The 80s: Ghostbusters (1984)

ghostbusterÜber „Ghostbusters“ muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Der Film zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Komödien der 80er Jahre, sondern ist schlicht und ergreifend ein Klassiker. „Ghostbusters“ ist einer der wenigen Filme, bei denen einfach alles stimmt. Die Pointen sitzen, die Figurenkonstellation ist geradezu perfekt und die Effekte sind heute noch genauso faszinierend wie dazumal.

Allerdings ist „Ghostbusters“ nicht nur eine gelungene Horrorkomödie. Der Film ist zugleich eine Satire auf die US-amerikanische Kultur. Auf der ersten Ebene erzählt „Ghostbusters“ die Geschichte dreier Akademiker, die von der Universität geschmissen werden und nun versuchen müssen, sich in der freien Wirtschaft zu behaupten. Auf der zweiten Ebene lässt Reitman keinen satirischen Seitenhieb aus. Angefangen vom Universitätswesen bis hin zur Stadtpolitik und Behördenwahnsinn lässt es der Film nicht an Spott und Hohn fehlen. Doch interessanterweise zielt der Film immer wieder auf das Essverhalten der US-Amerikaner ab. Der Dämon Zuul, der aus einer anderen Dimension kommt, um die Welt in Besitz zu nehmen, taucht als erstes in einem Kühlschrank auf, in dem sich vor allem Fertigprodukte sowie Coladosen befinden. Einer der Hauptszenen spielt in einem Hotel, wo die Geisterjäger ein ganzes Buffet demolieren, während sie versuchen, einen herumschleimenden Geist zu fangen. Dieser stopft sich voll mit fettigen Würstchen, bevor er schließlich doch noch in die Falle geht. Im Finale, in dem die Gestalt gewählt werden soll, in welcher der Dämon die Welt vernichtet, erscheint dieser schließlich in Form des „allseits beliebten Marschmallow-Manns“. Die Geisterjäger machen somit nicht nur Jagd auf echte Gespenster, sondern zugleich auf die US-amerikanische (Ess-)Kultur und entpuppen sich dadurch als wahrer Bürgerschreck, da ihnen so gut wie nichts heilig ist oder Ehrerbietung einflößt.

Was den Film nicht weniger faszinierend macht, ist, dass es Reitman zugleich gelingt, eine Art Querschnitt durch die Subgenres des Horrorfilms abzuliefern, wobei er nicht nur ganz spezielle Zitate aufgreift (z.B. ist Venkmans Klavierklimpern eine Anspielung auf den Horrorklassiker „The Haunting“), sondern auch die für die jeweiligen Subgenres typische Szenen durch den Kakao zieht, was „Ghostbusters“ auch auf einer filmtheoretischen Ebene überaus interessant macht. Und nicht zu vergessen sind natürlich die Spezialeffekte, die in schön ausgedachten Farben erscheinen (grün und violett – mit diesen Farben beleuchtete Horrorikone Mario Bava seine Sets) und von denen die aufbrechende Straße damals zu den aufwendigsten Effekten gehörte, da die dafür verantwortliche Crew einen kompletten Straßenzug nachgebaut hatte.

Über das Remake soll hier nicht nochmals eingegangen werden. Nur eines vielleicht: inzwischen meint Aykroyd, dass er hoffe, dass einmal doch noch ein Sequel mit den echten Ghostbusters zustande kommt. Also doch eine heimliche Kritik an dem Reboot?

Ghostbusters, Regie u.  Produktion: Ivan Reitman, Drehbuch: Dan Aykroyd, Harold Ramis, Darsteller: Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis, Ernie Hudson, Rick Moranis, Sigourney Weaver, USA 1984, Laufzeit: 105 Minuten

Ghostbusters zum Zweiten: Mit Wut für mehr Aufmerksamkeit?

Nachdem der Trailer zum Ghostbusters-Remake es nun geschafft hat, zum unbeliebtesten Trailer auf Youtube zu werden, bleibt Warner/Sony nichts anderes übrig, als eine neue Marktetingstrategie zu schaffen, um das Schlimmste zu verhindern.

Es geht um den Artikel über den neuen Ghostbusters-Film im aktuellen TIME-Magazin. Der Text ist ohne Titel und ohne Nennung des Autors. Er geht auf das Ghostbusters-Bashing ein, das existiert, seit zum ersen Mal Informationen über ein Remake im Internet kursierten. Vergeblich aber versucht sich der Artikel in einem objektiven Ton, es ist klar ersichtlich, von welcher Seite (Warner/Sony) der Inhalt des Texts kommt.

Gleich zu Anfang versucht man verkrampft, mithilfe kulturwissenschaftlicher Theorie das Remake zu rechtfertigen, indem man Remakes mit dem Covern von Popsongs vergleicht. D.h. Remakes bzw. Cover spiegeln den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmen wider, der sich zwischen Original und Remake aufgrund des sozialen Wandels geändert hat. Das stimmt natürlich und diese Aussage findet man in so ziemlich jeder wissenschaftlichen Abhandlung über Remakes. Kurz darauf lässt der Autor (wahrscheinlich ein Kerl von der Marketingabteilung von Warner Bros. oder Sony) diese Anmerkung links liegen und fängt nun seinerseits an, eine Art Kritiker-Bashing durchzuführen. So werden die Leute, die sich negativ über den Film geäußert haben, schlichtweg als „idiots“ bezeichnet. Regisseur Paul Feig soll die Kritiker sogar „assholes“ genannt haben. Die Vielzahl an negativen Kommentaren zum Trailer wird als eine Troll-Attacke heruntergespielt.

Der Text zeigt einerseits, dass hier Warner/Sony die Hose voll haben, da sie befürchten, der Film könnte sich als Mega-Flopp erweisen. Zum anderen weist er auf eine Veränderung der Marketingstrategie in quasi letzter Minute hin. Nachdem es nicht mehr möglich ist, den Film schön zu reden, geht man mit offener Kritik gegen die Kritiker vor und bauscht das Ganze zu einer Art Staatsaffäre auf, indem manche Kritiker als frauenfeindlich eingestuft werden, da sie sich darüber geärgert haben, dass das Team aus Frauen besteht (was aber keine Frauenfeindlichkeit zum Ausdruck bringt, sondern einfach zeigt, dass derjenige mit dem Cast unzufrieden ist). Und so, als müssten sich Warner/Sony mal richtig Luft machen, lautet ein Satz: „We’re living in pissed-off times.“

Nun, wahrscheinlich werden ähnliche Artikel auch in anderen Magazinen erscheinen (sog. bezahlte Artikel), um dadurch die Neugierde potentieller Zuschauer zu wecken und zu hoffen, sie dadurch doch noch irgendwie ins Kino zu locken. Unserer Meinung nach bedeutet das, dass das Produkt, das hier geschaffen wurde, anscheinend wirklich nichts taugt.

Ghostbusters 3 – Erster Trailer veröffentlicht und was man davon halten kann

Man sollte nie einen Film anhand seines Trailers kritisieren. Trailer sind nichts anderes als von darauf spezialsierten Agenturen gefertigte Werbefilmchen. Ein schlechter Film kann einen guten Trailer haben und umgekehrt. Bei „Ghostbusters 3“ lag die Spannung jedoch ziemlich weit oben – und zwar im Hinblick darauf, was aus dem Projekt nun gemacht wurde.

Wir erinnern uns, dass Bill Murray nie einen dritten Teil haben wollte, im Gegensatz zu Dan Aykroyd, der unbedingt einen dritten Teil drehen wollte. Dann aber überschlugen sich beinahe die Nachrichten, dass nun doch ein dritter Teil gedreht werden würde. In Sachen Besetzung tauchten immer wieder neue Meldungen auf, bis schließlich klar war, dass die eigentlichen „Ghostbusters“ nicht mitspielen werden. Stattdessen wurde ein Frauenensemble vorgestellt, was sehr viele Fans enttäuschte.

Der Grund war folgender: Als Murray den ersten Drehbuchentwurf gelesen hatte, soll er gemeint haben, dass niemand alte Männer sehen möchte, die Geistern hinterher jagen. Nun, da hat er sich sicherlich getäuscht. Denn z.B. funktioniert die „Expendables“-Serie genau aus dem Grund, da dies die Zuschauer sehen möchten. Was folgte, war ein sonderbares Marketing. Es wurden über lange Zeit lediglich ein, zwei Setfotos gezeigt. Tweets von der alten Garde wurden durchs Netz gejagt, in denen sie beteuerten, dass die Schauspielerinnen (in den USA bekannte Comedians) ihre Arbeit sehr gut machen würde. Alles klang überaus verkrampft und irgendwie unecht, so als hätten die Macher schon während des Drehs Angst gehabt, der Film könne ein finanzielles Desaster werden.

Und nun der erste Trailer. Was man sieht, ist ein Neuaufguß – ein sog. Reboot -, der im Grunde genommen nichts Neues bietet. Die angedeutete Story orientiert sich sehr stark an dem Originalfilm, die Gags zum Teil ebenfalls, sodass sie in der neuen Version ihren Reiz verloren haben und eher langweilen. Was ebenfalls zu sehen ist, ist, dass man einfach auf mehr Effekte setzte, um mehr Bewegung und mehr Farben ins Bild zu bringen. Die Farben orientieren sich hierbei ebenfalls an dem Original. Auch die Musik ist wieder dieselbe.

Während der Produktion kam auch ein kritischer Kommentar von Rick Moranis auf, der sagte, dass er nicht mitpsielen werde, da er bereits den zweiten Teil für schlecht gefunden habe. Sicher ist schon jetzt, dass Murray durch sein Gezicke dem Projekt wahrscheinlich einen Bärendienst erwiesen hat. Andererseits war in einem Artikel der TIME zu lesen, dass Filme, in denen hauptsächlich Frauen mitspielen, mehr Umsatz erzielen würden. – Man darf also gespannt sein, wie die Zuschauer auf den dritten Teil reagieren werden. Auf Youtube hat der Trailer des Reboots jedenfalls doppelt soviele negative Bewertungen wie positive.

250 mal FILM und BUCH oder 25 Filme, die man sich immer wieder ansehen kann

beachgirls and the monste1rUnd schon wieder ist hier Jubiläum angesagt: Dies ist bereits der 250. Blogbeitrag. Um daraus etwas Besonderes zu machen, haben wir hier 25 Filme aufgelistet, die im Grunde genommen nie langweilig werden, ganz egal, wie oft wir sie schon gesehen haben. Da es schwer oder eigentlich so gut wie unmöglich war, zu entscheiden, welcher der Filme am besten ist, haben wir auf eine Lieblingsrangliste verzichtet. Das heißt, die Filme sind für uns alle gleich gut. Und nun viel Spaß!

fub250„Fürsten der Dunkelheit“ steht nun doch an erster Stelle. :) Nun, der Film ist einfach klasse, die Story sehr gut aufgebaut. Und mit Alice Cooper als Streetshizo kann sowieso nichts schiefgehen.

fub2051„M.A.R.K. 13“ ist ein sehr gut gemachter Endzeitfilm, in dem ein Kampfroboter gegen eine Frau in deren Wohnung kämpft. Sozusagen ein Kammerspiel für Freunde des gepflogenen Trash. Ich sage nur: Wibeldiwabeldido.

fub2053„House“ ist immer wieder witzig anzusehen. Eine nette Mischung aus Komödie und Horror mit originellen Monsterkostümen.

fub2502„Die Zeitmaschine“. Mehr Worte braucht es wohl nicht.

fub2504„Die Nacht der reitenden Leichen“. Tempelritter – oder besser deren Skelette – , die nachts aus ihren Gräbern kommen und eine einsame Gegend unsicher machen. Spitze!!!

fub2505„Laura“ von Otto Preminger ist ein wunderbarer Beitrag des Film Noir. Mit einem charmanten Vince Price, der natürlich gleich verdächtigt wird.

fub2506„Night of the Demon“ ist der beste Film von Jaquces Tourneur. Eigentlich sind alle Filme von ihm genial. Aber mit diesem hat er sich selbst übertroffen. Eine tolle Mischung aus Krimi und Horror. Und die Effekte sind einfach überragend.

fub2507„Ringu“ ist der Klassiker des moderen japanischen Horrorfilms und einer der erfolgreichsten japanischen Filme überhaupt. Ganz egal, wie man es betrachtet, dieser Film hat Geschichte geschrieben.

fub2508„R-Point“ aus der Hochzeit des gerade dahin dümpelnden K-Horror. Eine koreanische Spezialtruppe sucht während des Vietnamkriegs nach einer verschollenen Einheit. Immer wieder spannend.

fub2509„Bis das Blut gefriert“ ist die Mutter aller Spukhausfilme. Knarrende Türen, unheimliches Gelächter und stampfende Schritte. Wer da keine Gänsehaut bekommt, ist selbst Schuld. :)

fub25010„Wendigo“ von Lieblingsregisseur Larry Fessenden. Ein wunderschöner Gruselfilm, in dem eine Familie aufs Land zieht, leider genau an einen Ort, wo es nicht ganz geheuer ist.

fub25011„Blade Runner“. Zu dem Film muss man nichts weiter sagen. Leider wird gerade an einer Fortsetzung gebastelt.

fub25013„The Thing“. Tolles Paranoia-Kino. John Carpenters Version ist allerdings auch gut. Das Prequel klammert sich zu sehr an Carpenter.

fub25014„Der Mann mit den Röntgenaugen“. Ray Milland in seiner besten Rolle. Die Effekte sind auch heute noch überraschend.

fub25015„Total Recall“. Eigentlich der beste Mars-Film. Die NASA rettet nur einen Mann, Schwarzenegger gleich den ganzen Planeten. :)

eventhorizon„Event Horizon“ floppte an den Kinokassen, ist aber dennoch ein genialer Weltraumgruselfilm. „Wollen Sie etwas Heißes, Schwarzes in sich haben?“ ;)

fub25017„Night of the Living Dead“. Menschenfressende Zombies umlagern ein Haus. Der Rest ist Geschichte.

fub25018 „Candyman“ ist eine tolle, klassisch angehauchte Spukgeschichte.

fub25020„Das grüne Blut der Dämonen“ zeigt die Hammer Studios in ihrer besten Phase.

fub25021„Alarm im Weltraum“ mit Robby dem Roboter. Spannend und witzig.

fub25022„Lifeforce“ nimmt das Thema von „Das grüne Blut der Dämonen“ nochmals auf. Dieses Mal aber mit einer nicht ganz angezogenen Matthilda May.

fub25023„Audition“ ist echte Filmkunst und Takeshi Miikes bester Film. Der Roman, auf dem der Film basiert, ist übrigens überaus lesenswert.

fub25024„Suspiria“ ist nicht nur ein Film, das ist ein Farbenrausch!!! Ansehen ist Pflicht.

fubpredatorAuch „Predator“ ist immer wieder sehenswert. Zum Glück wurde die ungeschnitte Fassung vor ein paar Jahren freigegeben.

fub201512„Ghostbusters“. Einfach eine gelunge Komödie und witzige Spezialeffekte. In dem Film stimmt so gut wie alles. Beim Reboot sind noch alle Fragen offen. Das bisherige Marketing lässt Schlimmes befürchten.

Und das war auch schon die Liste. Es gibt natürlich jede Menge weiterer guter Filme, die man sich immer wieder ansehen kann. Doch diese hier haben es uns besonders angetan. Vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Film noch nicht gesehen oder habt nun ebenfalls Lust, einen der Filme noch einmal anzuschauen. Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß dabei!

 

 

Wir machen bloß Spaß – Horrorkomödien der 80er Jahre

Die 80er Jahre brachten so unterschiedliche Filme wie „Re-Animator“ (1985), „Waxwork“ (1988), „Elmer“ (1988) oder schließlich „Ghostbusters“ (1984) hervor. Ihnen gemeinsam ist, dass sie im Grunde genommen Komödien sind. Die Kritik an Horrorfilmen war aufgrund des aufkommenden Videomarkts und der damit einhergehenden Direct-to-Video-Productions, welche für eine wahre Trash-Welle sorgten, besonders groß. Die Behauptung, dass dies alles bloß Spaß ist, wollten und wollen die wenigsten glauben. Betrachtet man die Filme genauer, so erkennt man, dass „Re-Animator“ sicherlich ein hervorragender Splatterfilm ist, dass er zugleich aber auch als Slapstickkomödie überzeugt. Nicht anders verhält es sich bei dem Episodenfilm „Waxwork“, der äußerst blutig erscheint, in Wahrheit jedoch einen überragenden Humor beweist. Die ungeschnittene Fassung von Frank Henenlotters „Elmer“ ist noch immer indiziert, auch wenn niemand so recht weiß, warum, handelt es sich bei diesem Kultwerk schließlich ebenfalls um eine überaus witzigen Film über unsere Spaßgesellschaft.

„Ghostbusters“ (1984) ist nicht nur Komödie, sondern auch eine Satire, welche die amerikanische Gesellschaft bloß stellt.

Einer der wenigen Produktionen, die auch beim breiten Publikum als Komödie durchging, ist „Ghostbusters“. Interessanterweise hat dieser Film keinerlei moralische Kritik geerntet, teilt er doch selbst mächtig aus. Regisseur Ivan Reitman siedelt seine Story nicht in der Vorstadt an und macht sich auch nicht über ehemalige Hippies lustig. Vielmehr steht bei ihm die amerikanische Kultur als Ganzes auf dem Servierteller und hierbei speziell die Esskultur. Auf der ersten Ebene erzählt „Ghostbusters“ die Geschichte dreier Akademiker, die von der Universität geschmissen werden und nun versuchen müssen, sich in der freien Wirtschaft zu behaupten. Auf der zweiten Ebene lässt Reitman keinen satirischen Seitenhieb aus. Angefangen vom Universitätswesen bis hin zur Stadtpolitik und Behördenwahnsinn lässt es der Film nicht an Spott und Hohn fehlen. Doch interessanterweise zielt der Film immer wieder auf das Essenverhalten ab. Der Dämon Zuul, der aus einer anderen Dimension kommt, um die Welt in Besitz zu nehmen, taucht als erstes in einem Kühlschrank auf, in dem sich vor allem Fertigprodukte sowie Coladosen befinden. Einer der Hauptszenen spielt in einem Hotel, wo die Geisterjäger ein ganzes Buffet demolieren, während sie versuchen, einen herumschleimenden Geist zu fangen. Dieser stopft sich voll mit fettigem Essen, bevor er schließlich doch noch in die Falle geht. Im Finale, in dem die Gestalt gewählt werden soll, in welcher der Dämon die Welt vernichtet, erscheint dieser schließlich in Form des „allseits beliebten Marschmallow-Manns“. Die Geisterjäger machen somit nicht nur Jagd auf echte Gespenster, sondern zugleich auf die US-amerikanische (Ess-)Kultur und entpuppen sich dadurch als wahrer Bürgerschreck, da ihnen so gut wie nichts heilig ist oder Ehrerbietung einflößt.

„Re-Animator“ (1985) kann als Satire auf die wissenschaftliche Elite bezeichnet werden.

Unter das Siegel Bürgerschreck lassen sich ebenso oben erwähnte Horrorfilme einordnen. Herbert Wests bis ins Groteske ausartende Experimente in „Re-Animator“ machen sich (für manche auf geschmacklose Weise) lustig über nach außen hin kompetent erscheinende Wissenschaftler und ziehen dadurch das Ansehen der Wissenschaft als solche durch den Kakao. Produzent Brian Yuzna und Regisseur Stuart Gordon präsentieren keine verantwortungsbewusste Wissenselite, sondern vielmehr Chaoten, die im Grunde genommen gar nicht wissen, was sie tun. Für die Beteiligten bedeutete dies natürlich nichts Gutes.

Nicht weniger amüsant verweist Frank Henenlotter mit seinem Parasiten Elmer auf die in den 80er Jahren aufgekommene Spaßgesellschaft. Brian ist ein Hedonist, dem nichts Besseres passieren kann, als von einem Parasiten befallen zu werden, der ihm Glückshormone liefert. Allerdings muss er dafür morden, um seine Belohnung zu erhalten. Zwar versucht Brian, von seiner Sucht nach Glück loszukommen, was dem Film eigentlich einen recht moralischen Anstrich gibt. Doch Elmer erweist sich jedes Mal als stärker. Für Brian wird dadurch der Spaß zur Qual. Henenlotter sieht im Vergnügen eine Sucht, die durch immer neue Anreize befriedigt werden muss. Die Spaßgesellschaft liefert sich somit dem Stress aus, nach Innovationen zu suchen, die allein dazu dienen sollen, Freude zu bringen. Nicht zuletzt führt dieses Verhalten zu Dekadenz und psychischem Verfall. Der Originaltitel „Brain Damage“ erhält in diesem Sinne eine doppelte Bedeutung.

„Waxwork“ (1988) schließt sich dem typischen Suburbia-Horror der 80er Jahre an und macht sich lustig über die Null-Bock-Generation.

Die Lust auf Spaß und Vergnügung ist auch das Grundthema von „Waxwork“, in dem ein Wachsfigurenkabinett in einer Vorstadt eröffnet wird. Die einzelnen Ausstellungsstücke zeigen die berühmtesten Psychopathen und Ungeheuer aus Legende und Wirklichkeit. Eine Gruppe Jugendlicher, die nichts mit sich anzufangen weiß, sieht darin eine lang ersehnte Abwechslung. Der Unterhaltungswert schlägt jedoch rasch um in tödliche Gefahr, da die Figuren alles andere als leblos sind. Die Fassaden der Vorstadt zeigen keine helle Freundlichkeit, sondern wirken leer und kalt, was den allgemeinen Vorstellungen einer Suburbia widerspricht. Die Kleinstadtidylle verkommt zu etwas Leblosem. In dem Wachsfigurenkabinett ist alles im gewissen Sinne spiegelverkehrt, denn hier ist das Leblose durchaus etwas Lebendiges. Dies bedeutet keinesfalls einen Vorteil. Denn auch das Vergnügen wird hier zu etwas wenig Wünschenswertem. Spaßgesellschaft und Vorstadt geraten hier auf den Prüfstand. Das Ergebnis ist ähnlich wie bei „Elmer“: eine Zunahme von Dekadenz, die im Chaos endet.

So gesehen erscheinen die Aussagen dieser Filme, trotz ihres spaßigen Charakters, überaus kritisch, um nicht zu sagen pessimistisch. Sie zeigen Gesellschaften, die sich „kaputt“ amüsieren und dabei alles andere vergessen. Ihre Aussagen passen genauso gut in die heutige Zeit. Vielleicht ist dies u. a. ein Grund dafür, weswegen sie zu Klassikern geworden sind.