Totmacher 6 – Gerd Frank auf den Spuren südamerikanischer Serienmörder

Totmacher 6Gerd Frank schließt mit dem sechsten Band seine Serie über historische Serienmörder. Ziel der Reihe war es, das sowohl kriminalistische als auch soziale Phänomen Serienmörder in den verschiedenen Kontinenten und Kulturkreisen zu erfassen. Dieses Ziel ist dem Autor mehr als nur geglückt. Ein jeder Band liefert spannende und informationsreiche Darstellungen über das Thema. Band sechs nun setzt sich mit Serienmördern in Mittel- und Südamerika auseinander. Hierfür recherchierte der Südamerikaexperte in verschiedenen Quellen und fand für alle lateinamerikanischen Länder hoch interessante Fälle.

Die Kriminalitätsraten in vielen dieser Länder sind ungeheuer hoch. Schuld daran ist einerseits die hohe Arbeitslosigkeit, andererseits die starke Korruption und die fehlerhafte Politik. Trotz Modernisierungsbemühungen zerbrechen diese Gesellschaften. Der Historiker Michael Kirchschlager lieferte zu diesem Band ein interessantes Nachwort, das man sich jedoch vor dem Lesen der einzelnen Kriminalfälle vornehmen sollte. Denn hier erklärt Kirchschlager den sozialen und historischen Hintergrund, innerhalb dessen man die einzelnen Fälle betrachten sollte.

Gerd Frank gab sich alle Mühe, um einen detaillierten Überblick der diversen Untaten präsentieren zu können. So reichen die Fälle vom 19. Jahrhundert bis in die 2000er. Die meisten Täter stammen aus armen Familien und zerstörten Familienverhältnissen. In einem Fall aber war es der Sohn eines Diplomaten, der zum Serienmörder wurde. Der jüngste Täter war gerade einmal 15 Jahre alt, als er mehrere Morde verübte. Die besondere Grausamkeit und soziale Destruktion macht sich dann bemerkbar, wenn der Leser von Tätern erfährt, die ihre Morde aus reinem Vergnügen begangen haben. Zu den Tätern zählten nicht nur Männer. So eröffneten drei Schwestern ein Bordell, in dem sie junge Mädchen aus armen Verhältnissen ausnutzten und danach brutal ermordeten.

Wie immer bemüht sich Gerd Frank, den Blickwinkel nicht allein auf die Fälle zu beschränken. Zugleich versucht er, hinter die Biographien der Mörder sowie deren Opfer zu kommen. Zugleich durchleuchtet er die Arbeit der Polizei und der Gerichte, wobei er auf unglaubliche Dinge stößt. Einmal wurde ein Serienmörder einfach wieder frei gelassen, ein anderer erhielt eine Gefängnisstrafe von gerade einmal vier Jahren.

Gerd Franks letzter Band ist nicht nur spannend, sondern zugleich ungemein aufwühlend. Die Berichte über das soziale Elend und korrupte Polizeibeamte zeigen objektiv, dass der Modernisierungsprozess in den südamerikanischen Ländern nicht wirklich voranschreitet. Die in Deutschland einzigartige Buchreihe hat mit dem sechsten Band einen krönenden Abschluss gefunden.

Gerd Frank: Totmacher 6. Das Monster der Anden und andere unheimliche Kriminalfälle lateinamerikanischer Serienmörder (1880-2014). Verlag Kirchschlager 2016, 200 Seiten, 12,80 Euro, ISBN: 978-3934277618.

 

Totmacher 5 – Gerd Frank auf den Spuren amerikanischer Serienmörder

totmacher5Gerd Frank beschäftigt sich in Band 5 seiner auf sechs Bände angelegten Serie über historische Serienmörder mit Fällen aus den USA. Die zeitliche Spannbreite reicht dabei vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte der 1990er Jahre.

In diesem Band geben sich die wohl bekanntesten Serienmörder der Kriminalgeschichte die Klinke in die Hand. Den Anfang macht ein Bericht über Henry Howard Holmes, der in Chicago ein Hotel bauen ließ, dass nur zu einem einzigen Zweck diente: ahnunglose Gäste zu ermorden. Hierfür ließ Holmes Geheimzimmer, Falltüren und vieles mehr in das Gebäude einbauen, sodass es sich letztendlich als eine einzige Falle entpuppte.

Aber auch Namen wie Charles Starkweather, Ted Bundy, John Wayne Gacy oder Jeffrey Dahmer haben in dem Buch ihre eigenen Kapitel. Sie sind nicht nur bekannt aufgrund ihrer Untaten, sondern auch – und dies ist eine makabre Reaktion darauf – Bestandteil der Popkultur geworden. Ihre Untaten dienten als Grundlage für Thriller und Horrorromane und wurden mehrfach verfilmt. Starkweather fuhr in den 50er Jahren zusammen mit seiner Freundin durch die USA und brachte dabei willkürlich Menschen um. Bundy, Gacy und Dahmer gehören zu den brutalsten Serienmördern in den USA. Zu den Opfern Ted Bundys zählten vor allem Studentinnen, weswegen er auch als der „Campus-Mörder“ bekannt wurde. Der „Killer-Clown“ John Wayne Gacy trat bei Parteiverantsaltungen immer wieder als Clown verkleidet auf. Niemand wusste, dass er in seinem Haus homosexuelle Männer umbrachte. Jeffrey Dahmer lockte seine Opfer mit Geldversprechungen in seine Wohnung, wo er sie dann brutal ermordete.

In dem Buch ebenfalls enthalten ist der Fall um Charles Manson, der mit einer Gruppe seiner „Jünger“ das Haus der Schauspielerin Sharon Tate (Roman Polanskis damalige Ehefrau) überfiel und alle Bewohner umbrachte. Insgesamt beschäftigt sich Gerd Frank mit 19 der bekanntesten Fälle, die sich innheralb von 100 Jahren in den USA zugetragen haben. Wie immer ist Gerd Frank nicht darauf bedacht, den Voyeurismus zu bedienen. Die überaus spannenden Kapitel setzen sich sachlich mit den jeweiligen Tätern und ihren Untaten auseinander. Gerd Frank sucht nach den Ursachen, welche Ted Bundy und alle anderen Serienmörder zu den unheimlichen Bestien machten. Er geht dabei auf die Biographien der jeweiligen Mörder ein und untersucht deren Familienverhältnisse. Chronologisch verfolgt er daraufhin die jeweiligen Taten, wobei er diese stets mit der parallel verlaufenden Polizeiarbeit verknüpft.

Bereits mit den vier vorangegangenen Bänden hat Gerd Frank bewiesen, mit welchem Geschick er kriminalhistorische Begebenheiten spannend und zugleich informationsreich schildern kann. Genau diese gekonnte Mischung aus Spannung und Informationsreichtum findet der Leser auch in Band 5 „Das Massaker am Cielo Drive und andere unheimliche Kriminalfälle US-amerikanischer Serienmörder“ wieder.

Gerd Frank. Totmacher 5. Das Massaker am Cielo Drive und andere unheimliche Kriminalfälle US-amerikanischer Serienmörder. Kirchschlager Verlag 2015, 199 Seiten, 12,80 Euro, ISBN: 978-3-934277-57-1.

Totmacher 4 – Gerd Frank auf den Spuren asiatischer Serienmörder

totmacher4In den drei vorangegangenen Bänden beschäftigte sich der Autor Gerd Frank mit deutschen Serienmördern (Band 1), europäischen Serienmördern (Band 2) und russischen Serienmördern (Band 3). In Band vier nimmt sich Frank Kriminalfälle aus Asien vor.

Um es vorweg zu nehmen, die Rechercheleistung des Autors kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Es ist erstaunlich, wie viele Informationen Gerd Frank über Kriminalfälle aus dem Jemen, aus Indien, Iran und sogar Israel zusammengetragen hat. Frank wertete bei seiner Arbeit vor allem Zeitungsberichte aus. Neben Kriminalfällen aus dem Nahen Osten, recherchierte er auch über die Untaten von Serienmördern in China, Japan und Südkorea, sodass der Band in der Tat den gesamten asiatischen Raum abdeckt. Denn Thailand, Indonesien und die Philippinen sind in dem Buch ebenfalls enthalten.

In dieser Hinsicht ist der Band „Totmacher 4 – Die Kobra von Henan“ einzigartig in der deutschen Literaturlandschaft. Gerd Frank füllte damit einen weißen Fleck der Kriminalgeschichte. In Indien tritt das Phänomen Serienmörder vor allem in den Armenvierteln auf. Nicht selten werden dabei Kinder zu Opfern. Im Jemen ermordete ein Angestellter an der Universität mehrere Studentinnen. Der einzig bekannte Fall eines Serienmörders in Israel spielte sich in Haifa ab. Im Jahr 2005 wurden mehrere russsische Juden Opfer eines heimtückischen Mörders.

Eines der „skurrilsten“ Verbrechen vollführte ein Japaner, der für seine Straftat nicht verurteilt wurde, sondern noch immer auf freiem Fuß ist. In Paris ermordete und verspeiste er eine Kommilitonin. Ironischerweise war er in Japan später u. a. als Restaurantkritiker tätig. In Südkorea erregte eine Mordserie an mehreren Prostituierten großes Aufsehen. Im Laufe der Ermittlungen unterstützten sogar die Zuhälter die Polizei bei ihrer Arbeit. Der Fall wurde später unter dem Titel „The Chaser“ verfilmt (in Hollywood wird zurzeit ein Remake produziert).

Wie in den anderen Bänden bleibt Gerd Frank nicht einfach bei den eigentlichen Mordfällen stehen, sondern sucht nach Hintergrundinformationen zu den Mördern und deren Opfer. Hierbei ist vor allem die Erläuterung des südkoreanischen Rechtssystems von großem Interesse. Alles in allem liefert Band vier der Reihe spannende und unheimliche Lesekost, die man bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legt.

Gerd Frank. Totmacher 4 – Die Kobra von Henan und andere unheimliche Kriminalfälle asiatischer Serienmörder (1906 – 2012). Verlag Kirchschlager 2015, 200 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-52-6.

Totmacher 3 – Gerd Frank auf den Spuren russischer Serienmörder

totmacher3Nach den ersten beiden „Totmacher“-Bänden, welche historische Kriminalfälle aus Deutschland (Band 1) und Europa (Band 2) beinhalteten, beschäftigt sich Autor Gerd Frank in seinem dritten Band mit historischen Fällen aus Russland. Die Zeitspanne reicht von 1921 – 2012.

Es ist die Rede von Kannibalen, Würgern und Kindesmördern. Es ist erstaunlich, wie oft die Fälle in Zusammenhang mit kannibalischen Trieben stehen. Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass das Phänomen Serienmörder in Russland verhältnismäßig häufig auftritt und sich – ein Fakt, der bisher noch nicht genau untersucht wurde – an bestimmten Orten mehr in Erscheinung tritt als an anderen.

Die einzelnen Fälle stellen teilweise unglaublich grausame Taten dar. Doch wie auch in den vorangegangenen Bänden bedient Gerd Frank keineswegs den plumpen Voyeurismus. Die Fälle sind präzise recherchiert. Der Autor geht den Hintergrundgeschichten nach, um Gründe für die Untaten und das abartige Verhalten der Täter zu finden. Dennoch sind die 28 Fälle äußerst spannend erzählt, sodass es schwer fällt, mit dem Lesen aufzuhören. Viele Fälle sind zugleich überaus unheimlich, sodass einem regelrecht eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Der Historiker Michael Kirchschlager verfasste zu dem Band ein sehr interessantes Vorwort, das sich mit der allgemeinen Geschichte und der Rechtsgeschichte Russlands beschäftigt. Die Einleitung dient als Grundlage, die es dem Leser hilft, die nachfolgenden Fälle besser verstehen zu können. Gerd Frank ergänzt Kirchschlagers Analyse durch ein Nachwort, in dem er selbst nach Gründen für die Grausamkeiten der Fälle sucht.

„Totmacher 3“ ist wie auch die beiden vorangegangenen Bände ein spannender und hoch interessanter Beitrag zur Kriminalgeschichte.

Gerd Frank: Totmacher 3 – Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Kriminalfälle russischer Serienmörder (1921-2012). Kirchschlager Verlag 2015, 197 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-51-9.

Totmacher 2 – Gerd Frank auf den Spuren europäischer Serienmörder

totmacher2Im Sommer 2014 erschien im Verlag Kirchschlager von Gerd Frank der Band „Totmacher 1“, der sich mit deutschen Kriminalfällen aus den Jahren 1945 bis 1977 beschäftigte. Der Fokus lag dabei auf Serienmörder. In „Totmacher 2“ legt der Autor das Augenmerk auf europäische Serienmörder, wobei die Fälle den Zeitraum von 1910 bis 1987 abdecken.

Dem Leser begegnen solch unheimliche Gestalten wie Henri Landru, der zwischen 1914 und 1919 in Paris Frauen spurlos verschwinden ließ, oder Marcel Petiot, der zwischen 1942 und 1944 Flüchtlingen, die nach Südamerika reisen wollten, auf kaltblütige Weise umbrachte. Seine Untaten wurden ürbigens 1990 verfilmt, mit Michael Serrault als Doktor Petiot. Auch mehrere Fälle aus Österreich sind in dem Buch enthalten. So versuchte die Wiener Polizei Anfang der 60er Jahre verzweifelt, einen Mord in der Oper aufzuklären. Zwischen den Jahren 1951 und 1957 kam es in und um Steyr zu einer Reihe von Morden und Mordversuchen.

Einer der wohl unheimlichsten Fälle spielte sich 1951 in Dänemark ab, wo ein hypnotisierter Mörder umging. Im London der frühen 80er Jahre sorgte ein Mann für Schrecken, der seine ermordeten Opfer bei sich zuhause aufbewahrte.

Die Fälle, die Gerd Frank in seinem zweiten Band zusammengetragen hat, sind überaus spannend geschrieben. Wie auch in „Totmacher 1“ belässt es der Autor nicht nur bei der Schilderung der Fälle, sondern sucht nach Ursachen dafür, wie es überhaupt zu diesen Untaten kommen konnte. Die Biografien der Mörder zeigen dabei meist ein tragisches Schicksal. Gerd Frank verurteilt nicht, er schildert objektiv die jeweiligen Sachverhalte. Zugleich verleiht er den jeweiligen Berichten eine intensive Lebendigkeit und Dichte, sodass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Gerd Frank. Totmacher 2. Massenmord ohne Leichen und andere unheimliche Kriminalfälle europäischer Serienmörder (1910-1987). Kirchschlager Verlag 2014, 199 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-50-2

„Totmacher 1“ – Unheimliche Kriminalfälle aus Deutschland

totmacher1Das Spezialgebiet des Kirchschlager Verlags ist Kriminalgeschichte. Bereits in der Reihe „Bibliothek des Grauens“ fanden Leser ein Sammelsurium von unheimlichen und seltsamen Fällen, die später in der Reihe „Historische Serienmörder“ weitergeführt wurde. Mit dem Buch „Totmacher 1“ startet der Verlag nun eine weitere Buchreihe über mysteriöse Kriminalfälle. Speziell dieser Band beschäftigt sich mit Fällen, die sich zwischen den Jahren 1945 und 1977 ereignet haben.

Autor dieses Buches ist Gerd Frank, der diese Fälle minutiös rekonstruiert hat. Als Quellenmaterial dienten ihm Fachbücher über Kriminalistik als auch Zeitungsberichte. Insgesamt 12 Fälle schildert Frank in einem überaus spannenden Schreibstil. Der Fokus liegt dabei auf psychisch kranke Täter. Dabei stellt sich der Autor immer wieder die Frage, wie aus einem Menschen eine solche Bestie hatte werden können. Dieser Frage geht Gerd Frank dadurch nach, indem er sich mit der Biographie der Täter auseinandersetzt. Parallel zu dem jeweils geschilderten Fall erhält der Leser somit ein recht genaues Bild der damaligen Zeit und der Lebensbedingungen, was die einzelnen Kapitel sehr lebendig werden lässt.

So erzählt der Autor von Menschen mit krankhaften und perversen Neigungen, wie etwa dem „Mörder vom Niemandsland“, der Frauen auflauerte, die in die sowjetisch besetzte Zone wollten, oder dem „Würger mit dem Fahrrad“, der seinen Opfern stets auf seinem Fahrrad folgte. Nicht weniger erschreckend sind die Taten des „Kindesmörder von Landshut“, der selber noch fast ein Kind gewesen ist. Der „Vampir von Nürnberg“ befriedigte seine krankhafte Neigung unter anderem auf Friedhöfen. Diese und noch mehr unheimliche Fälle jagen dem Leser eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Doch Gerd Frank vergisst keineswegs, die Tragik dieser Fälle zu betonen. Wir haben hier keine marktschreierischen Texte vor uns, sondern ein hochgradiges Sachbuch, das Spannung mit Wissen verbindet. Diese Gradwanderung versteht Gerd Frank hervorragend zu meistern.

Totmacher 1: Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder (1945-1977)
Autor: Gerd Frank, Verlagsdaten: Kirchschlager Verlag 2014, 197 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-46-5