The 80s: Angel Heart (1987)

„Angel Heart“ wird von manchen Kritikern als einer der besten Horrorfilme bezeichnet, die jemals gedreht wurden. Obwohl der Film damals nicht den gewünschten Erfolg brachte, gilt er inzwischen als Filmklassiker.

„Angel Heart“ basiert auf dem Roman „Falling Angel“ des US-amerikanischen Drehbuchautors und Schriftstellers William Hjortsberg (1941 – 2017), der u. a. das Drehbuch für Ridley Scotts Fantasy-Film „Legend“ (1986) verfasste. Der Roman erschien bereits 1978 und seitdem arbeitete Hjortsberg die Geschichte in ein Drehbuch um, allerdings ohne jemanden zu finden, der das Skript haben wollte. Erst Alan Parker, der bereits mit Filmen wie „Fame“ (1980) oder „Pink Floyd-The Wall“ (1982) große Erfolge aufweisen konnte, zeigte sich an der Geschichte interessiert, schrieb aber das Drehbuch um.

„Angel Heart“ (übrigens Parkers einziger Horrorfilm) spielt Mitte der 50er Jahre. Der heruntergekommene Privatdetektiv Harry Angel erhält den Auftrag, nach dem Sänger Johnny Favorite zu suchen, der aus dem Zweiten Weltkrieg schwer verwundet zurückkam und seitdem verschwunden ist. Angels Auftraggeber ist der mysteriöse Louis Cyphre, der angeblich mit Johnny noch eine Rechnung offen hat. Also begibt sich Angel auf die suche nach dem verschwundenen Sänger. Doch dabei kommt es zu einer Reihe brutaler Morde …

Alan Parkers Meisterwerk packt den Zuschauer von der ersten Sekunde an, in der die Kamera eine düstere Seitenstraße entlangfährt. Von Anfang an stimmt die bedrohlich-mysteriöse Atmosphäre. Und von Anfang an spielt Mickey Rourke die Rolle des Harry Angel mit so viel Kraft und Energie, dass er den Film richtiggehend beherrscht. Doch auch Robert de Niro als ominöser Auftraggeber überzeugt. Die unterschwellige Bedrohlichkeit, die von seiner Figur ausgeht, bereitet einem auch nach mehrmaligem Sehen eine wahre Gänsehaut.

Die Mischung aus Hard-Boiled-Krimi und Horror geht in „Angel Heart“ perfekt auf. Der Film schwankt zwischen der Coolness eines Philip Marlow, der Brutalität und Rohheit eines Jim Thomson-Romans und unheimlichen Horrorelementen, was zu einer packenden Dichte führt, der man sich absolut nicht entziehen kann.Trotz dieser meisterhaften Inszenierung, erregte der Film Bedenken bei der Altersfreigabe. Aufgrund der ziemlich gewagten Sexszene gegen Ende des Films wollte man den Film nur für Erwachsene freigeben. Daher musste Alan Parker diese Szene um mehrere Sekunde kürzen, um eine Freigabe „ab 16“ zu erhalten. Erst später wurde die Szene wieder komplettiert.

Für die Schauspielerin Lisa Bonet hatte dies dennoch Konsquenzen. Denn aufgrund dieser Szene wurde sie aus der damals beliebten „Bing Crosby Show“ geworfen, da man ihre Darstellung als extrem skandalös betrachtete.

„Angel Heart“ ist einer der Filme, die man gesehen haben muss. Ein echtes Meisterwerk und ein großartiger Horrorthriller.

Angel Heart. Regie u. Drehbuch: Alan Parker, Produktion: Mario Kassar, Darsteller: Mickey Rourke, Robert de Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling. USA 1987, 113 Min.

 

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