FuBs Double Feature (1980 – 1990): Die 80er – Ein fantastisches Jahrzehnt

Das Kinoerlebnis in den 80er Jahren war vor allem geprägt durch die Eiswerbung, die kurz vor dem Film lief. Untermalt von dem Song „Like Ice in the Sunhshine“ von  Beagle Music Ltd. wurde die Werbung rasch zum Kult und zum Wahrzeichen der Spaßgesellschaft. Und dennoch steckte das Kino damals wieder einmal in der Krise.

Der Video-Boom führte dazu, dass die Leute Filme lieber in ihren eigenen vier Wänden ansahen, als ins Kino zu gehen. Die sog. Direct-to-Video-Produktionen kamen auf. Das Kino musste reagieren. Und wie? – Und wie! Denn in den 80er Jahren wurde Trash zum Mainstream erklärt. Die großen Studios produzierten Filme, die nach denselben Konzepten wie diejenigen von Roger Corman funktionierten, nur waren sie eben besser. Der Grund dafür ist ganz einfach: ein viel größeres Budget.

Corman und seinen Kollegen wurde dadurch der Markt weggeschnappt. Doch erfanden sich Corman und Co. neu, indem sie auf den damals boomenden Videomarkt auswichen. Die Folge: eine Flut an Horrorfilmen, welche Pädagogen und unsere bekannte Zensurstelle FSK zum Schwitzen brachten.

Der deutsche Film konnte da nicht mithalten und geriet in eine lang anhaltende Krise. Gedreht wurden allerhöchstens Filme wie „Otto – Der Film“ oder „Die Supernasen“, womit sich Deutschland in Sachen Filmkunst international ganz weit hinten anstellen musste.

Normalerweise stellen wir in unserer Reihe „Double Feature“ jeweils zwei Filme vor, von denen wir glauben, dass  sie das jeweilige Jahrzehnt besonders gut abbilden. Bei den 80er Jahren ist dies unmöglich, da dieses Jahrzehnt so viele prägende Filme hervorgebracht hat, dass man dieser einzigartigen Hochphase der Popkultur mit nur zwei Filmen einfach nicht gerecht wird. Daher haben wir von verschiedenen Genres jeweils zwei Filme genommen: Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Liebesfilm/Drama. – Viel Spaß dabei! :)

Actionfilme der 80er

In Sachen Action kamen in den 80er Jahren durch den Erfolg von „Rambo“ (1982) die Militär-Actionfilme auf, von denen sicherlich „Missing in Action“ mit Chuck Norris am dümmsten abschnitt. Parallel dazu wurde eine Vielzahl von Polizei-Filmen produziert (weißer Einzelgänger mit schwarzem Kollegen), mal als Komödie, mal als Drama und mal als Mischung aus allem. Ab 1981 entwickelte sich aber auch eine Mischung aus Fantasy- und Abenteuerfilmen, von denen die „Indian Jones“-Filme am bekanntesten sind. Harrison Ford spielte den Helden und suchte in seinem ersten Abenteuer „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) nach der Bundeslade. Mit vielen Effekten, viel Humor und jeder Menge Action wurde der Film zum absoluten Hit, auch wenn Steven Spielberg noch ein Jahr warten musste, bis er den Zenit seines Erfolgs als Regisseur erreichen sollte.

Und ja, in den 80er Jahren konnte man auch ohne weiteres einen Film übers Armdrücken drehen. „Over the Top“ (1987) hätte man vielleicht eher „Over the Flop“ bezeichnen sollen, denn das Sport-Trucker-Familiendrama, basierend auf einem Drehbuch von Sylvester Stallone, wollte nicht jeder sehen. Heute zählt der Film zu den Trash-Klassikern, damals jedoch begannen Cannon Films damit, ihr eigenes Grab zu schaufeln und gingen wenige Jahre später pleite. Aber grunzende, Schweiß triefende Männer in Unterhemden waren nun einmal nicht jedermanns Sache – obwohl sie ebenfalls ein typisches Merkmal der Actionfilme der 80er Jahre waren.

Science Fiction-Filme der 80er

Natürlich beherrschten die „Star Wars“-Filme die erste Hälfte der 80er Jahre. Doch die SF-Fantasy-Horror-Welle, welche das Jahrzehnt bestimmte, brachte noch viele andere sehenswerte Filme heraus. So versuchte sich John Carpenter 1982 an einer Neuverfilmung von „Das Ding“ und landete einen Flop. Damals galt das Remake, das Carpenter nicht als Remake verstanden wissen wollte, als der brutalste Film überhaupt. Die mechanischen Puppeneffekte sind grandios und die Story orientiert sich stärker an der literarischen Vorlage „Who goes there?“ von John W. Campbell als der Klassiker aus dem Jahr 1951.

Das Gegenstück zu „Das Ding“ schuf Steven Spielberg mit „E.T.“ (1982). Kein bluttriefender Gestaltwandler, sondern ein kleines, hässliches Knuddelalien strandet auf der Erde und will – wer kann es ihm verdenken – so schnell wie möglich wieder nachhause. Der Film zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Filmen der Filmgeschichte, sondern ebnete Spielberg endgültig den Weg zum Podest der wichtigsten Regisseure Hollywoods. Seitdem darf in jedem Film, der in den 80er Jahren spielt, das BMX-Rad nicht fehlen. Drew Barrymore, die die kleine Gertie spielte, ist heute selbst Filmproduzentin und finanzierte u. a. „Donnie Darko“.

Fantasy-Filme der 80er

Mit dem Film „Krull“ (1983) hoffte Regisseur Peter Yates aufgrund der Fantasywelle zu punkten, landete aber einen gewaltigen Flop. Heute zählt der Film zu den Klassikern des Fantasy-Genres, damals aber wollte ihn kaum einer sehen. Trotz toller Effekte, konzentrierte sich Yates nicht auf ein reines Actionspektakel, sondern viel mehr darauf, eine durchgängig spannende Story zu kreieren. Irgendwie zwischen „Star Wars“ und „Excalibur“ angesiedelt, verbindet der Film gekonnt beide Genres miteinander. In einer Nebenrolle darf auch Liam Neeson mitspielen – ein bisschen mehr, als ihm zwei Jahre zuvor in „Excalibur“ zugestanden wurde.

Wieso wurden in den 80er Jahren so viele Fantasyfilme gedreht, wenn doch die Mehrzahl davon floppte? So auch „Legend“ (1985) von Ridley Scott. Der Film floppte nicht nur, sondern Scott und sein Team brachten es sogar fertig, die berühmten Pinewood Studios, in denen der Film gedreht wurde, abzufackeln. Stellenweise ist der Film unglaublich kitschig, an anderen Stellen aber schuf Scott eine wunderbare düstere Fantasy-Horror-Mischung, die immer wieder fasziniert. Tragend hierbei ist natürlich Tim Curry als Herr der Finsternis. Tom Cruise dagegen wirkte in der Rolle als Jack ziemlich belämmert.

Horrorfilme der 80er

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der Splatter- und Slasher-Filme. Besonders ins Visier unserer Zensur- bzw. FSK-Stelle geriet „Tanz der Teufel“ (1981). Die Mischung aus Horror und Slapstick führte in Deutschland dazu, dass Sam Raimis Debut beschlagnahmt wurde. Erst 2017 wurde diese aufgehoben. Fünf Freunde verbringen eine Nacht in einer einsam gelegenen Hütte und werden dabei von Dämonen überfallen. So einfach und so genial funktionieren eben nur Horrorfilme. Besonders originell an dem Film ist die Kameraführung, die „Tanz der Teufel“ fast schon zu einer Art „Handbuch“ für angehende Kameraleute werden lässt. Denn darin findet man nicht nur jede Einstellung, die es überhaupt gibt, sondern zulgeich eine grandiose Experimentierfreude. Die deutschen Behörden verstanden den Film dennoch nicht und machten sich zudem auch international lächerlich, indem sie darüber diskutierten, ob Zombies nun Menschen seien oder nicht.

Was wären die 80er Jahre ohne Freddy? Freddy Krüger gehört inzwischen ebenso zum festen Bestandteil der Popkultur wie seine Kollegen Jason oder Michael Meyers. Einen hässlichen Ringelpullover, Klingenhandschuhe und einen fransigen Hut, und fertig war eine der berühmtesten Horrorfiguren. Darsteller Robert Englund, der bis dahin nur in Nebenrollen zu sehen gewesen war, wurde dadurch über Nacht berühmt. Wes Craven, der u. a. Psychologie studiert hatte, brachte mit „Nightmare on Elmstreet“ (1984) die Thematik des Horrorgenres auf den Punkt: Albträume. Für Johnny Depp war dies die erste Rolle – sein filmischer Abgang in der berühmten Bettszene stellt eine gewitzte Parodie auf Kubricks „Shining“ dar.

Liebesfilme und Dramen der 80er

Frankreich brachte in den 80er Jahren nicht nur Actionfilme auf den Markt, sondern auch die eine oder andere Komödie. Eine der berühmtesten Liebeskomödien ist „La Boum – Die Fete“ (1980), die Sophie Marceau mit nur 13 Jahren zum internationalen Star machte. Der Song „Reality“ wird auch heute noch im Radio gespielt und hat nichts von seiner Ohrwurmqualität eingebüßt. Apropos Ohrwurm, der Film machte den Walkman zum Verkaufsschlager. Und zugleich führte der Film nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern zu einer ganzen Reihe ähnlich gestrickter Teenager-Komödien, welche ein zentraler Aspekt der 80er Jahre waren.

Wer wie ich in einer Kleinstadt mit nur einem Kino aufwuchs, der hat sich wahrscheinlich genauso geärgert, als 1987 wochenlang eben dieses eine Kino von nur einem Film blockiert wurde: „Dirty Dancing“ (1987). Damals ging absolut nichts mehr, alle anderen Filme konnte man sich praktisch selbst malen. Patrick Swayze machte dieser Film zum Star. Davor kämpfte er in der TV-Serie „Fackeln im Sturm“ mit. Niemand weiß eigentlich, wieso „Dirty Dancing“ solch ein Erfolg wurde. Dem hauptsächlich weiblichem Publikum hat der Film gefallen – niemand hatte anscheinend gewusst, dass Swayze seit Mitte der 70er verheiratet gewesen war. Als ich den Film dann später im Fernsehen sah, fand ich ihn auch nicht so schlecht wie befürchtet, aber ein Knaller war er auch nicht.

 

 

 

The 80s: White Dog -Erst verboten, dann gerühmt

whitedogKaum ein anderer Film erregte Anfang der 80er Jahre so viel Aufsehen wie „White Dog“ von Regisseur Samuel Fuller. Der Film geriet bereits kurz nach seiner Fertigstellung ins Kreuzfeuer der Kritik und zwar auf eine solche Weise, dass Paramount den Film in den USA nicht veröffentlichte. Obwohl nur wenige Filmkritiker das Werk überhaupt sichten konnten, transformierte sich die negative Kritik über diesen Film in eine Art Selbstläufer, was soviel heißt wie, dass vor allem Leute den Film kritisierten, die ihn überhaupt nicht gesehen hatten.

„White Dog“ bezeichnet in den USA einen Hund, der von Weißen abgerichtet wurde, um Schwarze anzugreifen und zu töten. Dabei handelt es sich leider um keine urbane Legende, sondern um rassistische Realität. In dem Film läuft der jungen Schauspielerin Julie ein solcher Hund direkt vors Auto. Sie bringt den Hund zum Tierarzt, der sich um die Verletzungen kümmert, und adoptiert ihn schließlich, ohne zu ahnen, was für ein Monster sie sich ins Haus geholt hat. Als sie schließlich selbst merkt, dass etwas mit dem Hund nicht stimmt, bringt sie ihn zu einem Tiertrainer. Dort arbeitet auch Keys, ein Schwarzer, der bereits einmal vergeblich versucht hat, einen White Dog „umzuerziehen“. Nun möchte es Keys noch einmal versuchen …

Die Filmhistorikerin und Bürgerrechtlerin Robin Coleman berichtet in ihrem überaus lesenswerten Buch „Horror Noir“, dass Paramount eigentlich so etwas wie Spielbergs „Weißer Hai“ haben wollte, nur mit einem anderen Tier. Aber außer dem Adjektiv „White“ im Titel gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen dem ersten Blockbuster der Filmgeschichte und der von Samuel Fuller kreierten Parabel. Verärgert darüber, habe sich Paramount nicht weiter um den Film gekümmert. Als aber dann der Aufruhr um den Film immer größer wurde, zog die Produktionsfirma den Film zurück. Zwar wurde er in Europa gezeigt*, wo er u. a. in Cannes positive Kritiken erntete, doch in den USA wurde er erst im Jahr 2008 veröffentlicht.

Die Leute, die den Film in den USA so heftig kritisierten, waren – wie man sich denken kann – Weiße. Sie sahen in dem Film eine verzerrte Darstellung der Realität und vermuteten, dass sich die Bürgerrechtsorganisation NAACP dahinter verberge. Man warf dadurch dem Film einen Rassismus gegen Weiße vor, was aber völliger Quatsch ist.

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Keys beim Versuch, den Hund zu bändigen. „Whiter Dog“ (1982), Copyright: Paramount Pictures.

Obwohl der Film als Tierhorror bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich nicht um einen Horrorfilm, sondern – wie oben bereits erwähnt – eher um eine Parabel, die sich mit dem Rassismus in den USA beschäftigt. Fast schon verbissen, versucht der Tiertrainer Keys, den Hund davon abzubringen, auf Schwarze loszugehen. Diese Szenen nehmen den Hauptteil des Films ein. Das Problem: der Hund verändert sich nicht, bricht einmal sogar aus und fällt einen Mann an, der gerade aus der Kirche kommt. Die kurze Sequenz davor, in der der Weiße Hund durch das Schwarzenviertel läuft, wobei er vereinsamte Straßen überquert, sich durch puren Zufall Kinder gerade ins Haus begeben, knapp bevor der Hund sie sieht, ist inzwischen zwar unglaublich berühmt geworden, führte aber dennoch nicht dazu, dass dem Film das Siegel eines B-Movies abgenommen wurde.

Der Grund ist, dass sich Samuel Fuller bei der Inszenierung an den Blacksploitationfilmen der 70er Jahre orientiert. Dies betont Fuller zusätzlich dadurch, indem er Trash-Ikone Paul Winfield als Keys auftreten lässt. Winfield spielt in diesem Film einfach nur überragend, sodass alle anderen Darsteller ihm nicht das Wasser reichen können, obwohl sie natürlich auch ihre Arbeit gut machen. Doch Winfield überzeugt in seiner Rolle über alle Maßen, sein Kampf mit dem Hund ist zugleich der symbolische Versuch, gegen Rassismus und Hetze anzukämpfen. Dies macht „White Dog“ zu einem Film, der einen nachdenklich stimmt und der dadurch noch lange im Gedächtnis bleibt.

* In Deutschland wurde der Film allerdings um fünf Minuten gekürzt und teilweise falsch synchronisiert, um dadurch die eigentliche Thematik des Films nicht deutlich werden zu lassen.

White Dog (Die weiße Bestie/Der weiße Hund von Beverlyhills), Regie: Samuel Fuller, Drehbuch: Samuel Fuller, Curtis Hanson, Produktion: Jon Davison, Darsteller: Kristy McNichol, Paul Winfield, Burl Ives, Jameson Parker. USA 1982, 90 Min.

 

 

The 80s: Stand by me (1986)

standbymeStephen King ist ein Autor, bei dem die Frage gilt, welche seiner Geschichten eigentlich noch nicht verfilmt wurden. King ist nicht nur Bestsellerautor, sondern – was den Filmmarkt betrifft – auch eine Art Markenzeichen. 1986 verfilmte Rob Reiner die Erzählung „Die Leiche“ (The Body) unter dem Titel „Stand by me“. „Die Leiche“ ist eine der Geschichten, in denen sich King nicht als Horrorautor, sondern als Erzähler hervortut und dies auf großartige Weise. Kein Wunder, dass er in den USA inzwischen mit Mark Twain und John Steinbeck verglichen wird.

In „Die Leiche“ geht es um ein paar Freunde, die mitbekommen, dass irgendwo neben den Gleisen, ein toter Junge liegt. Aus Neugierde und Abenteuerlust, machen sie sich auf den Weg, um die Leiche zu suchen. Regisseur Rob Reiner hielt sich bei seiner Adaption sehr genau an die Vorlage. Er fügte lediglich eine Rahmenhandlung hinzu, in der sich Gordie Lachance (die Hauptfigur) aufgrund der Nachricht des Todes seines besten Freundes Chris Chambers an das damalige Abenteuer erinnert.

„Stand by me“ ist ein sehr schöner, leicht melancholischer Film, eine Mischung aus Drama und Abenteuer, der 1959 in und um Kings fiktiver Kleinstadt Castle Rock spielt. Bis Gordie Lachance und seine Freunde endlich zu dem Ort gelangen, an dem die Leiche liegt, müssen sie u. a. eine Eisenbahnbrücke überqueren, auf der sich gerade ein Zug nähert, und durch einen See waten, der voller Blutegel ist. Zudem müssen sie sich vor Ace Merill und seiner Gang in Acht nehmen, die ebenfalls die Leiche finden wollen. Hin und wieder gibt Lachance eine seiner selbst erfundenen Geschichten zum besten, wobei diejenige herausragt, in der sich ein dicker Junge bei einem Kirschkuchenwettessen an der ganzen Schule rächen möchte.

Interessant ist das Essemble von „Stand by me“. Neben Wil Wheaton, der später in der TV-Serie „Star Trek – Next Generation“ bekannt werden sollte, spielten auch River Phoenix, Corey Feldman, Kiefer Sutherland (natürlich als Bösewicht) und John Cusack (als Gordies älterer Bruder) mit. Für Regisseur Rob Reiner sollte „Stand by me“ nicht die einzige King-Verfilmung bleiben. 1990 drehte er den Thriller „Mysery“ nach Kings gleichnamigen Roman.

 

The 80s: Die Jugger (1989)

juggerDavid Peoples ist nicht nur als Regisseur tätig, sondern auch als Drehbuchautor. So arbeitete er Anfang der 80er an dem Skript zu „Blade Runner“ mit. Ende der 80er verfasste er das Drehbuch für den Film „Die Jugger“, wobei er auch die Regie übernahm.

Die Handlung ist wie folgt: Jahre sind vergangen, seit ein Atomkrieg die Erde verwüstet hat. Die Menschheit ist zurückgefallen in ein mittelalterliches Stadium. Mutanten sind keine Seltenheit. Irgendwann nach diesem Krieg hat sich eine Art Gilde aus Kämpfern gebildet, die von Ort zu Ort ziehen, um für Geld sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen, und die Jugger genannt werden. Ziel eines jeden Juggers ist es, einmal die Rote Stadt zu besuchen, um dort in der Arena zu stehen. Denn während auf dem Land die Jugger eher verrufen sind, gehören die Jugger der Roten Stadt zum Adel. Eine junge Frau hegt seit jeher den Traum, sich den Juggern anzuschließen, um mit ihnen ihr Glück zu versuchen. Als eine Gruppe dieser Gilde ihr Heimatdorf besucht, gelingt es ihr tatsächlich, von ihnen aufgenommen zu werden. Schließlich gelangt sie in die Rote Stadt, wo sie der entscheidende Kampf erwartet …

„Salute to the Jugger“, so der Originaltitel, ist ein Endzeitfilm im Stil von „Mad Max“. Auch wenn es hauptsächlich darum geht, dass sich grunzende Jugger gegenseitig vermöbeln, so schwingt innerhalb der Story eine eher ruhige, leicht melancholische Atmosphäre mit. Diese wird vor allem durch die hervorragende Konstellation der Charaktere hervorgerufen. Nicht zuletzt ist dies ebenfalls auf Schauspieler wie Ex-Replikant Rutger Hauer und Twin Peaks-Veteranin Joan Chen zurückzuführen, die sich später in dem Film „Wedlock“ erneut gegenüberstehen sollten.

Die Zukunft, die „Salute to the Jugger“ zeigt, entspricht den typischen 80er Jahre-Endzeit-Filmen. Obwohl der Atomkrieg schon lange zurückliegt, gibt es noch immer Mutationen als Konsequenz radioaktiver Verstrahlung. Die Leute auf dem Land leben in brüchigen Hütten. Ihr Zahlungsmittel besteht aus Schrauben und Muttern. Was die Ursache für die Gründung der Jugger-Gilde war, ist längst in Vergessenheit geraten. Nicht einmal die Jugger selbst wissen etwas davon. Herrscht auf dem Land große Armut, so leben die Menschen in der Roten Stadt in purer Dekadenz. Die Rote Stadt befindet sich nicht auf, sondern unterhalb der Erde. Der Abstieg erfolgt per Aufzug.

„Die Jugger“ setzt stark auf Atmosphäre und ist für einen Actionfilm fast etwas zu ruhig. Aber gerade das macht den Film aus, denn obwohl er zunächst wir ein einfaches Hau-Drauf-Spektakel wirkt, besitzt er doch eine gewisse Tiefe, die überrascht.

Die Jugger – Kampf der Besten (The Blood of Heroes/Salute to the Juggers), Regie u. Drehbuch: David Peoples, Produktion: Charles Roven, Darsteller: Rutger Hauer, Joan Chen, Max Fairchild, Vincent D’Onofrio, USA/Australien 1989, Laufzeit: ca. 90 Min.

30 Jahre „Mama, Papa, Zombie“ – Ein echtes Stück Mediengeschichte

zombiehingamglockenseilGut, eigentlich sind es 31 Jahre, die seit der Erstaustrahlung der Doku „Mama, Papa, Zombie“ vergangen sind. Die Sendung platzte mitten hinein in den Videoboom, der zu rückläufigen Einnahmen an den Kinokassen führte. Fasst man den Inhalt der Reportage zusammen, so könnte man sagen, dass es darin um die Verdammung von Horrorfilmen geht.

Wieso die Sendung eine Art „Kultstatus“ erreichte, hängt mit der teilweise unfreiwillig komischen Inszenierung zusammen. Um es vorweg zu nehmen, in der Sendung wird nicht nur dummes Geschwätz von sich gegeben. Ein paar Dinge sind auch heute noch aktuell und heute genauso in der Schwebe wie damals. So z.B. die Forderung eines Kunstprofessors, das Fach Film in den Schulunterricht aufzunehmen, damit Kinder den Umgang mit diesem Medium lernen. Eine solche Forderung gibt es seit den 60er Jahren (I. C. Jarvie verweist darauf in seinem Buch „Film und Gesellschaft“) und wurde bisher nur an wenigen Schulen umgesetzt.

Auch die Aussagen darüber, dass letztendlich die Eltern verantwortlich dafür sind, was ihre Kinder sehen dürfen, hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

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Mit Szenen aus diesem Film begann die damalige Doku „Mama, Papa, Zombie“.

Dennoch ist da eben diese unfreiwillige Komik, die in der Sendung mitschwingt. Höhepunkt ist das Interview mit einem Pädagogikprofessor, der einen kurzen Vortrag über die angebliche Schädlichkeit von Horrorfilmen hält, wobei in Zwischenszenen ein Junge zu sehen ist, der vor einem TV-Gerät sitzt oder besser liegt, während aus den Lautsprechern die Geräuschkulissen von Karate- oder Zombiefilmen hallen. Nach dem jeweiligen Schnitt zurück zum Professor, blickt dieser mit bierernster Miene von links (Zuschauerseite) zurück in die Kamera, so als habe er gerade selbst den kurzen Ausschnitt mitangesehen, und führt seinen Vortrag weiter. Speziell dieses Interview erinnert stark an die Gags in „Monthy Pythons Flying Circus“, obwohl die ZDF-Reportage natürlich völlig ernst gemeint war.

Auch der Elternabend, der am Ende der Sendung das Finale bildet, hat sich in das mediale Gedächtnis eingeprägt. Vorgeschoben ist ein Unterricht in der vierten Klasse, in der die Klassenlehrerin den Kindern die Videokassettenhülle von „Ein Zombie hing am Glockenseil“ zeigt und sie fragt, wer von ihnen weiß, was Zombies sind, worauf ein paar der Kinder ihre Hände heben. Am Abend findet dann die Besprechung mit den Eltern statt, bei dem die Lehrerin den Film vorführt (übrigens ein grober Copyrightverstoß). Die Lehrerin erklärt daraufhin den Eltern latent zickig, dass fast die Hälfte der Kinder wüssten, was ein Zombie sei. Die Betonung aber liegt darauf, dass die Kinder eben nur wussten, was ein Zombie ist. Um das zu wissen, muss man keine Zombiefilme gesehen haben. Zudem ist ja der Begriff Zombie keine Erfindung des Horrorgenres, sondern Bestandteil der haitianischen Folklore.

„Mama, Papa, Zombie“ vollführte damals eine Art „Horror-Bashing“. Horrorfilme wurden einfach als abscheuliche Machwerke bezeichnet, ohne überhaupt einen Filmexperten zu Wort kommen zu lassen, der über das Genre referiert hätte. Dadurch wurde die Reportage zu einer sehr einseitigen Informationsvermittlung, die zum Inhalt hatte, dass Horrorfilme widerlich und pervers sind und deren Zuschauer psychisch krank.

Was die Sendung dabei indirekt vermittelte, war, dass die Horrorfilmgegner mit diesem Genre nichts anzufangen wissen und auch die Filminhalte nicht verstehen, sie also überhaupt nicht objektiv beurteilen können. Und noch etwas sei erwähnt: Die Sendung führte zu einer der wohl irrwitzigsten Debatten, die es jemals unter Juristen in Deutschland gegeben hatte: Sind Zombies Menschen oder nicht?

Wir machen bloß Spaß – Horrorkomödien der 80er Jahre

Die 80er Jahre brachten so unterschiedliche Filme wie „Re-Animator“ (1985), „Waxwork“ (1988), „Elmer“ (1988) oder schließlich „Ghostbusters“ (1984) hervor. Ihnen gemeinsam ist, dass sie im Grunde genommen Komödien sind. Die Kritik an Horrorfilmen war aufgrund des aufkommenden Videomarkts und der damit einhergehenden Direct-to-Video-Productions, welche für eine wahre Trash-Welle sorgten, besonders groß. Die Behauptung, dass dies alles bloß Spaß ist, wollten und wollen die wenigsten glauben. Betrachtet man die Filme genauer, so erkennt man, dass „Re-Animator“ sicherlich ein hervorragender Splatterfilm ist, dass er zugleich aber auch als Slapstickkomödie überzeugt. Nicht anders verhält es sich bei dem Episodenfilm „Waxwork“, der äußerst blutig erscheint, in Wahrheit jedoch einen überragenden Humor beweist. Die ungeschnittene Fassung von Frank Henenlotters „Elmer“ ist noch immer indiziert, auch wenn niemand so recht weiß, warum, handelt es sich bei diesem Kultwerk schließlich ebenfalls um eine überaus witzigen Film über unsere Spaßgesellschaft.

„Ghostbusters“ (1984) ist nicht nur Komödie, sondern auch eine Satire, welche die amerikanische Gesellschaft bloß stellt.

Einer der wenigen Produktionen, die auch beim breiten Publikum als Komödie durchging, ist „Ghostbusters“. Interessanterweise hat dieser Film keinerlei moralische Kritik geerntet, teilt er doch selbst mächtig aus. Regisseur Ivan Reitman siedelt seine Story nicht in der Vorstadt an und macht sich auch nicht über ehemalige Hippies lustig. Vielmehr steht bei ihm die amerikanische Kultur als Ganzes auf dem Servierteller und hierbei speziell die Esskultur. Auf der ersten Ebene erzählt „Ghostbusters“ die Geschichte dreier Akademiker, die von der Universität geschmissen werden und nun versuchen müssen, sich in der freien Wirtschaft zu behaupten. Auf der zweiten Ebene lässt Reitman keinen satirischen Seitenhieb aus. Angefangen vom Universitätswesen bis hin zur Stadtpolitik und Behördenwahnsinn lässt es der Film nicht an Spott und Hohn fehlen. Doch interessanterweise zielt der Film immer wieder auf das Essenverhalten ab. Der Dämon Zuul, der aus einer anderen Dimension kommt, um die Welt in Besitz zu nehmen, taucht als erstes in einem Kühlschrank auf, in dem sich vor allem Fertigprodukte sowie Coladosen befinden. Einer der Hauptszenen spielt in einem Hotel, wo die Geisterjäger ein ganzes Buffet demolieren, während sie versuchen, einen herumschleimenden Geist zu fangen. Dieser stopft sich voll mit fettigem Essen, bevor er schließlich doch noch in die Falle geht. Im Finale, in dem die Gestalt gewählt werden soll, in welcher der Dämon die Welt vernichtet, erscheint dieser schließlich in Form des „allseits beliebten Marschmallow-Manns“. Die Geisterjäger machen somit nicht nur Jagd auf echte Gespenster, sondern zugleich auf die US-amerikanische (Ess-)Kultur und entpuppen sich dadurch als wahrer Bürgerschreck, da ihnen so gut wie nichts heilig ist oder Ehrerbietung einflößt.

„Re-Animator“ (1985) kann als Satire auf die wissenschaftliche Elite bezeichnet werden.

Unter das Siegel Bürgerschreck lassen sich ebenso oben erwähnte Horrorfilme einordnen. Herbert Wests bis ins Groteske ausartende Experimente in „Re-Animator“ machen sich (für manche auf geschmacklose Weise) lustig über nach außen hin kompetent erscheinende Wissenschaftler und ziehen dadurch das Ansehen der Wissenschaft als solche durch den Kakao. Produzent Brian Yuzna und Regisseur Stuart Gordon präsentieren keine verantwortungsbewusste Wissenselite, sondern vielmehr Chaoten, die im Grunde genommen gar nicht wissen, was sie tun. Für die Beteiligten bedeutete dies natürlich nichts Gutes.

Nicht weniger amüsant verweist Frank Henenlotter mit seinem Parasiten Elmer auf die in den 80er Jahren aufgekommene Spaßgesellschaft. Brian ist ein Hedonist, dem nichts Besseres passieren kann, als von einem Parasiten befallen zu werden, der ihm Glückshormone liefert. Allerdings muss er dafür morden, um seine Belohnung zu erhalten. Zwar versucht Brian, von seiner Sucht nach Glück loszukommen, was dem Film eigentlich einen recht moralischen Anstrich gibt. Doch Elmer erweist sich jedes Mal als stärker. Für Brian wird dadurch der Spaß zur Qual. Henenlotter sieht im Vergnügen eine Sucht, die durch immer neue Anreize befriedigt werden muss. Die Spaßgesellschaft liefert sich somit dem Stress aus, nach Innovationen zu suchen, die allein dazu dienen sollen, Freude zu bringen. Nicht zuletzt führt dieses Verhalten zu Dekadenz und psychischem Verfall. Der Originaltitel „Brain Damage“ erhält in diesem Sinne eine doppelte Bedeutung.

„Waxwork“ (1988) schließt sich dem typischen Suburbia-Horror der 80er Jahre an und macht sich lustig über die Null-Bock-Generation.

Die Lust auf Spaß und Vergnügung ist auch das Grundthema von „Waxwork“, in dem ein Wachsfigurenkabinett in einer Vorstadt eröffnet wird. Die einzelnen Ausstellungsstücke zeigen die berühmtesten Psychopathen und Ungeheuer aus Legende und Wirklichkeit. Eine Gruppe Jugendlicher, die nichts mit sich anzufangen weiß, sieht darin eine lang ersehnte Abwechslung. Der Unterhaltungswert schlägt jedoch rasch um in tödliche Gefahr, da die Figuren alles andere als leblos sind. Die Fassaden der Vorstadt zeigen keine helle Freundlichkeit, sondern wirken leer und kalt, was den allgemeinen Vorstellungen einer Suburbia widerspricht. Die Kleinstadtidylle verkommt zu etwas Leblosem. In dem Wachsfigurenkabinett ist alles im gewissen Sinne spiegelverkehrt, denn hier ist das Leblose durchaus etwas Lebendiges. Dies bedeutet keinesfalls einen Vorteil. Denn auch das Vergnügen wird hier zu etwas wenig Wünschenswertem. Spaßgesellschaft und Vorstadt geraten hier auf den Prüfstand. Das Ergebnis ist ähnlich wie bei „Elmer“: eine Zunahme von Dekadenz, die im Chaos endet.

So gesehen erscheinen die Aussagen dieser Filme, trotz ihres spaßigen Charakters, überaus kritisch, um nicht zu sagen pessimistisch. Sie zeigen Gesellschaften, die sich „kaputt“ amüsieren und dabei alles andere vergessen. Ihre Aussagen passen genauso gut in die heutige Zeit. Vielleicht ist dies u. a. ein Grund dafür, weswegen sie zu Klassikern geworden sind.

Horror of the 80s – Drei (fast) vergessene Klassiker des Genres

Die Horrorfilme der 80er Jahre sind vor allem geprägt durch Slasher-Filme. Freitag der 13., Nightmare on Elmstreet oder My bloody Valentine sind nur drei Beispiele dieses Subgenres, das in jenem Jahrzehnt einen Höhenflug erlebte und, aufgrund immer obskurer werdender Plots und drastischeren Make up-Effekten, gegen Ende desselben Jahrzehnts von der Bildfläche verschwand (erst Mitte der 90er Jahre wurde es von Regisseur Wes Craven wiederbelebt und ist seitdem fester Bestandteil sog. Direct-to-Video-Produktionen). Horrorkomödien wie Ghostbusters zeigen zwar, wie erfolgreich das Horrorgenre in den 80er Jahren überhaupt gewesen ist, erscheinen zugleich aber wie eine Ausnahme innerhalb der ansonsten doch recht blutigen Filmproduktionen. Sogar die Spielberg-Produktion Poltergeist musste einen Splatter-Effekt einbauen, der überhaupt nicht zum Film passt, dennoch gewollt war, um die Erwartungen der Horrorfangemeinde zu befriedigen. Ähnlich erging es John Carpenter mit The Fog. Die in der ersten Hälfte des Films vorkommende Slasher-Szene war ursprünglich nicht geplant, wurde von den Produzenten aber verlangt, um auf diese Weise dem Trend zu folgen.

Abseits dieser Flut an Slasher-Filmen gab es dennoch immer wieder Filme, die mehr oder weniger dem Trend entsagten. Drei dieser Filme, die kurz vorgestellt werden sollen, gelten in den USA inzwischen als Klassiker, auch wenn sie in Deutschland zum großen Teil keiner mehr kennt.

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Ghost Story (1981)

1981 entstand die Produktion Ghost Story. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Peter Straub. Regie führte John Irvin, der sich nicht ganz an die Vorläge hält, dennoch einen erstklassigen Horrorfilm ablieferte. Es geht um eine Gruppe älterer Herren, die sich regelmäßig treffen, um sich Geistergeschichten zu erzählen. Gleichzeitig verbindet die Freunde ein schreckliches Geheimnis. In ihrer Jugendzeit haben sie einen Mord begangen. Eines Tages kommt einer von ihnen auf unerklärliche Weise ums Leben. Bei den übrigen Freunden führt dies zu Angst und Schrecken, glauben sie doch, dass die Frau, die sie damals umgebracht haben, auf welche Art und Weise auch immer zurückgekehrt ist. John Irvin schuf mit diesem Film eine wunderbare Schauermär, die zum Teil an die klassischen Horrorfilme der Hammer-Studios erinnert, andererseits aber auch mit dem Stil moderner Gruselfilme arbeitet. Diese Kombination geht hervorragend auf. Ghost Story ist ein sehr schöner Geisterfilm, der durchaus seinesgleichen sucht.

The Keep (1983)

Regisseur Michael Mann adaptierte 1983 einen Horrorroman von F. Paul Wilson mit dem Titel The Keep. Die Hauptrolle spielte Jürgen Prochnow. Der Film erhielt damals überaus schlechte Kritiken. Dies lieg nicht an der Machart des Films. Im Gegenteil, diese wurde sogar sehr gelobt. Die Kritiker waren über die Einbettung der Handlung in den Zweiten Weltkrieg nicht sehr erfreut. Der Film spielt in einem abgelgenen Teil Rumäniens. Deutsche Soldaten nehmen dort eine längst verlassene Festung ein. In dieser aber haust eine unheimliche Macht, welche die Einheit nach und nach dezimiert. Interessanterweise wurde der Autor Wilson dahingehend nicht kritisiert, dass die Hälfte seines Romans aus der Perspektive deutscher Wehrmachtsoldaten geschildert ist. Michael Mann hingegen wurde Geschmacklosigkeit und ein fehlendes Geschichtsbewusstsein vorgeworfen. Unabhängig davon ist The Keep in der Tat hervorragend gefilmt. Er entwickelt eine fast schon hypnotische Atmosphäre, die durch die Musik von Tangerine Dream verstärkt wird. Inzwischen gilt The Keep als Kultfilm, auch wenn eine Veröffentlichung auf DVD bisher ausgeblieben ist.

I, Madman (1989)

1989 schließlich drehte Trash-Ikone Tibor Takacs I, Madman. Der Film erschien in Deutschland unter seinem Alternativtitel Hardcover. Im Grunde genommen ist Takacs Film eine eigenwillige Liebeserklärung an Bücher im Allgemeinen und an Spannungsliteratur im Besonderen. Es geht um die Antiquarin Virginia Clayton. Dieser fällt mehr oder weniger durch Zufall ein Buch mit dem Titel „I, Madman“ in die Hände. Es geht darin um einen geisteskranken Wissenschaftler namens Dr. Kessler, der schöne Frauen umbringt, um Teile ihrer Gesichtshaut an sein eigenes Gesicht zu nähen. Was klingt wie ein abstruser Horrorschocker ist in Wahrheit eine witzige Mischung aus schwarzer Komödie, Parodie und – wie bereits erwähnt – einer eigenwilligen Inszenierung der Freude am Lesen. Wie auch The Keep gilt der Film in den USA als Klassiker des Horrorgenres. In Deutschland dagegen ist dieser Film zu Unrecht vergessen. Aus diesem Grunde hat es die seit langem in den USA veröffentlichte DVD noch immer nicht bis hierher geschafft.