6 Jahre FILM und BUCH: Die 6 größten Flops der Filmgeschichte

Und schon wieder gibt es etwas zu feiern: Unseren Blog gibt es nun schon seit sechs Jahren! Alles hat ja eigentlich mit unserem PDF-Magazin begonnen. Da wir damals keine Ahnung hatten, wo man dieses unterbringen könnte, sind wir schließlich auf die Idee eines eigenen Blogs gekommen, von dem man das kostenlose eMagazin herunterladen kann.

Aus einem Magazin wurden dann 11 und drei Sonderausgaben. Und auf dem Blog befinden sich inzwischen über 580 Beiträge. Wenn das kein Grund ist, mal wieder bei uns herumzustöbern. Und von den Amateuren, die sich das neue EU-Datenschutzgesetz ausgedacht haben, lassen wir uns sowieso nicht ins Bockshorn jagen – vor allem, da nicht einmal die Behörden wissen, was sie mit diesem Sch… anfangen sollen.

Doch genug geärgert: 6 Jahre FILM und BUCH bedeuten 6 Jahre Ruhm und Ehre – oder waren es nach der neuen deutschen Rechtschreibung Rum und Ähre? :D  – Jedenfalls haben wir hier für euch die sechs größten Flops der Filmgeschichte:

Platz 1: „Der 13. Krieger“ (1999) gilt bis heute als der größte Flop der Filmgeschichte. Die Adaption eines Romans von Michael Crichton wollte niemand sehen. Eigentlich schade, denn der Film ist ein netter Abenteuerfilm nach klassischem Muster. Schuld an der Misere war, dass das Testpublikum mit keiner Version des Films zufrieden war, weswegen „Der 13. Krieger“ mehrmals umgeschnitten wurde und sogar mehrere Szenen nachgedreht wurden. Letztendlich versuchte Crichton das Desaster noch abzuwenden, indem er selbst die Regie übernahm, doch auch das half nichts mehr.

Auf Platz 2 der Rangliste der größten Flops der Filmgeschichte befindet sich „47 Ronin“ (2013), die freie visuelle Umsetzung eines historischen Ereignisses – also nach dem 13. Krieger, schaffen es auch keine 47 weiteren Kämpfer. Der Film ist eigentlich ganz nett, doch die schlechten Kritiken und dazu noch das geringe Interesse an der Handlung machte den Produzenten einen Strich durch die Rechnung. Schade für Regisseur Carl Rinsch, der damit sein Debut ablieferte und mitten ins Fettnäpfchen trat. Nach diesem Desaster war für ihn Schluss mit lustig, und er bekam 2015 nur nur noch mehr Gelder für einen Kurzfilm.

Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ (1988) nehmen Platz 3 der größten Flops der Filmgeschichte ein. Eigentlich müsste man sagen, dass dies kaum verwunderlich ist, kreiert Terry Gilliam zwar stets interessante und originelle Filme, doch bringt er den Produzenten so gut wie nie Geld ein. So eben auch bei „Münchhausen“, der voller Effekte und Spielereien steckt, sich gegen Ende hin jedoch zu sehr in die Länge zieht. Dennoch waren die Kritiker von dem Film begeistert, nicht aber das Publikum, dass mit den Münchhausiaden nichts anfangen konnte. Ein weiterer Grund lag im Streit zwischen Gilliam und dem Produzenten David Puttnam, der dazu führte, dass „Münchhausen“ in den USA in nur wenigen Lichtspieltheatern gezeigt wurde.

Auf Platz 4 steht die Komödie „Pluto Nash – Im Kampf gegen die Mondmafia“ (2002), die jedoch niemand witzig fand. Die Produktion zog sich über zwei Jahre hin, da das Drehbuch x-mal um- und schließlich neu geschrieben wurde. Schon allein das verhieß nichts Gutes, und als dann noch die Kritiker den Film nicht nur unwitzig, sondern einfach nur dämlich fanden, war damit das Urteil über John Underwoods Film gesprochen. Nicht einmal Eddy Murphy-Fans können diesem Machwerk etwas abgewinnen. Letztendlich schaffte es „Pluto Nash“ dennoch zu einer gewissen Ehre: nämlich zu den 100 schlechtesten Filmen der Filmgeschichte zu zählen.

Auf Platz 5 befindet sich der Animationsfilm „Die Abenteuer von Rocky und Bullwinkle“ (2000), eigentlich kein reiner Animationsfilm, sondern mit sog. Live Action durchsetzt. Auch diesen Film, der auf einer in den USA bekannten TV-Serie basiert, fand niemand witzig oder interessant, was dazu führte, dass er gerade einmal die Hälfte seiner Produktionskosten einbrachte. In Deutschland kam der Film nicht einmal in die Kinos, sondern wurde gleich auf DVD veröffentlicht.

Und schließlich Platz 6: „Alamo“ (2004), ein Film, der sich mit der Schlacht um Fort Alamo befasst. Produziert wurde „Alamo“ von George Lucas‘ Mann für alle Fälle Ron Howard. Doch das Problem des Films war, dass er sich zwar sehr genau an die historischen Fakten hielt, es jedoch nicht schaffte, Spannung oder irgendeine Form von Dramatik zu erzeugen. Auf diese Weise fließt der Film träge dahin, an die Version mit John Wayne aus dem Jahr 1960 reicht „Alamo“ schon gar nicht heran. Auf diese Weise gelang es auch „Alamo“ nicht, die Produktionskosten zu tilgen. In Deutschland kam der Film ebenfalls nicht in die Kinos.

Und das waren sie, die sechs größten Flops der Filmgeschichte zum sechsjährigen Jubiläum von FILM und BUCH. :)

 

 

Wie man einen Animationsfilm produziert – Einblicke in ein faszinierendes Arbeitsfeld

animationsfilmHannes Rall drehte bisher mehrere Animationskurzfilme, die auf verschiedenen Festivals großen Anklang fanden. In seinem Buch „Animationsfilm“ gibt er angehenden Filmemachern hilfreiche Hinweise und Tipps, wie man animierte Filme konzipiert und produziert.

Es geht dabei nicht nur um technische Details, sondern vor allem um die Kunstfertigkeit, die man dafür mitbringen sollte. Bei Animationsfilmen läuft Vieles anders ab, als in einem Realfilm. Das beginnt schon an dem Punkt, die Hauptfiguren zu gestalten. Hierbei ist anatomisches Wissen unabdingbar, muss der Zeichner doch mindestens eine Ahnung davon haben, wie Bewegungsabläufe vonstatten gehen. Hält sich ein Künstler nicht daran, verliert die Figur sofort an „Echtheit“. Da die Figuren in eine Geschichte eingebettet sind, geht auch bei einem Animationsfilm nichts ohne Drehbuch. Hier ist jedoch das Storyboard von großer Wichtigkeit. Dieses zeigt nicht nur den detaillierten Handlungsverlauf, sondern nimmt auch Bezug auf Kameraeinstellungen und Filmformate.

Im Hauptteil behandelt Rall die drei wichtigsten Animationsstile: Stop Motion, Trickfilm und 3D-Computeranimationen. Bis ins Detail bespricht der Autor die Vorgehensweise beim Zeichnen, Gestalten und Umsetzen. Zu vielen Punkten gibt es Übungsaufgaben, an denen sich der Leser selbst versuchen kann. Interviews mit Experten runden die jeweiligen Kapitel ab.

Obwohl es sich bei „Animationsfilm“ um eine Art Lehrbuch handelt, ist dieses keineswegs langweilig oder trocken. Im Gegenteil, selten oder besser so gut wie gar nicht gibt es Fachbücher, die mit einer hochgradigen Lebendigkeit daher kommen. Hannes Rall verbindet in seinem Buch Fakten und Hinweise mit Unterhaltung. Dafür sorgen nicht nur die unzähligen Zeichnungen, mit denen der Autor Beispiele für die einzelnen Problemfelder liefert. Hannes Rall bringt die Thematik in einem flotten, leicht verständlichen Schreibstil stets auf den Punkt. So erhält der Leser nicht nur jede Menge hilfreicher Informationen, sondern zugleich jede Menge Spaß.

Hannes Rall. Animationsfilm. Konzept und Produktion. UVK 2015, 341 Seiten, 34,99 Euro, ISBN: 978-3-86764-376-4.