FuBs Best of 2017

Das Jubiläumsjahr (5 Jahre FILM und BUCH) geht langsam aber sicher zu ende. Aber keine Angst, der 550. Beitrag ist auch nicht mehr fern. Es gibt also schon bald wieder etwas zu feiern :) .  Auf jeden Fall haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was uns in diesem Jahr am besten an Büchern, Filmen und K-Pop/J-Pop-Videoclips gefallen hat.

Cover des Albums „Yellow“; © Epic Records

In der Kategorie Videoclips fiel uns die Entscheidung mehr als nur leicht. Zwar gibt es die Band schon seit 11 Jahren, doch haben wir sie erst in diesem Jahr entdeckt: Scandal, eine japanische Girl-Indie-Rock-Band, die ihre Songs stets selbst schreiben und sich irgendwo zwischen Alternative Rock, Punk-Rock und Pop-Rock befinden. Sehr poetisch-melancholische Texte verbinden sich dabei mit eingehenden Melodien, die genauso hart wie weich sein können. Ein neues Album ist für das kommende Jahr geplant und in Sachen Videoclips darf man gespannt sein, wie sich die Visualisierung der Band in dieser Hinsicht weiter entwickeln wird, hat doch der Clip „Koisuru Universe“ (Universe of Love) aufgrund seiner sinnlichen Symbolik für viel Diskussionsstoff gesorgt. Interessanterweise orientiert sich die Band bei ihren aktuellen Auftritten nicht daran, sondern gibt sich dem Schlabberlook hin.

In der Kategorie Film haben uns eine neue Produktion und ein Klassiker am besten gefallen. Wonder Woman hat gezeigt, dass Hollywood auch anders kann. Für uns war es die Überraschung des Jahres, einen witzigen, actionreichen und zugleich durchaus tiefgründigen Superheldenfilm zu sehen, also etwas, an das man schon gar nicht mehr glauben wollte. Aber Regisseurin Patty Jenkins hat dies möglich gemacht und ging dafür sogar in die Filmgeschichte ein.

Bei den Klassikern fiel uns die Entscheidung ebenfalls recht leicht. The Ghost and Mrs Muir ist eine wundervolle, zeitlose Mischung aus Tragikomödie, Fantasy und Romance, die mit schlagfertigen Dialogen, einer unglaublich guten Optik und einer tollen Story daher kommt und dabei ganz ohne Kitsch auskommt. In Deutschland ist der Film leider noch immer unbekannt, während er in den USA zu den Klassikern Hollywoods zählt und vom American Film Institute auf Platz 10 der besten Fantasyfilme gewählt wurde.

Auch in der Kategorie Buch wählten wir zwei Romane aus. Beides Klassiker. Zum einen Schau heimwärts, Engel von Thomas Wolfe (1900 – 1938), der darin über die Geschichte seiner Familie schreibt und dies in einem solchen Sprachrausch, einem solchen Witz und einer solchen Tragik, das einen der Roman schlicht und ergreifend packt und mitreißt. Die knapp 800 Seiten liest man in einem Rutsch durch. Leider verstarb Wolfe bereits im Alter von nur 38 Jahren, sodass er lediglich zwei Romane veröffentlichen konnte. „Zeit und Fluss“ ist mit ca. 1200 Seiten noch umfangreicher und setzte die Geschichte um Eugene Gant fort. Diesen Roman werden wir uns im kommenden Jahr vornehmen.

Der zweite Roman, der uns regelrecht hinweggefegt hat, ist Zeiten des Aufruhrs von Richard Yates (1926 – 1996) aus dem Jahr 1961. Der Roman eines Ehepaars in den 1950er Jahren, das in einem Vorort lebt, ist einerseits eine grandiose Satire, andererseits aber auch ein packendes Drama, in dem die Verzweiflung der Figuren regelrecht zum Greifen ist. Besonders der Schluss nimmt einen dermaßen mit, dass man nachher fix und fertig ist. Sollte wirklich jeder mal gelesen haben. Richard Yates sagte selbst, dass er seinen besten Roman gleich am Anfang seiner Laufbahn als Schriftsteller geschrieben habe. Und tatsächlich sollte er nie wieder diese Eindringlichkeit erreichen.

Und das war auch schon unser Best of 2017.

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch, Gesundheit und viel Glück für 2018.