Die 90er: Congo (1996)

Aufmerksame Leser werden sich sicherlich fragen, wie es „Congo“ in unsere Klunkerecke geschafft hat. Die Frage ist durchaus berechtigt. Um ehrlich zu sein, wussten wir nicht, in welche Kategorie wir den Film stecken sollten. Und da wir mit Absicht keine extra Trash-Reihe haben, da wir Trash und Nicht-Trash in einen Topf werfen, war nur Die Klunkerecke übrig.

„Congo“ ist eine weitere Adaption eines Michael Crichton-Romans. Nachdem „Jurassic Park“ wie eine Bombe einschlug, suchte man schnell nach weiteren Werken des Autors, um diese auf filmische Weise zu Geld zu machen. Bei Frank Marshall fiel die Wahl auf „Congo“, in dem es um eine Expedition geht, die während ihrer Suche nach Diamanten verschollen ist. Dr. Karen Ross soll es nun richten, indem sie nach den Diamanten  und nach der Ursache für das Verschwinden der ersten Expedition sucht. Mit dabei ist ein Primatenforscher und seine Gorilladame Amy und ein geldgieriger Hobbyarchäologe, der glaubt zu wissen, wo die legendäre Stadt Zinj liegt, wo Salomons Diamanten vergraben sein sollen.

All das klingt nach einem schönen Abenteuerfilm. Und Frank Marschall setzt alles daran, um „Congo“ auch als solchen zu kreieren. Um es kurz zu machen: der Film unterhält vorzüglich. Und dennoch … Leider ist da eben der Primatenforscher und sein liebes Äffchen. Statt auf einen echten Affen zurückzugreifen, kam man auf die Idee, eine Stuntfrau in ein Affenkostüm zu stecken – und fertig war das Malheur. Denn egal wie oft man „Congo“ sichtet, Amy ist stets eine Mischung aus Kitsch und Das-darf-doch-nicht-wahr-sein.

Alternatives Filmplakat

Wer auch immer auf die Idee mit dem Affenkostüm gekommen ist (vielleicht Stan Winston, der auch die Kostüme der übrigen Affen schuf und den Produzenten noch ein übriges Kostüm aufgeschwatzt hat?), er hat dem Film keinen großen Gefallen getan. Das Ergebnis ließ auch nicht lange auf sich warten: die fiktive Amy erhielt die Goldene Himbeere als schlechteste Darstellerin.

Dennoch wurde „Congo“ ein recht großer Erfolg, der das Dreifache seiner Produktionskosten einbrachte – mal wieder zur Überraschung von Paramount, die befürchteten, den Film gleich in die Tonne werfen zu müssen.

Man könnte „Congo“ als einen gelungenen B-Movie bezeichnen oder auch als einen Trashfilm, der es durch Zufall in die Kinos geschafft hat. Wie schon erwähnt, liefert der Film kurzweilige Unterhaltung, auch wenn die Spannung nicht wirklich rüberkommt. Als kleines Schmankerl gibt es dafür Bruce Campbell im Prolog des Films. Leider überzeugt ausgerechnet Tim Curry am wenigsten. Sein Spiel wirkt eher lustlos, so als wollte er nur einmal kurz vorbeischauen. – Alles in allem also ein Film, der weder Hand noch Fuß hat und dennoch irgendwie Spaß macht.

Congo. Regie: Frank Marshall, Drehbuch: John Patrick Shanley, Produktion: Kathleen Kennedy, Darsteller: Dylan Walsh, Laura Linney, Ernie Hudson, Grant Helsov, Tim Curry. USA 1996. 104 Min.

 

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