The 80s: Invasion vom Mars (1986)

invasionvommarsDie 80er Jahre wurden u. a. geprägt durch das Produzentenduo Golan und Globus. Zunächst machten sie sich einen Namen durch Actionfilme mit Sylvester Stalone und Chuck Norris, um sich später auch in anderen Genres zu versuchen. So kam es, dass beide Produzenten eine Spannbreite abdeckten, die vom Kinderfilm über Action und Horror bis zur Literaturverfilmung reichte. Allerdings kreierten sie gegen Ende der 80er Jahre immer mehr Flops, was dazu führte, dass ihre Cannon Group pleite ging.

Einer dieser Flops war der 1986 produzierte Film „Invasion vom Mars“, einem Remake des gleichnamigen SF-Klassikers aus dem Jahre 1953. Es geht um den Jungen David, der in einer Gewitternacht beobachtet, wie ein riesiges UFO in der Nähe seines Hauses landet. Allerdings glaubt ihm niemand. Schon am nächsten Morgen benimmt sich Davids Vater merkwürdig. Später auch seine Mutter. Zusammen mit der Schulpsychologin Linda, der er seine Beobachtungen anvertraut, versucht er, die schleichende Invasion zu stoppen.

invasionvommars1Der Klassiker von William Cameron Manzies ragt aufgrund seiner teils surrealen Optik aus den B-Movies der 50er Jahre weit hinaus. Er erzählt eine Invasion von Außerirdischen aus der Sicht eines Kindes. Die Mischung aus Kinder- , SF- und Paranoia-Film hat bis heute nichts von ihrer Eindringlichkeit und Faszination verloren. Das Remake von Tobe Hooper besitzt zwar diverse Anspielungen auf das Original, aber versucht sich eher, in das SF-Action-Genre einzuordnen. Der Weg, der zum Hügel führt, hinter dem das UFO gelandet ist, wurde fast eins zu eins vom Originalfilm entnommen. Wer genau aufpasst, sieht, dass die Schule William Cameron Manzies School heißt. Der Film steckt voller solcher versteckter Hinweise. Zwischendurch darf auch Tobe Hooper seine eigenen Filme zitieren, wie etwa „Poltergeist“, „Lifeforce“ und, wer genau aufpasst, seinen Klassiker „Texas Chainsaw Massacre“.

Während „Invasion vom Mars“ aus dem Jahr 1953 ein durch und durch ernster Film ist, lockert Hooper die Handlung des Remakes durch jede Menge Gags und skurrile Monster auf. Aus dem einstigen Drama wird eine witzige Mischung aus Monsterkloppen und 50er Jahre-Trash-Nostalgie. Auch wenn die angedeutete Paranoia-Stimmung nicht ganz so gut herüberkommt wie im Original, macht der Film Spaß und bietet äußerst kurzweilige Unterhaltung.

Invasion vom Mars (Invaders from Mars), Regie: Tobe Hooper, Drehbuch: Dan O’Bannon, Don Jakoby, Produktion: Menahem Golan, Yoram Globus, Darsteller: Karen Black, Hunter Carson, Timothy Bottoms, Laraine Newman, James Karen, England 1986, Laufzeit: 96 Min.

Was geschah wirklich in Roswell? – Ein neues Sachbuch über UFOs und die Rolle der US-Army

wrightpattersonDer angebliche UFO-Absturz in der Nähe des kleinen Ortes Roswell sorgt bis heute für viel Gesprächsstoff. Viele Abhandlungen und Romane wurden darüber geschrieben und mehrere Filme darüber gedreht. Die nicht enden wollende Diskussion darüber, was 1947 in der Wüste New Mexicos tatsächlich abgestürzt war, teilt die Beteiligten in genau zwei Lager: in Skeptiker und in Leute, die der Meinung sind, dass damals tatsächlich ein außerirdischer Flugkörper abgestürzt sei.

Die beiden Journalisten Thomas J. Carey und Donald R. Schmitt veröffentlichten nun eine weitere Untersuchung über das Thema mit dem Titel „Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson“. Seit den 90er Jahren recherchierten sie in diesem Fall. Das Ergebnis ihrer historischen Spurensuche ist ein fesselndes, interessantes und überaus informatives Sachbuch.

Die Spannung und die Informationsfülle ergibt sich daraus, da beide Autoren den Fall rein objektiv untersuchten. Zur Verfügung standen ihnen dabei historisches Quellenmaterial unterschiedlicher militärischer Archive, Briefe von an dem Roswell-Fall beteiligten hochrangigen Militärs und Interviews mit Angestellten und Wissenschaftlern, die direkt mit dem Fall zu tun hatten.

Ausgangspunkt ist, dass kurz nachdem es in einer Pressekonferenz hieß, dass tatsächlich ein UFO abgestürzt sei, diese Aussage dementiert wurde und nur noch von einem Wetterballon die Rede war. Carey und Schmitt drehten bei ihren Recherchen so ziemlich jeden Stein um. Dabei stießen sie auf viele Ungereimtheiten und Vertuschungsaktionen. Aus dem ihnen vorliegenden Quellenmaterial ergibt sich, dass die Wetterballon-Geschichte ein hastiger Versuch seitens des Militärs war, das Interesse der Öffentichkeit von dem Fall abzulenken. Denn wenn es ein solcher Ballon gewesen sein sollte, wieso wurden dann Teile des Materials, aus dem er bestand, zur Untersuchung in verschiedene Labors gebracht? Aus Interviews mit damals beteilgten Wissenschaftlern zeigt sich, dass diese über die ungewöhnliche Zusammensetzung des Metalls erstaunt waren, da es eine solche Legierung damals (noch) nicht gab. Ein Beweis, dass damals wirklich ein UFO abgestürzt war?

Carey und Schmitt zeigen, dass die Aufregung und die damalige Verhängung einer höchsten Geheimhaltungsstufe zumindest einen bloßen Wetterballon ausschließen. Etwas anderes muss damals in Roswell passiert sein, etwas, von dem die Öffentlichkeit nichts wissen sollte. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Militärstation Wright-Patterson, auf die sämtliche Wrackteile und angeblich auch Leichen unbekannter Herkunft gebracht wurden.

Beide Autoren erledigen ihre Aufgabe überaus professionell. Sie liefern keinen reißerischen Bericht ab, sondern informieren geradezu nüchtern über die damaligen Vorgänge. Die Details, die Carey und Schmitt ans Tageslicht bringen, sind überaus erstaunlich und regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Unsere Meinung: sehr lesenswert.

Thomas J. Carey/Donald R. Schmitt. Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson. Kopp Verlag 2015, 336 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 978-3-86445-224-6