FuBs Klassikbox: Doc Savage – Der Mann aus Bronze (1975)

Doc Savage (Ron Ely) weist seinen Leuten den Weg; „Doc Savage“ (1975), © Warner Bros

Mitte der 70er Jahre wollte Warner Bros eine Reihe von Filmen in die Kinos bringen, deren Helden Adaptionen sog. Pulp-Magazine waren. Das Vorhaben scheiterte jedoch bereits mit dem ersten Film. Dennoch wurde „Doc Savage – The Man of Bronze“ zu einem Klassiker des Fantasy- und Abenteuerfilms.

„Doc Savage“ basiert auf den Romanen von Lester Dent (1904 – 1959), der bis zu seinem Tod 159 Romane unter dem Pseudonym Kenneth Robeson verfasste. 1933 erschien der erste Roman mit dem Titel „The Man of Bronze“. Dent schrieb insgesamt 20 weitere Doc Savage-Romane, bevor andere Autoren bis Ende der 40er Jahre daran weiter arbeiteten.

1975 schließlich kam es zur Verfilmung, die leider nicht die Erwartungen erfüllte, die sich Produzent George Pal erhofft hatte. Pal war durch seine grandiosen Kinoerfolge wie „Der jüngste Tag“ (1951), „Krieg der Welten“ (1953) oder „Die Zeitmaschine“ (1960) geradezu von hohen Einnahmen verwöhnt. Doch „Doc Savage“ holte ihn auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Folge: George Pal zog sich danach aus dem Filmgeschäft zurück.

Wenn man es genau nimmt, hätte „Doc Savage“ zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt produziert werden können. Die USA lagen aufgrund des Vietnamkriegs moralisch am Boden, die Bürgerrechtsbewegungen waren noch immer voll im Gange – niemand also brauchte eine Superheldenfigur, nicht einmal eine, die sich selbst aufs Korn nahm und damit zugleich eine Satire auf das US-amerikanische Sendungsbewusstsein lieferte.

Doc Savage (Ron Ely) und Mona Flores (Pamela Hensley); „Doc Savage“ (1975), © Warner Bros

Heute wird der Film ganz anders betrachtet. Denn „Doc Savage“ machte sich über all das lustig, was den US-Amerikanern wichtig war, etwas, was 10 Jahre später „Ghostbusters“ nochmals machen sollte – natürlich mit weit größerem Erfolg. Aus dieser Perspektive reiht sich „Doc Savage“ in die Vielzahl von Protestfilmen und Satiren der 70er Jahre ein, welche das postmoderne Kino einläuteten.

Doc Savage ist Wissenschaftler, Dichter, einfach ein Alleskönner, dem noch dazu fünf der begabtesten Wissenschafter, Ingenieure und Anwälte zur Seite stehen. Doc gerät völlig unerwartet in eine Reihe gefährlicher und mysteriöser Zwischenfälle, die alles etwas mit dem Tod seines Vaters zu tun haben. Denn sein Vater soll angeblich einen unbekannten Indianerstamm in Südamerika entdeckt haben. Auf der Suche nach diesem sagenumwobenen Ort ist aber auch der heimtückische Millionär Captain Seas, der alles daran setzt, um Doc Savage zur Strecke zu bringen.

„Doc Savage“ gehört zu den witzigsten und unterhaltsamsten Actionfilmen der 70er Jahre. Ron Ely, der zuvor durch seine Verkörperung des Tarzan in der gleichnamigen TV-Serie bekannt wurde, spielte die Figur mit einer überaus köstlichen Selbstironie, die immer wieder begeistert, auch wenn man den Film bereits zum x-ten Mal gesehen hat. Damals, wie bereits erwähnt, wollten oder konnten die Zuschauer damit nichts anfangen. Für Elys Karriere hatte dies weder positive noch negative Konsequenzen. Nach „Doc Savage“ spielte er wieder in verschiedenen TV-Serien mit, bevor er sich 2001 von der Schauspielerei verabschiedete.

Lester Dents Witwe Norma Dent, auf die nach Lesters Tod die Rechte an Doc Savage gingen, war von Ron Elys Darstellung so begeistert, dass sie sich den Film gleich dreimal hintereinander ansah. Schade, dass diese Begeisterung damals nicht auch das übrige Publikum ansteckte. Die im Abspann angekündigte Fortsetzung „Doc Savage: The Arch Enemy of Evil“ wurde nicht mehr gedreht, da der Film an den Kinokassen floppte.

Seit Ende der 90er Jahre tauchen jedoch immer wieder Gerüchte auf, dass es ein Remake von „Doc Savage“ geben sollte. War zunächst von Arnold Schwarzenegger die Rede, der die Rolle des Doc übernehmen sollte, so soll es angeblich nun Dwyne Johnson sein. Der Film soll angeblich 2020 in die Kinos kommen.

Doc Savage – Der Mann aus Bronze (OT: Doc Savage – The Man of Bronze). Regie: Michael Anderson, Drehbuch: Joe Morhaim, George Pal, Produktion: George Pal, Darsteller: Ron Ely, Paul Gleason, William Lucking, Michael Miller, Eldon Quick, Darrel Zwerling, Paul Wexler, Pamela Hensley. USA 1975, 112 Min.

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