Die Durrells – Eine der besten TV-Serien seit Jahren

Die Geschichte der Familie Durrell, die Mitte der 30er Jahre nach Korfu auswanderte, wurde bereits 1987 als TV-Miniserie verfilmt, geriet jedoch wieder in Vergessenheit. Nicht weniger der TV-Film, der 2007 produziert wurde. 2016 nahm sich Drehbuchautor Simon Nye den Erinnerungen des berühmten Zoologen und Naturschützers Gerald Durrells an und schuf damit eine der wohl besten TV-Serien seit langem.

Die Durrells; TV-Serie (2016 – 2020); © ITV

Die Familie Durrell bestanden aus der Mutter Louisa und ihren vier Kindern Gerry, Larry, Margo und Leslie. Louisas Mann starb 1928 an einem Gehirntumor. Aus finanziellen Gründen zog die Familie 1935 nach Korfu, wo sie bis 1939 lebte. Aus politischen Gründen mussten sie 1939 die Insel wieder verlassen und zogen zurück nach Bournemouth. Über die Zeit auf Korfu schrieb Gerald Durrell 1956 das Buch „Meine Familie und andere Tiere“, das sich schnell zu einem Bestseller entwickelte und heute als Klassiker der englischen Literatur gilt.

Simon Nye gelang das Glanzstück, sich sehr genau an die Vorlage zu halten, wobei er auch die Erlebnisse einfließen ließ, die Gerald Durrell in den beiden nachfolgenden Büchern („Vögel, Tiere und Verwandte“ (1969) und „Der Garten der Götter“ (1978)) beschreibt. Hinzu kommt, dass Nye diese witzig-skurrilen Geschichten verbindet mit den Biografien der einzelnen Familienmitglieder – Lawrence Durrell wurde zu einem berühmten Schriftsteller, der u. a. für den Literaturnobelpreis nominiert gewesen war.

Natürlich erfindet Simon Nye das eine oder andere dazu, doch fällt dies kaum auf. Im Gegenteil, seine Gags ergänzen die sowieso schon witzige Geschichte auf hochgradige Weise. Wie etwa in der Szene, in der Larry der Feuerwehr von Korfu beitritt. Zwischen den Zeilen (wie im Buch) schwingt stets eine sanfte Melancholie mit, da es in den Episoden letztendlich auch um Vergänglichkeit geht.

Insgesamt wurden aus der Verfilmung der Geschichte der Durrells vier Staffeln, von denen alle bespickt sind von einem herrlichen Humor. Hinzu kommen jede Menge skurriler Figuren, mit denen es die Durrells während ihres Aufenthalts auf Korfu zu tun haben, wodurch jede Menge Situationskomik entsteht (eines der besten Beispiele ist Henry Miller, der stets nackt vor seiner Schreibmaschine sitzt). Nicht weniger witzig ist der stete Konflikt zwischen dem angehenden Schriftsteller Larry und den übrigen Familienmitgliedern, die mit seiner Belesenheit nicht wirklich mithalten können.

Klarerweise spricht die Verfilmung auch aufgrund der damaligen politischen Entwicklungen ernste Themen an, doch verliert sich die Serie dabei nicht in moralische Konflikte (wie dies gerne in US-TV-Serien gemacht wird). Nein, bei allem Ernst sowie zwischenmenschlichen Konflikten bleibt die Serie hell und leicht und verbreitet dabei einen solchen Optimismus, dass dieser auf einen überschwappt.

Maßgebend für das Gelingen der Serie sind natürlich auch die Schauspieler, die hier erstklassige Arbeit abliefern. Sie spielen die Figuren nicht nur, nein, sie werden regelrecht zu den Durrells. Um es auf den Punkt zu bringen: eine großartige TV-Serie, die sicherlich schnell zum Klassiker werden wird.

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