Die Klunkerecke: The Illusionist (2006)

Eisenheim (Edward Norton) mit Sophie (Jessica Biel) bei einem seiner sonderbaren Zauberkunststücken; „The Illusionist“ (2006); © Ascot Elite

Trotzdem „The Illusionist“ in vielen Ländern nicht in die Kinos kam, entwickelte sich der Film doch zu einem überraschenden Erfolg. Für die Kameraarbeit war der Film für den Oscar nominiert, der New Yorker Komponist Philip Glass schuf die Musik und in Japan wollte man sogar aus der Geschichte ein Musical machen, doch das Projekt wurde aufgrund des Selbstmords des Hauptdarstellers bis auf weiteres auf Eis gelegt.

„The Illusionist“ spielt in Wien Ende des 19. Jahrhunderts. Der Magier Eisenheim erregt durch seine außergewöhnlichen Darbietungen die Aufmerksamkeit des Hofs. Als Kronprinz Leopold zusammen mit seiner Verlobten Sophie von Teschen daran teilnimmt, bricht für Eisenheim eine Welt zusammen: denn er und Sophie hatten sich in ihrer Kindheit ewige Treue geschworen. Zugleich rufen Eisenheims Vorstellungen die Polizei auf den Plan, besonders Chefinspektor Walter Uhl wittert hinter allem einen Betrug. Zudem ist der Kronprinz eifersüchtig, da er von der früheren Beziehung zwischen dem Magier und Sophie erfahren hat. Dennoch lässt sich Eisenheim keineswegs von seinen rätselhaften Vorstellungen abbringen …

Ist Eisenheim ein wirklicher Magier oder ist alles nur Show? Diese grundlegende Frage durchzieht den gesamten Film und lässt dabei den Zuschauer auf gewitzte Weise miträtseln. Denn einerseits sind die Darbietungen absolut außergewöhnlich, hinzu kommen die sonderbaren Gerüchte, die es über Eisenheim gibt, doch handelt es sich letztendlich dennoch nur um irgendwelche Tricks?

Chefinspector Uhl (Paul Giamatti) möchte hinter Eisenheims Geheimnis kommen; „The Illusionist“ (2006); © Ascot Elite

Besonders Chefinspektor Uhl möchte diesem Rätsel auf die Spur kommen, speziell ab dem Moment, da Eisenheim Tote auf der Bühne erscheinen lässt. „The Illusionist“ basiert auf der Kurzgeschichte des bekannten US-amerikanischen Autors Steven Millhauser. Regisseur Neil Burger, der auch das Drehbuch verfasste, machte daraus einen der besten Magierfilme – eine wundervolle Mischung aus Mystery, Liebesfilm und packendem Drama. Geradezu auf klassische Weise entwickelt Burger den Konflikt zwischen Eisenheim und dem eifersüchtigen Kronprinzen Leopold, wobei die Spannung von Mal zu Mal zunimmt.

Gekennzeichnet ist der Film dabei von einer grandiosen Optik, einer wundervollen Farbgebung und nicht zuletzt von den tollen Schauspielern, die der Geschichte Leben einhauchen. Allen voran Edward Norton als Eisenheim, Jessica Biel als Sophie von Teschen und Rufus Sewell als wütender Kronprinz. Nicht unerwähnt darf hierbei auch Paul Giamatti bleiben, der den zwischen Skepsis und Ehrfurcht hin und her gerissenen Chefinspector auf grandiose Weise mimt.

Wie gesagt, lautet die grundlegende Frage: ist alles nur Täuschung oder ist Eisenheim ein echter Magier? Dieses Rätsel webt Burger äußerst geschickt in die Handlung ein, ja lässt diese sogar zum Motor der Handlung werden, was zu vielen überraschenden Wendungen führt.

Man kann absolut nicht verstehen, weswegen viele Kinos „The Illusionist“ nicht zeigen wollten. Ein so wundervoller und packender Film hätte auf die Leinwand gehört.

The Illusionist. Regie u. Drehbuch: Neil Burger, Produktion: Michael London, Bon Yari, Darsteller: Edward Norton, Jessica Biel, Paul Giamatti, Rufus Sewell. USA/Tschechien 2006

 

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