The 80s: Excalibur (1981)

Mitten in der Schlacht; „Excalibur“ (1981); © Warner

Eigentlich hatte John Boorman Tolkiens „Herr der Ringe“ verfilmen wollen, doch wurde das Projekt aus Kostengründen nicht weiter verfolgt. Allerdings verwendete er die Vorarbeiten für einen anderen Fantasy-Epos: „Excalibur“. Damit schuf er nicht nur einen der erfolgreichsten Fantasy-Filme der 80er Jahre, sondern beeinflusste mit der Machart auch spätere Produktionen bis hin zu Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Adaption.

„Excalibur“ galt 1981 als einer der brutalsten Filme. Grund dafür sind die recht heftigen Schlachtenszenen, in denen hier und da mal ein Arm verloren geht und das Kunstblut nur so herumspritzt. Boorman setzte damit einen Kontrastpunkt zu den Ritterfilmen der 50er Jahre, in denen die Helden stets frisch gewaschen sind und saubere Rüstungen anhaben. In „Excalibur“ sind die schweren Rüstungen voller Dreck, die Ritter schwitzen und kämpfen schnaufend und keuchend. Hinzu kommt die damals viel diskutierte Sexszene zwischen Uthar (dem Vater von König Arthur) und Igrayne. während in einer Parallelmontage der Fürst von Cornwall, mit dem Igrayne verheiratet ist, von Lanzen  durchbohrt wird.

Der Film ist eine Adaption von Thomas Malorys „König Arthur und die Ritter der Tafelrunde“ aus dem Jahr 1485. Unversehens wird Arthur König, als er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht. Er versammelt die besten Ritter um sich und bildet mit ihnen die Tafelrunde. Alles scheint gut zu verlaufen, doch nach und nach bricht seine Herrschaft zusammen. Grund dafür ist die Hexe Morgana, Arthurs Schwester, die ihn verzaubert und dabei mit ihm einen Sohn zeugt. Diesen möchte sie statt Arthur auf den Thron heben …

„Excalibur“ ist sehr aufwendig produziert, das Design der Rüstungen phänomenal und die Bildgestaltung, die teilweise an die Gemälde der Romantik erinnert, unglaublich ästhetisch. Hinzu kommt die sensationelle Dramatik, die dem Film fast schon etwas Opernhaftes verleiht. Eigentlich hätte der Film über drei Stunden dauern sollen, doch musste John Boorman den Film auf zwei Stunden kürzen.

König Arthur (Nigel Terry) bei der Hochzeit mit Guenevere (Cherie Lunghi); „Excalibur“ (1981); © Warner

Boorman entschied sich damals, die Rollen mit eher unbekannten Schauspielern zu besetzen, von denen manche heute zu den bekanntesten Darstellern Hollywoods zählen: Liam Neeson (in einer winzigen Nebenrolle), Patrick Steward, Helen Mirren und Gabriel Byrne. Ausgerechnet der Hauptdarsteller Nigel Terry sollte nicht wirklich davon profitieren. Seine spätere Karriere beschränkte sich auf TV-Serien und Nebenrollen.

„Excalibur“ ist schlicht und ergreifend ein wunderbarer Fantasyfilm, der bis heute nichts von seiner Gewaltigkeit verloren hat. Damals war er nominiert für die Goldene Palme, ging aber leider leer aus. Heute zählt der Film zu den Klassikern der 80er Jahre.

Excalibur. Regie u. Produktion: John Boorman, Drehbuch: Rospo Pallenberg, John Boorman, Darsteller:  Nigel Terry, Helen Mirren, Nicholas Clay, Cherie Lunghi, Nicol Williamson. USA 1981

The 80s: Die Goonies (1985)

In den 80er Jahren entdeckte Hollywood das junge Publikum für sich. Die meisten Filme waren nicht mehr „ab 16“ freigegeben, sondern schon für Kinder ab sechs oder ab zwölf Jahren. Einer der erfolgreichsten Filme war „Die Goonies“ aus dem Jahr 1985.

Die Goonies sind eine Gruppe von Freunden, die alle dasselbe Problem haben: ihre Häuser sollen einem Golfplatz für Reiche weichen. Schon am nächsten Tag müssen sie ausziehen. Doch wie es der Zufall will, findet Michael auf dem Dachboden eine alte Schatzkarte. Noch besser: Der Schatz soll irgendwo in der Nähe vergraben sein. Kurzerhand machen sich er und seine Freunde daran, den Schatz zu suchen, wobei sie nicht nur allerhand Gefahren überstehen müssen, sondern auch noch von einer Gangsterfamilie gejagt werden.

Die Idee für den Film stammte von Steven Spielberg, der „The Goonies“ dann auch produzierte. Das Drehbuch verfasste Chris Columbus, der u. a. auch das Drehbuch zu „Gremlins“ verfasste, und Regie führte Richard Donner, der sich mit Actionfilmen bestens auskannte. Die Grundidee des Films klingt wie eine Anlehnung an klassische Kinderbücher. Und anfangs funktioniert der Film auch genau auf diese Weise.

Dann aber wandelt sich der Film um in eine Aneinanderreihung hektischer Actionsquenzen, in denen die Kinder nur noch am Schreien sind und das geht dann teilweise doch ziemlich auf die Nerven. Gut gemacht ist der Film dennoch. Insgesamt wirkt „Die Goonies“ wie eine Art „Indiana Jones“ für Kinder oder besser mit Kindern. So fehlen auch nicht jede Menge fieser Fallen, die der einäugige Pirat Willie in einem unterirdischen Labyrinth angebracht hat.

Auf diese Weise rast die Handlung regelrecht voran, wobei sie allerdings immer am Rand der Eintönigkeit kratzt. Viel nimmt man von dem Film daher auch nicht mit. Spaß aber macht er trotzdem.

Die Goonies (OT: The Goonies). Regie: Richard Donner, Drehbuch: Chris Columbus, Produktion: Steven Spielberg, Darsteller: Sean Astin, Josh Brolin, Jeff Cohen, Corey Feldman, Kerri Green, Martha Plimpton, Jonathan Ke Quan, John Matuszak, Anne Ramsey. USA 1985, 114 Min.

 

The 80s: Xanadu (1980)

Robert Greenwald ist eigentlich Dokumentarfilmer und erhielt für seiner Arbeiten bisher mehrere Preise. 1980 aber wollte er wohl unbedingt das Genre wechseln und führte Regie bei dem Musical Xanadu. Das Ergebnis: Xanadu gilt bis heute als eines der schlechtesten Musicals der Filmgeschichte. Und noch eine Besonderheit weist die Produktion auf: Während der Film floppte, wurde der Soundtrack von Jeff Lynne und seiner Band ELO weltweit zu einem der größten Erfolge in Sachen Filmmusik.

Xanadu folgt dem typischen Ich-verwirkliche-meinen-Traum-Muster, wobei das Musical in Form einer Fantasy-Geschichte kreiert ist. Es geht um den Künstler Sonny, der Plattencover für Werbezwecke vergrößert und endlich etwas Eigenes auf die Beine stellen möchte. Da trifft er eines Tages auf den Klarinettisten Danny, der davon träumt, ein Tanzlokal zu eröffnen. Beide schließen schnell Freundschaft und versuchen gemeinsam, Dannys Traum zu verwirklichen. Dabei hilft ihnen Kira, eine der Töchter des Zeus, indem sie die beiden immer wieder auf den richtigen Weg bringt.

Floppte Xanadu damals, so gilt er heute als Kultfilm, obwohl die negativen Kritiken auch heute noch ihre Geltung haben. Diese bezogen und beziehen sich nicht nur auf die etwas arg zusammengeklebte Story, sondern auch oder vor allem auf die Tanzsequenzen. In der Tat erscheinen diese irgendwie unbeholfen, so als sei Greenwald damit überfordert gewesen. Auch sein Kameramann Victor Kemper, der für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet wurde, zeigt hier alles andere als sein wahres Können.

Den Tanzszenen fehlt es an Schwung, Kemper ist jedes Mal entweder zu nah am Geschehen dran oder zeigt Totalen, in denen die Choreographie nicht zur Geltung kommt, da keine Einzelheiten mehr zu erkennen sind. Auf diese Weise reißen einen diese Sequenzen nicht mit, sondern wirken eher störend. Besonders macht sich dies im Finale bemerkbar, das man aufgrund der gerade eben genannten Aspekte als Rohrkrepierer bezeichnen muss. Die groß angelegte Massenszene verkommt zu einer Aneinanderreihung kurzer, eigentlich nur skizzierter Tanzeinlagen, die jeweils mittendrin plötzlich abbrechen. Besonders schlimm wird es, wenn Olivia Newton-John mit dem Rücken zur Kamera steht und zwei Seiltänzer beobachtet, während sie singt. Dabei ist von ihr beinahe nur der Hinterkopf am unteren Bildrand zu sehen. Es wirkt also fast schon amateurhaft.

Ein wirkliches Highlight allerdings ist Gene Kelly, der damals mit 68 Jahren seine letzte Filmrolle spielte und dabei eine solche unglaubliche Beweglichkeit an den Tag legte, dass man ihm das Alter überhaupt nicht ansieht. Überhaupt ist es ihm zu verdanken, dass der Film nicht vollständig den Bach heruntergeht. Diese herrliche Leichtigkeit seines Spiels ist überragend und stellt die beiden eigentlichen Hauptdarsteller Olivia Newton-John und Michael Beck fast völlig in den Schatten. Leider sind es wieder Greenwald und Kemper, die aus Kellys grandiosen Stepptanzeinlagen den Schwung nehmen.

2007 wurde Xanadu in Form einer Persiflage auf den Film am Broadway aufgeführt, wo das Stück einen enormen Erfolg feierte.

Xanadu. Regie: Robert Greenwald, Drehbuch: Richard Christian Danus, Marc Red Rubel, Produktion: Lawrence Gordon, Darsteller: Olivia Newton-John, Michael Beck, Gene Kelly. USA 1980, 96 Min.

The 80s: Die Zeit der Wölfe (1984)

In seinem zweiten Spielfilm aus dem Jahr 1984 nahm sich Regisseur Neil Jordan zwei Erzählungen der englischen Autorin Angela Carter (1940 – 1992) vor. Bei beiden handelt es sich um erotisch angehauchte Variationen von Grimms „Rotkäppchen“, die in Angela Carters bekanntem Erzählband The bloody Chamber (1979) enthalten sind, der in Deutschland unter dem Titel Blaubarts Zimmer erschien.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Die Zeit der Wölfe (im Original The Company of Wolves) eben diese sinnlichen Aspekte hervorhebt. Interessant ist hierbei, dass der Film eine ganz und gar weibliche Perspektive einnimmt und daher mit der Figur Rosaleen eine emanzipierte Heldin aufweist.

Angela Carter war selbst Feministin und verfasste auch mehrere Abhandlungen darüber, wobei sie sich vor allem mit dem Thema Sexualität und Macht beschäftigte. Auch dieser Schwerpunkt findet sich in Die Zeit der Wölfe wieder, besonders in der Geschichte, in der Rosaleen im Wald auf den sinnlich-unheimlichen Jäger trifft, der mit ihr eine Wette abschließt. Wenn er diese gewinnt, darf er sie küssen.

The Company of Wolves besteht in dieser Hinsicht nicht aus einer einzigen Handlung, sondern vielmehr aus einer Reihe verschiedener Geschichten, die miteinander verbunden sind und stets vonWerwölfen handeln, die Frauen in ihren Bann ziehen. Dabei dient der Werwolf eindeutig als Symbol der männlichen Sexualität.

Obwohl als Märchen konzipiert, ist Neil Jordans Kultfilm nicht gerade ein Film für Kinder. Schon allein deswegen nicht, da es zwischendurch recht grausam zugeht, besonders bei den jeweiligen Verwandlungsszenen. Hinzu kommen die diversen sexuellen Anspielungen, die dem Film die bereits erwähnte Sinnlichkeit verpassen und so gut wie in jeder Szene mitschwingen.

Verbunden ist dies mit einer überaus düsteren Atmosphäre, die aufgrund der dichten Kulissen eine fast schon klaustrophobische Enge hervorbringt. Diese spiegelt sich quasi in den ineinander verschachtelten Geschichten wider und verleiht dadurch Jordans Film eine unglaubliche erzählerische Fülle. Die grandiose, fast schon hypnotische Optik liefert hierbei das Sahnehäupchen.

Wenn man es auf den Punkt bringen möchte, so ist Die Zeit der Wölfe ein fast schon einzigartiger Fantasyfilm, gewürzt mit diversen Horroraspekten, der einen von der ersten Minute an nicht loslässt. Leider war der Film damals nicht ganz so erfolgreich, dennoch zählt er längst zu den Klassikern des englischen Kinos.

Die Zeit der Wölfe (The Company of Wolves). Regie: Neil Jordan, Drehbuch: Angela Carter, Neil Jordan, Produktion: Stephen Woolley, Darsteller: Angela Lansbury, David Warner, Stephen Rea, Micha Bergese, Sarah Patterson. England 1984, 92 Min.

 

 

The 80s: Die Abenteuer des Baron Münchhausen (1988)

Terry Gilliams 11. Spielfim zählt heute zu den größten Flops der Filmgeschichte. Eigentlich hätte alles anders kommen können, doch geriet Gilliams Film mitten hinein in studiointerne Konflikte der Columbia Pictures, was dazu führte, dass von dem Film lediglich 117 Kopien in den USA in Umlauf gebracht wurden, was natürlich nicht gerade dazu beitrug, dass der Film die Kosten von über 40 Millionen Dollar wieder einfahren konnte.

Der neue Chef von Columbia wollte mit den Vereinbarungen, die sein Vorgänger getroffen hatte, nichts mehr zu tun haben. Auf diese Weise blieben Gilliam und der deutsche Produzent Thomas Schühly sich praktisch selbst überlassen. Das Resultat war das oben erwähnte finanzielle Desaster. Selbst die überaus positiven Kritiken konnten diesen Tatbestand nicht mehr umkehren.

In „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ geht es darum, dass Münchhausen zusammen mit seinen Freunden Bertold, Adolphus, Albrecht und Gustavus eine Stadt vor den Türken retten muss, die die Stadt belagern. Doch sind Münchhausens Freunde in alle Winde zerstreut. Zunächst muss er sein „Team“ wieder zusammensuchen, bevor er gegen die Belagerer etwas unternehmen kann, und erlebt dabei jede Menge skurriler Abenteuer.

Der Film basiert lose auf den Lügengeschichten des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720 – 1797), die vor allem von den deutschen Dichtern Rudolf Erich Raspe (1736 – 1794) und Gottfried August Bürger (1747 – 1794) in Buchform 1786 bzw. 1788 veröffentlicht wurden. Doch durch die Rahmenhandlung verbindet Gilliam die einzelnen Episoden zu einer einzigen Geschichte, die in optischer Hinsicht den Zuschauer regelrecht erschlägt.

„Baron Münchhausen“ ist, wenn man es auf den Punkt bringen möchte, ein riesengroßes Kunstwerk. Die gewaltigen, bis ins kleinste Detail gestalteten Kulissen bringen einen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dieses bildgewaltige Abenteuer ist fast schon zu viel für das Auge, und zum Glück kann man den Film immer wieder anhalten, um den detailverliebten Einfallsreichtum zu genießen.

Gut, anfangs braucht der Film ein wenig zu lange, bis er in die Gänge kommt, doch sobald es so richtig losgeht, kennt Terry Gilliam kein Halten mehr. Er wirft mit den Ideen nur so um sich, wobei er sich klarerweise an den Gemälden und Zeichnungen des 18. Jahrhunderts orientiert, und sorgt auf diese Weise dafür, dass „Baron Münchhausen“ keine Sekunde langweilig wird. Hier und da blitzt noch der typische Monthy Python-Humor auf, in der Höhle des Gottes Vulkan wird der Film zu einer bissigen Satire auf die Waffenlobby – doch immer steht die Kunst im Vordergrund.

Als Second Director fungierte übrigens Michele Soavi, der später mit seinen beiden Horrorfilmen „The Church“ (1989) und „DellAmore, DellaMorte“ (1994) zwei Klassiker des euoropäischen Horrorfilms schuf.

Terry Gilliam gehört zu den wirklich großen Filmautoren, den man in einem Atemzug mit Federico Fellini nennen kann. Und wer „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ tatsächlich noch nicht gesehen hat, sollte dies so schnell wie möglich nachholen.

Die Abenteuer des Baron Münchhausen. Regie: Terry Gilliam, Drehbuch: Terry Gilliam, Charles McKewon, Produktion: Thomas Schühly, Darsteller: John Neville, Eric Idle, Sarah Polley, Oliver Reed, Uma Thurman, Robin Williams, Jonathan Pryce. Engand/Deutschland 1988, 126 Min. 

 

The 80s: Die unendliche Geschichte (1984)

unendlichegeschichteIn Deutschland wurden in den 80er Jahren hauptsächlich Komödien gedreht. 1984 wollte man aber dann doch auf die Fantasy-Welle aufspringen und verfilmte den Kinderbuchklassiker „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Dieser wollte jedoch mit der Produktion nichts mehr zu tun haben, nachdem er gesehen hatte, was Wolfgang Petersons und Bernd Eichinger aus seinem Werk gemacht hatten. So erging und ergeht es sicherlich auch den Fans des Romans. Denn Peterson und Eichinger verfilmten lediglich die erste Hälfte des Buchs. Die zweite Hälfte wurde mit dem Schlusssatz zusammengefasst, dass Bastian noch viele weitere Abenteuer erlebte. Schluss, Aus, Amen.

Der Film erzählt also lediglich die parallel verlaufenden Geschichten von Bastian im Schulhaus und von den Abenteuern Atréjus, der gegen das Nichts kämpft und versucht, die kindliche Kaiserin zu retten.

Betrachtet man aber „Die unendliche Geschichte“ nicht als Adaption, sondern als reinen Fantasy-Film, so muss sich die Produktion nicht hinter der Konkurrenz aus Hollywood verstecken. Mit einem Budget von etwa 60 Millionen DM, was für einen deutschen Film eine mehr als nur außergewöhnlich hohe Summe war (manchmal hatte man ja den Eindruck, dass deutsche Filme für die berühmten 1,50 gedreht wurden), gestalteten Regisseur Peterson und Produzent Eichinger eine sehr schöne, fantasievolle Welt, in der weniger die menschlichen Darsteller die Stars sind als vielmehr die vielen Kreaturen, allen voran der Steinbeißer, die Rennschnecke, die Riesenschildkröte Morla oder der Gmork, der bösartige Werwolf und Diener des Nichts. Ziemlich missglückt war allerdings die Figur des Glücksdrachen, der mehr wie eine Art fliegender Dackel wirkt als wie ein echter Drache.

Da man in Deutschland so gut wie keine Spezial- und Puppeneffekte verwendete, da ja weder SF- noch Fantasy-Filme produziert wurden, mussten sich Wolfgang Peterson und Bernd Eichinger bei US-amerikanischen Spezialeffektfirmen darüber schlau machen, wie diese hergestellt und umgesetzt wurden. Letztendlich waren manche der Puppen so groß, dass es bis zu 15 Leute brauchte, um diese bewegen zu können. So wurde „Die unendliche Geschichte“ zu einem Unikum des deutschen Films. Und ebenfalls wichtig zu erwähnen ist, dass in dem deutschen Film eigentlich keine deutschen Schauspieler agieren, was indirekt zeigt, was Peterson und Eichinger von deutschen Schauspielern halten bzw. hielten.

„Die unendliche Geschichte“ wurde ein sehr großer Erfolg. Da die Rechte der Adaption bei Warner lagen (die Verhandlungen zwischen Verlag und Produktionsfirma bzw. Michael Ende und Produktionsfirma waren anscheinend überaus ungeschickt geführt worden, da Ende keinen Einfluss mehr im Hinblick auf Fortsetzungen und Remakes hatte), wurden zwei Sequels gedreht, die jedoch keineswegs mehr an den Stil des Originals heranreichen. Vor wenigen Jahren ging plötzlich das Gerücht um, dass eine werkgetreue Neuverfilmung geplant sei, doch verliefen sich die Vorbereitungen im Sand.