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Posts Tagged ‘Fantasyfilme’

„Daimajin“ (1966); Copyright: JSV

Die Daiei-Studios waren so etwas wie die Konkurrenz zu den legendären Toho Studios. 1942 gegründet, gingen knapp 30 Jahre später in den Hallen die Lichter wieder aus. Berühmt wurde Daiei durch die „Gamera“-Filme sowie die Filme um den blinden Samurai Zatochi. Geradezu außergewöhnlich sind die „Daimajin“-Filme, in denen es um die riesige Statue eines Kriegsgottes geht, die auf einmal lebendig wird.

Außergewöhnlich ist „Daimajin“ deswegen, da er im Grunde genommen ein Historienfilm ist, der sich im Finale abrupt in einen Monsterfilm verwandelt. Es geht um den Fürst Hanabusa, der eines Tages von seinem Feind Odate gestürzt wird. Hanabusas Kinder können in die Berge fliehen, wo sie von einer Priesterin und dem Samurai Kogenta erzogen werden. Zehn Jahre später herrscht Odate immer noch, und die Verehrung des Kriegsgottes ist verboten. Gab es bereits vor zehn Jahren Anzeichen dafür, dass der Majin langsam zum Leben erwacht, so wird die Statue nun endgültig lebendig und beginnt ihr Werk der Zerstörung.

Originalkinoplakat von „Daimajin“

„Daimajin“ ist ein Film, der mich regelrecht umgehauen hat. Eigentlich hätte schon die dramatische Handlung um Odate und die versteckten Kinder des Fürsten genügt, um den Film mit genug Action und Spannung auszufüllen. Auch die wunderbare Optik gefällt, die sich teilweise an klassischen japanischen Gemälden orientiert. Regisseur Kimiyoshi Yasuda geht jedoch noch einen großen Schritt weiter. Die tragische Geschichte, die im Japan des 17. Jahrhunderts angesiedelt ist, verwebt sich zunehmends mit übernatürlichen Elementen.

Zunächst sind es seltsame Beben, die die Bevölkerung erschrecken und den Glauben wieder aufkommen lassen, dass die Statue des Majin lebendig wird, um sich an den Menschen zu rächen. Im großartigen Finale schließlich wird dieser Glaube Realität und die zehn Meter hohe Götterstatue kommt von den Bergen herunter, um die Siedlung zu zerstören.

Der Majin in Aktion; „Daimajin“ (1966); Copyright: JSV

In dem Film wirkt nichts kitschig oder überdreht. Es handelt sich auch nicht um einen der typischen japanischen Monsterklopp-Filme. „Daimajin“ ist ungewöhnlich ernst und verbreitet dabei eine überaus düstere Stimmung. Selbst als der Majin in Aktion tritt, bleibt diese Stimmung erhalten. Es ist interessant, dass der Wechsel vom Hisorienfilm hin zum Monsterfilm nahtlos gelingt. Die Riesenstatue wirkt keineswegs wie aufgesetzt. Sämtliche Ereignisse spielen sich innerhalb der Handlungslogik ab, und das Erscheinen des Majin ist letztendlich die Konsequenz der diversen Handlungsabläufe. Und wenn schließlich der Majin in Erscheinung tritt, dann in einer rasenden Zerstörungswut, vor der so gut wie nichts sicher ist.

Während „Daimajin“ 1966 auch in den US-amerikanischen Kinos lief, so kam er nie bis nach Deutschland. Erst vor wenigen Jahren erschien der Film hierzulande auf DVD. Eine echte Perle des phantastischen Films.

Daimajin. Regie: Kimiyoshi Yasuda, Drehbuch: Tetsuro Yoshida, Produktion: Masaichi Nagata, Darsteller: Riki Hashimoto, Miwa Takada, Yoshihiko Aoyama, Tatsuo Endo, Yutaro Gomi, Jun Fujimaki. Japan 1966, 84 Min.

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Die Produktionsfirma Amicus verstand sich als Konkurrenz zu Hammer Films. Doch im Gegensatz zu Hammer, die in den 70ern nur noch Flops einfuhren, erkannte Amicus die Zeichen der Zeit und verlegte sich in den 70er Jahren weg vom Horrorgenre zu Fantasy-Abenteuer-Filmen, in denen vor allem der US-amerikanische Schauspieler Doug McClure die Rolle des draufgängerischen Helden spielte.

Neben den „Caprona“-Filmen, war es schließlich „Tauchfahrt des Schreckens“ (im Original: „Warlords of Atlantis“), der einer der größten Erfolge für Amicus wurde. Der Film erzielte Rang 15 der erfolgreichsten Kinofilme im Jahr 1978. Es geht um eine Expedition ins Bermuda-Dreieck am Ende des 19. Jahrhunderts, in dem der Ingenieur Greg Collinson eine neuartige Taucherglocke testen möchte. Mit an Bord des Forschungsschiffes ist auch der Archäologe Charles Aitken, der am Meeresgrund die Reste eines versunkenen Reiches vermutet. Kaum sind Collinson und Aitken unter Wasser, als sie plötzlich von einem Plesiosaurier angegriffen werden.

Am Meeresboden entdecken sie tatsächlich eine sonderbare Skulptur aus reinem Gold. Doch da taucht das nächste Ungeheuer auf, ein Riesenkrake, der das Schiff angreift und die Taucherglocke in eine Höhle zerrt. Von dort aus werden sie von einer Strömung aus der Höhle gerrissen und gelangen wieder an die Oberfläche. Und schon haben sie es mit weiteren Monstern und einem sonderbaren Volk zu tun …

Wie die Inhaltsangabe bereits verrät, geht es in dem Film von einem Abenteuer ins nächste. In der Tat gibt es in „Tauchfahrt des Schreckens“ keine ruhige Minute. Collinson und Aitken haben stets alle Hände voll zu tun, um sich aus diversen gefährlichen Situationen zu retten, zwischendurch meutert die Besatzung an Bord es Forschungsschiffes, um die Goldstatue zu ergattern, während am Meeresgrund bereits wieder andere Gefahren lauern.

„Tauchfahrt des Schreckens“ gilt als Klassiker des Fantasyfilms und verwebt darin klassische Lost Race-Merkmale, ohne sich dabei jedoch explizit auf eine literarische Vorlage zu beziehen. Dennoch liegt auf der Hand, dass hier einmal mehr die Werke von Edgar Rice Burroughs Pate gestanden haben, auf die sich bereits die beiden Filme „The Land that Time forgot“ und „The People that Time forgot“ (dt.: „Caprona- Das vergessene Land“ und „Caprona 2“) aus den Jahren 1975 und 1977 bezogen.

Das Besondere an den späten Amicus-Filmen ist, dass hier nicht an Monstern gespart wurde. So kommen auch in „Tauchfahrt des Schreckens“ neben dem Riesenkraken und dem Plesiosaurier weitere Riesenungeheuer vor, den Höhepunkt bildet dabei der furios in Szene gesetzte Angriff zweier Ungeheuer auf die mysteriöse Stadt, in die Collinson und Aitken geraten.

Trotz des enormen Erfolgs von „Tauchfahrt des Schreckens“, schlossen sich die Tore der Produktionsfirma Amicus Ende der 70er Jahre für immer. Grund waren nicht fehlende Einnahmen, sondern dass die Gründer der Firma nicht mehr weiter machen wollten. Was bleibt sind nicht nur spannend inszenierte Horrorfilme, sondern auch eine Reihe faszinierender Fantasy-Abenteuer, die bis heute nichts von ihrem grandiosen Unterhaltungswert verloren haben.

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Acht Jahre bevor King Kong auf die Zuschauer losgelassen wurde, sorgte die Conan Doyle-Adaption „The lost World“ 1925 für volle Kinosäle. Als Stummfilm konzipiert, konnten die dort auftretenden Dinosaurier zwar noch nicht brüllen, doch die damaligen Kritiker waren sich einig, dass die Kreaturen unglaublich lebendig wirken.

Gestaltet hatte die Spezialeffekte Willis O’Brian, der als einer der besten Spezialeffektkünstler galt und später auch dem berühmten Riesenaffen Leben einhauchte. Das Besondere an „The lost World“ war, dass hier zum ersten Mal Schauspieler und Ungeheuer in ein und demselben Bild zu sehen waren. Zum einen gelang dies durch das sog. Splitscreen-Verfahren, das O’Brian im Laufe der Produktion mehr und mehr verfeinern sollte, zum anderen mit Rückprojektionen, in denen die Darsteller vor einer Leinwand agierten.

Lloyd Hughes als Reporter Malone, Wallace Beery als Prof. Challanger und Betty Love als Paula White; „The lost World“ (1925)

Mit einem Budget von 700000 Dollar waren die Produktionskosten geradezu enorm und damit teurer als der spätere „King Kong“, doch allein in den USA spielte der Film fast 1,5 Millionen Dollar ein. Auch heute ist der Film überaus spannend, kurzweilig und bringt einem regelrecht zum Staunen. Es geht um Professor Challenger, der im Amazonasgebiet ein Plateau entdeckt hat, auf dem noch immer Dinosaurier leben. Natürlich wird er von den Akademikern verspottet. Daher beschließt er, auf das Plateau zurückzukehren, um einen Beweis von dort mitzubringen. Finanziert wird das ganze von einer Londoner Zeitung, die sich dadurch höhere Auflagen erhofft. Doch die Expedition hat noch einen weiteren Zweck, denn Challengers Kollege ist auf dem Plateau zurückgeblieben und es gilt daher, den Vater von Paula White zu finden, die ebenfalls an der Expedition teilnimmt.

Besetzt mit damals bekannten Schauspielern (u. a. Betty Love als Paula White, Lloyd Hughes als Reporter und Wallace Beery als Challenger) entwickelt sich „The lost World“ zu einem furiosen Abenteuerspektakel, dessen Einfluss bis heute reicht. So orientieren sich z.B. die „Jurassic Park“-Filme nicht nur an diesem Klassiker, sondern übernahmen auch mehrere Szenen dieses Films in ihre eigene Handlungen. Dieses Mal natürlich als aufgemotzte CGI-Variante, doch der Unterschied zu „The lost World“ ist nicht groß.

Der Brontosaurus stampft durch London; „The lost World“ (1925)

Dies macht sich besonders dann bemerkbar, wenn der von Professor Challenger mitgebrachte Brontosaurus in London Amok läuft, Häuser zum Einsturz bringt und schließlich sogar die London Bridge demoliert. Ein weiterer Höhepunkt des Films ist der sensationelle Vulkanausbruch, vor dem nicht nur die Menschen, sondern auch sämtliche Dinosaurier fliehen. Insgesamt elf verschiedene Arten hat O’Brian für den Film ins Leben gerufen, darunter einen Alosaurus, mehrere Brontosaurier und mehrere Triceratops.

Das, was damals wie heute so fasziniert, war bzw. ist, dass O’Brian die Atembewegungen der Dinosaurier zeigte, sogar wie sich ihre Pupillen verändern. Er versuchte, die Kreaturen so lebendig wie möglich zu gestalten, und dies ist ihm auch gelungen. All dies machte und macht den Film zu einer wahren Sensation.

The lost World. Regie: Harry O. Hoyt, Drehbuch: Marion Fairfax, Produktion: Earl Hudson, Darsteller: Betty Love, Lloyd Hughes, Wallace Beery, Lewis Stone. USA 1925, 100 Min. (Rekonstruierte Fassung); 55 Min. (damalige Kinofassung)

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Das haben sich die Produzenten wohl anders vorgestellt. Das Drehbuch von Jason Fuchs, der meistens als Co-Autor in Erscheinung tritt, über die Vorgeschichte Peter Pans galt als äußerst viel versprechend. Doch das Einspielergebnis war dann doch mehr als nur ernüchternd, kam dieses doch gerade mal auf die Hälfte der Produktionskosten.

Die Handlung dreht sich um den Jungen Peter, der während des Zweiten Weltkriegs als Waisenkind in ein zwielichtiges Internat gebracht wird, in dem sadistische Nonnen das Regiment führen. Von dort aus wird er eines Nachts zusammen mit anderen Jungen von Captain Blackbeard und seinen Leuten auf sein fliegendes Schiff entführt und nach Neverland gebracht, um dort festzustellen, dass er ein halber Elfe ist und fliegen kann. Zusammen mit James Hook und der Eingeborenen Tiger Lilly versucht er, Blackbeard das Handwerk zu legen.

Was Regisseur Joe Wright mit „Pan“ ablieferte, beginnt in der Tat viel versprechend. Das Set-Design und die ersten Minuten besitzen einen sehr schönen, klassisch angehauchten Touch, der an alte Kinderbücher erinnert. Der Höhepunkt des interessanten und durchaus sehenswerten Anfangs besteht in dem originellen Pirateneinsatz, wenn Captain Blackbeards Leute sich auf Seilen kopfüber in den Schlafsaal des Internats lassen, um auf diese Weise die Kinder zu stehlen.

Doch bereits danach beginnt das Desaster. Joe Wright schafft es tatsächlich, den Film ab da vollkommen uninteressant weiter zu führen, sodass man nur mehr halbherzig der Handlung folgt. Diese erweist sich nach dem oben erwähnten Pirateneinsatz als alles andere als originell, sondern ergeht sich in einem konfusen Actionspektakel, in dem hauptsächlich nur noch geschrien wird.

Man fragt sich die ganze Zeit über, was an diesem Drehbuch denn so toll sein soll, dass man es hatte unbedingt verfilmen wollen. Denn von dem witzigen Kinderabenteuer, das der Anfang versprochen hat, bleibt nichts anderes mehr übrig, als reine und uninspirierte Oberflächlichkeit. Joe Wright konzentriert sich nicht mehr auf die Figuren und schon gar nicht mehr darauf, eine gelungene Handlung zu erzählen, sondern setzt auf Farbenrausch und ein nicht enden wollendes Effektgewitter, das den Zuschauer jedoch keineswegs packt, sondern eher zu einer distanzierten Beobachtung führt.

Zwar blitzen hier und da noch Merkmale des klassischen Abenteuerfilms hindurch, doch werden diese auf eine radikale Weise von der leeren Effektparade in den Hintergrund gedrängt, so als wollte Wright geradezu mit Absicht den Karren gegen die Wand fahren. Es ist kein Wunder, dass den Film kaum einer sehen wollte. „Pan“ fehlt es an Gefühl und an Einfallsreichtum. Doch immerhin hat er eines geschafft: sich in die Reihe der größten Flops der Filmgeschichte einzuordnen.

Pan. Regie: Joe Wright, Drehbuch: Jason Fuchs, Produktion: Greg Berlanti, Paul Webster, Darsteller: Hugh Jackman, Garret Hedlund, Rooney Mara, Levi Miller, Adeel Akhtar. USA 2015, 111 Min.

 

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Arsène Lupin ist ein Meisterdieb, dem es mühelos gelingt, mitten auf Empfängen Frauen um ihren Schmuck zu bringen. Zugleich ist Lupin ein hervorragender Verwandlungskünstler, Abenteurer und Frauenheld. Eines Tages begegnet er einer unsterblichen Gräfin, die ihn darum bittet, für sie drei Kreuze zu stehlen, die zusammengesetzt das Geheimnis eines Schatzes lüften. Lupin erliegt den Reizen der geheimnisvollen Gräfin und macht sich sofort auf, um der Kreuze habhaft zu werden. Doch dabei verwickelt er sich zunehmend in eine bizarre und abenteuerliche Geschichte …

„Arsène Lupin“ ist eine Mischung aus Mystery und Fantasy und veranschaulicht, auf welche Weise Frankreich ab Ende der 90er Jahre versuchte, wieder ins Zentrum des Filmmarktes zurückzukehren. Hatten französische Produktionen bis Mitte der 80er Jahre mit Actionfilmen a la Belmondo und Polit-Thrillern großen Erfolg, so sind es seit Ende der 90er Jahre u. a. stylische Horror- und Fantasyfilme, mit denen Frankreichs Produktionsstätten auf sich aufmerksam machen wollen.

Der Meisterdieb Arsène Lupin (Romain Duris); „Arsène Lupin“ (2004); Copyright: Sunfilm Entertainment

Nach Erfolgen wie „Pakt der Wölfe“ oder „Vidocq“ war „Arsène Lupin“ im Jahr 2004 die dritte große Genreproduktion aus unserem Nachbarland, die für beinahe zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung bietet. Die Figur des Meisterdiebes wurde vom französischen Schriftsteller Maurice Leblanc 1905 ins Leben gerufen. Insgesamt durfte Lupin in etwa 20 Romanen und mehreren Kurzgeschichten auftreten. Es gab bereits mehrere Verfilmungen, wobei diejenige von Jean-Paul Salome die aufwendigste und witzigste ist.

Der Film setzt jedoch stark voraus, dass der Zuschauer mit den Romanfiguren vertraut ist. Für Leute, die noch keinen Leblanc gelesen haben, dürfte dieser Film zwar unterhaltsam und spannend sein, dennoch ein paar Ungereimtheiten aufweisen. Nichtsdestotrotz gelingt es Salome durch eine rasante Schnitttechnik, witzigen Dialogen und einer Reihe überraschender Wendungen den Zuschauer im Bann zu halten. Leider floppte der Film an den Kinokassen, sodass, trotz diverser Nominierungen und Preisen (vor allem für Ausstattung und Kostüme), die Produktion wieder in Vergessenheit geriet.

Arsène Lupin, Regie: Jean-Paul Salome, Drehbuch: Jean-Paul Salome, Laurent Vachaud, Produktion: Stephane Marsil, Darsteller: Romain Duris, Kristin Scott Thomas, Eva Green, Pascal Gregory. Frankreich 2004, 126 Min.

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diebvonbagdadSo ziemlich jeder dürfte den „Dieb von Bagdad“ schon einmal oder vielleicht sogar x-mal gesehen haben. Er gehörte für lange Zeit zum weihnachtlichen Standardprogramm des Fernsehens (neben „Die Zeitmaschine“ von George Pal). Am 5.12.1940 erlebte der Film seine Uraufführung und wurde damals mit drei Oscars ausgezeichnet: Beste Special Effects, Beste Farbphotographie und beste Ausstattung.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Sie handelt von dem Sultan Ahmad, der zusammen mit dem jungen Dieb Abu allerhand Abenteuer erlebt, nachdem ihn der böse Großwesir Jaffar durch einen hinterhältigen Trick entmachtet hat. Abu und der Sultan versuchen, zurück nach Bagdad zu gelangen. Nicht nur, um Jaffar vom Thron zu stoßen, sondern auch um die schöne Prinzessin zu retten.

Auch wenn der Film extrem erfolgreich war, so kam es bei der Produktion zu allerhand Problemen, die dazu führten, dass die Dreharbeiten des Filmes sich fast zwei Jahre hinzogen.

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Die Prinzessin (June Duprez) und Jaffar (Conrad Veidt); „Der Dieb von Bagdad“ (1940); Copyright: United Artists

Zu Beginn der Dreharbeiten war kein geeignetes Drehbuch vorhanden. Aus diesem Grunde wurde Miles Malleson dazu beauftragt, das vorhandene Buch umzuschreiben. Im Herbst 1939 mussten die Dreharbeiten abrupt eingestellt werden, da England in den Krieg eingetreten war und man das Studio für die Produktion von Propagandafilmen benötigte. Erst 1940 konnten daher die Dreharbeiten fortgesetzt werden. Nicht zuletzt gab es auch Streit zwischen dem Produzenten Alexander Kordan und dem Regisseur Ludwig Berger. Berger wollte aus dem Film eine Art Kammerspiel machen, Kordan dagegen wollte einen gewaltigen Film, der die Zuschauer von Anfang an in ihren Bann ziehen sollte. Da Berger nicht entlassen werden konnte, stellte man an seine Seite zwei Co-Regisseure: Michael Powell und Tim Whelan.

Trotz aller Turbulenzen war das Ergebnis mehr als nur sehenswert. Bis heute sind der riesige Dschinn, die unheimliche Mörderpuppe, das fliegende Pferd oder auch die Riesenspinne (nicht eingeblendet, sondern ein enorm großes Modell) nicht mehr aus der Welt des phantastischen Films wegzudenken. Nicht zu vergessen Conrad Veidt als Jaffar und natürlich June Duprez als die schöne Prinzessin.

Der Dieb von Bagdad (OT: The Thief of Bagdad), Regie: Ludwig Berger, Michael Powell, Drehbuch: Miles Malleson, Produktion: Alexander Korda, Darsteller: Conrad Veidt, Sabu, June Duprez, John Justin, Rex Ingram, Mary Morris. England 1940, 102 Min.

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kunoichiWenn man sich einen japanischen Schwertkampffilm ansieht, in dem Frauen Blitze aus ihren Brüsten schießen lassen – und auch aus Stellen, die unterhalb der Gürtellinie liegen – , so weiß man, dass man hier einen etwas anderen Genrefilm vor sich hat.

Regisseur Hitoshi Ozawa schuf mit der zweiteiligen Roman- bzw. Manga-Adaption „Kunoichi“ einen Fantasyfilm, der sich selbst nicht ganz so ernst nimmt und daher mit einigen originellen Ideen daherkommt. Ninja-Trick Busenwelle sowie Ninja-Trick Talecho lassen die Bösen durch die Bank weg explodieren und das Blut spritzt in hohen Fontänen. Die Low-Budget-Produktion „Kunoichi“ zeigt also, wie man Liebhaber von Trash-Filmen bei Laune hält, denn unterhaltsamer und sehenswerter kann ein Film kaum sein.

Die Handlung in Kürze: Der dekadente Shogun zieht mit einer Herrschar dämonischer Halbwesen durch die Lande und foltert und missbraucht mit Vorliebe junge Frauen. Als er ein Nonnenkloster überfällt, beschließen die sieben überlebenden Schwestern, sich an dem Shogun zu rächen. Mithilfe eines Schwertmeisters machen sie sich auf, den Shogun zu erledigen …

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Kisagai (Yuko Moriyama) in der Klemme. „Kunoichi“ (1996). Copyright: Toei Company

Regisseur Ozawa gelingt in seinem Zweiteiler eine Mischung aus Splatter-, Sexploitation- und Schwertkampffilm, wobei er zwischen den Extremen Kitsch und Ästhetik ohne Wenn und Aber hin- und herpendelt. Dadurch wird „Kunoichi“ den durchgeknallten Werken von Regisseur Takeshi Miike nicht unähnlich. Trash vermischt sich ohne weiteres mit gespenstischer Gruselästhetik. Ruhige Aufnahmen wechseln abrupt mit rasanten Schnitten. Im selben Maß wechselt ebenfalls die Musik von traditionell zu Hardrock, ohne Übergänge zu beachten.

Bei so vielen Ninja-Frauen in Miniröckchen und Lederstiefeln ist es nicht verwunderlich, dass Regisseur Ozawa auch gleich selbst mitspielen wollte. Aus diesem Grunde sind wahrscheinlich auch die Handlungsstränge gelegentlich etwas durcheinander geraten und manchmal nicht ganz nachvollziehbar. Doch das durchgeknallte Spektakel besitzt gerade darin seinen Reiz, indem Ozawa in der Wirrnis eine Ästhtetik findet, die den Zuschauer in ihren Bann zieht. Das lässt „Kunoichi“ beinahe als modernen Klassiker erscheinen.

Kunoichi 1: Lady Ninja/Kunoichi 2: Blutige Rache (OT: Kunoichi ninpô chô Yagyà gaiden: Edobana jigoku-hen), Regie & Drehbuch: Hitoshi Ozawa, Darsteller: Yuko Moriyama, Hitoshi Ozawa, Momoka Saeki, Kaoru Okawa, Fuyu Ohba, Japan 1998, 74 Min. & 82 Min.

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