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Posts Tagged ‘50er Jahre’

In den 50er Jahren hatte das Kino starke Konkurrenz bekommen: das Fernsehen. Immer mehr Leute blieben lieber zuhause, um sich Filme und TV-Serien anzusehen, als ins Kino zu gehen. Hollywood steckte in einer nicht zu verkennenden Krise. Um die Menschen wieder in die Kinosäle zu locken, dachte man sich neue Sensationen aus: die Riesenleinwand und 3D. Monumentalfilme im Cinemascope versprachen das ultimative Filmerlebnis, nicht weniger das 3D-Verfahren, mit dem vor allem Universal seine Monster auf das Publikum los ließ. James Dean, der noch während der Dreharbeiten zu seinem dritten Film „Giganten“ (1956) starb, wurde, neben Elizabeth Taylor, zu einer der Hollywood-Ikonen schlechthin. Die 50er Jahre waren aber auch das Jahrzehnt der Paranoia, die sich vor allem in den sog. B-Movies bemerkbar machte. In Deutschland versuchte man indessen mithilfe des Heimatfilms das vorangegangene Jahrzehnt unter den Teppich zu kehren.

1954 schuf Alfred Hitchcock einen seiner wohl interessantesten Filme. „Das Fenster zum Hof“, basierend auf einer Kurzgeschichte des Krimiautors Cornell Woolrich, handelt von dem Fotographen L. B. Jeffries, der durch einen Unfall an einen Rollstuhl gefesselt ist. Und was tut ein Fotojournalist, wenn er nicht arbeiten kann? Er beobachtet seine Nachbarschaft. Dabei wird Jeff Zeuge eines heimtückischen Mordes.

Für „The rear Window“ ließ Hitchcock eine der größten Studiofilmkulissen bauen. Gemeint ist damit natürlich der Innenhof und das gegenüberliegende Gebäude, in dem es etwa 30 Wohnungen gab, die noch dazu möbliert waren. Durch einen Zugang sieht man außerdem einen kleinen Teil einer belebten Straße samt Geschäften. Die Bauten dauerten mehrere Wochen, letztendlich verschlang die Produktion fast 2 Millionen Dollar.

Zwar ist „Das Fenster zum Hof“ als Krimi konzipiert, doch im Grunde genommen geht es vor allem um das eine: um Voyeurismus. Jeff beobachtet interessiert seine Mitmenschen in den gegenüberliegenden Wohnungen, verfolgt dabei ihre Tagesabläufe und erlebt dabei den Alltag der anderen emotional mit. Jeff macht damit genau dasselbe wie der Kinozuschauer, denn Kino ist nichts anderes als Spannen. In einem abgedunkelten Raum sitzen die Zuschauer, während sie das Leben anderer Menschen beobachten.

Die großartige Kulisse in „Das Fenster zum Hof“; „Das Fenster zum Hof“ (1954); Copyright: Paramount

Aus diesem Grund wurde „Das Fenster zum Hof“ schnell zum zentralen Bestandteil der Filmtheorie. Doch geht es in Hitchcocks Klassiker noch um viel mehr. Der Film offenbart zugleich Jeffs Distanz zu seinen Mitmenschen. Er hat keinen Kontakt zu ihnen, sondern beobachtet sie lediglich aus der Ferne. Dadurch bleiben sie Fremde für ihn – und dieser Aspekt zeichnet eine Kritik an der modernen Gesellschaft nach, in der sich die Menschen mehr und mehr entfremden, bis sich nicht einmal mehr die Nachbarn kennen. Natürlich ist diese Kritik eingepackt in eine sanfte Ironie und Witz, dennoch – sozusagen zwischen den Zeilen – ergibt sich ein recht trostloses Bild der modernen Gesellschaft.

Auf diese Weise ist es auch dem Mörder möglich, unbemerkt seine Tat zu begehen. Erst als er Jeff bemerkt, wird die Anonymität unterbrochen und die Folge davon ist ein Kontakt, der sich für Jeff bedrohlich auswirkt – letztendlich ein durchaus satirischer Aspekt, wenn man die eingewobene Gesellschaftskritik zugrunde legt.

1956 kam es im sog. Paranoia-Kino zu einem der wichtigsten Filme. Action-Regisseur Don Siegel verfilmte den Roman „The Body Snatchers“ von Jack Finney aus dem Jahr 1954. Es geht darin um einen Arzt in einer Kleinstadt, der auf einmal Zeuge eines seltsamen Phänomens wird: Menschen, die Dr. Bennell seit Jahren kennt, benehmen sich plötzlich irgendwie anders. Zunächst meint Bennell, einer Massenhysterie auf der Spur zu sein. Doch dann entdeckt er, dass dahinter eine außerirdische Invasion steckt.

Der Name Paranoia-Kino entlehnt sich aus der damals in den USA tatsächlich herrschenden Paranoia. Diese bezog sich auf die Angst vor einer heimtückischen kommunistischen Invasion, durch die das Gesellschaftssystem untergraben werden sollte. Es wurde Jagd auf vermeintliche Kommunisten gemacht, und dabei standen – wie immer – als erstes Autoren, Filmemacher und Künstler im Visier der Behörden. Drehbuchautoren erhielten Berufsverbote, Schriftsteller erhielten Besuch vom FBI.

Diese Angst machte sich vor allem das SF-Kino der 50er Jahre zunutze, um sie in beklemmende Geschichten zu verpacken. „Das Ding aus einer anderen Welt“, „It came from Outer Space“ oder eben auch „Invasion der Körperfresser“ sind wichtige Beispiele dafür. In dem letztgenannten Film geht es um eine heimtückische Gleichschaltung der Menschen. Alle agieren auf äußere Befehle hin, Individualität ist verboten und wird mit dem Tod bestraft.

Dr. Bennell und seine Freundin auf der Flucht; „Invasion der Körperfresser“ (1956); Copyright: Universal Pictures

Hinzu kommt, dass niemand Dr. Bennell glaubt. „Ich bin nicht geisteskrank!“, mit diesem verzweifelten Ausruf begegnen wir dem Arzt zum ersten Mal. Erst dann folgt die Geschichte, die die Polizei für unmöglich hält. Wie in den meisten damaligen SF-Filmen wird eine Kleinstadt von der Invasion bedroht. Der Grund, in kleineren Orten kennt noch jeder jeden, im Gegensatz zu den Großstädten, wo eine Tendenz zur Anonymität und sozialem Desinteresse herrscht.

Im dramaturgischen Sinne besäße eine solche Invasion einen geringeren Effekt als nun mal in einem kleinen Ort, wo eher noch auf Tradition gepocht wird. Auf diese Weise kann auch das Idealbild, das die USA von sich selbst hatte, am besten nach außen vermittelt werden: eine fast konfliktfreihe Gesellschaft, bestehend aus fleißigen Mitmenschen, in der noch auf Moral und Ordnung geachtet wird. Der damalige Rassenkonflikt wird radikal ausgeblendet, indem Schwarze in den Filmen so gut wie nicht auftauchen.

Doch unabhängig von all den ideologischen Faktoren, entstand in den 50er Jahren eine Vielzahl der bekanntesten SF-Filme, die  bis heute nichts von ihrer Spannung und Faszination verloren haben. „Invasion der Körperfresser“ wurde mehrfach neu verfilmt: 1978 unter dem Titel „Die Körperfresser kommen“ (statt in einer Kleinstadt, spielt die Handlung in San Francisco), 1993 als „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ (wobei dort die Handlung auf einem Militärstützpunkt liegt) und 2007 unter dem Titel „Invasion“, wobei auch hier der Film in einer Großstadt spielt und aus dem Arzt eine Ärztin wurde.

 

 

 

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Am 23. Juni 2013 starb einer der bekanntesten SF- und Horrorschriftsteller: Richard Matheson. Seine Ideen waren wegweisend für das Horror- und SF-Genre. Mit seinem Roman „I am Legend“ (1954) definierte er das Vampirgenre neu. Aus mythologisch verankerten Figuren wurden Opfer einer globalen Seuche. Dieses Konzept übertrug sich später auf die Zombie-Welle. Aber auch seine Romane „The shrinking Man“ (1956) und „Hell House“ (1971) zeigen einen innovativen Charakter.

ich bin legende

Erste (gekürzte) deutsche Veröffentlichung von „I am Legend“.

In „I am Legend“ kämpft der letzte Mensch Robert Neville gegen eine Horde Vampirwesen, die jede Nacht sein Haus angreifen. Bei diesen Kreaturen handelt es sich allerdings nicht um gewöhnliche Vampire, sondern um Überlebende einer globalen Seuche, die sich genetisch verändert haben und nun kein Sonnenlicht vertragen. Der Roman wurde mehrfach verfilmt. 1964 erfolgte die erste Adaption mit dem Titel „The last Man on Earth“. Niemand anderer als Vincent Price spielte damals die Hauptrolle. Der Film hält sich ziemlich genau an dem Roman, sodass auch die spezielle Pointe übernommen wurde. 1971 erfolgte die zweite Adaption mit Charlton Heston als Robert Neville. Hierbei haomega manndelt es sich um die bekannteste Verfilmung des Romans, auch wenn sie sich weniger an die Vorlage hält. 2007 kam es gleich zu zwei Verfilmungen. Zum einen spielte Will Smith in „I am Legend“ die Hauptfigur. Mit Sicherheit ist dieser Film im Hinblick auf den Roman alles andere als gelungen, sondern suhlt sich in Smiths Selbstinszenierung. Im selben Jahr erfolgte die Kickbox-Variante unter dem Titel „I am Omega“. Trash-Star Marc Dacascos spielte Robert Neville. Die erste Hälfte des Films hält sich brav an die Romanvorlage. Die zweite Hälfte dagegen liefert den typischen C-Picture-Charme.

„The shrinking Man“ wurde 1957 von Jack Arnold unter dem Titel „The incredible shrinking Man“ verfilmt. Es geht um Scott Carey, der bei einer Bootsfahrt in eine radioaktive Wolke gerät. Von da an beginnt er, zu incredible shrinking manschrumpfen. Was zunächst Einfluss auf sein Eheleben hat, wird schließlich zu einem immer bedrohlicheren Problem. Denn irgendwann muss Scott vor seiner eigenen Hauskatze fliehen. Während der Roman überzeugend das Gefühlsleben und die Gedanken Scotts wiedergibt, orientiert sich der Film vor allem an der Action. Resultat ist einer der berühmtesten SF-Filme der 50er Jahre. Der Kampf mit der Spinne ging in die Filmgeschichte ein.

„Hell House“ wurde 1973 als „Legend of Hell House“ verfilmt. Es geht um den Parapsychologen Lionel Barrett, der in einem angeblichen Spukhaus ein parapsychologisches Experiment durchführen möchte. Natürlich mit unheimlichen Konsequenzen. Der Roman ist mehr oder weniger ein „Remake“ von Shirley Jacksons „The Haunting of Hill House“ (1959), der 1963 als „The Haunting“ verfilmt wurde. Dennoch ist er überaus spannend umgesetzt. Im Gegensatz zu Shirley Jackson, bringt Matheson einen technischen Aspekt mit ein.

Neben Romanen und Kurzgeschichten verfasste Richard Matheson auch mehrere Drehbücher. Am bekanntesten dürften seine Drehbücher zu den Edgar Allan Poe-Filmen der 60er Jahre sein, in denen vor allem Vincent Price die Hauptrolle spielte. Am berühmtesten ist sicherlich „The Fall of the House of Usher“. Aber auch Filme wie „The Pit and the Pendulum“ (mit Barabara Steele) und „The Raven“ (mit Jack Nicholson, Peter Lorre und Boris Karloff) sind Klassiker des Horrorgenres.

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Bedingt durch den enormen Erfolg des ersten japanischen Monsterfilms Godzilla (1954) nahmen sich in den 50er Jahren auch die Hollywoodstudios dem Thema Riesenungeheuer an. In manchen dieser Filme schwingt die Angst vor den Auswirkungen radioaktiver Strahlung mit, welche z.B. durch Atombombentests im Südpazifik und in der Wüste Nevadas hervorgerufen wurde. Die dadurch in den Filmen entstehenden Mutationen bedrohen die Menschen und zerstören deren Städte. Zwei der bekanntesten Beispiele sind Tarantula und Formicula. Hierbei gibt es jedoch auch Filme, in denen die Ursache des Riesenwuchses nicht exakt genannt wird. Entweder handelt es sich um Ungeheuer aus der Vorzeit, die aufgrund unterschiedlicher Zwischenfälle aus ihrem „Winterschlaf“ geweckt wurden, oder um außerirdische Besucher. Wie bereits in den vorangegangenen Teilen wollen wir uns auch hier wieder Filmen widmen, die heutzutage einen geringeren Bekanntheitsgrad besitzen.

Attack of the Crab Monsters (1957)

Attack of the Crab Monsters (1957) spielt auf einer Insel im Südpazifik. Auf einem benachbarten Atoll wurden vor wenigen Jahren Atombombentests durchgeführt. Die radioaktive Strahlung beeinflusst jedoch noch immer das Leben auf der kleinen Insel. Eine Gruppe Wissenschaftler sucht auf dieser Insel nach den verschwundenen Mitgliedern einer Forschungsmannschaft. Bereits nach kurzer Zeit erfahren sie den Grund für das Verschwinden der Leute: riesige Monsterkrabben, die zugleich telepathische Fähigkeiten besitzen. Der Film gehört zu den erfolgreichsten Produktionen Roger Cormans. Gezielt wurde jede Szene mit Spannung und Action bereichert.

The Giant Claw (1957)

The Giant Claw (1957) handelt von einem Riesenvogel, dessen Herkunft allerdings nicht ganz klar ist. So wird er zunächst als riesiger Vorzeitvogel präsentiert, nur um später als außerirdisches Monster aus einem Antimaterieuniversum bezeichnet zu werden. Das Monser selbst wirkt wie eine selbst gebastelte Marionette und soll angeblich die damaligen Zuschauer zum Lachen gebracht haben.

The deadly Mantis (1957)

The deadly Mantis (1957) ist ein spannender SF-Horror-Film um eine riesige Gottesanbeterin, die durch einen Vulkanausbruch auf der Südhalbkugel der Erde aus dem Schlaf geweckt wird und von da an ihr Unwesen treibt. Ihr eigentliches Ziel aber ist Washington, wo sie für Angst und Schrecken sorgt. Das Rieseninsekt ist kein Resultat radioaktiver Strahlung, sondern ein lebendiges Fossil aus der Urzeit, das bisher im Eis der Arktis gefangen gehalten worden war. Regie führte übrigens der ungarische Regisseur Nathan Juran, der auch SF-Klassiker wie 20 Million Miles to Earth (1957) geschaffen hat. The deadly Mantis gehört zu den sensationellsten SF-Filmen der 50er Jahre und beeinflusste durch seine Dramaturgie sämtliche spätere Riesenmomsterfilme Hollywoods.

Kronos 1957

Kronos (1957)

KRONOS (1957) ist kein Ungeheuer im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um eine riesige außerirdische Maschine, die im Südpazifik landet. Unterwasser nähert sie sich Mexiko. Als die Megamaschine an Land kommt, sucht sie zunächst ein paar Kraftwerke auf, um deren Energie einzusaugen. Mit jeder Energieladung wird Kronos noch größer. – Neben der Fliege ist KRONOS Kurt Neumanns zweites Meisterwerk. Es handelt sich um einen Ausnahmefilm innerhalb der Trash-Produktionen, die während der 50er Jahre entstanden sind. Die Idee einer kolossalen Maschine ist für die damalige Zeit hervorragend umgesetzt. Zudem besticht der Film durch eine grandiose Optik.

Giant from the Unknown (1958)

The Giant from the Unknown (1958) ist nicht wirklich ein Riese. Es handelt sich bei ihm um einen spanischen Hünen aus dem 16. Jahrhundert, der durch einen Blitzschlag zum Leben erweckt wird und die Bewohner einer Kleinstadt in Californien bedroht. Man verzichtete hier ganz auf Einblendungen, sondern ließ Vargas – so der Name des Riesen – einfach etwas größer und kräftiger aussehen als die übrigen Schauspieler. Das enttäuscht etwas. Trotzdem bietet der Film auch heute noch eine nette Unterhaltung.

The giant Behemoth (1959)

The Giant Behemoth (1959) ist eine amerikanisch-britische Co-Produktion, um ein Seeungeheuer, das London heimsucht. Das Monster entstand wie auch die oben erwähnten Monsterkrabben durch die radioaktive Strahlung eines Atomtests. Manche Szenen klaute Roland Emmerich für sein Godzilla-Remake. Regie führte Eugene Lourie, der vor dem Zweiten Weltkrieg mit Max Ophüls und Jean Renoir zusammengearbeitet hat. Auch wenn das Monster nicht gerade das Gelbe vom Ei ist, so ist der Spannungsaufbau einzelner Szenen geradezu lehrbuchartig umgesetzt.

The giant Leeches (1959)

The Giant Leeches (1959) schließlich handelt von riesigen Blutegeln, die ihre Opfer in ein unterirdisches Höhlensystem zerren, um sie dort nach und nach auszusaugen. Aus welchem Grund die Blutegel so groß und vor allem intelligent geworden sind, wird nicht wirklich klar. Aber das stört auch nicht weiter, denn der Film ist auch so durchaus kurzweilige Trash-Unterhaltung.

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Der erste Teil unserer kleinen Artikelreihe beschäftigte sich mit Invasionen aus dem Weltall. Neben diesen SF-Filmen wurden noch eine Reihe anderer Trash-Movies produziert, welche ein Crossover zwischen Abenteuerfilm, Horror und SF darstellten. Obwohl es sich dabei um reine Unterhaltungsfilme handelte, schwang in der ein oder anderen Story auch ein Hauch von Sozialkritik mit. Zum einen kritisierten sie den Umgang mit radioaktiven Stoffen und warnten – natürlich auf ihre übliche verspielte Weise – vor den Konsequenzen radioaktiver Verunreinigungen. Zum anderen verurteilten sie Diktaturen als veraltete, nicht überlebensfähige Herrschaftsform. Dies geschah in der Regel in Form einer Konfrontation zwischen amerikanischen Expeditionsteilnehmern und einem vergessenen Volk, das seit Jahrtausenden dieselben Riten verfolgt und starr an seinen Traditionen festhält. Natürlich wurde dabei indirekt auch auf die Überlegenheit der USA gegenüber nicht-westlichen Gesellschaften angespielt. Immerhin betrachtete sich die USA als die am höchst entwickelte Nation auf der Erde, was durch die in den 50er Jahren entworfenen Modernisierungstheorien von Talcott Parsons u. a. sozialwissenschaftlich bewiesen werden sollte. In den 60er Jahren begann diese Weltsicht langsam zu bröckeln, bevor sie Anfang der 70er Jahre, bedingt durch den Vietnamkrieg, vollends ad acta gelegt wurde. Doch nun zu ein paar Beispielen zu den oben genannten Filmen:

The Snow Creature (1954)

The Snow Creature (1954) orientiert sich in gewissem Sinne an Merian C. Coopers King Kong. Eine Forschungsexpedition sucht im Himalaya nach dem sagenumwobenen Schneemenschen. Tatsächlich finden sie dieses menschenähnliche Ungeheuer, fangen es und bringe es nach New York. Dort bricht es aus und sorgt gehörig für Unruhe. Der Film ist auch heute noch recht unterhaltsam. Das Auftreten des Monsters ist recht originell in Szene gesetzt. Die Jagd durch das New Yorker Kanalsystem beeinflusste zahlreiche spätere Produktionen wie etwa den Tierhorrorfilm Alligator (1980). Zugleich war The Snow Creature der Auftakt für eine ganze Reihe von Yeti-Filmen, die sich durch die ganze Filmgeschichte ziehen. Angefangen von The abominable Snowman (1957) bis zu Snow Beast (2011).

The Mole People (1956)

The Mole People (1956) spielt ebenfalls im Himalaya. Der Film orientiert sich an den phantastischen Abenteuerromanen Henry Rider Haggards und daher an dem sog. „Lost People“-Subgenre. Einer seiner She-Romane spielt im Himalaya. Die Expeditionsteilnehmer in The Mole People finden jedoch keine unsterbliche Frau, sondern ein Volk, das in einem Höhlensystem unterhalb des Gebirges existiert. Da sie nie in Berührung mit direktem Licht gekommen sind, halten sie die Eindringlinge zunächst für Götter, da das Licht ihrer Taschenlampe das Volk in Angst und Schrecken versetzt. Allerdings kommt der Hohepriester schnell dahinter, dass es sich bei den Wissenschaftlern um ganz normale Sterbliche handelt und möchte sie daher so schnell wie möglich opfern. The Mole People ist überaus spannend in Szene gesetzt. Im Hinblick auf die weibliche Hauptfigur ist das Ende für einen 50er Jahre Trash-Film sehr überraschend.

The Cyclops (1957)

The Cyclops (1957) handelt von einer Reise nach Mexiko. Eine Frau sucht dort nach ihrem Mann, einem Piloten, der seit drei Jahren vermisst wird. Zusammen mit ihrem Bekannten und zwei zwielichtigen Draufgängern geht sie den Hinweisen auf seinen letzten Verbleib nach. Dadurch gelangt sie in eine abgelegene Gegend, die aufgrund des Vorkommens hochradioaktiven Materials unzählige Mutationen aufweist. Hierbei vor allem Riesenwuchs. Somit müssen sich die Schauspieler vor durch Rückprojektion eingeblendeten Mäusen, Schlangen und anderem Getier in Sicherheit bringen. Und natürlich auch vor dem Zyklopen, der dort sein Unwesen treibt. Wie viele andere Trash-Filme, so ist auch Cyclops äußerst kurzweilig. In der Tat wundert man sich, dass im Zeitalter der Remakeitis kein Mensch auf die Idee gekommen ist, diese alten Produktionen neu zu verfilmen.

The increcible petrified world (1957)

Zum Schluss werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Incredible Petrified World (1957). Forscher untersuchen in einer Taucherglocke die Tiefen des Ozeans. Da reißt das Verbindungskabel, die Taucherglocke sinkt in die Tiefe und gelangt dadurch in ein unterirdisches Kanalsystem, das den Eingang in eine prähistorische Welt darstellt. Die Handlung kommt bekannt vor? Stimmt, denn im gewissen Sinne kann The Warlords of Atlantis (1980) als eine Art Remake dieses Filmes betrachtet werden, wobei der Trash-Faktor der 80er Jahre-Version eindeutig höher liegt.

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Die 1950er Jahre gelten innerhalb der USA schlechthin als das Jahrzehnt der Paranoia. Keine andere Nation fürchtete sich zu jener Zeit mehr vor einer kommunistischen Unterwanderung als die Vereinigten Staaten. Natürlich machte sich dies auch in den damaligen Filmproduktionen bemerkbar. Besonders zeigte sich dies in den sog. B-Pictures, SF- und Horrorfilmen, die mit sehr geringem Budget produziert wurden. In keinem anderen Genre wird die Angst vor einer sowjetischen Invasion so stark wie hier reflektiert. Der Kampf zwischen zwei Ideologien wurde auf eine symbolische Ebene gehoben. Als USA diente in den meisten Fällen eine Kleinstadt, als Sowjetunion außerirdische Invasoren. Natürlich gibt es hierbei auch Ausnahmen. Gelgentlich dient Chicago oder sogar Washington als Landeplatz Unbekannter Flugobjekte. Der Schlusssatz von The Thing lautet daher nicht ohne Grund: „Keep watching the skys!“

Neben den bekannten „Invasoren“ wie  dem Ding aus einer anderen Welt oder den angreifenden fliegenden Unterassen, welche Washington dem Erdboden gleich machen, gab es noch eine Menge an Filmen, welche im Schatten dieser Klassiker stehen.

Target Earth (1954)

So z.B. Target Earth (1954), in dem Chicago vollständig evakuiert wurde. Der Grund: eine Invasion von der Venus. Ein paar Einwohner sind bei der Evakuierung übergangen worden und irren nun durch eine menschenleere Stadt, stets in Gefahr, den außerirdischen Robotern in die Hände zu fallen. Der Film greift die Idee des „last man“ auf. Zudem beeinflusste er die englische Produktion „The Earth dies screaming“ (1965). Die Optik des Films wirkt noch immer recht originell, sodass manche Szenen genauso gut aus heutigen SF-Filmen stammen könnten. Auch musikalisch beeinflusste Target Earth spätere Produktionen. So gehört das militärische Trommeln zum Repertoire jedes späteren SF-Blockbusters.

The astounding She Monster (1957)

The astounding She Monster (1957) ist eine Low-Budget-Produktion, welche als eine Art Prototyp zu Species (1995) gelten kann. Zwar geht es nicht darum, den Fortpflanzungstrieb des Monsters zu befriedigen, doch die außerirdische Besucherin schleicht sich in bizarr-sinnlichen Bewegungen durch die Landschaft. Interessant hierbei ist, dass dieser Film ein Crossover zwischen Krimi, Thriller und SF darstellt. She Monster beginnt damit, dass eine Gruppe Gangster die Frau eines reichen Mannes entführt. Bei ihrer Flucht vor der Polizei gelangen sie zur Hüte eines Geologen, der kurz zuvor beobachtet hat, wie im Wald ein seltsames Objekt gelandet ist. Im Laufe der Handlung werden die Gangster von der außerirdischen Frau, welche sich in dem Objekt befunden hat, nach und nach dezimiert.

The Brain from Planet Arous (1957)

The Brain from Planet Arous (1957) ist nicht gerade das, was man als spektakulär bezeichnet, doch John Agar-Fans dürften diesen Film lieben. Es geht um ein außerirdisches Gehirn namens Gor, das die Erde in seine Gewalt bringen möchte. Zum Glück aber ist auch noch ein gutes Gehirn namens Vol auf der Erde gelandet, welches den Verbrecher zur Strecke bringen soll.  – Protagonist und Antagonist kommen aus einer fernen Zukunft oder einer anderen Galaxis zu uns, um ihren Konflikt weiter auszutragen. Ein Thema, das bis heute immer wieder aufgegriffen wird. Die bekanntesten „Wiederverwerter“ sind Terminator (1984) und Highlander (1986).

Invisible Invaders (1959)

Invisible Invaders (1959) – wieder mit John Agar – ist eine Art Vorläufer von Romeros Night of the living Dead (1969). Kürzlich Verstorbene werden von außeriridischen Baktieren befallen und wandeln von da an als Zombies durch die Gegend. Exakt dieselbe Grundidee findet sich in George R. Romeros Klassiker wieder. Zwischen beiden Filmen liegen ca. zehn Jahre. Hierbei zeigt sich einmal mehr, dass neue Ideen nicht „vom Himmel“ fallen, sondern sie Teil einer narrativen Entwicklung sind. Allerdings müssen beide Filme verschieden analysiert und bewertet werden, da sie innerhalb zweier unterschiedlicher soziokultureller Rahmenbedingungen entstanden sind.

The atomic Submarine (1959)

The Atomic Submarine (1959) bildet den Schluss unserer kurzen Darstellung. Der Film handelt von seltsamen Vorkommnissen im Nordpolarmeer. Schiffe und U-Boote verschwinden auf seltsame Weise und werden zerstört aufgefunden. Das Atom-U-Boot Tigershark wird bemannt und in Richtung Nordpol geschickt, wo die Mannschaft nach den Gründen für die mysteriösen Zwischenfälle suchen soll. Der Film ist, trotz seines geringen Budgets, recht gut in Szene gesetzt und hat so gut wie nichts von seiner Spannung verloren. Der Nordpol dient, wie auch in The Thing, nicht ohne Grund als Schauplatz, spielte die Arktis während des Kalten Krieges doch eine wichtige strategische Rolle. Bei der Rezeption dieses Films kommt man nicht um die Vermutung, dass Atomic Submarine bis zu einem gewissen Grad Filme wie Alien (1979) und Event Horizon (1998) beeinflusst haben könnte.

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