Den Sternen so nah (2017)

Mit dem Film „Den Sternen so nah“ („The Space between us“) erhoffte man sich anscheinend die Teenie-Romanze des Jahres zu bringen. Doch der Schuss ging nach hinten los, denn der Film wurde ein Flop-Desaster. Von den 30 Millionen Produktionskosten spielte er nicht einmal die Hälfte ein. Dabei hat der Film ein solches Schicksal eigentlich nicht verdient.

Die durchaus originelle Handlung dreht sich um den 16jährigen Jungen Gardner, der als erster Mensch überhaupt auf dem Mars aufgewachsen ist. Ein negativer Aspekt dieser Entwicklung aber ist, dass er unter der Glasknochenkrankheit leidet. Sein größter Wunsch: endlich einmal die Erde zu besuchen. Übers Internet chattet er inzwischen mit der Schülerin Tulsa. Als sich Gardners Wunsch endlich erfüllt und er ihr Tulsa begegnet, ist allerdings nicht jeder froh darüber. Der Unternehmer Nathaniel Shepherd möchte Gardners Existenz unter allen Umständen geheim halten und den Jungen in seine Gewalt bringen …

„Den Sternen so nah“ überzeugt als netter SF-Film, der ohne Geballer auskommt und dennoch jede Menge Action aufweist. Doch verlegt sich der Film zum Glück nicht allein darauf, aufregend zu sein. Regisseur Peter Chelsom konzentriert sich auf seine beiden liebevoll charakterisierten Hauptfiguren Gardner und Tulsa und deren Sicht auf die Welt. Und dies ist eine große Stärke des Films. Ganz ohne Kitsch erzählt der Film dadurch die Geschichte zweier Außenseiter, die beide versuchen, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Chelsom seinen SF-Film mit den Aspekten des Roadmovies verknüpft. Da, wo der Film allerdings schwächelt, sind ausgerechnet die Szenen, in denen sich Gardner und Tulsa nahe kommen. Das Romantische wirkt verkrampft und zu sehr gestellt. Kurz, genau in diesen Momenten nimmt man den beiden Hauptdarstellern ihre Rollen nicht ab.

Insgesamt aber ist es erstaunlich, dass „Den Sternen so nah“ auf ganzer Linie floppte. Die wundervolle Optik, die interessanten Figuren und die spannende und, wie oben bereits bemerkt, originelle Handlung hätten das nicht erwarten lassen. Möglicherweise aber gelingt dem Film der Durchbruch in der Zweitverwertung als DVD und auf diversen Streaming-Portalen. Verdient hätte er es.

Den Sternen so nah (OT: The Space between us). Regie: Peter Chelsom, Drehbuch: Allan Loeb, Stewart Schill, Richard Barton Lewis, Produktion: Richard Barton Lewis, Darsteller: Asa Butterfield, Britt Robertson, Gary Oldman, Carla Gugino, Janet Montgomery. USA 2017, 121 Min.