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Posts Tagged ‘Gespenster’

thenunposterNun muss ich doch etwas weiter ausholen. „The Nun“ (La Monja) ist ein spanischer Horrorfilm aus dem Jahre 2005. Produziert wurde der Film von Brian Yuzna, einem der bekanntesten Produzenten und Regisseure in Sachen Trash-Filme. Yuzna wurde durch „Re-Animator“ (1985), eine freie Adaption von H. P. Lovecrafts gleichnamiger Erzählung, weltbekannt. Seine einzige Big Budget-Produktion war eine Koproduktion zusammen mit Walt Disney mit dem Titel „Liebling, wir haben die Kinder geschrumpft“ (1989). Danach begab er sich wieder zurück in die Gefielde des Low-Budget-Kinos.

Als Ende der 90er Jahre die Hollywoodkrise ihren Anfang nahm, sahen viele Produktionsstätten außerhalb der USA ihre Chance gekommen. So auch die spanische Produktionsfirma Filmax. Diese begann ab ca. 2000 mit der Wiederbelebung des spanischen Horrorfilms, dessen klassische Phase in den 60er und 70er Jahren gewesen war. Mit großem Erfolg. Zwei der bekanntesten Filme, die innerhalb dieser neuen Phase entstanden, waren „Rec“ (2007) und „Das Waisenhaus“ (2007).

Brian Yuzna kam ebenfalls im Jahr 2000 ins Spiel, als er die Produktionsfirma Fantastic Factory gründete, deren Ziel es war, auf möglichst kostengünstige Weise Horrorfilme herzustellen. Den Anfang nahm die Comicadaption „Faust“ (2001), gefolgt von etwa zehn weiteren Filmen, bevor die Firma ihre Pforten wieder schloß. Da mittlerweile auch die Homepage der Firma verschwunden ist, ist anzunehmen, dass die Firma tatsächlich nicht mehr existiert.

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So viel zum Thema Weihwasser; Szenenfoto „The Nun“ (Copyright: Filmax/Fantastc Factory)

Aus der Endphase dieser Firma stammte der Film „The Nun“ (2005). Und wie der Titel bereits verrät, handelt die Geschichte von einer Nonne. Ihr Name lautet passenderweise Schwester Ursula. Es handelt sich um eine sadistische Person, die die Schülerinnen, die ihr anvertraut sind, gerne foltert. Doch eines Tages rächen sich die Klassenkameradinnen an ihr, was ihr gar nicht gut bekommt. 30 Jahre später wird eine der damaligen Schülerinnen brutal ermordet. Es folgen weitere Todesfälle. Schließlich fliegt die Tochter eines der Opfer mit ihren Freunden nach Spanien, um zu klären, was damals wirklich geschehen ist. Doch das Kloster ist seit den 80er Jahren geschlossen. Aber irgendetwas scheint darin noch immer umzugehen.

„The Nun“ ist eine überaus gelungene Mischung aus Trash und Horror. Überraschend ist die tolle Optik, die Regisseur Luis de la Madrid in seinem Debut kreiert. Elegante Kamerafahrten, satte, düstere Farben, eine sehr gute Beleuchtung. Auch die Schauspieler sind voll bei der Sache. Insgesamt schafft der Film eine dichte, bedrohliche Atmosphäre und erzeugt dadurch Spannung pur. Leider geizte man etwas mit dem Humor, sodass man auf schwarzhumorige oder ironische Seitenhiebe vergeblich wartet.

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Schwester Ursula kommt nicht zum Kaffeeklatsch; „The Nun“ (Copyright: Filmax/Fantastic Factory).

In der Tat nimmt sich der Film selbst zu ernst. Vielleicht hatte Regisseur Madrid auch Bammel davor, es sich mit den Produzenten zu verscherzen. Jedenfalls wirkt dadurch die Figur der Nonne unfreiwillig komisch, sodass dadurch dann doch wieder ein gewisser Spaßfaktor aufkommt. Die Effekte, die bewirken, dass die böse Schwester Ursula durch die Luft schwebt oder sich von hinten an ihre Opfer heranschleicht, sind wirklich gelungen. Und wenn Schwester Ursula dann noch ihre Dämonenfratze zeigt, sind alle Zuschauer voll auf ihrer Seite.

Natürlich finden sich in „The Nun“ auch so manche Logiklöcher. Diese stören seltsamerweise nicht weiter. Was dann aber doch enttäuscht, ist das Ende. Dieses wirkt wie eine Spaßbremse, rückt es doch alle Zwischenfälle in ein völlig anderes Licht. Insgesamt aber ist „The Nun“ ein sehenswerter Horrorfilm aus Spanien. Luis de la Madrid scheint die Arbeit als Regisseur dennoch nicht wirklich gefallen zu haben. Nach „The Nun“ kehrte er zu seinem eigentlichen Beruf zurück und ist seitdem wieder als Cutter tätig.

 

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Geisterhäuser sind nicht nur im Film wieder populär, sondern auch als Roman. Wer Lust auf richtige Gänsehaut hat, der ist bei den e-Books von Carl Denning bestens aufgehoben. Als Beispiele hier die Geisterhaus-Trilogie, bestehend aus drei unabhängigen Romanen, die in verschiedenen Häusern spielen, in denen es umgeht:

Blutige Schatten CoverBlutige Schatten

Ein Haus, in dem es tatsächlich spukt? Das Martenshaus gilt als Monster unter den Spukhäusern. Als eine Gruppe Parapsychologen den unheimlichen Gerüchten, die sich um dieses Gebäude ranken, nachgehen möchte, kommt es zur Katastrophe: Zwei Tote und eine vermisste Person. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Wenige Tage später sucht der bekannte Grenzwissenschaftler Frederic Tubb zusammen mit seinem Team das Haus auf, um den sonderbaren Zwischenfall zu untersuchen. Bereits in der ersten Nacht ereignen sich unerklärliche Dinge. Und schon bald wünscht sich Tubb, das Haus nie betreten zu haben…

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„Ich konnte es nicht aus der Hand legen.“ (Lesermeinung auf amazon)

CoverDasBoeseDas Böse

Das Einsame Haus steht auf einer kleinen Insel vor der Küstenstadt Belsen. Eine 200 Meter lange Brücke verbindet die Insel mit dem Festland. Bei Flut ist das Haus vom Festland vollkommen getrennt. Seit 20 Jahren steht das Gebäude leer. Mira sieht darin einen geeigneten Ort für ihre Uni-Abschlussfeier. Zusammen mit ihren Freunden plant sie, eine Nacht dort zu verbringen. Zunächst scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann kommt die Flut. Und das Grauen beginnt …

„Ein toller Schreibstil, der einen das Buch nicht aus den Händen legen lässt.“ (Lesermeinung auf amazon)

CoverAngstAngst

Das alte Firmengebäude steht seit Jahren leer. Anfang der 70er Jahre drehte dort ein Mitarbeiter durch und ermordete mehrere seiner Kollegen. Der exzentrische Psychologieprofessor Jean Kalat sieht in dem Haus einen geeigneten Ort für sein Experiment. Er möchte den Gerüchten nachgehen, die besagen, dass es in dem Gebäude spukt. Zusammen mit seiner Assistentin Ellen und einer Handvoll Studenten verbringt er eine Nacht darin. – Der Aufenthalt wird zum Horrortrip.

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mrjamesMontague Rhodes James (1862 – 1932) war nicht nur ein bekannter Gelehrter, sondern auch ein erfolgreicher Verfasser von Geistergeschichten. Seine Popularität führte dazu, dass er in England auch unter dem Namen „Gespenster-James“ bekannt war. Das Besondere seiner Geschichten liegt darin, dass sie wie tatsächliche Begebenheiten wirken. James fand die Ideen für seine Geschichten auf seinen Reisen durch Europa, wo er mündlich überlieferte Gespenstergeschichten sammelte. In seinen unheimlichen Erzählungen, die in der Regel mitten auf dem Land spielen, geht es nicht selten um Kirchen und deren schreckliche Geheimnisse. Über diese Geheimnisse erfährt der Protagonist in der Regel in alten Büchern oder Manuskripten.

Trotz seines Erfolges betrachtete sich James stets bescheiden als Hobbyautor. Dies verhinderte jedoch nicht, dass er viele professionelle Schriftsteller bis heute beeinflusst. Auch H. P. Lovecraft war seinerzeit von den Gespenstergeschichten des englischen Gelehrten sehr angetan.

nightofthedemonM. R. James‘ Ideen sollten später auch von Drehbuchautoren aufgegriffen und filmisch umgesetzt werden. Eine der bekanntesten Adaptionen einer James-Geschichte (die Umsetzung basiert auf „Casting the Runes“) ist Jacques Tourneurs „Night of the Demon“ aus dem Jahr 1957. Es geht darin um den bekannten Psychiater Hamond, der in London an einem wissenschaftlichen Kongress teilnehmen soll. Kaum ist er dort angekommen, als er erfährt, dass einer seiner Kollegen auf rätselhafte Weise ums Leben gekommen ist. Der verstorbene Wissenschaftler stand in engem Kontakt mit einem Mann namens Karswell, der einen satanischen Zirkel leiten soll. Nicht nur das, denn Karswell selbst soll ein echter Hexenmeister sein. Hamond, ein Skeptiker, versucht, Karswell als Betrüger zu entlarven. Dabei gerät er jedoch zunehmend in Zwischenfälle, die er sich rational  nicht mehr erklären kann.

„Night of the Demon“, der in den USA unter dem Titel „Curse of the Demon“ lief und dort um 13 Minuten gekürzt wurde, gilt bis heute als einer der besten Horrorfilme, die je gedreht wurden. Das liegt zum einen sicherlich an den Fähigkeiten des Regisseurs, der in den 40er Jahren mit seinem Film „Katzenmenschen“ berühmt geworden war. Doch auch die Schauspieler erweisen sich in dem Film als erstklassig. Auch heute noch schafft der Film eine unheimlich-mysteriöse Dichte, die vor allem von den konfliktreichen Begegnungen zwischen Hamond und Karswell und deren intensiven Dialogen am Leben erhalten wird.

thechurch1989 kam es zu einer weiteren Adaption einer Geschichte von M. R. James. Es handelt sich dabei um den italienischen Horrorfilm „The Church“ von Michael Soavi. Dario Argento war für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich. Böse Zungen behaupten, dass Soavi den Film gar nicht gedreht hat, sondern viel mehr Argento selbst die Zügel in der Hand hielt. In der Tat verweisen sehr viele Szenen auf die Arbeiten Argentos, sodass das Gerücht durchaus als eine Tatsache bewertet werden kann.

Der Film basiert auf der Geschichte „The Treasure of Abbot Thomas“. Soavi bzw. Argento machte daraus ein wahres Kunstwerk. Es ist eine Ansammlung surrealer Ideen, die sich um das Geheimnis einer alten Kirche drehen. Die Kirche wurde auf einem mittelalterlichen Massengrab errichtet. Ein Ritterorden hatte ein Dorf überfallen und sämtliche Bewohner ermordet. In einem alten Schriftstück, das eine Restauratorin entdeckt, wird auf das Geheimnis hingewiesen. Doch die Kirche beginnt ein unheimliches Eigenleben. Die Portale schließen sich plötzlich und die Besucher sehen sich einer tötlichen Gefahr gegenüber.

Der Film führt bis heute leider ein Schattendasein unter den Werken Argentos. Vor allem in Deutschland ist dieser Film so gut wie unbekannt. „The Church“ ist wahre Filmkunst, ein Rausch aus Farben, traumartiger Sequenzen und einer spannend inszenierten Handlung. Soavi, der mit seinem Film „Dela Morte, Del Amore“ einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hatte, gelang nach „The Church“ nichts Erwähnenswertes mehr.

The BorderlandsIm Jahr 2013 wurde mit „The Borderlands“ eine weitere James-Geschichte frei adaptiert. Es handelt sich dabei um eine Low-Budget-Produktion im Stil des Lost Footage-Genres. Zwei Parapsychologen erhalten den Auftrag, seltsame Geschehnisse in einer alten Dorfkirche zu untersuchen. Der Film ist im Groben und Ganzen nicht schlecht. Regisseur Elliot Goldner gelingt es, eine klassisch angehauchte Gespensteratmosphäre zu schaffen. Doch leider fällt ihm nicht sonderlich viel ein, sodass sich sowohl der Anfang als auch das Ende ziehen. Das ist sicherlich schade, denn Goldner zeigt, dass er sein Handwerk versteht.

Die Geschichten von M. R. James erfreuen sich auch heute noch einer großen Leserschaft. In Deutschland sind seine Geschichtensammlungen nur noch antquarisch zu bekommen. Vielleicht ändert sich dies ja wieder. Seine Geschichten sind auf jeden Fall immer wieder lesenswert.

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