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Posts Tagged ‘Bedevilled’

Jang Chul-Su arbeitete längere Zeit als Assistant-Director für den bekannten Regisseur Kim Ki-Duk, der durch Filme wie „Bin Jib“, „Samaria“ oder „Seom“ auch in Deutschland kein Unbekannter ist. Wahrscheinlich ist daher auch das Thema seines Debüts zu erklären, das in etwa dem surrealen Thriller „Seom“ ähnelt. In diesem Film wie in Jangs „Bedevilled“ wird die Geschichte einer Frau erzählt, die von allen anderen erniedrigt wird, bis sie sich eines Tages rächt. Beide Filme sind dabei alles andere als zimperlich. Jang Chul-Su wagt sich sogar einen großen Schritt weiter.

„Bedevilled“, für den Jang mehrere Preise erhielt, handelt von der Bankerin Hae-Won, die mit ihrem Alltag nicht mehr zurecht kommt. Sie beschließt Urlaub zu machen. Als Ziel ihrer Reise wählt sie die einsam gelegene Insel Moodo, wo sie früher zusammen mit ihren Großeltern lebte. Von dort erreichen sie seit einiger Zeit Briefe einer gewissen Bok-Nam, mit der sie in ihrer Kindheit befreundet gewesen ist. Doch kaum ist Hae-Won auf der Insel angekommen, muss sie erkennen, dass die wenigen Menschen, die dort leben, Bok-Nam wie eine Sklavin behandeln. Von den Männern wird sie brutal misshandelt, von den Frauen gedemütigt. Doch plötzlich kehrt sich das Blatt um. Bok-Nam beginnt einen grausamen Rachefeldzug, wobei auch Hae-Won immer mehr in das Zentrum ihrer Rache gerät.

Alternatives Kinoplakat zu „Bedevilled“

Der Film, eine Mischung aus Thriller und Horror, ist harter Tobak. Dies beginnt mit der grundlegenden Situation, in der sich Bok-Nam befindet, geht über in die durch die Bank weg widerlichen Charaktere und setzt sich fort in den teils überaus brutal in Szene gesetzten Martersequenzen und Deathscenes. Daraus ergibt sich ein konsequenter Albtraum, der dem Zuschauer sehr viel abverlangt.

Dennoch präsentiert Jang Chul-Su kein abstruses Schlachten wie Eli Roth und Konsorten, sondern liefert eine hochgradige Ästhetik, die nie ins Plakative abgleitet, aber gelegentlich durchaus Grenzen überschreitet. Manche Szenen sind in der Tat so hart umgesetzt, dass Leute mit schwachen Nerven es schwer haben werden, diese zu verarbeiten.

Jang liefert sozusagen die intellektuelle Variante des Torture Porn, indem er sich hin und wieder auf Ingmar Bergman beruft und bei einer Schlüsselszene auch Albert Camus‘ Roman „Der Fremde“ zitiert. Getragen wird der Film von größtenteils unbekannten, aber hervorragenden Schauspielern, denen man ihre Rollen abnimmt. Bok-Nam wird dagegen von Seo Yeong-Hie gespielt, die davor in dem Thriller „The Chaser“ und der Komödie „Fortune Salon“ zu sehen gewesen war. Auch sie überzeugt mit ihrer Arbeit auf ganzer Linie.

Bedevilled (OT: Kim Bok-Nam selinsageonui jeonmal), Regie: Jang Chul-Su, Drehbuch: Choi Kwang-Young, Produktion: Park Kyu-Young, Darsteller: Seo Yeong-Hie, Ji Jeong-Won, Hwang Min-Ho, Min-Ja. Südkorea 2010, Laufzeit: 115 Min.

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