Dancing with myself – Punkrocker Billy Idol auf literarischen Wegen

billyidolBilly Idol gehört zu den wichtigsten Vertretern der Popkultur der 80er Jahre. Songs wie „White Wedding“, „Flesh for Fantasy“, „Eyes without a face“ oder „Dancing with myself“ sind Klassiker der Popmusik bzw. des Punkrocks. Der letzt genannte Song ist zugleich der Titel seiner Autobiographie, die im Oktober auf Deutsch erschienen ist. Viele Leute werden sich sicherlich gewundert haben, als ihnen in den Buchläden ihres Vertrauens das Porträt des berühmen Punkrockers entgegengeblickt hat. Die Berichte über Idol im Hinterkopf, hätte man ihn mit allem Möglichen in Zusammenhang gebracht, aber sicherlich nicht mit Literatur.

Aber weit gefehlt. Billy Idol entpuppt sich in dem Buch als ein hochgebildeter Mensch, dessen Steckenpferd Geschichte ist. Von Jugend an rebellisch, wurde er Teil der britischen Punkbewegung der 70er Jahre. Mit seiner Band Generation X feierte erste Erfolge. So richtig los ging es aber erst, als er sich als Solokünstler in die USA aufmachte. Dort entstanden sämtliche seiner berühmt gewordenen Songs. Doch seine Karriere hatte auch ihre Schattenseiten. Bereits in England kam er mit Drogen in Berührung. In den USA wurde er schwerst abhängig.

Billy Idols Erinnerungen an seine wilde Zeit sind ein literarischer Rausch. Er packt den Leser wie ein Wirbelsturm und rast mit ihm durch die verschiedenen Stationen seines Lebens, das geprägt ist von Drogen und Sex. Idol schildert die Ereignisse äußerst lebendig, und lässt auch hier und da eine gekonnte Ironie nicht vermissen. Egal, ob er über die Punkkonzerte der 70er Jahre berichtet, über seinen Karrierestart in den USA oder über die Arbeit an seinen Alben, als Leser fühlt man sich stets mitten drin und, wenn man so will, „live“ dabei.

Billy Idol nimmt kein Blatt vor den Mund. So wird das Buch an manchen Stellen ziemlich heftig, besonders dann, wenn er über seine Schwerstabhängigkeit berichtet, in der er sich hauptsächlich in seiner Wohnung versteckte und unter schlimmen Halluziantionen litt. Es ist in der Tat ein Wunder, dass er diese Zeit, in der er unterschiedlichste Drogen gleichzeitig konsumierte, überlebt hat.

Das Buch „Dancing with myself“ ist keine der überflüssigen Bio- und Autobiographien, die zurzeit den Markt überschwemmen. Hier erfährt der Leser Musikgeschichte aus erster Hand. Äußerst unterhaltsam, spannend und durchaus immer wieder witzig sorgt Idol für punkrockige Lesestunden. Das Buch ist nicht nur interessant, sondern macht richtig Spaß. Unsere Empfehlung: Lesen und abrocken.

Billy Idol: Dancing with Myself. Die Autobiographie. Heyne Verlag 2014, 464 Seiten, 19,99€, ISBN: 978-3-453-26776-3.