FuBs Klassikbox: Harold and Maud (1971)

Wie so oft in der Filmgeschichte, so war „Harold and Maud“ zunächst ein Flop. Erst nach und nach entwickelte sich der Film zu einem Riesenerfolg und gilt heute als Kultfilm. Das Drehbuch stammte von dem Hochschulabsolventen Colin Higgins, der das Skript als Abschlussarbeit verfasst hatte. Schon kurz darauf kaufte Paramount die Rechte.

Wie Anfangs bereits erwähnt, blieb jedoch der Erfolg zunächst aus. Auch die Kritiker konnten mit „Harold and Maud“ nichts anfangen, viele hielten den Film für keine Komödie, sondern für moralisch bedenklich und geschmacklos. Es geht in dem Film um die Freundschaft zwischen dem 20-jährigen Harold und der 79-jährigen Maud. Harold lebt zusammen mit seiner wohlhabenden Mutter in einer Villa. Doch ist die Beziehung zwischen beiden eher oberflächlich. Aus dem Grund versucht Harold, ihre Aufmerksamkeit durch Scheinselbstmorde zu gewinnen, was aber nicht klappt. Stattdessen erschreckt er jedes Mal damit die Frauen, die seine Mutter ihm als potenzielle Heiratskandidatinnen vorstellt.

Harold besucht außerdem gerne Beerdigungen. Dort begegnet er auch zum ersten Mal der exzentrischen Maud, die sich über alle Konventionen hinwegsetzt. Zwischen beiden entwickelt sich eine immer engere Beziehung. Doch hat Maud vor, nicht älter als 80 zu werden …

Wie so viele großartige Komödien, so ist auch „Harold and Maud“ ein Rundumschlag in Hinblick auf gesellschaftliche Normen und traditonelle Moralvorstellungen. Dadurch greift der Film die Themen der damaligen sozialen Bewegungen auf, was dazu führt, dass der Film sich gegen den Vietnamkrieg und gegen Nixon stellt. Vor allem die Weise, wie sich der Film lustig macht über das Militär (Harolds Onkel ist Offizier und möchte ihn unbedingt nach Vietnam schicken), ist einfach nur hervorragend. Doch nimmt der Film genauso nachdenkliche Töne an, wenn eine Fläche Gänseblumen in die Einstellung auf einen Soldatenfriedhof übergeht.

Mit großartigem schwarzen Humor inszenierte Regisseur Hal Ashby Harolds Scheinselbstmorde. Ob er sich nun erhängt, regungslos im Pool treibt oder sich selbst verbrennt – seine Mutter nimmt dies völlig gelassen hin und führt ihre Telefonat fort oder schwimmt erst einmal eine Runde.

Die Musik stammte von Cat Stevens, dessen Songs die einzelnen Szenen wunderbar untermalen. Für Regisseur Hal Ashby und Autor Colin Higgins sollte „Harold and Maud“ der einzige wirkliche Erfolg werden. Higgins starb mit nur 47 Jahren. Ashby arbeitete später vor allem wieder in seinem Zweitberuf als Filmeditor. In manchen Kinos wird „Harold and Maud“ bis heute regelmäßig aufgeführt.

Harold and Maud. Regie: Hal Ashby, Drehbuch u. Produktion: Colin Higgins. Darsteller: Ruth Gordon, Bud Cord, Vivian Pickles, Charles Tyner. USA 1971, 91 Min.