Schluss mit dem Kampf – Battle Royal beschlagnahmt

Ende April wurde, laut der BPjM, der japanische SF-Thriller „Battle Royal“ nach §131 StGB beschlagnahmt. Das bedeutet, wer diesen Film weiterhin in seiner ungeschnittenen Fassung verkauft oder auf sonstige Weise verbreitet, macht sich strafbar. Bereits im Jahr 2000, kurz nach seiner Veröffentlichung in Japan, wurde der Film aufgrund seiner Gewaltdarstellungen stark kritisiert. Allerdings wurde der Film in Japan nicht verboten. Der Grund liegt darin, da in „Battle Royal“ Jugendliche mit Maschinengewehren und anderen Waffen aufeinander los gehen. Sie werden für ein unmenschliches Spiel missbraucht, das regelmäßig auf einer abgelegenen Insel statt findet. Die Regeln des Spiels lauten, dass jeder gegen jeden kämpfen muss. Zum Schluss darf es nur einen einzigen Überlebenden, den Gewinner, geben. All dies spielt sich in einer Zukunft ab, in der Japan wirtschaftlich, kulturell und moralisch am Boden liegt.

Der Film basiert auf Kushon Takamis gleichnamigen Roman. Bereits das Buch erregte in Japan Anstoß, wurde aber nicht verboten. Was keiner der Kritiker verstanden zu haben scheint, ist, dass „Battle Royal“ eine Satire darstellt. Natürlich ist diese Form der Satire ziemlich krass in Szene gesetzt, aber das soll natürlich auch so sein. Schließlich übertreffen sich zurzeit sämtliche Fernsehprogramme in Sachen Geschmacklosigkeit. Eine harmlose Umsetzung hätte ihre Wirkung verfehlt und wäre sang- und klanglos untergegangen. Stark abgekupfert von „Running Man“ (1987) und „Das Millionenspiel“ (1970), werden hier die Medien, die Politik, das Schulsystem, schlicht die gesamte Gesellschaft durch den Kakao gezogen. Dass der Film gewaltverherrlichend sein soll, ist wohl ein albernes Argument und zeigt, dass hier nur irgendein Grund gesucht wurde, um ein Verbot durchzusetzen. Die einzelnen Kampfszenen sind natürlich brutal, beinhalten aber zugleich eine durch die Handlung bedingte Logik. Viele der sog. Death Scenes stehen innerhalb eines erkennbaren satirischen und schwarzhumorigen Rahmens. Die gesamte Geschichte ist, wie bereits erwähnt, eine bitterböse Satire auf die sozialen Probleme der Industriegesellschaften. Es ist schade, dass hier ein paar Juristen meinten, eingreifen zu müssen. Aber andererseits, wen wundert es. Schließlich ist und bleibt ja der wesentlich harmlosere „Running Man“ weiterhin indiziert. Dies zeigt, dass sich die Prüfer bei Satiren schwer tun bzw. sie diese anscheinend als Satiren nicht wahrnehmen, was wiederum von einem geringen Filmverstehen zeugt.