250 mal FILM und BUCH oder 25 Filme, die man sich immer wieder ansehen kann

beachgirls and the monste1rUnd schon wieder ist hier Jubiläum angesagt: Dies ist bereits der 250. Blogbeitrag. Um daraus etwas Besonderes zu machen, haben wir hier 25 Filme aufgelistet, die im Grunde genommen nie langweilig werden, ganz egal, wie oft wir sie schon gesehen haben. Da es schwer oder eigentlich so gut wie unmöglich war, zu entscheiden, welcher der Filme am besten ist, haben wir auf eine Lieblingsrangliste verzichtet. Das heißt, die Filme sind für uns alle gleich gut. Und nun viel Spaß!

fub250„Fürsten der Dunkelheit“ steht nun doch an erster Stelle. :) Nun, der Film ist einfach klasse, die Story sehr gut aufgebaut. Und mit Alice Cooper als Streetshizo kann sowieso nichts schiefgehen.

fub2051„M.A.R.K. 13“ ist ein sehr gut gemachter Endzeitfilm, in dem ein Kampfroboter gegen eine Frau in deren Wohnung kämpft. Sozusagen ein Kammerspiel für Freunde des gepflogenen Trash. Ich sage nur: Wibeldiwabeldido.

fub2053„House“ ist immer wieder witzig anzusehen. Eine nette Mischung aus Komödie und Horror mit originellen Monsterkostümen.

fub2502„Die Zeitmaschine“. Mehr Worte braucht es wohl nicht.

fub2504„Die Nacht der reitenden Leichen“. Tempelritter – oder besser deren Skelette – , die nachts aus ihren Gräbern kommen und eine einsame Gegend unsicher machen. Spitze!!!

fub2505„Laura“ von Otto Preminger ist ein wunderbarer Beitrag des Film Noir. Mit einem charmanten Vince Price, der natürlich gleich verdächtigt wird.

fub2506„Night of the Demon“ ist der beste Film von Jaquces Tourneur. Eigentlich sind alle Filme von ihm genial. Aber mit diesem hat er sich selbst übertroffen. Eine tolle Mischung aus Krimi und Horror. Und die Effekte sind einfach überragend.

fub2507„Ringu“ ist der Klassiker des moderen japanischen Horrorfilms und einer der erfolgreichsten japanischen Filme überhaupt. Ganz egal, wie man es betrachtet, dieser Film hat Geschichte geschrieben.

fub2508„R-Point“ aus der Hochzeit des gerade dahin dümpelnden K-Horror. Eine koreanische Spezialtruppe sucht während des Vietnamkriegs nach einer verschollenen Einheit. Immer wieder spannend.

fub2509„Bis das Blut gefriert“ ist die Mutter aller Spukhausfilme. Knarrende Türen, unheimliches Gelächter und stampfende Schritte. Wer da keine Gänsehaut bekommt, ist selbst Schuld. :)

fub25010„Wendigo“ von Lieblingsregisseur Larry Fessenden. Ein wunderschöner Gruselfilm, in dem eine Familie aufs Land zieht, leider genau an einen Ort, wo es nicht ganz geheuer ist.

fub25011„Blade Runner“. Zu dem Film muss man nichts weiter sagen. Leider wird gerade an einer Fortsetzung gebastelt.

fub25013„The Thing“. Tolles Paranoia-Kino. John Carpenters Version ist allerdings auch gut. Das Prequel klammert sich zu sehr an Carpenter.

fub25014„Der Mann mit den Röntgenaugen“. Ray Milland in seiner besten Rolle. Die Effekte sind auch heute noch überraschend.

fub25015„Total Recall“. Eigentlich der beste Mars-Film. Die NASA rettet nur einen Mann, Schwarzenegger gleich den ganzen Planeten. :)

eventhorizon„Event Horizon“ floppte an den Kinokassen, ist aber dennoch ein genialer Weltraumgruselfilm. „Wollen Sie etwas Heißes, Schwarzes in sich haben?“ ;)

fub25017„Night of the Living Dead“. Menschenfressende Zombies umlagern ein Haus. Der Rest ist Geschichte.

fub25018 „Candyman“ ist eine tolle, klassisch angehauchte Spukgeschichte.

fub25020„Das grüne Blut der Dämonen“ zeigt die Hammer Studios in ihrer besten Phase.

fub25021„Alarm im Weltraum“ mit Robby dem Roboter. Spannend und witzig.

fub25022„Lifeforce“ nimmt das Thema von „Das grüne Blut der Dämonen“ nochmals auf. Dieses Mal aber mit einer nicht ganz angezogenen Matthilda May.

fub25023„Audition“ ist echte Filmkunst und Takeshi Miikes bester Film. Der Roman, auf dem der Film basiert, ist übrigens überaus lesenswert.

fub25024„Suspiria“ ist nicht nur ein Film, das ist ein Farbenrausch!!! Ansehen ist Pflicht.

fubpredatorAuch „Predator“ ist immer wieder sehenswert. Zum Glück wurde die ungeschnitte Fassung vor ein paar Jahren freigegeben.

fub201512„Ghostbusters“. Einfach eine gelunge Komödie und witzige Spezialeffekte. In dem Film stimmt so gut wie alles. Beim Reboot sind noch alle Fragen offen. Das bisherige Marketing lässt Schlimmes befürchten.

Und das war auch schon die Liste. Es gibt natürlich jede Menge weiterer guter Filme, die man sich immer wieder ansehen kann. Doch diese hier haben es uns besonders angetan. Vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Film noch nicht gesehen oder habt nun ebenfalls Lust, einen der Filme noch einmal anzuschauen. Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß dabei!

 

 

Die 90er: 90s Horror oder irgendwo dazwischen

Die 90er Jahre waren in Sachen Horrorkino ein irgendwie seltsames Jahrzehnt. Zum einen wurde der Stil der 80er Jahre weitergeführt, zum anderen der Stil des neuen Jahrtausends vorweggenommen. Ende der 80er Jahre wurde das Slasher-Genre zu Grabe getragen. Die Elemente dieses Subgenres aber blieben in so manchen Produktionen wie z. B. „Leprechaun“ (1993) erhalten. Erst Mitte der 90er belebte Wes Craven das Subgenre wieder. Seitdem führt es ein erfolgreiches Dasein in Kino und Videothek. Clive Barker konnte ein klein wenig von seinem Erfolg aus den 80er Jahren, den er mit „Hellraiser“ hatte, ins neue Jahrzehnt hinüberretten. Das Ergebnis waren ein paar interessante Filme, von denen „Candyman“ (hier lieferte Barker lediglich die Vorlage) die ausgefeilteste Ästhetik aufweist. Dies aus einem bestimmten Grund, orientierte man sich in den 90ern doch an klassischen Gruselvorlagen und klassischen Schauermotiven. So wurde Bram Stokers „Dracula“ neu verfilmt, ebenso wie „Frankenstein“ von Mary Shelley. Auch klassisch angehauchte Geisterfilme  – und in diese Kategorie fällt „Candyman“ – fanden ihren Weg ins Kino.

Ende der 90er Jahre versuchte man, Horror in den Mainstream zu überführen. „The Mummy“ (1999) war ein solches Experiment. Der enorme Erfolg, den dieser Film erzielte, zeigt, dass das Experiment glückte. Ende der 90er Jahre liegt auch der Ursprung von J-Horror und K-Horror. In Japan sorgte „Ring“ für viel Gänsehaut und entwickelte sich innerhaln kürzester Zeit zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten. Im selben Zeitraum begann die „Korean Hallyu“, die Welle der koreanischen Popkultur – und zwar ebenfalls mit einem Horrorfilm. „Whispering Corridors“ zeigte ein neues koreanisches Kino und legte den Grundstein für den modernen koreanischen Film.

Die Epoche des italienischen Horrorfilms war jedoch endgültig vorbei. Hin und wieder bemühte sich Dario Argento mit einer neuen Produktion oder half jungen Regisseuren bei der Realisierung ihrer Filme. Das bekannteste Ergebnis dieser Kooperationen ist die Horrorkomödie „Della Morte, Dell Amore“ (1994).

Im Folgenden wollen wir ein paar der bekanntesten Horrorfilme aus jenem Jahrzehnt nochmals Revue passieren lassen:

Hardware Death_MachineMensch gegen Maschine lautete nicht nur das Motto von „Terminator 2“. Das Special Effects Team dieses Blockbusters versuchte, das Thema auf eigene Art umzusetzen. Heraus kam „Death Machine“ (1994), dessen ungekürzte Fassung in Deutschland indiziert ist. Es geht darin um ein geheimes Militärprojekt, das sich ein geisteskranker Wissenschaftler ausgedacht hat und natürlich außer Kontrolle gerät. Vier Jahre zuvor wurde die Kammerspiel-Version dieses Themas produziert. Gemeint ist der Klassiker „Hardware“ (1990), der in Deutschland auch unter dem Titel „M.A.R.K. 13“ bekannt ist. Auch hier ist die ungeschnittene Fassung indiziert. Während „Death Machine“ eine Mischung aus SF-Groteske und Satire darstellt, ist „Hardware“ zwar recht schwarzhumorig, dennoch in der Hauptsache düster-apokalyptisch.

Clive Barker gilt in Deutschland als Pädagogen-Schreck schlechthin. „Hellraiser“, der bei dieser Klientel nicht einmal ansatzweise verstanden wurde, geriet unter die Räder so mancher (unfreiwillig komischer) akademischen Abhandlung über die angebliche Schädlichkeit von Horrorfilmen. „Hellraiser“ gilt als eines der ästhetisch ausgefeiltesten Horrorfilme der 80er Jahre. Kein Wunder also, dass das Publikum sich auf die nächsten Filme freute. 1990 adaptierte Barker seinen Roman „Cabal“ unter dem Titel „Nightbreed“. Wieder erfreuen hier wunderbare Monstermasken das Herz des Horrorfans. 1992 folgte eine weitere Adaption mit dem Titel „Candyman“. Regie führte hier Bernard Rose. Das Thema urbane Legenden wird hier hervorragend umgesetzt und sorgt zugleich für eine klassische Spukästhetik. Bei „Lord of Illusions“ schließlich führte Clive Barker wieder selbst Regie. Der Film nimmt die Magier-Welle des folgenden Jahrzehnts vorweg. Die Mischung aus Krimi und übernatürlichen Elementen war leider nicht jedermanns Sache, sodass der Film floppte.

Nightbreed Candyman Lordillusions

Die Mischung zwischen SF und Horror führte nicht nur die „Alien“-Reihe durch die 90er Jahre weiter. Es erschienen immer wieder Filme, welche sich demselben Genremix verschrieben. Als Beispiele seien hier „Species“ (1995) und „Tremors“ (1990) genannt. Beide Filme zählen inzwischen zu den Klassikern des 90s Horrors. „Species“ wurde mit einem regelrechten Staraufgebot in Szene gesetzt. Die Kunst der Darsteller führt dazu, dass sich der Film hinsichtlich seiner sexuellen Thematik nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Das außerirdische Wesen, das auf die Erde kommt und sich unter allen Umständen fortpflanzen möchte, sorgte für zahlreiche blutige Momente für die Kopulationspartner. „Tremors“, auch bekannt unter dem Titel „Im Land der Raketenwürmer“ (damals hatten die deutschen Verleiher noch originelle Titelideen), ist ein B-Picture an und für sich. Eine kleine Wüstenstadt wird plötzlich von riesigen Sandwürmern zu Kleinholz verarbeitet. Die gelungene Komödie fiel in Deutschland leider durch. Der Erfolg kam erst durch den Videoverleih.

In den 90er Jahren durften auch Vampire nicht fehlen. „Buffy, The Vampire SpeciesBuffy_The_Vampire_Slayer Slayer“(1992) war das, was man als Trash-Granate bezeichnen kann. Ein wunderbar kurzweiliger, Action reicher Film über eine junge Frau, die auf Vampirjagd geht. Später wurde daraus eine TV-Serie. Die intellektuelle Version des Vampirs kam mit „The Addiction“ (1995) in die Kinos. Im New Yorker Akademikerzirkel schleichen Vampire herum. Philosophisch angehauchte Dialoge und eine gelungene Schwarzweiß-Ästhetik sorgen zwar nicht für Spannung, aber für ein originelles und latent witziges Filmvergnügen.

In den 90er Jahren kehrten Dracula und Frankenstein zurück auf die Kinoleinwand. Nicht in einer Low Budget-Version, sondern als Big Budget-Kino. „Bram Stoker’s Dracula“ (1992) und „Mary Shelley’s Frankenstein“ (1994) sollte weniger die Gänsehaut strapazieren, als vielmehr den Horror in den Mainstream transformieren. Man wollte die Werke so genau wie möglich visuell umsetzen. Während „Frankenstein“ jedoch überdramatisiert wirkt und ab einem bestimmten Punkt nur noch für Kopfschmerzen sorgt, ist „Dracula“ ästhtetisch ausgewogen. Im Groben und Ganzen könnte man beide Filme auch unter die Kategorie des Kostümfilms setzen. Hierbei ist auch „Sleepy Hollow“ (1999) zu erwähnen, der als freie Adaption einer Erzählung von Washington Irving durchgehen kann. Tim Burton, der eigentlich vorhatte, daraus einen Stummfilm zu drehen, lehnte sich in seiner Umsetzung an die alten Universal- und Hammer Studio-Filmen an.

Scream

1996 brachte eine eindeutige Wende in das Horrorgenre. Wes Cravens „Scream“ belebte das Slasher-Genre neu. Der riesige Erfolg führte nicht nur zu zwei Fortsetzungen, sondern zu einer nicht enden wollenden Anzahl weiterer Produktionen diesen Stils. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend das Minimal-Maximal-Prinzip, was bedeutet, dass man mit einer sehr geringen Investition einen sehr großen Gewinn einfahren kann. Filme, die ebenfalls in diese Kategorie gehören und recht erfolgreich waren, lauteten „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (1997) und „Urban Legends“ (1998). Die Handlungen und die Figuren sind stets austauschbar. Bis heute hat sich nichts daran geändert. Dennoch erfreut sich das Subgenre bis jetzt großer Beliebtheit.

Ende der 90er Jahre wurde mit „Blair Witch Project“ (1999) das Lost Footage-Genre zwar nicht erfunden, aber immerhin auf Erfolgskurs gebracht. Auch hier häufen sich die Nachfolgeproduktionen bis zum geht nicht mehr. Manche dieser Filme sind durchaus gelungen, die Mehrheit aber sorgt vor allem für Langeweile. Siehe hierzu unseren Artikel Lost Footage.

The-Ring Whispering_CorridorsZunächst noch vom Westen unbemerkt, kamen 1998 mit „Ring“ und „Whispering Corridors“ neue japanische und koreanische Filme in die Kinos. Die Geburtsstunde von J-Horror und K-Horror war gekommen. Während J-Horror ab etwa 2009 immer weniger Erfolge einfuhren konnte, blieb der Erfolg bei K-Horrorfilmen weitestgehend erhalten. Da japanische Filme in der Hauptsache für den eigenen Markt produziert werden, hatte J-Horror so gut wie keine Auswirkung auf das übriges japanische Kino. Im Gegensatz zu K-Horror. Das moderne koreanische Kino war von Anfang an darauf aus, international erfolgreich zu sein. Das Vorhaben hat geklappt. Südkorea zählt heute zum größten Konkurrenten Hollywoods.

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Filme, die in den 90er Jahren herauskamen, hier aber nicht erwähnt wurden. Dazu zählen z.B. „Flatliners“ (1990), einer Mischung aus Thriller mit grenzwissenschaftlicher Thematik und Esoterikgefasel. Sam Raimis „Army of Darkness“, dem dritten Teil seiner „Evil Dead“-Trilogie. Peter Jackson kitzelte zudem mit „Frighteners“ (1996) die Lachmuskeln. Auch „Wolf“ (1994), in der Michelle Pfeiffer sich in einen Werwolf (Jack Nickolson) verliebt, wurde in den Medien viel besprochen. Der Film selbst ist dann doch eher etwas für Romanzen-Fans. Auch wurde mit Filmen wie „The Haunted“ (1995) und „The Haunting“ (1999) das Spukhaus-Genre aus der Mottenkiste geholt. Insgesamt kann man sagen, dass die 90er Jahre sich vor allem auf klassische oder traditionelle Schauerthemen konzentrierten. Nachdem Ende der 80er Jahre die Brutalität der damaligen Slasher-Filme so überhand nahm, dass es sich damit selbt versenkte, arbeiteten die 90er Jahre verstärkt mit der Atmosphäre des Unheimlichen und Bedrohlichen. Doch so genau lassen sich die Filme jenes Jahrzehnts nicht festlegen. Ihre Machart liegt – wie der Titel des Essays sagt – irgendwo dazwischen.

Wolf