Remakes and Remaking – Ein neues Buch über … Remakes

remakesremakingWährend sich die Remakeforschung in den USA, England und Frankreich seit den 90ern stark entwickelt, steckt diese Disziplin in Deutschland beinahe noch in den Kinderschuhen. Zwar erscheinen immer wieder Dissertationen, die sich mit Remakes beschäftigen, doch so richtig in Fahrt kommen will das Ganze noch lange nicht.

Nun haben Rüdiger Heinze und Lucia Krämer einen Sammelband herausgebracht, dessen Beiträge sich dem Thema Remake aus verschiedenen Perspektiven nähern. Die Einleitung sowie sämtliche Beiträge sind auf Englisch, um sich wahrscheinlich einen besseren Platz in der Zitations-Riege zu sichern. Den Band auf Deutsch herauszubringen, wäre in diesem Fall aber weitaus besser gewesen, da die deutsche kulturwissenschaftliche Forschung nun einmal (oder wie fast immer) im internationalen Vergleich hinterherhinkt.

Neben Artikeln über Remakes finden sich auch Texte, die sich mit Adaptionen, also dem Remaking, beschäftigen, in dem Band wieder. Sämtliche Artikel sind durchaus interessant, flüssig geschrieben und betrachten die Thematik aus verschiedenen Richtungen. Besonders lesenswert sind die Texte über Bollywood und über den Vergleich zwischen „Internal Affairs“ und „The Departed“, da diese das Thema in einen globalen Zusammenhang setzen.

Was jedoch einem etwas die Stimmung vermiest, ist die Einleitung. Besonders Leser, die sich bereits seit längerem mit Remakes auseinandersetzen, werden sich darüber ärgern, denn der kurze, einfach nur oberflächliche Text (knapp sechs Seiten, der Rest geht für die Vorstellung der einzelnen Artikel drauf) kommt über eine knappe Zusammenfassung der Thematik nicht hinaus. Während z.B. Jennifer Forrest und Leonard Koos in ihrem Sammelband „Dead Ringers“ (2010) fundiertes Wissen vermitteln, fragt man sich bei der Einleitung von „Remakes and Remaking“, was die beiden Herausgeber eigentlich damit bezwecken wollten. Rüdiger Heinze und Lucia Krämer begingen hier einen großen Fehler,  da die Remakeforschung in Deutschland nicht oder noch immer nicht den Rang einnimmt, den sie einnehmen sollte. Ansonsten aber ist der Band für Einsteiger in die Remake-Thematik durchaus zu empfehlen.

Rüdiger Heinze/Lucia Krämer (Hrsg). Remakes and Remaking. Concepts, Media, Practices. Transcript Verlag 2015, 184 Seiten, 29,99€, ISBN: 978-3-8376-2894-4