The 80s: Big Trouble in Little China (1986)

Die Produzenten von 20th Century Fox erhofften sich den Blockbuster des Sommers. Doch aus John Carpenters zweiter Big Budget-Produktion wurde der Flop des Sommers. Später sollte Hauptdarsteller Kurt Russell sagen, dass er sich damals gewundert habe, dass die Leute überhaupt das Skript verfilmen wollten. Und mit dem Skript fing eigentlich auch alles an.

Geschrieben hatten dies die beiden Jungautoren Gary Goldman und David Z. Weinstein. Während Weinstein (nicht verwandt mit den beiden Produzentenbrüdern) schnell wieder in der Versenkung verschwand, erhielt Goldman später den Auftrag, das Drehbuch für „Total Recall“ umzuschreiben, bevor auch seine Karriere direkt nach unten ging. Goldman und Weinsteins erste Arbeit aber war eben „Big Trouble in Little China“, das jedoch im 19. Jahrhundert spielen sollte und als Western konzipiert war.

Das Drehbuch soll unglaublich schlecht gewesen sein, doch die Story war interessant. Daher entschied das Studio, dass Regisseur und Autor W. D. Richter das Skript umschreiben solle. Die Handlung wurde damit in die Gegenwart verlegt und aus dem Cowboy Jack Burton wurde ein Truckfahrer. Richter war übrigens durch seinen Flop und späteren Kultfilm „Buckaroo Banzai“ (1984) bekannt. John Carpenter erhielt schließlich den Auftrag, die Regie zu übernehmen.

Es geht um den Truckfahrer Jack Burton, der unverrichteter Dinge mitten hinein gerät in einen Konflikt, in dem ein furchtbarer Dämon in Chinatown die Herrschaft über das Universum übernehmen möchte. Dafür braucht er jedoch eine Frau mit grünen Augen. Diese ist schnell in der Verlobten von Jacks Freund Wang Chi gefunden. Kaum ist sie am Flughafen von San Francisco angekommen, wird sie von einer Gruppe Gangster entführt. Und als auch die Anwältin Gracie Law verschwindet, setzen die beiden Freunde alles daran, sie aus den Klauen des Dämons zu befreien.

„Big Trouble in Little China“ ist eine typische Actionkomödie der 80er Jahre, die zwischen Trash und tollen Effekten hin und her pendelt. Robert Edlund, der u. a. für die Spezialeffekte von „Ghostbusters“ und „Fright Night“ verantwortlich war, zeigte in „Big Trouble“ erneut sein Können und ließ es nur so blitzen, wenn die drei Stürme auftauchen, die als Diener des Dämons Lo Pan fungieren. Auch an Monstern fehlt es in dem Film nicht, auch wenn diese leider nur kurz auftreten.

Der Film selbst ist eine rasante Komödie, die vor Selbstironie und Witz nur so sprüht. Die einzige ruhige Minute findet sich am Anfang des Films, als der Busfahrer Egg Shen einem Anwalt über die Geschehnisse in Chinatown erzählt. Danach folgen die Zwischenfälle Schlag auf Schlag. Eine Actionszene baut quasi auf der anderen auf und zwischendurch ist Jack Burton kräftig am Sprücheklopfen.

Doch um das Publikum dadurch ins Kino zu locken, war dies anscheinend zu wenig. Filmkritiker meinten, dass der Film durch den gleichzeitigen Release von „Aliens“ in den Schatten gestellt wurde. War der Film im Kino nicht erfolgreich, so änderte sich dies durch die Veröffentlichung auf Video. Von da an entwickelte sich der Film zunächst zum Geheimtipp, bis er schließlich als Klassiker des Genres und nichtzuletzt als Kultfilm bezeichnet wurde.

John Carpenter ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Er hatte die Nase gestrichen voll, was Großproduktionen und das Einmischen der Produzenten in seine Arbeit betraf. Nach „Big Trouble in Littel China“ wandte er sich wieder den Low Budget-Filmen zu und schuf ein Jahr später einen weiteren Klassiker des Horrorfilms: „Fürsten der Dunkelheit„.

Big Trouble in Little China. Regie: John Carpenter, Drehbuch: W. D. Richter (Gary Goldman/David Z. Weinstein), Produktion: Larry J. Franco, Darsteller: Kurt Russell, Kim Cattrall, Dennis Dun, Victor Wong, James Hong. USA 1986, 96 Min.