Die Klunkerecke: The Amityville Horror (1979)

Das berühmte Spukhaus wartet auf seine neuen Bewohner; „The Amityville Horror“ (1979); © MGM

Bis heute zählt das Haus in Amityville zu den bekanntesten Spukhäusern der USA. Ob es dort tatsächlich umgeht, ist eine andere Frage. Die derzeitigen Bewohner beschweren sich weniger über Spukerscheinungen als viel mehr über die vielen lästigen Touristen, die das Haus aufsuchen.

1974 tötete dort Ronald DeFeo seine Eltern und seine vier Geschwister. Der Fall gilt bis heute als ungeklärt und noch immer gehen (Hobby-)Journalisten und Ermittler der Sache nach. DeFeo selbst, der für seine Tat eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erhalten hat, machte immer wieder andere Aussagen über die Schreckensnacht in dem Haus. Behauptete er zunächst, dass ihn Stimmen dazu gebracht hätten, sagte er später aus, dass seine Mutter für die Morde verantwortlich sei.

Etwa ein Jahr später zog die Familie Lutz in das Haus ein, nur um es wenige Wochen später wieder zu verlassen, mit der Behauptung, dass es dort spuke. In Interviews erzählten sie von den unheimlichen Vorkommnissen in dem Haus. Skeptiker nehmen bis heute an, dass das Ehepaar sich beim Kauf des Hauses finanziell übernommen habe und daher die Geschichte mit dem Spuk erfand.

Wie dem auch sei, für Hollywood war der Stoff ein gefundenes Fressen, besonders da zuvor das Buch „The Amityville Horror“ der Journalistin Jay Anson ein wahrer Bestseller geworden war. Die auf Trash- und Horrorfilme spezialisierte Firma American International Pictures erstand die Rechte und drehte mit James Brolin, Margot Kidder und Rod Steiger in den Hauptrollen einen Film, der bis heute in die Riege der erfolgreichsten Horrorfilme gehört. Die Produktionskosten betrugen 4,7 Millionen Dollar, die Einnahmen lagen bei über 86 Millionen Dollar.

Der Film erzählt im Grunde genommen das nach, was die Familie Lutz an unheimlichen Vorkommnissen geschildert hat. Kaum sind George und Kathleen Lutz mit ihren Kindern in das Haus eingezogen, ereignen sich schon die seltsamsten Dinge. Tochter Amy behauptet, dass in dem Haus ein Mädchen wohne, George verhält sich von Tag zu Tag eigenartiger und aggressiver. Jede Nacht um genau 3:15 Uhr wacht er auf – der Zeitpunkt der Morde.

George (James Brolin) und Kathleen (Margot Kidder) vor ihrem neuen Haus; „The Amityville Horror“ (1979); © MGM

„The Amityville Horror“ ist ein hervorragend gespielter und spannender Gruselfilm, der sich zum einen an den klassischen Spukhausgeschichten orientiert, andererseits die durch „Der Exorzist“ (1973) eingeleitete Okkult-Welle aufgreift. Dadurch entsteht eine recht dichte und bedrohliche Atmosphäre, die den ganzen Film über anhält. Die seit 2015 erhältliche ungeschnittene 114-Minuten-Fassung weist ein paar unglückliche Schnitte auf, sodass man hin und wieder ein bisschen verwirrt dem Geschehen folgt, doch die ursprüngliche Kinofassung hat bis heute nichts von ihrer Beklemmung und ihrem Grusel verloren.

Der Film brachte es auf 12 Sequels und einem Prequel sowie einem Remake. Von den Sequels sind jedoch gerade mal Teil 2 und Teil 3 ansehbar, danach werden die Filme von Mal zu Mal schlechter. Das Remake besitzt zwar nicht den Charme des Originals, ist aber dennoch ein recht netter und spannender Horrorfilm.

Ein Gedanke zu “Die Klunkerecke: The Amityville Horror (1979)

  1. Rhiannon März 20, 2020 / 12:15 pm

    Gute Filme sind selten – vor allem im Spukhaus-Genre.
    Dieser hier gehört eindeutig zu den Besten!

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