FuBs Jukebox: The rough guide to Avant-Garde Japan

In Sachen Avant-Garde ist Japan sicherlich eine der ersten Adressen, besonders wenn es um Musik geht. In kaum einem anderen Land gibt es so viele abgedrehte Bands. In der Reihe „Rough Guides“ des Labels World Music Network ist nun ein Compilation-Album erschienen, das sich diesem Thema annimmt.

Das Album beinhaltet 14 außergewöhnliche Künstler, die sich voll und ganz den experimentellen Klängen verschrieben haben. Daher findet man hier alles, außer Mainstream. Die meisten der Musiker sind im Ausland kaum bekannt, in Japan jedoch besitzen sie eine feste Fan-Gemeinde.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die CD ist ein wahres Fest für Leute, die gerne Neues entdecken. Abstrakte Klänge treffen hier auf experimentellen Jazz und verbinden sich dabei zugleich mit traditioneller japanischer Musik. Das Ergebnis ist ein überaus unterhaltsames Album, ja eine wahre Entdeckungsreise in den Bereich japanischer Musik jenseits von J-Pop und J-Rock.

Leute, die Musik als akustisches Erlebnis empfinden und daher offen sind für einen Blick über den Tellerrand, für den dürfte „The rough Guide to Avant-Garde Japan“ ein echter Glücksfall sein. Hier begegnet man wirklich außergewöhnlichen Künstlern bzw. ihren außergewöhnlichen Werken. Den Anfang macht Michiyo Yogi mit „Rogue“ und liefert dabei gleich den Ansatz dafür, wohin die Reise auf diesem Album gehen soll: aus einem Wirrwarr an Klängen entwickelt sich eine einprägende sanfte Melodie, die gegen Ende wieder in dem postmodernen Anti-Rhythmus untergeht. Auf ähnliche Weise konzipieren auch die anderen Musiker ihre Stücke. Fast immer entstehen aus der Hektik und dem Chaos witzige und interessante Melodien, mit denen man sich auch nach dem Hören weiter beschäftigt.

Wunderbar an der Zusammenstellung ist, dass sie kein bisschen einseitig ist, sondern eine spannende Vielfalt präsentiert, die dem Hörer einen großartigen Blick in die japanische avantgardistische Musik bietet. Einfach großartig.