Kong: Skull Island (2016)

Hollywood versucht sich wieder an den großen Monstern und dieses Mal muss statt Godzilla King Kong ran. Interessanterweise verlegte man die Handlung ins Jahr 1973 – an einen filmgeschichtlichen Wendepunkt des Hollywoodkinos. Damals wurden die Filme zunehmend sozialkritischer und man könnte annehmen, dass der Regisseur diese Anspielung dazu nutzt, um seinen Film ebenfalls unbequem werden zu lassen. Doch weit gefehlt.

Jordan Vogt-Roberts macht zwar aus dem Abenteuer einen farblichen Augenschmaus, ganz zu schweigen von den Effekten, die sich mehr als nur sehen lassen können, doch für kritische Aspekte reicht es dann doch nicht, auch wenn er anfangs die US-Außenpolitik anhand der schießwütigen Soldaten durch den Kakao zieht. Doch damit hat es sich dann auch schon, der restliche Film konzentriert sich auf reine Action, visuell allerdings wirklich stark umgesetzt, verliert dabei allerdings den Sinn und Zweck seiner menschlichen Figuren fast vollkommen aus den Augen.

Zum Beispiel ist Tom Hiddelstons Rolle regelrecht nicht vorhanden. Die Figur ist nicht nur zu hundert Prozent uninteressant, sondern besitzt im ganzen Film so gut wie keine Funktion. Nicht weniger ärmlich sieht es mit der weiblichen Hauptrolle aus, bei der es Brie Larson sogar fertig bekommt, sie schlecht zu spielen. Einzig und allein ist es mal wieder Samuel L. Jackson, dessen charismatische Ausstrahlung die Aufmerksamkeit zwischendurch auch wieder auf das Verhalten der Menschen zieht.

In dieser Hinsicht funktioniert der Film einzig und allein durch seine wirklich gute Optik, seine teils schöne und interessante Farbgebung und, wie oben bereits erwähnt, durch die Effekte. Aber dann bekommt Vogt-Roberts an manchen Stellen dann doch einen Sinn fürs Hintergründige, indem er hier und da ein paar eigenwillige Filmzitate einstreut – schon allein das Plakat, das einen skurrilen Querverweis auf „Apokalypse Now“ darstellt, ist ein Beispiel dafür. Besonders originell und witzig ist dabei allerdings die Anspielung auf Park Chan-Wooks „Oldboy“, wenn King Kong ein Armstück des Riesenkraken verspeist und dieser genauso an seinen Wangen kleben bleibt wie in der berühmtberüchtigten Szene mit Choi Min-Sik, wenn dieser einen lebendigen Kraken mampft.

Da der Film jedoch im Hinblick auf die Story unglaublich oberflächlich bleibt, bleibt am Ende außer den Filmzitaten und den satten Farben nicht mehr viel hängen. Es wirkt letztendlich wie ein teurer Schnellschuss, dessen Wirkung in Sekundenschnelle wieder verpufft.

Kong: Skull Island. Regie: Jordan Vogt-Roberts, Drehbuch: Dan Gilroy, Produktion: Jon Jashni, Darsteller: Tom Hiddelston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman, John C. Reilly. USA 2016, 119 Min.

2 Gedanken zu “Kong: Skull Island (2016)

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