FuBs Klassikbox: Jenny – Rendezvouz mit einer Toten (1948)

„Ich komm aus der Unendlichkeit, ich geh in die Unendlichkeit“; „Portait of Jenny“ (1948)

In Deutschland kaum bekannt, zählt „Portait of Jenny“ in den USA zu den Filmklassikern. Wie bei so vielen Klassikern, so war der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Nathan (1894 – 1985) zunächst kein Erfolg beschienen. Mit den Jahren jedoch erlangte „Jenny – Rendezvouz mit einer Toten“ immer größere Beliebtheit. Heute zählt das American Film Institute das Drama zu den zehn besten Fantasyfilmen.

Es geht um den erfolglosen Maler Eben Adams, der eines Tages in einem Park auf ein Mädchen namens Jenny trifft. Doch genauso plötzlich wie sie erschienen ist, ist sie auch schon wieder verschwunden. Wenige Tage später trifft er sie erneut, allerdings ist sie da älter. Schließlich taucht sie als junge Frau auf. Ihre außergewöhnliche Schönheit und ihre sonderbare Traurigkeit bringen Eben dazu, von ihr ein Porträt anzufertigen. Doch wer ist Jenny? Eben versucht das Geheimnis zu lösen …

Vom Erfolg des Fantasy-Dramas „The Ghost and Mrs. Muir“ (1947) animiert, suchte Produzent David O. Selznick nach einem ähnlichen Stoff, um dadurch die Kinokassen zum klingen zu bringen. Wahrscheinlich bedingt durch das schlechte Marketing wurde „Portrait of Jenny“ jedoch ein Flop – trotz Starbesetzung. Den Maler Eben Adams spielt Joseph Cotten, Jenny wird von Jennifer Jones dargestellt, als Kunsthändlerin tritt Ethel Barrymore auf. Regie führte William Dieterle, der vor allem für seine hervorragenden Noir-Filme bekannt war. Nichtzuletzt verfasste der mit Thomas Mann befreundete Autor Ben Hecht das Drehbuch.

Nicht bewegen: Eben Adams erschafft das Gemälde; „Portrait of Jenny“ (1948)

Bei den Oscarverleihungen 1949 erhielt der Film den Oscar für die besten Spezialeffekte und war für die beste Kameraarbeit nominiert worden. Das Besondere an dem Film ist, dass das Finale in gespenstischen Grüntönen koloriert wurde, der übrige Film ist in schwarzweiß. Besonders die außergewöhnlichen Farbsequenzen machten die Produktion für die damalige Zeit ziemlich teuer: etwa vier Millionen Dollar. Wer die sich verändernden Wolkenformationen im Finale genau ansieht, wird feststellen, dass er diese in einem anderen Film schon mal gesehen hat. Und ja, Regisseur Richard Kelly zeigt ganz ähnliche Gebilde in seinem Klassiker „Donnie Darko“ (2001).

„Jenny – Rendezvouz mit einer Toten“ ist eine wundervolle Mischung aus Drama, Mystery und Liebesfilm, der noch lange nachwirkt. Schon allein die tolle Optik macht den Film sehenswert – die Aufnahmen des winterlichen New York sind einfach wunderschön. Das Gemälde von Jenny hängte sich Produzent Selznick übrigens nach den Dreharbeiten in seinem Wohnzimmer auf.

Jenny – Rendezvouz mit einer Toten (OT: Portait of Jenny). Regie: William Dieterle, Drehbuch: Ben Hecht, Produktion: David O. Selznick, Darsteller: Joseph Cotton, Jennifer Jones, Ethel Barrymore. USA 1948

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