FuBs Fundgrube: Wir fanden Menschen

Cover der 1975 im Heyne Verlag erschienenen Ausgabe

In unserer Reihe FuBs Fundgrube stellen wir Bücher vor, die es nur noch antiquarisch gibt. So geht es dieses Mal um den deutschen SF-Roman „Wir fanden Menschen“ des Autors und Journalisten Hans Wörner (1904 – 1963). Mit seinem 1948 erschienen Roman „Wir fanden Menschen“ versuchte Hans Wörner auf die schrecklichen Folgen eines Atombombenabwurfs aufmerksam zu machen. Sein Buch wurde geprägt durch die „Lichtblitze“ von Hiroshima und Nagasaki. Nicht weniger beeinflusst ist der Roman von Wörners eigenen Kriegserlebnissen.

„Aus Versehen“ hat eine fehl gezündete Atombombe einen ganzen Kontinent vernichtet. Sieben Jahre nach dieser verheerenden Katastrophe, soll ein Erkundungstrupp Aufschluss darüber geben, wie es mit den dort lebenden Menschen bestellt ist. Als diese Expedition nicht zurückkehrt, wird eine zweite Expedition ausgeschickt, die nach der verschollenen Einheit suchen soll. Dabei kommt sie in Kontakt mit den psychisch und körperlich verfallenen Einwohnern …

Hans Wörners Roman ist ein eindringliches Plädoyer gegen den Wahnsinn und Schrecken des Krieges und vor allem eine Warnung vor den Folgen eines Atomkriegs. Dies macht „Wir fanden Menschen“ überaus düster und bedrückend. In der Tat fällt es schwer, den Roman bis zum Ende durchzulesen, da diese beklemmenden Momente so intensiv sind, dass man immer mal wieder eine Pause einlegen muss, um diese für sich selbst zu verarbeiten.

Doch genau hierin befindet sich zugleich die unglaubliche Stärke des Romans, da er nicht nur Beklemmung erzeugt, sondern durch diese den Leser zum Nachdenken anregt. Das Bild, das Wörner in „Wir fanden Menschen“ zeichnet, ist alles andere als rosig. Die Menschheit ist verroht, manche Menschen versuchen, die Situation für sich zu nutzen und an die Macht zu kommen bzw. sich an der Macht zu halten, es herrschen Hunger und Elend.

Trotz dieses Rahmens, der nicht einmal den kleinsten Platz für Hoffnung lässt, ist der Roman zugleich sehr spannend und dicht. Vor allem die Szenen, in denen der Expeditionstrupp den moralisch wie physisch verwahrlosten Einheimischen gegenübersteht, sind, aufgrund der Konflikte, die sich daraus ergeben, packend und zum Teil auch unheimlich geschildert. Dies macht „Wir fanden Menschen“ zu einem sehr eindringlichen Leseerlebnis, das einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht.

„Wir fanden Menschen“ wurde 1975 im Heyne Verlag in der SF-Reihe unter der Nummer 3449 neu aufgelegt. Umfang: 159 S. Später (1984) erschien der Roman auch nochmals im Ullstein Verlag als Band 9 der Reihe Ozeanische Bibliothek.

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