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Posts Tagged ‘Filme aus Frankreich’

Arsène Lupin ist ein Meisterdieb, dem es mühelos gelingt, mitten auf Empfängen Frauen um ihren Schmuck zu bringen. Zugleich ist Lupin ein hervorragender Verwandlungskünstler, Abenteurer und Frauenheld. Eines Tages begegnet er einer unsterblichen Gräfin, die ihn darum bittet, für sie drei Kreuze zu stehlen, die zusammengesetzt das Geheimnis eines Schatzes lüften. Lupin erliegt den Reizen der geheimnisvollen Gräfin und macht sich sofort auf, um der Kreuze habhaft zu werden. Doch dabei verwickelt er sich zunehmend in eine bizarre und abenteuerliche Geschichte …

„Arsène Lupin“ ist eine Mischung aus Mystery und Fantasy und veranschaulicht, auf welche Weise Frankreich ab Ende der 90er Jahre versuchte, wieder ins Zentrum des Filmmarktes zurückzukehren. Hatten französische Produktionen bis Mitte der 80er Jahre mit Actionfilmen a la Belmondo und Polit-Thrillern großen Erfolg, so sind es seit Ende der 90er Jahre u. a. stylische Horror- und Fantasyfilme, mit denen Frankreichs Produktionsstätten auf sich aufmerksam machen wollen.

Der Meisterdieb Arsène Lupin (Romain Duris); „Arsène Lupin“ (2004); Copyright: Sunfilm Entertainment

Nach Erfolgen wie „Pakt der Wölfe“ oder „Vidocq“ war „Arsène Lupin“ im Jahr 2004 die dritte große Genreproduktion aus unserem Nachbarland, die für beinahe zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung bietet. Die Figur des Meisterdiebes wurde vom französischen Schriftsteller Maurice Leblanc 1905 ins Leben gerufen. Insgesamt durfte Lupin in etwa 20 Romanen und mehreren Kurzgeschichten auftreten. Es gab bereits mehrere Verfilmungen, wobei diejenige von Jean-Paul Salome die aufwendigste und witzigste ist.

Der Film setzt jedoch stark voraus, dass der Zuschauer mit den Romanfiguren vertraut ist. Für Leute, die noch keinen Leblanc gelesen haben, dürfte dieser Film zwar unterhaltsam und spannend sein, dennoch ein paar Ungereimtheiten aufweisen. Nichtsdestotrotz gelingt es Salome durch eine rasante Schnitttechnik, witzigen Dialogen und einer Reihe überraschender Wendungen den Zuschauer im Bann zu halten. Leider floppte der Film an den Kinokassen, sodass, trotz diverser Nominierungen und Preisen (vor allem für Ausstattung und Kostüme), die Produktion wieder in Vergessenheit geriet.

Arsène Lupin, Regie: Jean-Paul Salome, Drehbuch: Jean-Paul Salome, Laurent Vachaud, Produktion: Stephane Marsil, Darsteller: Romain Duris, Kristin Scott Thomas, Eva Green, Pascal Gregory. Frankreich 2004, 126 Min.

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injuFrankreichs Filmindustrie ist seit jeher bekannt durch seine spannenden Thriller. Mit „Das Geheimnis der Geisha“ lenkt Regisseur Barbet Schroeder das Genre in eine Richtung, die den Film zwischen europäischem B-Picture im allgemeinen und Giallo im speziellen verortet.

„Inju“, so der Originaltitel, handelt von Alex Fayard, einem französischen Bestseller Autor von Kriminalromanen, der sein neuestes Werk in Japan vorstellen will. Er ist fasziniert von dem japanischen Thriller-Autor Shindei Oe, über den sich bizarre Gerüchte ranken. Bisher hat ihn noch niemand zu Gesicht bekommen. Manche halten ihn für einen Psychopathen. Kaum ist Fayard in Japan angekommen, bedroht ihn ein eigenartiger Anrufer während einer TV-Sendung, Japan so schnell wie möglich zu verlassen. Kurz darauf lernt Fayard die Geisha Tamao kennen, die behauptet, Oes Geliebte zu sein. Er verliebt sich in sie und erhofft sich zugleich, nähere Informationen über diesen mysteriösen Autor zu erhalten. Bei seinen Nachforschungen gerät er immer tiefer in ein unheimliches Geheimnis.

Im Grunde genommen kann man Barbet Schroeders Film als eine Art Nachdenken über das Scheitern bezeichnen. Diese menschliche Tragik verpackt er in eine Mischung aus Mystery und Suspense, die „Das Geheimnis der Geisha“ wie einen Giallo von Mario Bava erscheinen lassen, der bespickt ist mit einer düsteren Erotik. Auf diese Weise überzeugt das Werk von Anfang an durch eine dichte und geheimnisvolle Atmosphäre, welche die Handlung elektrisierend vorantreibt und sich dabei zugleich als eine Art Hommage an das europäische Trash-Kino versteht.

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Die geheimnisvolle Tamao (Lika Minamoto) deutet ihren Hang für Fesselspielchen an. „Das Geheimnis der Geisha“ (Frankreich 2008). Copyright: Sunfilm Entertainment.

Alex Fayard, ein Experte darin, Literatur und Film zu analysieren, gerät auf einmal in einen Bereich, der verworrener nicht sein kann. Sein fast schon überhebliches Auftreten wird auf einmal erschüttert. Denn das, was zunächst klar und deutlich erscheint, erhält einen doppelten Boden. Von da an ist nichts mehr so, wie es aussieht. Doch von der Idee besessen, den eigentlichen Charakter des ominösen Schriftstellers Shindei Oes in seinen Werken erkannt zu haben, glaubt er, letztendlich als Sieger hervorzugehen.

Barbet Schroeder nutzt diese Grundlage, um damit sowohl die Figur Alex Fayard als auch den Zuschauer an der Nase herumzuführen. Die klassische Variante des „Who’s done it“ verbindet sich dabei mit der stets präsenten Atmosphäre der Unsicherheit und des Unheimlichen. Dabei darf natürlich eine femme fatale nicht fehlen, die von Lika Minamoto verkörpert wird und Fayard gehörig den Kopf verdreht. Alles in Allem macht dies den Film zu einem durchaus interessanten und spannenden Vergnügen, vor allem für Liebhaber leicht trashiger Kost.

Das Geheimnis der Geisha (OT: Inju), Regie: Barbet Schroeder, Drehbuch: Jean-Armand Bougrelle, Frederique Henri, Barbet Schroeder, Produktion: Said Ben Said, Darsteller: Benoit Magimel, Lika Minamoto, Ryo Ishibashi. Frankreich/Japan 2008, Laufzeit: 101 Min.

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DieSchoeneUndDasBiestChristoph Gans ist das französische Aushängeschild, wenn es um Trash und Phantastik geht. Neben seinen zusammen mit Brian Yuzna produzierten Filmen „Crying Freeman“ (1995) und „Necronomicon“ (1993), erzielte er auch mit dem Mystery-Thriller „Pakt der Wölfe“ (2001) große internationale Erfolge. Sein neuester Streich ist die Verfilmung des Märchens „Die Schöne und Das Biest“, wobei hier nicht nur von einer Adaption zu sprechen ist, sondern auch von einem Remake des gleichnamigen Klassikers von Jean Cocteau aus dem Jahr 1946.

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Szenenfoto aus „Die Schöne und Das Biest“ (Copyright: Concorde Entertainment)

Regisseur Gans ist ein Ästhet wie er im Buche steht. Bereits in der Manga-Adaption „Crying Freeman“ zeigte er, dass man Actionfilme nicht nur in der üblichen Hau-drauf-Manier inszenieren muss. So ist es nicht verwunderlich, dass Gans für „Die Schöne und Das Biest“ einen wahren Bilderrausch kreiert, der – trotz Dauer-CGI – keineswegs ermüdet, sondern schlicht und ergreifend begeistert.

Die Geschichte selbst ist sicherlich jedem bekannt. Ein verarmter Kaufmann begegnet im Wald einem Ungeheuer, das damit droht, seine ganze Familie zu töten, wenn er nicht wieder zurückkehrt. Der Grund für die Strafe: Der Kaufmann hat eine Rose aus dem Garten der Bestie gepflückt. Belle, die Tochter des Kaufmanns, opfert sich für den Vater und kehrt statt ihm ins Schloss der Bestie zurück.

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Szenenfoto aus „Die Schöne und Das Biest“ (Copyright: Concorde Entertainment)

Christoph Gans orientiert sich im Hinblick auf die Kulissen stark an Cocteaus Klassiker. Das Haus des verarmten Kaufmanns oder auch Teile des Schlosses erinnern sehr stark an die Version von 1946. Mithilfe von Computeranimation setzt Gans jedoch ein Vielfaches obendrauf. Cocteaus surrealer Kunstfilm wird zum Action-Fantasy-Spektakel umgearbeitet, was jedoch keineswegs stört. Gans übertreibt nicht, die Effekte sind nicht ausufernd, sondern bewegen sich innerhalb eines vorgesteckten Rahmens, sodass sie nicht langweilig werden. Gut, diese Gizmo-artigen Wesen, welche zwischendurch auftauchen, hätte sich der Regisseur schenken können. Ein wenig mehr Humor hätte dem Film ebenfalls nicht geschadet. Doch insgesamt ist „Die Schöne und Das Biest“ ein durchaus gelungener Film für die ganze Familie.

Titel: Die Schöne und Das Biest (La belle & la bẻte)
Regie: Christoph Gans, Drehbuch: Christoph Gans, Sandra Vo-Anh, Produktion: Richard Grandpierre, Darsteller: Lea Seydoux, Vincent Cassel, Andre Dussollier, Eduardo Norgiega, Yvonne Catterfeld
Frankreich/Deutschland 2014
Laufzeit: 112 Min.

Szenenfotos mit freundlicher Genehmigung von AIM Online-PR

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