Invasion of the Alien Bikini oder Was soll das denn?

alien bikiniSüdkoreas Indie-Szene ist im Aufwind. Die rasante Zunahme an Low-Budget-Produktionen führte dazu, dass in den Jahren 2013 und 2014 die gesamten Produktionskosten gegenüber den vorangegangenen Jahren zurückgingen. Doch Indie-Filmemacher gibt es in Südkorea nicht erst seit den letzten beiden Jahren. Ein bestes Beispiel dafür ist sicherlich Regisseur Kim Ki-Duk, der einmal pro Jahr die koreanische Filmszene aufmischt.

Im Jahr 2011 drehte Regisseur Oh Young-Doo den Film „Invasion of the Alien Bikini“. Der Titel klingt vielversprechend und erinnert an die Trash-Filme der 60er Jahre. Der Film selbst aber entpuppt sich als Rohrkrepierer. Weswegen er mit zwei Preisen bei asiatischen Fantasy-Filmfestivals ausgezeichnet wurde, bleibt rätselhaft.

Der Film erzählt die Geschichte des selbsternannten Stadthelden Young-Gun, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen Gangster und andere Kriminelle vorzugehen. Mehr oder weniger gelingt ihm dies auch. Bei einem seiner nächtlichen Streifzüge rettet er eine junge Frau vor einer Gruppe Halbstarker. Die Frau entpuppt sich später allerdings als Alien, das auf die Erde gekommen ist, um sich fortzupflanzen. Dummerweise aber hat Young-Gun sich geschworen, vor der Ehe keinen Sex zu haben.

Gut, der Handlung nach klingt der Film ja ganz witzig. Doch leider versemmelt es Oh Young-Doo, wo er nur kann. Mit Absicht pendelt der Film zwischen amateurhaft und professionell, was dem Film einen gewollt schmuddeligen Touch verleiht. Dass hier ein Profi am Werk ist, beweisen Farbgebung und Beleuchtung, die dem Film durchaus Ästhetik verleihen.

alien bikini1Dennoch schafft es Oh nicht, seine Professionalität auszuloten. Dies liegt daran, da es Oh nicht gelingt, den Witz umzusetzen. Der Regisseur flüchtet sich ins Skurrile, was „Alien Bikini“ so gar nicht gut tut. Die Anlehnung an die früheren Schmuddelfilme will dadurch nicht funktionieren. Trotz einer Spielzeit von etwa einer Stunde, schafft es Oh, sein Werk öde werden zu lassen. Immer wieder versucht es die Alienfrau, Young-Gun zum Sex zu animieren, was natürlich nicht gelingt. Von sanft bis dominant reichen ihre Strategien, bis der Protagonist als Bondage-Sklave sich absolut nicht mehr wehren kann.

Doch all das dauert einfach stets zu lang und wirkt irgendwann gar nicht mehr komisch. „Invasion of the Alien Bikini“ verkommt dadurch zu einem Film, von dem man absolut nicht weiß, was man von ihm halten soll. Vielleicht hatte der Regisseur ja selbst auch keine Ahnung, was sein Film zu bedeuten hat. Schade, denn aus der Grundidee hätte man viel herausholen können.