrere Filme in Auftrag gab, um dadurch auf dem Erfolg mitschwimmen zu können.

Einer dieser Filme war „Die drei Gesichter der Furcht“ aus dem Jahr 1963, der in den USA unter dem Titel „Black Sabbath“ in die Kinos kam. Es handelt sich dabei um eine Anthologie, bestehend aus drei kürzeren Filmen, die von den Klassikern Guy de Maupassaunt und Aleksey Tolstoy inspiriert wurden. Die Titel der drei Filme lauten „Telefon“, „Wurdulack“ und „Der Wassertropfen“. Während es sich bei „Telefon“ um einen Giallo handelt, sind die beiden anderen Filme reine Horrorfilme.

„Telefon“ erzählt die Geschichte von Rosy, einem Calldirl, das nachts plötzlich ominöse Anrufe erhält. Ihr früherer Freund Frank ist aus dem Gefängnis geflohen und droht Rosy nun damit, sie umzubringen, da sie ihn verraten hat. Aus Angst bittet Rosy ihre Freundin Mary darum, die Nacht bei ihr zu verbringen. Doch dann taucht Frank tatsächlich auf …

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Rosy (Michele Mercier) erhält einen ominösen Anruf. In „Drei Gesichter der Furcht“ (1963).

In „Telefon“ geht es um Rache, um Täuschung und um eine angedeutete lesbische Liebesbeziehung. Bava zeigte in dem Film, dass er auch hervorragende Thriller drehen konnte, die im Vergleich zu Hitchcock in nichts nachstanden. Der einzige Unterschied: die erotischen Zwischentöne sind bei Bava weitaus direkter. In „Telefon“ beherrscht die unterschwellige Erotik den ganzen Film, schafft dadurch neben der dichten Spannung eine zusätzliche Sinnlichkeit, die von der Gestik der Darstellerinnen bis hin zur Farbgebung und Beleuchtung alles vereinnahmt. So gesehen ist „Telefon“ ein echtes, kleines Meisterwerk.

„Der Wurdulak“ orieniert sich ziemlich genau an der Erzählung „Die Rache des Wurdulak“ des Schriftstellers Aleksey Tolstoy (nicht zu verwechseln mit dem „Krieg und Frieden“-Tolstoy). Ein anderes bekanntes Werk Tolstoys ist der Marsroman „Aelita“. In Film und Erzählung geht es um einen Reisenden, der zu einem abgelegenen Haus kommt. Da es schon spät ist, bittet der Reisende die Bewohner darum, in dem Haus übernachten zu dürfen. Dabei stellt sich heraus, dass die Bewohner befürchten, noch in derselben Nacht von einem Vampir heimgesucht zu werden …

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Der Wurdulak nähert sich dem Haus. In „Drei Gesichter der Furcht“ (1963).

„Der Wurdulak“ ist ein spannender, unheimlicher und recht drastisch in Szene gesetzter Horrorfilm. Im Gegensatz zu den damaligen Horrorfilmen aus Hollywood, zeigten die italienischen Filme mehr Blut und Gewalt. Boris Karloff spielte den Wurdulak, der eigentlich der Vater der Familie ist, die in dem Haus wohnt, und nun als Vampir zurückkehrt. Es wird erstochen und geköpft, die in Angst lebende Familie geht dabei zu Grunde, die einzelnen Mitglieder verwandeln sich nach und nach selbst zu Vampiren. Der Film ist zum einen sehr düster, zum anderen hoch spannend und entwickelt eine wunderschöne Gruselästhetik, die weit über das Können der US-Kollegen hinausragt.

„Der Wassertropfen“ schließlich erzählt die Geschichte einer Krankenschwester, die in einer Gewitternacht in das unheimliche Haus eines Mediums geholt wird, die während einer ihrer Sitzungen gestorben ist. Da die Krankenschwester nichts mehr für die Frau tun kann, macht sie den leblosen Körper zurecht, bevor er von den Sanitätern abgeholt wird. Dabei stielt sie einen Ring. Wieder zuhause, hört sie immer wieder das Tropfen von Wasser. Und schließlich erscheint der schreckliche Leichnam in ihrer Wohnung …

Der letzte Film der Anthologie hat es in sich. Zum einen ist wiederum die Story überaus spannend und dicht umgesetzt. Hinzu kommt Bavas Spiel mit Licht und Farben, das die einzelnen Szenen teilweise surreal erscheinen lässt. Das Augenmerkt aber liegt vor allem auf dem Leichnam des Mediums, dessen verzerrtes Gesicht einem auch heute noch eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Mario Bavas Vater hatte diese gruselige Puppe aus Wachs gefertigt.

Während „Die drei Gesichter der Furcht“ in Italien und anderen europäischen Ländern ungeschnitten gezeigt wurde, musste der Film für den US-amerikanischen Filmmarkt gekürzt werden, da, wie vorhin bereits bemerkt, manche Anspielungen und Darstellungen zu direkt und zu brutal waren. Dennoch wurde der Film ein großer Erfolg.

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nightmareNeben den klassischen Gruselfilmen, in denen es um Geister, Hexen, Vampire und andere unheimliche Geschöpfe geht, produzierten die Hammer-Studios auch eine Reihe Psychothriller, welche an Hitchcocks Kassenschlager „Psycho“ anknüpfen sollten. Dadurch kam es zu Filmen wie „Ein Toter spielt Klavier“ (Scream of Fear) oder „Das Haus des Grauens“ (Paranoiac). Ein weiteres Beispiel dieser anderen Seite von Hammer ist „Der Satan mit den langen Wimpern“. Wie auch in den beiden anderen erwähnten Filmen, schrieb Hammers Drehbuchstar Jimmy Sangster das Script.

In gewisser Weise kann man behaupten, dass es sich bei „Scream of Fear“, „Paranoiac“ und „Nightmare“ um eine lose Trilogie handelt. Denn im Grunde genommen wird in allen drei Filmen dieselbe Geschichte erzählt, allerdings in unterschiedlichen Variationen.

„Der Satan mit den langen Wimpern“ erzählt die Geschichte der jungen Janet, die seit ihrer Kindheit unter Wahnvorstellungen und Angstträumen leidet. Ständig glaubt sie, von ihrer wahnsinnigen Mutter verfolgt zu werden. Janet wird daher aus der Schule entlassen, um sich in ihrem Familienwohnsitz zu erholen. Hier jedoch werden ihre Alpträume und Halluzinationen noch schlimmer. Oder sind es vielleicht gar keine Vorstellungen? Niemand schenkt Janets Angst, dass ihre Mutter aus der Irrenanstalt geflohen sein könnte, Glauben. Dadurch sinkt sie immer tiefer in den Wahnsinn.

Der Film verknüpft gekonnt Psychothriller mit den Aspekten des Haunted-House-Genres. Bereits die gewaltige Fassade von Janets Elternhaus weist daraufhin, dass es innen unübersichtlich ist und man sich in dem Gebäude durchaus verlaufen kann. Dieser Eindruck wird in der Innenausstattung fortgesetzt. Tiefe, undurchdringliche Schatten machen Janets  Zuhause zu einem unheimlichen und ungemütlichen Ort. Obwohl das Haus durch seine enorme Größe hervorsticht, kreieren die Schatten eine Art von Klaustrophobie, die Janets Ängste auf den Zuschauer überträgt.

Janet stößt in ihrem Heim keineswegs auf Geborgenheit. Vielmehr herrschen in den vier Wänden Gefühlskälte, die Erinnerungen an einen grausamen Mord und Scheinheiligkeit. Es kommt zu einem nicht enden wollenden Familienstreit. Dieser wird teilweise so heftig ausgetragen, dass einzelne Szenen auch heute noch recht drastisch wirken. Auch die Schockeffekte erzielen durchaus ihre Wirkung.

Jimmy Sangster und Regisseur Freddie Francis gelingt es, der Story völlig überraschende Wendungen zu geben. Auch wenn man bei Vorkenntnis der anderen beiden Filme weiß, auf was alles letzten Endes hinausläuft, führen Handlungsdichte und Spannungsmomente keineswegs zu Langeweile.

Hammer drehte seine Psychothriller konsequent in Schwarzweiß. Dies erweist sich sehr zum Vorteil der Optik. Die Schatten erscheinen wie mit einem dicken Pinsel aufgetragen. Angst und Wahnsinn bekommen durch das Spiel aus Licht und Schatten eine intensivere Note. Jimmy Sangster behauptete einmal, dass er viel lieber Thriller schreibe, als Drehbücher zu gewohnten Horrorfilmen. Seine Vorliebe stellte er in diesem Film gekonnt unter Beweis.

Der Satan mit den langen Wimpern (OT: Nightmare), Regie: Freddie Francis, Drehbuch u. Produktion: Jimmy Sangster, Darsteller: David Night, Moira Redmond, George A. Cooper. England 1964, 83 Min.

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werewolf1961 sangen die Fortunes den Hit „There is a ghoul in the school“. Der Song war zugleich das Titellied zu dem Horrorfilm „A Werewolf in a Woman’s Dormitory“, der im selben Jahr in die Kinos kam. Der Film handelt von ominösen Todesfällen in unmitelbarer Nähe eines Mädcheninternats. Die Opfer? Natürlich die Schülerinnen.

Der Lehrer Julian Olcott tritt dort seine neue Stelle an. Kurz zuvor hatte es einen dieser rätselhaften Morde gegeben. Olcott, der an seiner früheren Schule mysteriöse Experimente durchgeführt hat und deswegen entlassen wurde, versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen.

„A Werewolf in a Woman’s Dormitory“ ist eine fast vergessene Perle des US-Horrorfilms, trotzdem er Anfang der 60er Jahre mit recht großem Erfolg in den Kinos lief. Der Film verbindet den Charme des klassischen Horrors mit der sozialen Realität des Schulalltags und den Aspekten des „Who’s done it“-Plots. Die Schule hat sich auf schwer erziehbare Mädchen spezialisiert. Einer der Lehrer hat ein geheimes Verhältnis mit einer der Schülerinnen und wird von ihr erpresst. Interessanterweise wird nicht wie in einer typischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Variante der Unhold präsentiert. Ganz im Gegenteil, denn ein Reiz des Films besteht darin, dass er den Zuschauer miträtseln lässt, wer denn nun der Werwolf ist.

Mehrere Kandidaten kommen dafür in Frage, unter anderem auch Julian Olcott selbst, da dieser bereits mit Fällen von Lykanthropie zu tun gehabt hat. Oder ist es vielleicht eher der zwielichtige Hausmeister? Oder etwa eine der Schülerinnen?

werewolfNicht nur das Miträtseln macht den Film zu einer wunderbaren Mischung aus Spaß und Spannung. Denn die Werwolf-Variation überzeugt zusätzlich durch ihre Gruselästhetik. Gleich die Anfangssequenz, in der eine der Schülerinnen durch den Wald flieht, um ihrem unheimlichen Verfolger zu entkommen, ist geradezu perfekt in Szene gesetzt. Besonders die Flucht über eine einsame, alte Steinbrücke ist ein echter cineastischer Genuß. Die Szene, in der die Schülerinnen und der Lehrerstab einer Beerdigung beiwohnen, orientiert sich an Mario Bavas Sinn für die Bildkomposition. Stellenweise sind die Szenen auf eine Art geschnitten, dass sie eine ungeheure Dichte vermitteln. Die Anspannung greift über, da man glaubt, der Werwolf könne jeden Moment um die Ecke springen.

Kurz, „A Werewolf in a Woman’s Dormitory“ ist gelungene Horrorunterhaltung, die bis heute nichts von ihrem Reiz verloren hat.

 

 

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