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Posts Tagged ‘Horrorfilm’

Obwohl die Hochphase des neuen spanischen Horrorfilms, die etwa Anfang 2000 begann, längst wieder verpufft ist, so kommen dennoch immer mal wieder interessante und vor allem sehenswerte Genrefilme über die Pyrenäen. So z.B. der Thriller „El Bar“ des Regisseurs Alex de la Iglesia.

Iglesia ist einer der wenigen spanischen Regisseure, der sich voll und ganz auf das Horror- und Thrillergenre spezialisiert hat und dabei fast schon regelmäßig Preise einheimst. Sein neuester Streich spielt, wie es der Titel bereits verrät, in einer Bar in der Innenstadt von Madrid. Dort befindet sich gerade eine Handvoll Leute, als auf einmal ein hustender Mann das Lokal betritt und sich in der Toilette verschanzt. Kurz darauf wird ein Kunde, der die Bar verläßt, erschossen und die Umgebung, in der sich die Bar befindet, weiträumig abgesperrt. Für die kleine Gruppe in der Kneipe ist nur eines klar: sie müssen einen Weg hinaus finden. Denn die Lage wird immer bedrohlicher.

„El Bar“ ist eine durch und durch gelungene Mischung aus Thriller, Horror und schwarzer Komödie. Die Anspielungen auf „Rec“ sind gewollt und werden in einer Szene auch mit viel Selbsironie angesprochen. Während „Rec“ aber direkt zeigt, was los ist, so setzt „El Bar“ auf Andeutungen. Dies führt zu einem spannenden Rahmen, innerhalb dessen sich dann die eigentliche Story entfaltet.

Denn diese geht darum, wie die Lage in der Bar nach und nach eskaliert. Sind sich alle zunächst im Klaren, dass sie zusammenhalten müssen, so bröckelt dieser Zusammenhalt sofort, als es nur darum geht, wer mit dem noch einzigen funktionierenden Handy telefonieren darf. Immer weiter spitzt sich die Situation zu, bis diese völlig außer Kontrolle gerät.

Iglesia zeigt auch in diesem Film, dass er sein Handwerk versteht. Die Geschichte rast ungebremst voran, wird dabei von Mal zu Mal dichter und spannender, wobei sich parallel dazu die Konflikte radikalisieren und regelrecht ausarten. All dies aber stets versehen mit einem ironischen Schmunzeln, das aus all den Geschehnissen eine bissige Horrorkomödie macht, die das zwischenmenschliche Verhalten und die Moral in unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt. Dies macht „El Bar“ zu einem äußerst kurzweiligen und witzigen Filmvergnügen. Kurz: Sehenswert.

El Bar. Regie: Alex de La Iglesia, Drehbuch: Alex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarria, Produktion: Carolina Bang, Alex de la Isglesia, Darsteller: Mario Casas, Blanca Suarez, Alejandro Awada, Carmen Machi, Terele Pavez, Jaime Orodnez. Spanien 2017, 98 Min.

 

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Die 60er Jahre begannen mit einem Paukenschlag und endeten mit einem Paukenschlag. Am Anfang stand Hitchcock, der mit einem bis dahin noch nie da gewesenen Thriller die Zuschauer in Panik versetzte, am Ende mit „Nacht der lebenden Toten“ ein Low-Budget-Horrorfilm, der das US-amerikanische Kino komplett verändern sollte. Zwischendrin schuf David Lean seine legendären Leinwandepen, zeigte der Italo-Western, wie schmutzig Cowboys wirklich waren, und kreierte Roger Corman mit den berühmten Poe-Adaptionen seine erfolgreichsten Filme. Spätestens „Planet der Affen“ (1968) zeigte, dass die sozialen Bewegungen auch im Kino angekommen waren, während in Deutschland Winnetou und Old Shatterhand in die Kinogeschichte eingingen, nicht zu vergessen auch der berühmte Satz „Hier spricht Edgar Wallace“, der eine Hochphase deutscher Trash-Kunst einleitete. European Trash ist überhaupt das Stichwort, denn während die Hammer Studios in England weiterhin auf einer Erfolgswelle schwammen, kam es auf dem Festland zu den einzigartigen Koproduktionen zwischen Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien, die geradezu in Farbe schwelgten und Hammer als auch den American International Pictures nicht nur Konkurrenz machten, sondern diese auch beeinflussten.

Psycho“ (1960) ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Robert Bloch (übrigens einem Schüler H. P. Lovecrafts). Erst vor wenigen Jahren entstand ein Film über die Entstehung von „Psycho“, der auf dem Sachbuch des Filmexperten Stephen Rebello basiert. Viel muss über den Inhalt von „Psycho“ nicht gesagt werden, außer dass Hitchcock einer der ersten war, der mithilfe eines neuartigen Storytellings die Zuschauer in Panik versetzte. Die angebliche Hauptfigur stirbt nach dem ersten Drittel des Films. Und die Frage, die man sich seitdem stellt, lautet nicht, ob man Janet Leighs Brüste sieht oder das Messer tatsächlich in den (Puppen-)Körper dringt, sondern, ob die Schauspielerin blinzelt oder nicht, nachdem die Kamera sich langsam von ihrem Schreck erstarrten Gesicht entfernt. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn Leigh blinzelt zwar nicht, bewegt aber zweimal hintereinander kaum merkbar ihre Augen, da sie nun einmal krampfhaft versucht, nicht zu blinzeln.

„Psycho“ gilt als Begründer des modernen Horrorfilms, bevor neun Jahre später Romeros „Nacht der lebenden Toten“ für eine erneute Wende sorgte. Interessant ist, dass sich „Psycho“ dennoch auf eine geradezu klassische, ja man möchte fast schon sagen traditionelle Erzählweise konzentriert, wenn es darum geht, das Motel zu verorten. Dieses befindet sich nämlich auf einer kaum mehr befahrenen Landstraße, praktisch irgendwo im Nirgendwo. Wie es sich später herausstellt, sind bereits vor dem berühmten Mord mehrere Personen in dieser Gegend spurlos verschwunden. Was natürlich fehlt, sind irgendwelche Gerüchte, doch ansonsten kommt man mit diesen Merkmalen den Aspekten der klassischen Geisterhausgeschichte sehr nahe. Hier vor allem den Geschichten von Ambrose Bierce (1842 – 1914), der mehrfach über einsam gelegene Häuser in den USA schrieb.

So gesehen haben wir hier die moderne Variante eines Spukhauses vor uns, in dem kein Gespenst für Furore sorgt, sondern Norman Bates für Gänsehaut sorgt. Ende der 90er versuchte sich Hollywood an einem Remake und scheiterte dabei kläglich. Es ist immer die Frage, inwieweit es für einen Regisseur sinnvoll ist, sich ausgerechnet an einem Klassiker zu versuchen. Das Ergebnis von 1998 war jedenfalls ein durchschnittlicher Slasher, der all das falsch machte, was Hitchcock richtig gemacht hat.

1966 spielte der italienische Regisseur Michelangelo Antonioni mit der Wahrnehmung der Zuschauer. In seinem Meisterwerk „Blow Up“ geht es um den Fotografen Thomas, der bei einem seiner Shootings in einem Park ein Liebespaar fotografiert. Als er das Foto vergrößert, sieht er aus einem Gebüsch eine Hand mit einer Pistole ragen. Ein anderes Foto zeigt die Leiche des Liebhabers. Hat also Thomas einen geplanten Mord fotografiert?

„Blow Up“ wurde zu dem Film der Beat Generation und der damit einhergehenden sozialen Veränderungen. Der Konflikt zwischen Tradition und Moderne, mit dem sich Roger Corman in seinen Poe-Filmen beschäftigte, ist in „Blow Up“ längst ausgefochten. Thomas macht nur das, was ihm Spaß macht. Er pfeift auf althergebrachte Konventionen und sucht seine Erfüllung im schnellen Sex und der freien Kunst.

Doch die Fotos, die er im Park aufgenommen hat, bringen ihn zum Nachdenken und auch zum Überdenken seiner eigenen Tätigkeit. Im Zentrum des Films steht ein Spiel mit der Wahrnehmung. Zeigen uns Fotos die tatsächliche Realität oder reimen wir uns beim Betrachten der Aufnahmen bloß etwas zusammen? Welche Interpretation ist die richtige bzw. gibt es überhaupt eine Interpretation, die völlige Gültigkeit besitzt?

Wie bereits Hitchcock mit „Das Fenster zum Hof“, so stellt auch Anonioni in „Blow Up“ zentrale Fragen im Hinblick auf die Theorie des Films. Denn was ist Kino anderes als eine visuelle Manipulation? Oder ist Kino Wirklichkeit? Gibt es so etwas wie eine objektive Wahrnehmung? All diese recht schweren und bis heute noch immer diskutierten Fragen setzt Anontioni spielerisch in seinem Klassiker um. Dario Argento machte sich einen zusätzlichen Spaß daraus, indem er den Hauptdarsteller David Hemmings für seinen Thriller „Profondo Rosso“ (1975) engagierte, der sich mit ganz ähnlichen Fragestellungen auseinandersetzt.

„Blow Up“ zählt zu Michelangelo Antonionis einzigem erfolgreichen Film, der mehrfach ausgezeichnet wurde und bei den Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis gewann.

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Bereits mit seinem Mysterythriller „Cure“ stieß Regisseur und Drehbuchautor Kiyoshi Kurosawa nicht nur in Japan auf großes Interesse. Weitere Filme wie „Pulse“ oder „Loft“, die sich ebenfalls dem Horrorgenre verschrieben haben, folgten. Mit „Real“ wechselte Kurosawa 2013 das Genre, indem er einen Film schuf, der irgendwo zwischen Science Fiction und Liebesdrama angesiedelt ist.

Es geht darin um Koichi, dessen Freundin seit einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Um sie aus dem Koma zu holen, wird ein neuartiger Versuch gewagt. Koichi soll mithilfe einer Maschine in das Bewusstsein Atsumis eintauchen, um auf diese Weise mit ihr in Kontakt zu treten. Die Behandlung aber hat einen Nebeneffekt: Koichi kann bald zwischen Realität und Wahn nicht mehr unterscheiden …

Die Adaption eines bekannten japanischen SF-Romans mit dem Titel „A Perfect Day for a Plesiosaur“ (verfasst von Rokuro Inui) erscheint zunächst als ein ruhiger und melancholischer Film über Liebe, Schuld und Vergänglichkeit. Doch nach und nach schleichen sich sonderbare und bizarre Erscheinungen in die elegant anmutenden Bilder, die den Film bestimmen. Während Koichi und Atsumi sich über ihre Beziehung unterhalten, liegt auf einmal direkt neben Koichi eine verunstaltete Leiche am Boden. Menschen erscheinen wie unheimliche Traumgebilde, die Ärztin und Leiterin des medizinischen Projekts bezeichnet diese als „philosophische Zombies“.

Dr. Ahiara (Miki Nakatani) bereitet Koichi (Takeru Satoh) auf den Bewusstseinstransfer vor; Copyright: Toho Inc.

Die Kritiker mochten „Real“ dennoch nicht. In Deutschland ist der Film so gut wie unbekannt. Eigentlich schade, denn Kurosawas SF-Drama ist alles andere als langweilig. Im Gegensatz zum zwei Jahre später produzierten „Inception“, versucht Kurosawa den Film nicht durch Action in die Länge zu ziehen. Für ihn steht die Entwicklung der Handlung im Vordergrund. Dafür lässt sich der Regisseur Zeit, doch die zwei Stunden, die der Film dauert, vergehen beinahe wie im Flug.

Dies liegt nicht nur daran, dass die Ästhetik des Films den Zuschauer in ihren Bann zieht, sondern auch in den unerwarteten Wendungen, welche „Real“ eine zusätzliche Spannung und Dichte verleihen. Es geht um die Frage, was Wirklichkeit überhaupt ist und ob man diese mit all seinen Sinnen erfassen kann. Wenn auf einmal Dinge geschehen, die nicht dem Alltagswissen entsprechen, bedeutet dies, dass diese nicht wirklich, sondern Wahnvostellungen sind?

Kurosawa wird, trotz des schwierigen Themas, nie philosophisch. Es geht ihm vielmehr um das Schicksal der einzelnen Figuren, deren Ängste und Probleme. Dies führt dazu, dass der Regisseur es auch nicht an Sozialkritik mangeln lässt. Hierbei steht vor allem der japanische Arbeitsalltag im Zentrum der Kritik, wenn Menschen wegen Überarbeitung sterben oder Selbstmord begehen.

„Real“ wird dadurch zu einem durchaus nachdenklichen Film, mit dem man sich nach der Sichtung noch lange beschäftigt. So eindrücklich sind die Bilder und Situationen, die uns Kurosawa präsentiert.

 

 

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poltergeist„Poltergeist“ zählt zu den erfolgreichsten Horrorfilmen der Filmgeschichte. Im Jahr 1982 gelangte er auf Platz 8 der Filme mit dem besten Einspielergebnis. Das Drehbuch schrieb Steven Spielberg, der den Film auch produzierte. Regie führte Tobe Hooper, ein durchaus strategischer Schachzug, da Hooper durch „Texas Chainsaw Massacre“ (1973) inzwischen Kultstatus unter den Horrorfans erreicht hatte. Alle anderen, die sich mit Horror nicht auskannten, nahmen auf alle Fälle das Image eines Regisseurs wahr, der überaus brutale und unheimliche Filme drehte, Filme also, die nicht für Leute mit schwachen Nerven bestimmt waren.

Erzählt wird die Geschichte der Freelings, die nach Costa Verde ziehen, einer auf dem Reißbrett geplanten Kleinstadt. Der Immobilienmakler Steven Freeling ist für den Erfolg der Siedlung mit verantwortlich. Doch das Glück ändert sich abrupt, als die fünfjährige Carol Anne beginnt, mit dem Fernseher zu reden. Die rätselhaften Zwischenfälle beginnen sich von da an zu häufen. Zunächst ändern Stühle wie von selbst ihre Position, doch dann, in einer Gewitternacht, verschwindet Carol Anne in der Abstellkammer des Kinderzimmers. Da die Familie nicht weiter weiß, sucht Steven schließlich eine Parapsychologin auf, die mit ihrem Team versucht, die Phänomene und das damit zusammenhängende Verschwinden der Tochter zu untersuchen …

„Poltergeist“ ist nicht nur ein Horrorfilm. Ähnlich wie „Ghostbusters“ (1984) nimmt er sich die US-amerikanische Kultur vor und zieht diese gehörig durch den Kakao. Gleich der Anfang, als die Nationalhmyne der USA erklingt, zeigt die Nahaufnahme ein TV-Gerät und später Steven Freeling, der vor dem Fernseher eingeschlafen ist, neben sich eine Bierdose auf dem Boden. Die Eltern, ehemalige Hippies, drehen sich zwar noch immer Joints, fröhnen aber zugleich dem kapitalistischen Wohlstand. Die Aussage ist klar: Die sozialen Bewegungen der 70er Jahre haben nichts verändert. Die ehemaligen Hippies sind zu dem geworden, gegen was sie eigentlich protestiert haben. Dies zeigt sich vor allem im Kinderzimmer, indem so gut wie alles Spielzeug aus Merchandising-Produkten besteht. Traditionelle Spielzeuge wie Puppen, der Clown oder das Kindertelefon erhalten einen befremdlichen und unheimlichen Touch. So gesehen ist „Poltergeist“ eine Abrechnung mit der Hippie-Generation.

Neben den überaus positiven Kritiken, die „Poltergeist“ erhielt, kam gelegentlich auch die Frage auf, ob Hooper tatsächlich Regie geführt habe. Denn in „Poltergeist“ entdeckt man den eigentlichen Stil Hoopers nicht. Alles ist typisch Spielberg, eine lehrbuchartige Inszenierung, die sich exakt an die Regeln hält und daher so große Wirkung erzielt. Von Hoopers provokativen Elemten findet man in „Poltergeist“ so gut wie nichts. Wahrscheinlich, wie oben bereits angedeutet, sollte Hoopers Name eher als Markenzeichen dienen, um dem Film vorab bereits einen unheimlichen Touch zu verleihen. „Poltergeist“ zählt inzwischen zu den Hollywood-Klassikern und führte zu zwei Sequels und einem Remake. Egal, ob nun Hooper oder doch Spielberg Regie geführt haben, der Film ist immer wieder sehenswert.

 

 

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unheimliche gastFast 20 Jahre vor dem Horrorklassiker „The Haunting“ („Bis das Blut gefriert“), sorgte ein anderer Spukhausfilm für Furore. Es handelt sich dabei um den ebenfalls als Genreklassiker bezeichneten „Der unheimliche Gast“, in dem Ray Milland („Der Mann mit den Röntgenaugen“) die Hauptrolle spielte.

Milland spielt darin den jungen Musikjournalisten Rick Fitzgerald, der zusammen mit seiner Schwester Pamela bei einem ihrer gemeinsamen Ausflüge zu einem verlassenen Haus kommt. Das Haus steht direkt an einer Klippe. Pamela gefällt das Gebäude so sehr, dass sie es unbedingt kaufen möchte. Gesagt, getan. Wenige Tage später sind beide stolze Besitzer von Windward House. Doch schon während ihres Einzuges machen sich sonderbare Dinge bemerkbar. Der Hund weigert sich, ins Obergeschoss zu kommen. In einem der Zimmer herrscht ständig eine Eiseskälte. Doch das ist erst der Anfang. Denn kaum haben sich beide einigermaßen eingelebt, als nachts unheimliche Geräusche durch das Gebäude hallen. Rick und Pamela sind immer mehr davon überzeugt, dass es in dem Haus spukt …

Man wäre beinahe geneigt, „Der unheimliche Gast“ als romantisch zu bezeichnen. Doch nur zu Anfang. Ähnlich wie bei einer Geschichte von Daphne du Maurier entwickelt sich aus der recht harmlos erscheinenden Handlung eine immer dichter werdende Gruselstory. Es geht um Mord, Ehebruch und eine lesbische Liebesbeziehung. Regisseur Lewis Allan, der mit diesem Film damals sein Debüt feierte, zeigt sich dabei als ein Könner in Sachen Spannungsaufbau und Gruseleffekten. Die Geräusche, die nachts durch das Haus hallen, haben es in sich und befinden sich, was ihre Qualität anbelangt, auf demselben Niveau wie die Soundeffekte in „The Haunting“ aus dem Jahr 1963. Die Wirkung wird dadurch verstärkt, da das erste Spukgeräusch völlig unerwartet in Erscheinung tritt. Es bildet quasi einen konkreten Wendepunkt, ab dem der Film sich immer mehr in einen Horrorfilm transformiert. Lewis Allan verleiht seinem Erstlingswerk durch die schwungvollen und durchaus witzigen Dialoge einen zusätzlichen Charme. Besonders der von Rick Fitzgerald geäußerte Schlusssatz des Films ist ein echter Knaller.

Für Liebhaber von Geisterhausfilmen ist „Der unheimliche Gast“ eine schöne (Wieder-)Entdeckung. In den 80ern lief der Film gelegentlich in den dritten Programmen. Seitdem aber wurde er nicht mehr gezeigt. Die Veröffentlichung auf DVD ist daher eine wahre Freude für jeden, der sich gerne gruselt.

Der unheimliche Gast (The Uninvited), Regie: Lewis Allen, Drehbuch: Frank Partos, Dodie Smith, Produktion: Charles Breckett, Darsteller: Ray Milland, Ruth Hussey, Donald Crisp, Cornelia Otis Skinner, Alan Napie, USA 1944, Laufzeit: 99 Min.

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bunkerNeun Wehrmachtssoldaten bewachen einen Bunker an der deutsch-belgischen Grenze. Das Jahr 1944. Schüsse fallen. Doch die vergessene Einheit sieht niemanden, der sie angreift. Keiner kann genau sagen, wieso sie eigentlich den Bunker bewachen sollen, wurde er doch aus unbekannten Gründen nie fertig gestellt.

So beginnt „The Bunker“ (2001), eine Mischung aus Horror- und Kriegsfilm aus der Sicht deutscher Soldaten. Die Produktion darf sich als eine der ersten Filme bezeichnen, die (jedenfalls teilweise) durch Crowdfunding finanziert wurde. Der englische Regisseur Rob Green teilte den Spendern mit, dass der Film garantiert keinen großen Umsatz und schon gar keinen Gewinn erzielen werde. Als Gegenleistung durften sie daher bei den Dreharbeiten zusehen. Die privaten Geldgeber waren damit einverstanden und Green konnte sein Projekt beenden.

Zum Glück konnte er es beenden, denn „The Bunker“ ist eine tolle Geistermär, in der das Grauen auf subtile Weise in Erscheinung tritt und die neun Soldaten zunehmend in Panik und Wahnsinn treibt. Dabei ist der Film keineswegs schnell, sondern ergeht sich in sorgfältigen, langsamen Kamerafahrten, setzt auf merkwürdige Geräusche und lässt hier und da einen Schatten vorbei huschen. Die Düsternis in den leeren Gängen des Bunkers führt zu einer unangenehmen Beklemmung. Nur die elektrischen Lampen sorgen für ein wenig Helligkeit. Kein Wunder, dass so mancher Schatten nicht ganz geheuer ist.

Mit wenig Geld, wenigen Scheinwerfern und einer Handvoll Schauspielern (u. a. Jason Flemyng) , die auf ihre Gagen verzichteten, gelang Green ein echtes Meisterstück. „The Bunker“ ist eine wunderbare Gespenstergeschichte, irgendwie im Stil von M. R. James, dem Autor englischer Gruselstorys. Green verzichtet auf blutige Effekte oder auf wankende Zombies, die der dichten Atmosphäre nur geschadet hätten. Er setzt ganz auf die Optik, spielt mit unterschiedlichen Tiefenschärfen und lässt den Zuschauer dadurch an den Wahnvorstellungen oder an den wahren unheimlichen Begebenheiten (wer weiß?) teilhaben.

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Einer der verlassenen Gänge im Bunker. „The Bunker“ (2001).

Natürlich erntete Rob Green auch Kritik. Dass er die Geschichte aus der Sicht deutscher Soldaten schildert, ließ manche Kritiker dazu verleiten, ihm ein mangelndes Geschichtsbewusstsein vorzuwerfen. Dieselbe Kritik musste sich 1981 Regisseur Michael Mann gefallen lassen, als sein Horrorfilm „The Keep“ in die Kinos kam. Auch dort wird aus der Sicht deutscher Soldaten, die eine Festung in den Karpaten bewachen, eine unheimliche Begebenheit geschildert. Interessanterweise wurde F. Paul Wilson, von dem die Romanvorlage zu „The Keep“ stammte, dies nicht vorgeworfen.

Green (wie auch damals Michael Mann) schildert die Ereignisse rein objektiv. Ihm geht es allein um die Situation und um das Verhalten der neun Männer. Diese erweisen sich als Sowohl-als-auch-Charaktere, als normale Menschen also. Hatten die einen Kritiker ihre Bedenken, so wurde Greens erster Spielfilm von anderen Kritikern überaus gelobt und die Perspektive als mutig bezeichnet.

Interessanterweise kam es im Zeitraum, in dem „The Bunker“ entstand, gleich zu mehreren Kriegshorrorfilmen, von denen vor allem „Below“ (2001), der in einem englischen U-Boot spielt und den wir bereits in der „Klunkerecke“ vorgestellt haben, sehenswert ist. Interessant ist auch „Death Watch“ (2002), der in einem verlassenen Schützengraben spielt, in den es eine kleine Gruppe englischer Soldaten verschlägt, die sich im Nebel verlaufen haben. Etwas trashig ist dagegen „The Outpost“ (2008), der die Ideen von „The Bunker“ nochmals aufwärmt, dieses Mal aber eher als Action-Variante.

Neben ein paar Kurzfilmen, drehte Rob Green ein paar Jahre nach „The Bunker“ noch den Geisterhausfilm „House“ (2008). Mit seinem nächsten Projekt möchte er sich dem Werwolf-Thema zu wenden. Genaueres aber ist darüber noch nicht bekannt. Sein Debut „The Bunker“ ist ein Film, den man durchaus gesehen haben sollte.

 

 

 

 

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scarecrowHerbstzeit ist Halloweenzeit und das bedeutet, dass auch die ein oder andere Vogelscheuche ihr Unwesen treibt. So auch in dem TV-Film „Scarecrow“, in dem ein Lehrer zusammen mit einer Handvoll Schüler zu einer Farm fährt, um dort die alte Vogelscheuche abzuholen, die für das 100. Vogelscheuchenfest gebraucht wird. Allerdings ranken sich allerhand unheimliche Gerüchte über eben jene Vogelscheuche. Und kaum sind Lehrer und Schüler bei der Farm angekommen, als es auch schon zu unheimlichen und tödlichen Zwischenfällen kommt.

„Scarecrow“ ist sicherlich kein Film, der sich durch Schauspielkunst und hervorragende Dialoge von anderen Filmen dieser Art abhebt. Dennoch weiß das TV-Filmchen durchaus zu gefallen. Regisseur  Sheldon Wilson  gelingt es, eine dichte und spannende Geschichte aus dem Ärmel zu schütteln, wobei die Kulissen wirklich gut gewählt wurden. Die alte Scheune, die weiten Felder und der einsame Wald sind gut fotografiert, sodass eine angenehm, gruselige Grundstimmung entsteht. Auch die starre Vogelscheuche, die mitten auf dem Feld steht, besitzt einen netten Halloween-Charme. Wenn diese aber lebendig wird, dann beinahe nur mithilfe von CGI. Dennoch gelingen auch hier immer wieder gute Aufnahmen, so z.B. wenn die Vogelscheuche im Hintergrund zu sehen ist. Einen Pluspunkt erhält hierbei die Szene, in welcher das Strohmonster durch ein kaputtes Fenster direkt in die Kamera starrt.

Fast den gesamten Film über wird gerannt, geschrien und hin und wieder einer der Schüler von der Vogelscheuche erwischt. Schön hierbei ist, dass man mehr auf Andeutungen setzt, was dem Film einen leicht klassischen Touch verleiht. Doch sind auch die Konsequenzen der Untaten der Vogelscheuche nicht zu verachten. Die Maskenbildner haben hier gute Arbeit geleistet.

Für einen TV-Film ist „Scarecrow“ daher über dem Durchschnitt. Der Film wird keine Minute langweilig, die 90 Minuten sind voll gepackt mit guter Unterhaltung. Für einen leichten Grusel zwischendurch ist der Film allemal geeignet.

Scarecrow, Regie u. Produktion: Sheldon Wilson , Drehbuch: Rick Sulvalle,  Darsteller: Lacey Chabert, Robert Dunne, Richard Harmon, USA/Kanada 2013, Laufzeit: 90 Min.

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