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Posts Tagged ‘Filme der 50er’

„When it flies, someone dies!“, lautete es in dem Kinotrailer zu dem ‚Horror-Krimi‘ „The Bat“, der in Deutschland unter dem Titel „Das Biest“ vertrieben wurde. Der Film gehört sicherlich zu den weniger gelungenen Streifen mit Vincent Price, ist aber dennoch sehr unterhaltsam.

Es geht darin um eine Krimiautorin, die ein abgelegenes Haus gemietet hat, um dort in Ruhe an ihrem neuen Roman schreiben zu können. Allerdings geht das Gerücht um, dass genau in dieser Gegend das sogenannte Biest sein Unwesen treibt, das Frauen überfällt und ihnen mit seiner Krallenhand den Garaus macht. Als bekannt wird, dass in dem Haus ein betrügerischer Banker einen Haufen Geld versteckt hat, taucht plötzlich das Biest innerhalb der vier Wände auf und sorgt für Unruhe.

Das Biest geht um; „The Bat“ (1959); Copyright: Sunfilm

„The Bat“ besitzt viel Schwung, witzige Dialoge („das war bestimmt die Katze, der das Gebiss herausgefallen ist“) und einen netten Geisterhausflair, der durch grelle Blitze und lauten Donner sowie wehende Vorhänge noch unterstrichen wird. Natürlich gibt es auch etliche Logikfehler, die jedoch nicht so sehr ins Gewicht fallen, machen diese doch überhaupt einen Film dieser Art aus. So schneidet das Biest z. B. die Telefonleitung durch, in einer der folgenden Szenen wird jedoch schon wieder munter mit der Polizei telefoniert.

Vince Price in „The Bat“ (1959); Copyright: Sunfilm

Der Film wurde nach einem Theaterstück gedreht und kursiert um die klassische Frage, ob der Butler als Täter in Frage kommt. Natürlich werden alle Figuren zwielichtig dargestellt, so dass im Grunde genommen jeder als Täter in Frage kommen kann. Sogar Sympathieträger Vincent Price, der einmal mehr in seiner wunderbar schlaksigen Gentlemanart für beste Unterhaltung sorgt.

Die Figur „The Bat“ bzw. „Das Biest“ schrieb in gewisser Weise auch Filmgeschichte. Denn Wes Craven orientierte sich an dem Aussehen dieses Wesens, als er die Idee zu Freddy Krüger konzipierte. Beiden gemeinsam ist der Klingenhandschuh sowie der prägnante Hut. Zugleich ähnelt „The Bat“ ein wenig Francis Ford Coppolas Erstling „Dementia 13“, in dem ebenfalls ein unheimlicher Schlitzer in einem alten Herrenhaus sein Unwesen treibt. Wer daher Spaß hat an alten Gruselfilmen, dem wird „The Bat“ sicherlich gefallen.

The Bat – Die Fledermaus (OT: The Bat), Regie: Crane Wilbur, Drehbuch: Avery Hopwood, Mary Roberts Rinehart, Produktion: C. J. Tevlin, Darsteller: Vincent Price, Agnes Moorhead, Gavin Gordon, John Sutton, John Bryant. USA 1959, 80 Min.

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Die 50er Jahre waren das Zeitalter der kreischenden Frauen und schrecklichen Ungeheuer. Neben der ideologischen Paranoia vor einer kommunistischen Unterwanderung beschäftigte sich das SF- und Horrorgenre auch mit einer kritischen Sichtweise der Wissenschaft. Ein Ergebnis dieser Reflexion war der SF-Klassiker „Der Schrecken des Amazonas“ (The Creature from the Black Lagoon; 1954). Hier wird das rücksichtslose Vorgehen der Wissenschaftler dargestellt, während sie auf Biegen und Brechen versuchen, neue Erkenntnisse zu sammeln. Das Monster wird somit zum eigentlichen Opfer. Regie führte damals Jack Arnold, der auch SF-Klassiker wie „Tarantula“ (1955), „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ (1958) oder „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ (1957) schuf.

„Der Schrecken des Amazonas“ erwies sich als so erfolgreich, dass 1958 eine Fortsetzung mit dem Titel „Die Rache des Ungeheuers“ produziert wurde. Wiederum führte Jack Arnold Regie. Mit von der Partie ist Genrestar John Agar, der auch schon in „Tarantula“ gegen die bekannte Riesenspinne ins Feld zog.

Der Film handelt von einer Expedition, die erneut in das Amazonasgebiet vordringt, um den Kiemenmenschen zu fangen. Er soll als Attraktion in einem Meeresaquarium in Florida dienen. Gleichzeitig wollen Wissenschaftler das menschenähnliche Ungeheuer genauer untersuchen. Es wird in einem Becken an eine Kette gefesselt, damit die Forscher in Ruhe mit ihm experimentieren können. Doch die Wut des Kiemenmenschen kennt keine Grenzen. Er befreit sich und macht von da an die Küste Floridas unsicher.

Leg dich nicht mit dem Kiemenmenschen an! „Revenge of the Creature“ (1955); Copyright: Koch Media

Wie auch schon im Originalfilm, so ist auch in der Fortsetzung die Sympathie eindeutig auf Seiten des Ungeheuers. Wiederum wird das fast schon als kaltblütig zu bezeichnende Vorgehen der Wissenschaftler stark kritisiert. Lebendige Dinge werden als reine Objekte betrachtet. Dabei ist es egal, ob dem Wesen Schmerzen zugefügt werden oder ob es an Hunger leiden muss. Wichtig sind allein die Erkenntnisse und die Hoffnung, dadurch schnell Karriere machen zu können. Diese Sichtweise hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Der Kiemenmensch macht dieses Spiel jedenfalls nicht lange mit. Ab hier kommt der Titel der Fortsetzung voll zur Geltung. Das Ungeheuer nimmt Rache. Dabei entführt es natürlich eine hübsche Meeresbiologin. Der Kampf zwischen Mensch und Monster ist damit eröffnet.

Jack Arnold inszenierte diesen Film ungeheuer rasant und spannend. Das Kostüm des Kiemenmenschen, das seit über 50 Jahren Kultcharakter besitzt, kommt hier wieder wunderbar zur Geltung. Die Jagd nach dem Kiemenmenschen fordert nicht wenige Opfer. Schließlich ist sogar eine ganze Polizeiarmee hinter ihm her. Wie schon im Originalfilm, so tauchen auch in der Fortsetzung Überlegungen über das eigentliche Wesen des Kiemenmenschen auf. Die Fragen nach einer Art Missing Link oder einer Laune der Natur beleben die Dialoge und charakterisieren dadurch das Ungeheuer als tragische Figur.

„Die Rache des Ungeheuers“ zählt inzwischen ebenfalls zu den Klassikern der Universal-Studios. Die Jagd des Kiemenmenschen durch das Meeresaquarium ist geradezu legendär und wurde in späteren Horrorfilmen wie etwa „Weißer Hai 3“ (1983) immer wieder zitiert. Clint Eastwood hatte übrigens mit diesem Film sein Schauspieldebut in einer Nebenrolle.

Die Rache des Ungeheuers (OT: Revenge of the Creature), Regie: Jack Arnold, Drehbuch: William Alland, Martin Berkeley, Produktion: William Alland, Darsteller: John Agar, Lori Nelson, John Bromfield, Nestor Paiva, Grandon Rhodes. USA 1955, 75 Min.

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schreckenschleichtdurchdienacht„Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ gehört zu einem der letzten Horrorfilme, die Regisseur Jack Arnold gedreht hat. Danach wandte er sich anderen Genres zu und produzierte vor allem fürs Fernsehen. Ähnlich wie in „Tarantula“ stehen die unvorhergesehenen Folgen wissenschaftlichen Experimentierens im Zentrum der Geschichte.

Diese dreht sich um den Paläontologieprofessor Donald Blake, der für seine Studien einen vorzeitlichen Fisch geliefert bekommt. Schnell stellt sich heraus, dass etwas mit dem lebenden Fossil nicht stimmt. Denn ein Hund, der mit dem Fisch in Berührung kommt, entwickelt unerwartete urzeitliche Instinkte. Ganz ähnlich ergeht es einer Libelle, die durch die Berührung mit dem Fisch riesige Ausmaße annimmt. Schließlich wird Blake selbst bei der Untersuchung des Fisches verletzt. Mit fürchterlichen Konsequenzen.

Jack Arnold zeigt die Besessenheit eines Wissenschaftlers, der alles opfert, um endlich an das Ziel seiner Forschung zu gelangen. Dabei verliert er zunehmend den Kontakt mit seinen Mitmenschen und zerstört dadurch sein Leben. Seine Besessenheit führt schließlich zu Selbstversuchen als eine Art letztes Mittel, um dadurch seinen Kollegen die Richtigkeit seiner wahnwitzigen Theorie zu beweisen.

Jack Arnold greift hierbei auf Stevensons Jekyll & Hyde-Motiv zurück. Die Polizei glaubt, einen brutalen Mörder zu jagen, der anscheinend durch einen deformierten Körper auffällt. Die Spur, die sie verfolgt, verläuft jedoch ins Leere. Der Zuschauer ist den Protagonisten jeweils einen Schritt voraus. Doch mindert dies keinesfalls die Spannung. Im Gegenteil, denn so fiebert man mit, ob Polizei und Kollegen doch noch rechtzeitig das Geheimnis lüften werden.

Wie auch in seinen übrigen SF- und Horrorfilmen setzt Jack Arnold auf ein schnelles Erzähltempo sowie auf eine rasche Folge unheimlicher Ereignisse, so dass der Film keine Sekunde langweilig wird. Die Dramatik der Geschehnisse ist auch heute noch überaus packend. Regisseur Ken Russell zitierte Jack Arnolds „Monster on the Campus“ in seinem Horrorthriller „Der Höllentrip“ (1980), in dem es ebenfalls zu evolutionären Rückentwicklungen kommt. Jack Arnold selbst versuchte Anfang der 80er erneut wieder Horrorfilme zu drehen (wie etwa ein Remake seines Klassikers „Creature from the Black Lagoon“), doch fand er für seine Projekte keine Produzenten. Er starb 1992. Wie auch seine übrigen SF- und Horrorfilme, ist „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ ein Klassiker dieser beiden Genres.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (OT: Monster on the Campus), Regie: Jack Arnold, Drehbuch: David Duncan, Produktion: Joseph Gershenson, Darsteller: Arthur Franz, Joanna Moore, Judson Pratt, Nancy Walters, Troy Donahue. USA 1958, 73 Min.

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manfromplanetxDie 50er Jahre waren, was die B-Picure betfrifft, das Jahrzehnt der Invasionen. Manchmal verläuft eine solche offensichtlich, manchmal eher heimlich. Fast schon super-heimlich ist die Invasion, die der Trash-Klassiker „The Man from Planet X“ aus dem Jahr 1951 schildert. Denn dort ist ausnahmsweise mal nicht die USA von fliegenden Untertassen bedroht, sondern eine abgelegene Insel vor Schottland.

In dem Film entdeckt Professor Elliot einen unbekannten Planeten, den er als Planeten X bezeichnet. Das Besondere daran ist, dass der Himmelskörper seine Position verändert und sich dabei der Erde nähert. Elliot ruft deswegen den Reporter John Lawrence an, da er ihm eine sensationelle Story versprochen hat. Kurz darauf überschlagen sich schon die Ereignisse. Kurz nachdem Lawrence das abgelegene, turmartige Haus des Professors erreicht (es liegt mitten im Moor), entdeckt der Reporter zusammen mit Enid, der Tochter des Professors, seltsame Blitze, die von einem metallenen Gegenstand ausgehen, der mitten im Moor liegt. Schnell finden sie heraus, dass es sich dabei um ein Raumschiff handelt. Und mit dem Außerirdischen ist nicht gut Kirschenessen, plant er doch eine Invasion vom Planeten X auf die Erde …

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Enid (Margaret Fields) begegnet dem Man from Planet X (Pat Goldin).

Bei „The Man from Planet X“ handelt es sich um eine Low-Budget-Produktion, deren Handlung nicht nur originell, sondern überaus spannend in Szene gesetzt ist. Natürlich findet man darin die typischen Elemente der Trash-Filme der 50er Jahre, doch verbindet der Film diese Aspekte mit den Merkmalen eines klassischen Gruselfilms. Natürlich sind fast alle SF-Filme der 50er Jahre eine Mischung aus Horror und SF, doch „Man from Planet X“ verbindet SF mit Schauerromantik, was dem Film eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Der österreichische Regisseur Edgar G. Ulmer, der während der Stummfilmzeit an Klassikern wie „Der Golem“ oder „Metropolis“ beteiligt war und in den 30er Jahren nach Hollywood kam, sorgt von Anfang an für Spannung und eine ungeheure Dichte. So beginnt der Film kurz vorm Finale, in dem Lawrence verzweifelt im Haus des Professors sitzt und den Bericht über die seltsamen Ereignisse schreibt, um nach wenigen Minuten die Geschehnisse zu erzählen, die zu eben dieser Situation geführt haben, in der Lawrence praktisch eine Art „Last Man on Earth“ darstellt.

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Eine Optik, die einfach genial ist: Film Noir trifft Horror in „Man from Planet X“.

Eine Besonderheit des Films ist, dass er, im Gegensatz zu vielen anderen B-Movies der 50er Jahre, die Menschen nicht als gut und die Außerirdischen als böse, sondern beide als Sowohl-als-auch-Typen kreiert. So möchte z.B. Elliots Assistent Dr. Mears aus dem ungewöhnlichen Metall, das im Moor gefunden wurde, sofort Geld machen und setzt alles daran, um seine Gier zu befriedigen. Hier wird also der Wissenschaftler keineswegs als Idealbild dargestellt wie in anderen damaligen SF-Filmen, sondern „Man from Planet X“ geht auf die Verbindung zwischen Forschung und Wirtschaft ein, wobei er diese durchaus kritisch betrachtet. Dr. Mears schreckt auch nicht vor Folter zurück, um an das Geheimnis des Metalls zu kommen. Die Szenen, in denen Mears den Außerirdischen quält, sind harter Tobak und nehmen quasi die Verwischung der Grenze zwischen Gut und Böse, die die postmodernen Horrorfilme der 70er Jahre aufgriffen, vorweg. All dies setzt Ulmer mit einer sehr guten Optik um, die dem Film einen Stil verleiht, der irgendwo zwischen deutschem Expressionismus und Film Noir liegt.

Um den Film herum bildete sich in späteren Jahren ein Gerücht, dass der Darsteller des Außerirdischen unbekannt sei. Dieses hat seinen Ursprung anscheinend in einem Interview mit den beiden Hauptdarstellern, die sich nicht mehr erinnern konnten, wer den Außerirdischen gespielt hat. In der Tat aber handelt es sich um den Darsteller Pat Goldin, der immer wieder in Nebenrollen zu sehen war.

„The Man from Planet X“ ist ein heimlicher Klassiker des SF-Films. Heimlich deswegen, da er zwischendurch beinahe in Vergessenheit geraten war. Inzwischen aber wird er – vor allem in den USA – von Kritikern gelobt. Da der Film nie in deutschen Kinos gezeigt wurde, ist Ungers kleines Meisterwerk hierzulande so gut wie unbekannt.

The Man from Planet X. Regie: Edgar G. Ulmer, Drehbuch u. Produktion: Aubrey Wisberg, Jack Pollexfen, Darsteller:  Robert Clarke, Margaret Fields, Raymond Bond, William Schallert. USA 1951, 70 Min.

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In den 50er Jahren wurde das Kino quasi neu erfunden. Der Grund: Die Zuschauerzahlen gingen rapide zurück. Das Fernsehen führte dazu, dass immer mehr Leute zuhause blieben und sich Filme und Serien in den eigenen vier Wänden ansahen. So standen vor allem die großen Produktionsfirmen vor einem Riesenproblem. Denn die Kosten für die Filme konnten nur noch schwer eingefahren werden.

50erJahre1Im selben Zeitraum kam es allerdings zu einer technischen Innovation. Zum einen experimentierten verschiedene Firmen mit 3D-Kameras und Projektoren und zum anderen revolutionierte man den Sound, indem man von Mono auf Stereo umsattelte. Das Problem war jedoch, dass dafür die Kinobesitzer ihre vorhandene Technik umrüsten mussten. Und das war teuer (manche Quellen geben einen Betrag von 100.000 Dollar an). Kleinere Lichtspieltheater konnten sich das nicht leisten. Ein weiteres Problem lag darin, dass verschiedene Produktionsfirmen mit unterschiedlichen 3D-Techniken hantierten, was im schlimmsten Fall bedeutete, dass manche Filme auf den umgerüsteten Projektoren nicht abgespielt werden konnten. Erst die Pola-Light-Linse führte dazu, dass alles wieder ins rechte Lot gerückt wurde, sodass nun, aufgrund der äußerst geringen Umrüstungskosten von ca. 100 Dollar jeder mitmachen konnte, also sowohl die großen Kinoketten als auch die privaten Lichtspielhäuser in den Seitenstraßen.

Einer der ersten 3D-Farbfilme mit Dolby Stereo-Sound war der Horrorfilm „House of Wax“ (1953), ein Remake der gleichnamigen Produktion aus den 30er Jahren. In Deutschland lief der Film unter dem Titel „Das Kabinett des Professor Bondi“. Warner entschied sich aus Kostengründen für eine Neuverfilmung. Die Rechte waren bereits im Besitz der Firma und der Originalfilm war bereits sehr erfolgreich in den Kinos gelaufen. Vincent Price spielt darin einen Bildhauer, der ein sonderbares Wachsmuseum betreibt. Manche der Figuren ähneln kürzlich Verstorbenen. Zugleich treibt ein unheimlicher Mörder sein Unwesen in den nächtlichen Straßen der Stadt. Und schon bald wittert die Polizei einen schrecklichen Zusammenhang zwischen den Mordfällen und dem Museum.

50erJahre2Der Film war ein Riesenerfolg. Er spielte in nur einer Woche das dreifache seiner Produktionskosten wieder ein. „House of Wax“ stellte echtes Sensationskino dar. Die Story war so konzipiert worden, dass die 3D-Technik voll zur Geltung kommen konnte. Hinzu kam der Sound, der aus allen Richtungen zugleich zu kommen schien. Der Filmhistoriker Kevin Heffernan beschreibt die Wirkung der Soundeffekte in seinem Buch „Gimmicks, Ghouls, and Gold“ recht genau. In einer Szene zum Beispiel, in der ein Mann einen Stuhl in Richtung Kamera wirft, scheint der Stuhl aus der Leinwand über die Zuschauer hinweg zu fliegen. Das Aufprallen des Stuhls erklang dann aus dem rücktwärtigen Kinosaal. Der ganze Film war bespickt mit solchen Effekten.

50erJahreMan schien also einen Weg gefunden zu haben, wie man das Publikum doch noch aus dem Fernsehsessel in den Kinosaal bringen konnte. Weitere 3D-Filme mit Stereo-Sound wurden produziert. Allerdings nicht alle in Farbe. Einer der bekanntesten Filme ist „The Creature from the Black Lagoon“ (1954), dessen Erfolg zu zwei Sequels führte (beide ebenfalls in 3D). Regie führte B-Picture-Ikone Jack Arnold, der auch „It came from Outer Space“ (1953) drehte, indem ebenfalls die 3D-Effekte dazu genutzt wurden, um den Horrormomenten eine bessere Wirkung zu verleihen. 3D wurde so populär, dass im Laufe der 50er Jahre nicht nur Horror- und SF-Filme in diesem Format gezeigt wurden, sondern auch Krimis, Thriller und Dramen. Interessant ist, dass man auch den Monsterfilm „Them!“ (1954) zunächst in 3D produzieren wollte, aufgrund von Streitigkeiten zwischen Produzenten und Regisseur diese aber dann doch nicht angewandt wurde. So dürfte „Them!“ der einzige Film sein, dessen Szenenaufbau und Choreographie an einen 3D-Film erinnert, ohne aber wirklich 3D zu sein.

Der 3D-Boom ebbte Ende der 50er Jahre wieder ab. War 3D Anfang der 50er noch eine Sensation, so wurde die Sensation zur Langeweile, da sich die Effekte stets wiederholten. Also blieben die Zuschauer wieder zuhause und sahen lieber Fern. Es folgte erneut eine Krise, die dazu führte, dass die Anzahl der produzierten Filme Ende der 50er Jahre drastisch zurückging, sodass manche Kinobesitzer begannen, sich Sorgen zu machen, da sie über das Jahr hinweg nicht genügend Filme vorführen konnten. Dieses Mal retteten nicht die großen Firmen den Laden, sondern die kleinen Produktionsfirmen, die sich auf die Herstellung von Low-Budget-Filmen spezialisert hatten. Ihre Filme füllten sozusagen die Angebotslücke und beeinflussten das Filmemachen bis heute.

Text enthält Informationen aus:

Kevin Heffernan: Gimmicks, Ghouls, and Gold.

Robin Means Coleman: Horror Noire.

 

 

 

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