K-Pop: Tahiti – Von einem Konzept zum anderen

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Tahiti in dem Clip „Tonight“ auf der Fahrt in die Freiheit. Interessant hier: Trotz positiver Stimmung ist der Hintergrund besetzt mit überaus düsteren Wolken. (Copyright: Dream Star Entertainment)

Tahiti lautet der Name einer Girl Group, die 2012 von der Produktionsfirma Dream Star Entertainment ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe besteht aus fünf Mitgliedern. Wie auch in anderen Girl Groups, wechselten die Sängerinnen öfters, entweder aufgrund von auslaufenden Verträgen oder interner Konflikte.

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Der Firmenbesitzer in dem Clip „Tonight“. Während die einen „ackern“, lässt er es sich in der Rolle des klassischen Ausbeuters gut gehen. (Copyright: Dream Star Entertainment)

Ihr Debut-Clip „Tonight“, der 2012 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, versprach ein interessantes Konzept, das es zu verfolgen galt. Die Narration war eine Mischung aus Witz, Satire und heimlicher Kapitalismuskritik. Sie zeigte die fünf Sängerinnen in einer alten Fabrikhalle, in der sie Kleiderpuppen herstellen müssen, während der Firmenbesitzer in seinem Büro sitzt und es sich gut gehen lässt. Kurzerhand beschließen sie, aus der Fabrik zu fliehen und ein Leben ohne Zwänge zu führen. Der Besitzer der Firma aber, der sie die ganze Zeit über verfolgt hat, „fängt“ sie wieder ein. Dabei wechselt er seine Rolle. Vom klassischen Ausbeuter wird er zum DJ, während die Sängerinnen zu seiner Musik tanzen.

Das kontrastreiche Video, das die Arbeitswelt als düster und schmutzig und das Leben in Freiheit als bunt und verspielt darstellt, wobei es beiden „Welten“ patriarchale Züge verleiht, passt sich ein in die sozialkritischen Aspekte koreanischer Girl Group-Videos, findet in dieser Hinsicht sogar klarere Worte als andere Clips (mit Ausnahme der Band Sunny Hill, bei denen Kapitalismuskritik Programm ist). Man hoffte auf mehr. Leider aber baute die Produktionsfirma die Gruppe in diese Richtung nicht weiter aus.

Bereits der zweite Clip „Hasta Leugo“ ist ein Zusammenschnitt unterschiedlicher, fantasieloser Dance-Shots. Das Verspielte und Schwungvolle, welches Tahiti ins Rennen gebracht hatte, ging verloren. Zurück blieb ein langweiliges Konzept, über das es sich nicht weiter lohnt zu sprechen. Das machte sich auch in den koreanischen Charts bemerkbar, wo die zweite Single unter ferner liefen zu finden war.

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In dem Clip „Love Sick“ überwiegen düstere, kalte Farben. (Coypright: Dream Star Entertainment).

„Love Sick“, die dritte Single bzw. das dritte Video, sollte anscheinend den Rohrkrepierer von zuvor übertünchen. Mit einer Musik, die ansatzweise an Europop erinnert, einer besseren Optik und einer Mischung aus Dance-Shots und losen narrativen Elementen, zeigte sich die Gruppe in düsteren, bis ins Schwarze hineinreichenden Farben. Die gelungene Montage verleiht dem Video einen hochwertigen Charakter. Als wollte man mit „Love Sick“ einen neuen Anfang wagen, wurden am Ende des Clips die einzelnen Sängerinnen nochmals mit Namen vorgestellt.

Aus nicht nachzuvollziehende Gründen, ließ man aber auch von diesem Konzept ab. Statt in der oberen Kategorie weiter mitzumischen, verpatzte Dream Star Entertainment den zweiten Einstand, indem das vierte Video „Oppa, You’re mine“ innerhalb einer kitschig-bunten Mischung die Sängerinnen als „Dummchen“ darstellte. Von dem vorangegangenen Konzept blieb wiederum nichts übrig. Der Clip ist völlig banal und nach drei Minuten Laufzeit sofort wieder vergessen.

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In „Phone Number“ gehören teils überbelichtete Szenen zum Programm. (Copyright: Dream Star Entertainment).

Im Januar 2015 kehrten Tahiti erneut zurück auf die K-Pop-Bühne. Dieses Mal mit dem Clip „Phone Number“. Das aktuelle Video schließt sich an den derzeitigen Erotik-Konzepten an. Etwas, das den Clip oder die Gruppe als solche originell machen würde, sucht man vergeblich. Helle, extrem bunte Farben und teilweise überbelichtete Einstellungen dominieren die einzelnen Szenen. Die Choreographie mit einer zurzeit innerhalb von K-Pop-Clips obligatorischer Selbstbefriedigungsgeste – hier bei weitem gewagter, da direkter – verpasste dem Video in Südkorea eine Altersbeschränkung: es darf nur von Zuschauern gesehen werden, die älter als 16 Jahre alt sind.

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Die Hand im Schritt war eigentlich stets Michael Jackson vorbehalten. Bei koreanischen Girl Groups wie Tahiti gehört diese Geste inzwischen zum Standard. (Copyright: Dream Star Entertainment).

Doch wie bereits erwähnt, fehlt es an Merkmalen, an denen man die Gruppe Tahiti fest legen könnte. Im Gegensatz zu anderen Girl Groups fehlen grundlegende Wiedererkennungsaspekte. Das legt den Verdacht nahe, dass man mit Tahiti eine „Girl Group auf Abruf“ konzipierte, das heißt, eine Gruppe, die gerade dann in Erscheinung tritt, wenn es in der Produktion eine Lücke gibt. Es ist schade, dass hierbei viel Potential vergeudet wurde. Die Grundlage, wie der Clip „Tonight“ zeigt, war vorhanden.

K-Pop 2014 oder Mit Erotik zum Abschwung?

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Hook des Clips „Marionette“ der Gruppe Stellar.

Über koreanische Boy-Groups braucht man nicht sonderlich viel zu erzählen. Die Konzepte der jeweiligen Gruppen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Auch 2014 änderte sich dies nicht. Im Gegensatz dazu legten die Produktionsfirmen den (vor allem visuellen) Fokus auf ihre Girl-Groups.

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Gekonnter Hüftschwung im Dance-Shot von „Marionette“.

Das Motto, unter dem die Konzepte weiter entwickelt wurde, lautete: Provokation. Und am leichtesten geht dies durch die Zunahme von erotischen Aspekten in den Videoclips. So überraschte die Formation Stellar, die bis dahin als eine der schlechtesten K-Pop-Groups überhaupt galt, mit dem Clip „Marionette“. Ziemlich freizügige Kostüme und eine Nahaufnahme des weit ausgeschnittenen Dekoltees einer der Sängerinnen, sorgten dafür, dass das Video erst zu später Stunde ausgestrahlt werden durfte. Besonders dieses Jahr legten es die Musikkonzerne darauf an, Clips nur für Erwachsene zu drehen, in der Hoffnung, dadurch den gewünschten Medienrummel zu verursachen. Bei „Marionette“ klappte dies auf jeden Fall. Da die Konkurrenz zwischen den Firmen und den einzelnen Gruppen immer intensiver wird, bleibt den Machern gar nichts mehr anderes übrig, als mit Erotik zu trumpfen. Andere Gruppen müssen unweigerlich nachziehen.

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Dance-Shot in dem Clip „Mask“ der Gruppe Stellar.

Doch schon der Nachfolge-Clip mit dem Titel „Mask“ fiel weit hinter „Marionette“ zurück. Auf antik gestylte Kostüme und eine lesbisch angehauchte Choreographie sollten für eine gewisse Dekadenz sorgen. Aber der erhoffte Knall verhallte ungehört. Die Dance-Shots haben zwar durchaus Stil, doch das angedeutete Busenstreicheln hilft nicht einmal, um einen Möchtegern-Skandal auszulösen. Besonders, da speziell diese einstudierte Handbewegung mittlerweile zum Standardprogramm verschiedener Girl-Groups gehört.

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Eine Szene aus dem Style-Film der Gruppe Rainbow-Blaxx.

Die Produzenten der neu gegründeten Girl-Group „Rainbow Blaxx“ gingen sogar soweit, eine Art Softerotikkurzfilm zu drehen, der wenige Wochen vor dem Videorelease ausgestrahlt wurde (wir berichteten darüber). Das als „Style-Film“ bekannt gewordene Filmchen erwies sich als äußerst medienwirksam. Es gab kaum ein Magazin, in dem nicht darüber berichtet wurde. Das Video, das daraufhin veröffentlicht wurde, wirkte dagegen eher harmlos, obwohl es gut gemacht war.

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4L beim Po-Wackeln. Die Dance-Shots wirken teilweise unfreiwillig komisch.

Schließlich war es die Gruppe 4L (Four Ladies), welche mit ihrem Clip „Move“ für ein negatives Echo im Internet sorgten. Durch Nahaufnahmen der Leistengegenden und angedeutete Selbstbefriedigung erhoffte man sich anscheinend einen Knüller. Doch die Sängerinnen wurden mit übelsten Schimpfwörtern angegriffen. 4L war bewusst als Erotik-Formation ins Leben gerufen worden. Während die narrativen Elemente, die einen lesbischen Liebesakt andeuten, gekonnt umgesetzt waren, wirkten die angeblich erotischen Dance-Shots doch eher unfreiwillig komisch. Die Produzenten meinten damals, das Video „Move“ sei erst der Anfang. Doch nach den schlimmen Reaktionen, die dadurch ausgelöst wurden, dürfte es fraglich sein, ob das Konzept weiter aufrecht erhalten werden kann.

Und wie wird all das weitergehen? K-Pop ist noch immer einer der erfolgreichsten Musikstile, welcher derzeit auf dem internationalen Markt zu finden ist. Dennoch haben es die koreanischen Produktionsfirmen schwer, an den früheren Erfolgen anzuknüpfen. Unserer Meinung nach drücken die Erotik-Konzepte eher eine Einfallslosigkeit aus. Der anfänglichen Kreativität, welche K-Pop so populär gemacht hat, geht langsam die Luft aus. Es werden höchstwahrscheinlich weitere, vielleicht sogar intensivere Erotik-Konzepte entwickelt werden, um mit der sog. Dampfhammermethode die erhoffte Aufmerksamkeit zu erlangen. Was wie ein derzeitiger Trend wirkt, könnte auch der Anfang einer Krise sein.

 

 

 

Four Ladies und viele Leute, die sich darüber aufregen

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Die Schlusssequenz des umstrittenen Videos. Psychopathin oder einfach nur Vamp? Diese Frage bleibt offen. (Copyright: Jade Conent Media)

Ende Juli wurde zu später Stunde im koreanischen Fernsehen ein Videoclip gezeigt, der seitdem die Gemüter der K-Pop-Fans erregt. Der Titel des Clips lautete „Move“ und stellte zugleich die erste Single der neuen Girl-Group Four Ladies (auch als 4L bekannt) dar. Seitdem müssen sich die vier jungen Frauen übelste Schimpfwörter gefallen lassen.

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Die Dance Shots werden bestimmt von einer gewagten Choreographie. Im Ganzen aber wirkt diese eher unfreiwillig komisch als erotisch. (Copyright: Jade Content Media)

Der Clip konzentriert sich sehr auf die Sexualisierung der Sängerinnen. Die direkte Form der Choreographie lässt die Erotik allerdings über weite Teile des Videos plump und unfreiwillig komisch erscheinen. Andeutungsweise reiben sich die Sängerinnen zwischen den Beinen oder spreizen diese in einer Totalen. Die durchsichtigen Nylonkostüme verstärken dabei die Intension der Produktionsfirma. Zwischen den Dance Shots ist eine lesbische Liebesbeziehung eingeflochten, wobei der Fokus auf einem angedeuteten Liebesakt zwischen den beiden Protagonistinnen liegt. Diese kurzen Sequenzen sind – trotz Andeutung – sehr intensiv und durchaus gut gemacht. Die Deutung der narrativen Elemente bleibt offen und lässt daher verschiedene Möglichkeiten zu: eine gescheiterte Liebesbeziehung; eine Frau, die zum ersten Mal Sex mit einer anderen Frau hat; eine Psychopathin, deren Opfer gerade nochmals entkommen ist.

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Die eingewobene Narration bezieht sich auf eine lesbische Liebesbeziehung. (Copyright: Jade Content Media)
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Geküsst wird dann aber doch nur der Spiegel. (Copyright: Jade Content Media)

Nach der Erstaustrahlung des Clips im koreanischen Fernsehen, wurde die Produktionsfirma Jade Contents Media gefragt, aus welchem Grund das Musikvideo so stark erotisiert wurde. Die Antwort lautete, dass dies das grundlegende Konzept von 4L sei und sich die Zuschauer auf noch gewagtere Clips gefasst machen sollten. Nun, dahinter steckt sicher eine Menge Angeberei. Denn das Video ist – was die oben erwähnten Dance Shots betrifft – eher vulgär als gekonnt erotisch. Zudem wurden aus anderen Clips wie etwa „Marionette“ der Girl Group Stellar oder „Dr. Feel Good“ von Rania Ideen übernommen. Etwas, das typisch für 4L sein könnte, findet sich in dem Clip eigentlich nicht.

Das Basiskonzept der Gruppe spiegelt sich auf der seit Ende Juli bestehenden Facebook-Seite von 4L wider. Leicht freizügige Porträtfotos stellen die vier Mitlgieder dar. Es ist fraglich, ob das Konzept tatsächlich auf diese Weise aufrecht erhalten werden kann. Bereits die Formation Rania zeigte, dass es viel eher zu Veränderungen hin zu „harmlosen“ Varianten geben wird. Rania war die erste Girl Group, die mit direkten erotischen Anspielungen arbeitete. Das Video „Dr. Feel Good“ musste um mehrere Sekunden gekürzt werden, um einem Sendeverbot zu entgehen. Die folgenden Clips zeigten die Gruppe dann in weniger freizügigen Outfits.

Interessanterweise musste der Clip „Move“ nicht gekürzt werden. Stattdessen erhielt er eine Freigabe „ab 19“, was heißt: nur für Erwachsene. Die Aufregung wird sich schnell wieder legen. In Südkorea erscheinen und verschwinden Girl Groups wöchentlich. Nun, das Video hat zumindest für den angezielten Medienrummel gesorgt. Und das ist ja schon einmal etwas.

 

Vu-Den – Eine Art Nachruf

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Die Girls-Group Vu-Den in einem ihrer bekanntesten Outfits.

Die japanische Girlband Vu-Den (manchmal auch Biyuuden geschrieben) gibt es seit fast fünf Jahren nicht mehr. Dennoch besitzt sie noch immer sehr viele Anhänger. In diversen Foren über japanische Popmusik wird noch immer über die drei ehemaligen Band-Mitglieder Rika Ishikawa, Erika Miyoshi und Yui Okada diskutiert. Im Grunde genommen ist japanische Popmusik gewöhnungsbedürftig und damit nicht jedermanns Sache. Die Bandkonzepte reichen von typisch japanischer Kindfrau bis hin zu Punk und Adult-Konzepten. Vu-Den war in dieser Hinsicht ein echtes Phänomen, da diese Gruppe in keine der bisherigen Kategorien, in welche man japanische Popmusik einteilen kann, passte. Zugleich aber, und das macht sie ebenfalls zu einem Phänomen, spiegelten ihre Videoclips typisch patriarchale Frauenvorstellungen wider

Die Band wurde 2004 gegründet und 2008 aufgelöst. Das Ende der Band bleibt rätselhaft. Bestimmt lag es nicht daran, dass es zu einem Rückgang des Erfolgs gekommen wäre. Der Produktionsfirma Hello! Project zufolge wurde die Band aufgelöst, da die Gruppenmitglieder das 20. Lebensjahr erreicht hätten. Bizarr, aber so stand es in einer Pressemitteilung geschrieben. 2009 wurde die Band mit anderen Mitgliedern wiederbelebt, verschwand aber gleich wieder in der Versenkung.

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In dem Clip „Kacchoi ze! Japan“ wird auf eine lesbische Dreierbeziehung eingegangen.

Wie oben schon gesagt: interessant ist das Frauenbild, das in den Videoclips von Vu-Den wiedergegeben wird. Es liefert sämtliche Klischees, welche traditionelle japanische Männer von Frauen haben und die sich teilweise auch mit den Darstellungen in den japanischen Mangas decken. Hier ein paar Beispiele:

In dem Video „Kacchoi Ze! Japan“ wird eine Beziehung zwischen drei Frauen dargestellt. Der narrative Teil schildert, wie sich zwei Frauen in eine dritte Frau verlieben. Daraus resultiert eine kurze Eifersuchtsszene, die sich am Ende des Videos jedoch löst. Das heißt, die Umbuhlte geht schlicht und ergreifend eine Beziehung mit beiden Frauen ein. Dieses lesbische Konzept findet sich in vielen Mangas wieder und hat mit dem eigentlichen Song überhaupt nichts zu tun. Denn in diesem geht es nur darum, wie toll Japan ist.

Das Video „Issai gassai anata ni A-ge-ru“ schildert, wie sich drei ungeschickte Frauen abmühen, um jeweils gute und pflichtbewusste Hausfrauen zu werden. Hierbei ist auch der Text des Songs wichtig, in dem sich die Frau quasi dem Mann vollkommen unterordnet, um ihm zu diensten zu sein. Dies spiegelt nicht weniger eine patriarchale Perspektive wider. Traditionelle japanische Männer haben Angst vor emanzipierten Frauen. Sie möchten Frauen, die sich den Befehlen des Mannes fügen. Genau dies kommt letztendlich, wenn auch recht witzig dargestellt, in dem Clip zur Geltung.

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Vu-Den als ungeschickte Hausfrauen. Dies in dem Video „Issai Gassai“.

„Aisucream to my purin“ ist der umstrittenste Song des Trios. Viel wurde darüber diskutiert, ob der Text pornographischen Inhalts ist. Das Video selbst zeigt die drei Bandmitglieder in Bunny-Kostümen. Übersetzt bedeutet der Titel des Songs ungefähr „Eiscreme auf meinem Pudding“. Was zunächst verblüfftes Schulterzucken hervorruft, wird etwas klarer, wenn man annimmt, dass hier Pornobegriffe verballhornt werden. Dies wäre ein Indiz dafür, dass der Song in der Tat pornographischen Inhalts ist. Innerhalb des Pronogenres gibt es den Begriff Creampie. Dieser bezeichnet einen Geschlechtsverkehr mit innerer Ejakulation. Auf diesen Begriff scheint „Icecream to my Pudding“ anzuspielen. Dass dies eine durchaus plausible Möglichkeit darstellt, ergibt sich aus dem Clip selbst, der aufgrund der Kostüme auf erotische Zusammenhänge verweist.

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In „Jaja Uma Paradise“ geht es um Frauen, deren Freizeitbeschäftigung in der Hauptsache aus Shoppen besteht.

Ein viertes Beispiel wäre „Jaja Uma Paradise“, was man als „Frauenparadies“ übersetzen könnte. Darin geht es einfach darum, dass Frauen nichts anderes im Sinn haben, als einzukaufen. Kaufsucht als Hauptmerkmal für Frauen, verweist genauso auf eine traditionell geprägte japanische Einstellung und gibt eindeutige Klischees wieder. Einmal mehr drückt sich hierbei eine patriarchale Sichtweise auf.

Wie schon erwähnt, wurde die Band 2008 aufgelöst. Ihr letzter Song war zugleich eine Art Abschiedslied mit dem Titel „I love you“. Der Clip ist in Form eines Urlaubsvideos gehalten und vermittelt sozusagen die Botschaft: „Schön war’s.“ Hier trifft man auf keine Klischees oder traditionelle Sichtweisen. Es ist wirklich ein Rätsel, weswegen die Gruppe, trotz ihres Erfolgs, aufgelöst wurde. Sicher ist nur, dass sich damit die Produktionsfirma quasi selbst ein Bein stellte.