FuBs Klassikbox: Ladykillers (1955)

In „guter“ Gesellschaft; „Ladykilles (1955); © Arthouse

Man nehme eine alte, allein stehende Frau und eine Gruppe Verbrecher, die eine Wohnung im oberen Stock mieten. Mit dem Film „Ladykillers“ schuf Regisseur Alexander Mackendrick einen Meilenstein des schwarzen Humors.

Es geht um Mrs. Wilberforce, die eines Tages unerwarteten Besuch erhält. Ein gewisser Professor Marcus fragt, ob er zusammen mit seinem Streicherquartett die Wohnung im oberen Stock mieten dürfe, um dort für ihre Auftritte zu üben. Mrs. Wilberforce hat keine Ahnung, dass die Männer alles andere als Musiker sind. Denn der Psychopath Prof. Marcus und seine „Freunde“ planen, einen Geldtransporter auszurauben. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind längst zum Klassiker des britschen Humors geworden.

Für die damals 77-jährige Katie Johnson, die Mrs. Wilberforce spielt, war dies die erste Hauptrolle überhaupt. Bis dahin hatte sie ihr Leben als Schauspielerin mit Nebenrollen verbracht. Ihre Darstellung der zierlichen, alten Dame, die nicht glaubt, dass unter ihrem Dach Verbrecher der übelsten Sorte leben, ist und bleibt unvergesslich.

Nicht weniger unvergesslich ist das Ensemble, aus dem sich die Bande zusammenfügt: Alec Guinnes als Professor Marcus ist einfach einzigartig. Kein anderer Schauspieler kam bisher auf dieses Niveau, gekonnt überspitzt und ironisch zugleich einen wirklich gruseligen Psychopathen darzustellen. Ihm zur Seite stehen Herbert Lom, Cecil Parker, Peter Sellers und Danny Green.

Die Spannung und der Witz ergeben sich daraus, dass die Bande Mrs. Wilberforce ermorden möchte, da sie das gestohlene Geld ohne wenn und aber zur Polizei bringen möchte. Doch bei den Versuchen, die Tat umzusetzen, verzweifeln die Verbrecher mehr und mehr, was dazu führt, dass sie sich untereinander nicht mehr vertrauen. Jeder möchte das Geld ganz für sich behalten, während die Polizei glaubt, dass sich Mrs. Wilberforce alles nur einbildet.

Prof. Marcus und sein Streichquartett; „Ladykilles“ (1955); © Arthouse

Wer einmal „Ladykillers“ gesehen hat, behält diesen Film für ewig im Kopf. Diese wunderbaren und nicht weniger großartigen schauspielerischen Leistungen der Darsteller suchen bis heute ihresgleichen. Es ist jedes Mal von neuem ein wahrer Genuss, das Spiel zu beobachten. Dabei ist der Film genauso für Krimi- als auch für Komödienfans ein Fest, denn die Handlung ist genauso spannend wie witzig.

Stets ist da die unheimliche, ja fast schon beklemmende Bedrohung, die von Professor Marcus und seiner Bande ausgeht, doch jedes Mal schleicht sich in diese düstere Szenerie dieser herrliche, teils ironische, teils situationskomische Humor. Wie schon gesagt: „Ladykillers“ ist schlicht und ergreifend ein unvergessliches Filmvergnügen.

Ladykillers (OT: The Ladykillers). Regie: Alexander Mackendrick, Drehbuch: William Rose, Produktion: Michael Balcon, Darsteller: Alec Guinness, Katie Johnson, Herbert Lom, Peter Sellers, Cecil Parker, Danny Green. Englang 1955