K-Pop: Park Ji-Yoon – Vom Pop-Sternchen zur Singer-Songwriterin

Park Ji-Yoon „Mr. Lee“ (2013); © Park Ji-Yoon Creative

Lange haben wir nichts mehr über K-Pop berichtet, was daran liegt, dass es darüber nichts Neues zu berichten gibt. K-Pop ist jegliche Kreativität, für die man dieses Genre geschätzt hat, verlorengegangen. Und dennoch gibt es, jedenfalls im Hinblick auf einzelne Künstlerinnen und Künstler, Lichtblicke.

Die 1982 geborene Sängerin Park Ji-Yoon ist ein solcher Lichtblick. Bereits mit 13 Jahren stand sie vor der Kamera, damals um Werbung für Eiscreme zu machen. Mit 15 kam dann der Vertrag mit dem großen Musiklabel JYP, den sie nach sechs Jahren löste, da Park Jin-Young ihren Hang zum Selbermachen zu sehr einschränkte.

Park Ji-Yoon „Inner Space“; © Park Ji-Yoon Creative

Die studierte Musikerin wechselte daraufhin ihren Stil. Vom typischen K-Pop wandelte sie sich zur Singer-Songwriterin mit eigenem Label, dem Park Ji-Yoon Creative. Begonnen hat dies 2013 mit dem genauso jazzigen wie funkygen Song „Mr. Lee“, der nur als Single erschien und auf Anhieb ein großer Erfolg wurde, ebenso wie 2014 das Lied „Inner Space“.

Nach mehreren Singles, die auch später auf keinem Album erschienen und von denen das eher einfallslose „Yoo Hoo“ dann auch am erfolglosesten war, begann Park Ji-Yoon, ihre Songs komplett alleine zu schreiben. Ihr neuer Stil ist die für Südkorea typische Mischung aus Pop und Chanson, die geprägt ist von tragischen oder melancholischen Liebesliedern. Sie drehen sich um Verlust und schmerzhafte Erinnerungen, eher selten um glückliche Liebe. Bei diesen Songs geht es weniger um die musikalische Ausschmückung als viel mehr um die Schönheit und Poesie der Texte.

Park Ji-Yoon „그러지마“ (Nicht!); © Park Ji-Yoon Creative

Auch hier punktete Park Ji-Yoon auf ganzer Linie. Ihr neuntes Album, das schlicht Park Ji-Yoon 9 heißt und 2017 erschien, beinhaltet ingesamt zehn dieser speziellen Lieder. Die Single 그러지마요 (geuleojimajo), was in etwa „Nicht!“ bedeutet, konnte sich als Single gut behaupten. Nicht weniger das Album, das es bis auf Platz 19 der südkoreanischen Charts schaffte.

Das nicht ohne Grund, denn ihre Texte berühren ihre Zuhörer zutiefst oder entlocken ihnen aufgrund der poetischen Ausdrucksstärke den einen oder anderen Seufzer. Leider ist sie im europäischen Raum kaum bekannt. Ein Reinhören in ihre Musik lohnt sich auf jeden Fall.

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